Kein leichter Weg für Jakob und für dich

Schulentlassung an der Förderschule. Das Leitmotiv des Gottesdienstes: Steine oder Rosen auf dem Weg.

1. Mose 28, 10 – 18

Dieser Weg wird kein leichter sein, Jakob.
Dieser Weg wird steinig und schwer.

Denn jetzt läufst du weg von deinem Vater, von deinem Bruder, die du betrogen hast. Wo ist dein Segen jetzt?

Du bist auf der Flucht, Jakob, sieh hin. Noch so jung – und schon am Ende.

Hast du dir das nicht selber eingebrockt? Den Bruder so lange gereizt, bis es ihm zu viel wurde. Hast ihn betrogen und den Vater dazu.

Kein leichter Weg. Du weißt nicht was, aus dir wird. Ob deine Ausbildung glückt. Ob alles im Beruf gelingt. Liegen Steine auf dem Weg oder Rosen?

Ach, hör auf für heute, Jakob. Dein Weg wird weitergehen. Heute ist es genug. Heute sind es keine Rosen, heute ist es ein Stein, er wird dein Kopfkissen sein.

Dieser Jakob, Betrüger, Flüchtling, er legt seinen Kopf auf den Stein und träumt. Einen Traum von Gott:
Gott ist nah, wohliges Glück. Und Gott verspricht ihm eine große Zukunft: sein Glück und das Glück der Kinder und Kindeskinder über Jahrhunderte. Aus dem Stein, dem kleinen Felsbrocken, wächst ein Traum, und der Traum führt in den Himmel.

Ob es bei euch auch so wird? Ob eure Träume wahr werden? Ausbildung, Beruf, Familie? Oder wird der Alltag erdrücken? Steine statt Rosen?

Jakob benutzt den Stein, die Stolperfalle, als Kopfkissen. Er gibt dem Stein einen anderen Sinn. Er deutet ihn anders, er verwendet ihn zu seinem Nutzen.

Das ist erlaubt. Für mein Leben nenne ich das: Aus Fehlern lernen. Und: Das Stolpern ist nicht mein letzter Schritt. Ich gehe weiter.

Und noch wunderbarer: Auf dem harten Stein träumt Jakob einen wunderschönen Traum. Träume verraten unsere innersten Wünsche und Ängste, unsere Sorgen und Hoffnungen. Und Träume kommen von Gott, weil sie aufdecken, was in uns verborgen ist.

Jakob: Sein Wunsch groß herauszukommen, wird sein Leitstab. Er ist gerade heimatlos geworden und fühlt sich trotzdem beschützt.

Beschützt sein, gesegnet: Eure Augen sollen die Rosen auf dem Weg entdecken können. Auch ihr geht euren Weg, immer selbständiger, und trotzdem seid ihr beschützt. Das ist doch stark! Das kann die Augen öffnen: für Hilfen, die ich kriege, von Freunden, Verwandten, Lehrern, Bekannten. Auch durch sie arbeitet Gott.

Dieser Weg, euer Weg wird leichter.

Bei Jakob wissen wir, wie er weitergeht: Er kommt zu Ehre und Ansehen und kehrt 20 Jahre später zurück, um sich mit seinem Bruder zu versöhnen. Reich ist er, Familie hat er. Aber er hat Angst vor diesem Wiedersehen. Bevor sie sich treffen, stellt sich Gott ihm in den Weg. Eine ganze Nacht kämpft er, Jakob ist stark und kann die Oberhand behalten. Aber im Weggehen schlägt Gott ihn an die Seite. Und verspricht Jakob wieder Segen und Zukunft.

Das Leben wird seine Spuren hinterlassen. Aber eure Träume bringen euch nach vorne. Ihr habt Hilfen, manchmal müsst ihr nur eine Nacht drüber schlafen, dann könnt ihr sie entdecken.

Gott segne euch.

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4 Antworten to “Kein leichter Weg für Jakob und für dich”

  1. Hase Says:

    Danke für diesen schönen Beitrag
    und das Video!
    Das Lied eignet sich gut für neue Wege,
    ich habe es einmal gehört unterwegs, als mein Sohn sein erstes Vorstellungsgespräch zu einem Ausbildungsplatz hatte .

  2. minibares Says:

    Diese Geschichte trifft ja auf viele zu.
    Nur haben leider viele verlernt, Vertrauen zu haben, Hilfen anzunehmen.
    Hoffen wir für die jungen Leute, dass sie offenen Herzens ihre Zukunft gestalten können.

    • theomix Says:

      Die Jakobsgeschichte ist für mich eine Ur-Geschichte. Archaisch, mythisch…
      Die Erfahrung lehrt, solche Texte zu verstehen. Und dass die Erfahrungen dieser Jugendlichen gut werden mögen – das war mein Wunsch.

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