Zum Teufel – 2

Ich glaube nicht an den Teufel. Diese Figur ist im gesamten biblischen Zusammenhang deutlich eine Randfigur. Zugleich auch eine Gegenfigur zu Gott. Manche billigen ihm große Macht zu – auch Luther war nicht frei davon.

Eine symbolische Figur für „das Böse“ oder „die Macht des Bösen“, so habe ich den Teufel verstehen gelernt. Interessant, diese Spur zu verfolgen: Wie heißt die symbolische Figur für „die Macht des Guten“? Gott? Nicht auszudenken. Aber für meinen kritischen Kopf war das mal eine gute Perspektive.

Das ist lange her. Mittlerweile genügt sie mir nicht mehr. Mittlerweile glaube ich: So etwas wie Dämonen gibt es. Als Kräfte, die eine Menschen beherrschen können. Wie 1932/33 ein ganzes Volk auf einen dummdreisten Hobbypolitiker hereinfällt, finde ich auch sonst schwierig zu erklären.

Teufel, Satan – keine eigene Macht. Ein Symbol. Inwieweit kann eine Gegenmacht Gott widerstehen? Im analogen Leben gelingt es leider, sonst wüsste niemand, was Genozid bedeutet. 😦 Wie sieht es in der Konstruktion der himmlischen Welt aus? Bei Hiob tritt in den himmlischen Szenen eine Gegenspieler auf, Satan. Ein  zynisches Spiel?

Meine Gedankensplitter zeigen, Weiterdenken, -fragen und -forschen ist nötig. Zum Teufel noch mal!

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56 Antworten to “Zum Teufel – 2”

  1. annabaumgart Says:

    Mmh. Ich wollte eigentlich schlafen, jetzt muß ich noch ein bißchen nachdenken. Gefällt mir 🙂 Danke für die Denkanstöße.

  2. OneBBO Says:

    Die Institution „Teufel“ ist auch eine schöne Einrichtung, um Verantwortung abzuwälzen. Wenn ich vom Teufel besessen bin, bin ich doch unzurechnungsfähig.

  3. Susanne Haun Says:

    Ich bin mir nicht sicher, Jörg, ist denn Gottes dasein nicht genauso möglich oder nicht möglich wie das Dasein des Teufels? Gibt es auf dieser Welt nicht immer ein Pol und einen Gegenpol? Ein Ja und Nein?
    Du hast natürlich recht, eine schwierige Frage… für mich, die sich nicht gut auskennt in Fragen der Bibel natürlich noch schwieriger. Ich kann sie nur rein intuitiv beantworten.

    • theomix Says:

      Die Bibel hat ja eine ganze Bandbreite. Teils kommt sie ohne aus und muss dann auch irgendwie begründen, warum Gott dann das Böse zulässt oder sogar will. Wenn man ihn mitdenkt, wird es in der Konsequenz dualistisch und bei aller naherwarteten End-Offenbraung bleibt dann die Frage, warum er den Laden nicht eher in den Griff kriegen will…
      Ist jetzt etwas flapsig, aber ich denke, eine echte Berlinerin kann das ab. 😉

  4. emhaeu Says:

    Ein Teufel taucht in keinem der beiden traditionellen Glaubensbekenntnisse auf, aber in Luthers kleinem Katechismus. Ich denke, wie man sich das Böse und die Macht, die es hat, vorstellt, ist nicht so wichtig. Aber es ist da. Und mensch muss damit umgehen lernen: „et libera nos a malo“

    • theomix Says:

      Ein sehr schöner Hinweis. Kein wunder,w enn er nur eine Randfigur in der Bibel ist.
      Und die Schlusssätze: bringen es auf den Punkt.

  5. Murenus Says:

    All das zu denken und dann in Einklang mit Gottes Allgegenwart, Liebe und Schöpfer-Sein zu bringen, ist höchst kompliziert und gelingt meist nur in Bruchstücken. Da reicht es schon über das Leid oder das Böse nachzudenken. Luther war da extrem hart. Er hat dem Teufel, da muss ich dir leider widersprechen, eben keine große Macht gegeben, sondern ihn als Spielball Gottes bezeichnet. So wie Gott in allem Bösen wirksam ist, so auch im Teufel, den er mit seiner Liebe und seinem Gesetz vor sich hertreibt. (So zumindest schreibt es Luther in „De servo arbitrio“.) Verrücktes Gottesbild oder zumindest sehr einzigartiges, aber wenn wir die Allmacht Gottes Ernst nehmen oder auch das Bekenntnis zu Gott dem Schöpfer, dann ist einen Gegenpol zu denken schwierig bis unmöglich. Dann muss Gott alle Pole in sich umfassen, glaube ich…

    • theomix Says:

      Ein schillerndes Bild bei Luther, denn in „De servo arbitrio“ erinnere ich mich noch zu gut, dass entweder der Teufel reitet oder Gott. Und gleichzeitig der getriebenen Teufel…
      So gesehen landet dein freundlicher Widerspruch in einem uneinheitlichen Bild, das Luther abgibt.
      Letztlich bin ich eher für eine Gott, der die Pole umfasst, als an der Figur eines Gegenspielers zu bosseln. Ich versuche in den beiden kleinen Beiträgen (sozusagen „Hin“ und „Zurück“) mich den eigenen Widersprüchen zu stellen – und auch den Widersprüchen, die ich wahrnehme.

