Festgelegt, die zweite

Das eine ist die Festlegung.

Das andere dann das innere Zumachen. Das halte ich für schlecht.

Das innere Zumachen kommt so: Ich hätte es gerne fest, aber es hubbelt und wackelt noch. Dann schnell zu Sicherungen greifen – die ich mit mehr Ruhe nicht freiwillig gewählt hätte. Und sie helfen, sie bleiben. Und versauen einem das ganze Leben.

Ein bisschen These, ein bisschen Versuch.
Festlegen als inneres Zumachen – wie seht ihr das?

20 Antworten to “Festgelegt, die zweite”

  1. Susanne Haun Says:

    So ist es, Jörg, viele Menschen machen innen zu, wenn sie etwas neues lernen sollen und das alte ihnen schon so vertraut ist. Das ist dann wahrlich festgefahren….
    Ich meine Dinge wie: der neue PC, die neue Wohnung, neue Aufgaben in der Arbeitswelt etc………….

  2. Claudia Sperlich Says:

    Inneres Zumachen kann lähmen, kann spießig und dumm machen. Die Grenzen zwischen der sinnvollen Festlegung und dem schädlichen Abschotten sind aber wohl nicht so ganz leicht zu erkennen und manchmal auch fließend. In manchen Situationen – übermäßiger seelischer Streß, Verletzung, Trauer etc. – kann ein kurzfristiges Abschotten sogar wichtig sein zum Selbstschutz.

  3. Hase Says:

    auch das Innere aufmachen und dann Entscheidungen treffen!!!!

  4. skriptum/skryptoria Says:

    „Festlegen“ in diesem Tenor würde für mich bedeuten, dass sich jemand am Ende aller Weisheiten angekommen sieht. Das halte ich dann doch für eine sehr gewagte These.

    Ich schließe ja erstmal fast nichts aus, dessen Nicht-Existenz nicht bewiesen werden kann. Dieser Gedanke macht nahezu alles möglich oder lässt es wenigstens möglicherweise zu.

    Mich festzulegen in Form von zumachen, weil ich mich und mein Wissen ab einem gewissen Punkt als nicht mehr ergänzungsfähig betrachte … nein, damit würde ich mir nicht nur keinen Gefallen tun, sondern mir selbst massiv schaden.

    Vielleicht reicht es mitunter auch schon, sich mehr Ruhe zu erbitten. Vor allem von sich selbst.

    • theomix Says:

      Ich ziehe die offene Haltung auf alle Fälle vor. Aber immer wieder stieß und stoße ich auf Menschen, die zugemacht haben. Ich bezweifle nicht, dass sie sich damit „selbst massiv schaden“.
      Abstand zu sich selbst, hin und wieder, nützt. 🙂

  5. Piroska Says:

    Darüber musste ich jetzt doch dringend schflafen, und ja, doch jetzt schreibe ich es hierher.
    Irgendwie ist doch das Phänomen zu beobachten, dass allenorts behauptet sind, festgelegt seien – nun ja – immer (nur) die Anderen. Gedanklich nicht flexibel, verschlossen für Neues, sie würden sich Möglichkeiten verbauen etc. Dabei haben wir alle unsere Grenzen, über die wir kaum je hinausgehen.
    Ich finde da deinen Einwurf mit der Lebensgeschichte doch sehr wichtig: die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass diese – ach so festgefahrenen, festgelegten – Anderen, an dem Ort, bei dem Gedanken, den ich mir gerade mit so viel Enthusiasmus entdecke, einfach schon gewesen sind. Und es war für sie nicht hilfreich. Oder nicht tragfähig. Und sie haben das Gute für sich behalten und manch‘ anderes verworfen.
    Meine „neuen Wege“ müssen doch nicht die aller Welt werden. Da ist ganz viel Fingerspitzengefühl und Behutsamkeit und Respekt vor den Grenzen der Anderen gefragt.

    • theomix Says:

      Kurzum: Gottes Wege sind nicht unbedingt meine neuen Wege und die der anderen vielleicht schon gar nicht. Erst denken, dann handeln – ist nie schlecht. Und Beten dazwischenschieben erst recht nicht. 😉

  6. Frau Momo Says:

    Mit auf die 50 zugehend bin ich sicherlich auch in manchem festgelegt, wobei mein Lebenslauf nicht dafür spricht. Zumachen, ich kann mir das für mich nicht vorstellen. Dafür bin ich viel zu neugierig, was das Leben noch für Möglichkeiten für mich parat hat.

    • theomix Says:

      Die Wahlfreiheit schränkt sich ein. Bestimmte Künste lernen sich nur noch schwer bis gar nicht. Das meine ich ja auch. Später, im Alter, kommen körperliche Einschränkungen… Auch bei geistiger Wendigkeit.
      Zumachen hat ein mieses Image. Zurecht. Ich will für mich aufmerksam bleiben, ob es wirklich anders ist. 😉

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