Traumberufe, Folge 9: Pausenzeichensprecher

Damals, in den Achtzigern, versprach ich mir sichere Arbeit bei Telefonansagen, als Sprecher der Pausenzeichen. Ich hatte den Bogen raus, nicht nur ein einfaches „Piep“ zu sagen, sondern auch den leichten Hang zum „ü“ beim „ie“. Absoluter Traumjob war damals die Zeitansage. Dieses schnarrende „Beim nächsten Anrruf isstes…“ wäre mir sehr leicht gefallen.

Irgendwie kam es dann anders. Und wenn ich heute mit Menschen aus der Branche spreche: Sie haben alle umschulen müssen und sind Endlosschleifenansager geworden. Was für eine mühevolle Arbeit! Aber immer noch besser, so trösten sich viele, als beim Endlosschleifenorchester mitzuspielen. Die Koordination mit dem gesprochenen Wort ist viel zu anstrengend, die wenigsten halten länger als ein Jahr durch.

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28 Antworten to “Traumberufe, Folge 9: Pausenzeichensprecher”

  1. OneBBO Says:

    Nach einer mehrjährigen Fortbildung können sie zum Navigationssystemsprecher aufsteigen.

  2. nurmalich Says:

    Hats bei dir schon so früh angefangen zu piepen?
    🙂

  3. freiedenkerin Says:

    Ich hatte mich mal als Endlosschleifensprecherin beworben, bin aber abgewiesen worden, weil meine Stimme zu kräftig sei, da würde man sanft Säuselndes bevorzugen: „Zur Zeit sind alle Plätze belegt, bitte, warten Sie kurz, wir werden Sie schnellstmöglich mit dem nächsten freien Platz verbinden…“ 😉

    • theomix Says:

      Och schade. Kräftige Stimmen sind da benachteiligt.

    • nurmalich Says:

      Vielleicht solltest du dich bei der Bahn bewerben.Auf Bahnhöfen würde ich mir manchmal kräftigere Stimmen wünschen, die die Geräusche von durchfahrenden Zügen übertönen und in Zügen solche, die man auch versteht, wenn sekttrinkende Frauenclubs lautes Gelächter veranstalten oder biertrinkende Männerhorden grölen. PROST! 🙂

  4. tmp Says:

    Aber eins muss man den Endlosschleifenansagern – bei aller Eintönigkeit – ja lassen..:
    ICH, als schwer Hörgeschädigter, kann sie besser verstehen, als manch andere Zeitgenossen, die mit viel Gequatsche und Gegröle ihr Geld verdienen…

  5. minibares Says:

    Genau, einige wurden zu Sprechern für Navis.

  6. Clara Himmelhoch Says:

    In die Navi Branche dürfen nur die wechseln, die auch den Widerspruch der am Steuer sitzenden ertragen können

  7. Sabine Waldmann-Brun Says:

    ….das kann eigentlich nicht gefallen, auch, wenn es erheitert, auf eine Art…

    • theomix Says:

      Ich hatte diese skurrile (bis absurde) Idee. Mehr nicht.

      • tmp Says:

        Also… Bei den Navis, die ich in meinem bisherigen Leben in Aktion erlebt habe, war immer eine mehr oder weniger angenehme Frauenstimme zu hören…
        Auf langen Fahrten kann das schon mal recht angenehm sein, zumal die Dame einem NIE widerspricht… im Gegensatz zu vielen weiblichen Mitfahrenden… 😉

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