Kleine Momente, kleines Fest

Zweiter Sonntag nach Weihnachten, der letzte mögliche weihnachtliche Gottesdienst. In Kircheib.

Hinter verschneiter, vereister Straße wartet die kleine Kirche mit wohliger Wärme. In den Bankreihen vor dem erleuchtetem Christbaum trifft sich einen kleine Runde, im Licht von zig Kerzen, die über die Kirche verteilt sind.
Die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus ist schon nicht mehr weihnachtlich. Eben noch Windeln, jetzt ein widerborstiger Kerl. Schert sich nicht um seine besorgten Eltern und diskutiert lieber mit Gebildeten.

Nach dem Gottesdienst Aufräumen. Kurz bleibt das „Stammteam“ beisammen, der Pfarrer, die Küsterin, die Organistin und die Presbyterin. Jeder macht, nach eigenem Zeitmaß, ein paar Handgriffe, das große Aufräumen ist eh erst in den nächsten Tagen. Der Pfarrer sammelt Teelichte auf den Kämpfern ein. Er muss sich nur ein wenig recken und nicht wie die Küsterin auf eine Leiter klettern. So wird für ihn der Abschied von der Weihnachtszeit zu einem „aufstrebenden Ereignis“ .2015-01-04 15.08.01

Nachmittags kommt schon das Neue: Zurück von einem kleinen Weg, kurz vorm Haus, trifft die Familie auf die Sternsinger. Beide haben sich um Haaresbreite verpasst, und die Begleiterin fragt, ob sie denn jetzt noch einmal…
Das Ja ist gesprochen, Schuhe und Mäntel kaum abgelegt, schon biegen vier (ja, wirklich!) fein verkleidete Königinnen (ja, wirklich!) um die Ecke und klingeln. Singen ihr Lied, sagen einen Reim, empfangen eine kleine Gabe und hinterlassen ihren Kreidegruß.

 

Kleine Momente. Mach es wie Maria, hieß es in der Predigt: denn „seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.“ Und siehe, hier waren mehr als Worte…

Und nun ist ein neuer Abschnitt im Kirchenjahr da: Heute ist Epiphanias. Durch das Erlebnis am Sonntag jetzt auch „Heilige Vier Königinnen“. 🙂 Einen schönen Fest-Tag!

 

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15 Antworten to “Kleine Momente, kleines Fest”

  1. nurmalich Says:

    Es gibt halt ganz verschiedene Aspekte dieses 6. Januars.
    Und ganz verschiedene Arten die „Erscheinung des Herrn“ zu begehen.
    siehe Goethe
    🙂

  2. nurmalich Says:

    Es geht nicth umd as was Goethe gegessen, sondern um das was er beschrieben hat. Schau in meinen heutigen Beitrag. Das wird dir helfen. 🙂

  3. Hausfrau Hanna Says:

    Ich fühle mich heute auch als Königin,
    lieber Jörg-theomix,
    und das nicht erst, seit ich deinen Beitrag gelesen habe…
    Aber der hat das Strahlen noch verstärkt 🙂

    Herzlich Hausfrau Hanna

  4. minibares Says:

    Wie ich schon bei Werner schrieb, in Westerholt war immer ein sogenannter Eselstreiber dabei, eine größere Person, die aufpasste auf Geld und Gaben.
    Hier muss man sich anmelden, dass sie kommen, das finde ich doof.

  5. Clara Himmelhoch Says:

    Früher gab es ja auch nur Ministranten vor dem Altar – und die gibt es jetzt auch als Mädchen. – Warum also nicht auch Königinnen – mir wäre es recht.

    • theomix Says:

      Mich hatte das amüsiert. Wer mit welchem Geschlecht vor dem Altar agiert, ist mir von Herzen (und vom Kopf) egal. Das müssen die klären, die Ministranten haben.

  6. Sabine Waldmann-Brun Says:

    Tja, die Mädels holen auf. Nicht nur in der Chirurgie (von den vielen männlichen Kollegen kritisch bis zuweilen panisch beobachtet, immerhin, die Fachzeitschrift heisst „Der Chirurg“) gibt es immer mehr Frauen. Jetzt gleich vier Königinnen!:)

    • theomix Says:

      Gleich vier, und das auf dem Land… 🙂
      Frauen hier, Frauen dort. In vielen Berufen sind ganz viele da. Kontinuierlich auch gestiegen beim evangelischen Pfarramt, auch längst kein Männerberuf mehr.

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