Traurig, schwungvoll, was denn nun?

Mit schmachtendem Blick singt uns Tom Odell sein trauriges Ständchen („Another Love“). Dabei ist der Rhythmus so flott und die Emotion so groß. Ein bisschen autistisch und selbstmitleidig schaut sich das an: Während seine künftige Ex an ihm dran ist oder um ihn herumfegt, trällert er sein trauriges Lied an ihr vorbei und blickt nur – zu uns. Danke, lieber Tom, wäre nicht nötig gewesen. Singen liegt dir wohl mehr als Beziehung retten? In den Chor passe ich auch nicht. Also lasse ich das Ganze ablaufen:

Wer nur den Ton nimmt: Das lässt sich gut hören. Doch ich schau in das Gesicht von Tom Odell und ahne: Schmächtig kommt von schmachten. Und zugleich weiß ich, ohne Ironisieren halte ich die Reize für dramatische und große Gefühle nicht aus. Nicht zu Beginn einer Arbeitswoche, dieser Arbeitswoche.

Lasst euch berühren, blickt in die Augen des Gegenübers und kommt gut voran!

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29 Antworten to “Traurig, schwungvoll, was denn nun?”

  1. hohesundtiefes Says:

    OOOHHH, Schmächtling!!! Leg dir ein paar …. (darf ich das hier schreiben?)…. ähm…. Jahre zu! 😀

  2. OneBBO Says:

    Ich hab ja eine Schwäche für dramatische Musik… Das Visuelle hat mich zum Lachen gereizt, ein wenig …. äh…. ja komisch halt 🙂

  3. Tausend Says:

    Der „flotte Rhythmus“ tritt mit Erscheinen der Bücherregale und des Radios ein. Das ist vermutlich die versteckte Botschaft. Leider kann der Typ sie nicht sehen. Wenn er sich einfach mal umdrehen würde… 🙂

    • theomix Says:

      Wer sich so in seinen Liebeskummer verbeißt, liest keine Bücher. Und das Radio? Ach egal..

      • Tausend Says:

        Naja, das Radio hat wohl eh nicht überlebt. 🙂 Ich sag ja, er hätte sich besser umgedreht und auf seine Sachen achtgegeben.

        • theomix Says:

          Auch die Bücher kriegen was ab. Eigenartige Depression, bei der man sich nicht rührt, aber singen geht…

        • Tausend Says:

          Vielleich auch eine Art von Stoizismus. Gelassenheit gegenüber äußeren Ereignissen und beim Verlust von Gegenständen. Allerdings steht der Text dazu im Widerspruch… Vielleicht ist das Ganze auch ein dialektisches Experiment.

        • theomix Says:

          So schön gedeutet. Schnell eine Initiativbewerbung an das Management von Mister Odell. 😉

          Bei Experiment stimme ich zu. Das Dialektische bleibt mir noch verborgen.

        • Tausend Says:

          Dialektisch im Sinne von Stoizismus bei gleichzeitigem Wehklagen… 😉

        • theomix Says:

          Ist das stoisch oder krank? 😈 Andererseits: Lerne klagen ohne zu leiden…

        • Tausend Says:

          Das hat Epiktet auch gesagt. (Handbüchlein der Moral, Abschnitt 16) 🙂

        • theomix Says:

          Der hat das aber bierernst gemeint. 🙄

        • Tausend Says:

          Ja, und irgendwie war der gesamte Kontext ganz anders. 😉

        • theomix Says:

          Ja, ja, hätte ich jetzt mehr Zeit, hätte ich was von Marc Aurel rausgesucht. 😛

      • Tausend Says:

        Die Erwähnung zählt schon. 🙂 Das erspart mir dann auch, Seneca im Schlaf zu stören.

  4. Hase Says:

    die Musik ist nicht schlecht ;.)
    im Video wirkt es, als lese der Jüngling den Text von einer gegenüberliegenden Wand ab…..
    danke für´s Zeigen, kannte ich bisher nicht….

  5. mialieh Says:

    wie alt ist der? 12… das fällt unters Jugendschutzgesetz

  6. interplanetar Says:

    Wenn Musik und Stimme gefällt, muss dies nicht gleichfalls für Text gelten. Geschmack ändert sich auch.

    • theomix Says:

      Das stimmt.
      Und mein Geschmack ändert sich. Ich will nicht sagen, täglich. aber im Laufe der Jahre merke ich schon was… 😉

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