      • Murenus Says:

        Wollte auch mit keiner Silbe deine Beiträge kritisieren. Finde sie dem Thema sehr angemessen, da es eines ist, was zu bruchstückhaften Annäherungen neigt. Vielleicht gar nicht anders geht.

        • theomix Says:

          Klinge ich so? Du gehst, finde ich, kritisch im besten sinne heran. kein Problem.
          Ich mag das Bloggen als das Zusammenstellen von Mosaiksteinchen. (Ob sie ein ganzes Bild ergeben, die vielen Steinchen?) Es ist interessant, über die Rückmeldungen die eigene Position zu überprüfen. Am Anfang, vor fünf Jahren, hatte ich gehofft, viel öfter explizit theologisch zu schreiben.
          Ich nenne es trotzdem „Theologischen Blog“ – weil Theologie es mit dem Leben zu tun hat. Weiterhin interessant.
          Danke für die Anregung zu dieser Reflexion. 🙂

        • Tausend Says:

          „Öfter explizit theologisch“ fänd ich interessant.

        • theomix Says:

          Ich auch. (Hörst du das leichte Seufzen?)

        • Tausend Says:

          Ich hör nix. ;-p

        • theomix Says:

          ist auch schwierig aufzuschreiben…

  6. nandalya Says:

    Danke, dass ich diese Gedanken lesen darf. Sie zeigen mir (d)eine andere Sicht der Dinge.

    • theomix Says:

      Sie zeigen meine eigentlichere Sicht der Dinge. aber pst, nicht verraten! 😉 Dieser Beitrag blieb lange Entwurf, weil mir etwas fehlte. Das habe ich in den ersten Teil hineingeschrieben.

  7. Tausend Says:

    Ich kann mir denken (wenn ich an den Gedanken von vorgestern anknüpfe), dass die Vorstellung von einem Gegenspieler stärker wird, je weniger abstrakt Gott gedacht wird.
    Je mehr er in einer Funktion auftritt, die für den Menschen eine positive Rolle spielt, desto mehr drängt sich die Frage auf, ob es nicht auch eine negative Gegenfigur gibt.
    Je ungreifbarer Gott in seiner Ganzheit vorgestellt wird (und das bedeutet auch in seinem nicht von Menschen begreifbaren Sein), desto weniger wahrscheinlich kommt mir ein Widerpart vor.
    Das ist natürlich recht abstrakt, aber ich schreibe das ja auch nicht aus christlicher Sicht, sondern nur als Gedanken.

    • theomix Says:

      Abstrakt ist kein Problem, Theologie ist die Verbindung von „Gedanken“ und „christlicher Sicht“: 😛
      ich finde es übrigens hilfreiche Gedanken.

  8. minibares Says:

    Oha, ja Luther, der hatte es mit dem Teufel zu tun.
    Siehe das Tintenfass bzw. den Tintenfleck.
    Ob der Teufel uns ab und zu auflauert?
    Kann ganz gut sein.

  9. Anna-Lena Says:

    Für mich ist der Teufel auch ein Symbol des Bösen, das es ohne Frage in verschiedenster Form gibt. Mit Luther kenne ich mich nicht so aus, ich gehöre zur katholischen Fraktion 🙂 .

  10. Hase Says:

    interessante Denkanstöße und „teuflische“ Kommentare
    :mrgreen:

  11. die kleine frau Says:

    Wenn ich mal die kulturhistorischen Einflüsse weglasse; Literatur und Kunst sind ja schön, aber in meinem Leben dann doch vor allem Fiktion; bin ich vor allem mit dem Satan im hebräischen Sinne, dem Advocatus Diaboli aufgewachsen. Und kann mit dem Teufel als Gegenspieler Gottes nun so gar nichts anfangen. Ich kann verstehen, woher solche Ideen kommen und warum sie ggf. hilfreich und notwendig sein können, um nicht vollkommen irre zu werden, aber wenn man Gott als allmächtig annehmen will, muss man sich auch damit auseinandersetzen, dass darin das vornehmlich Gute, wie das vornehmlich Böse enthalten sind. Aber da kommen wir dann in den schwierigen Bereich der Theodizee.

    • theomix Says:

      Da kommen wir in schwierige Bereiche.
      Mir war manchmal danach, all diese griechischen Gottesvorstellungen zu vermüllen und die Begegnung mit dem LEBENDIGEN zu suchen, mit allen Licht- und Schattenseiten. War für das Nachdenken allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss.
      Danke für deinen Kommentar!

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