Weihnachten bringt aus dem Konzept

Es war hektisch im Advent. Keine Zeit, hübsche fremde Federn zu suchen, um den Blog damit zu schmücken. Nur eigene: Ein paar Gedanken, die ich in unseren Gemeindebrief geschrieben habe,  schicke ich als Gruß an euch, meine Leserinnen und Leser. 

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Geht es euch auch so? Jedes Jahr derselbe Stress: Sind die Geschenke rechtzeitig da, gelingen die Vorbereitungen, geht es  gut mit der Familie? Wir brauchen das feststehende Ritual, das ist das Wohltuende an Weihnachten – und immer wird es unterbrochen.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Schon das Fest selbst: „Geburtstag Jesu“ sagen wir. Es ist jedoch nur die Geburtstagsfeier. Wie bei der englischen Königin: Weil sie im unsteten April Geburtstag hat, wird die Feier in den warmen Sommer verlegt.
Bei Jesus ist es ähnlich: Die Feier seines Geburtstags ist am 24. Dezember; wann er genau geboren wurde, wissen wir nicht. Man hat halt vor 1.700 Jahren ein Fest vorgefunden, das römische Sonnenfest, und hat die Feier auf diesen Tag gelegt. Weil es um das Licht geht, das zunimmt. Für uns ist Weihnachten mitten im Winter. Geographischer Zufall: In Brasilien kann man zur Heiligen Nacht leicht bekleidet an den Strand gehen. Südlich des Äquators ist Sommer, wenn wir Winter haben.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Der Gott der Philosophen ist das höchste Wesen, fern von den Menschen. Was für eine Zumutung, wenn gesagt wird: „Gott ist Mensch geworden“. Lukas erzählt es in der Weihnachtsgeschichte, im 2. Kapitel seines Evangeliums: Der göttliche Retter ist ein winziger Säugling. Und Gottes Gesandte erscheinen nicht den Mächtigen und Machthabern, sondern einigen Hirten, nicht gerade eine gute Referenz.
Wir haben uns an diese Geschichte gewöhnt, doch vor fast zweitausend Jahren passte das für anspruchsvolle Denker nicht ins Konzept.

Bei allen guten Erinnerungen und hohen Erwartungen an Weihnachten jedes Jahr: Ich meine, es ist der Sinn dieser Tage, uns aus dem Konzept zu bringen. Nur ein bisschen, ein feiner Riss in unserer Planung, ein kleiner Spalt in den Erwartungen. Denn Gott sucht sich dort eine Zugang, wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Da fängt Gott an.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Denn es ist nicht „unser“ Fest. Es gehört dem Heiland, dem Retter der Welt. Dem großen Gott, der sich klein macht wie ein Säugling.

Ich wünsche ein frohes Fest mit vielen Überraschungen!

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25 Antworten to “Weihnachten bringt aus dem Konzept”

  1. elsuho Says:

    Frohe Weihnachten für Dich!

  2. mialieh Says:

    Sehr schön gesagt!

  3. Claudia Sperlich Says:

    Hektik zu Weihnachten vermeide ich weitgehend.
    Aus dem Konzept bringt es natürlich doch immer – bringt Er immer. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Ich hoffe, daß ich so einigermaßen in Sein Konzept passe.

  4. Sibylle Says:

    Dieses Jahr bin ich auch ein bisschen aus dem Konzept. Und dann dieser Unfall „da vorne“. Ich hoffe, wer auch immer in den Autos gesessen hat, hat auch noch ein bisschen Glück im Unglück, wie man so sagt.

    Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest 🙂

    Liebe Grüße
    Sibylle

    • theomix Says:

      Man hat ja die Folgen bis hierher gehört. 😉
      Dir/ euch rückwirkend dasselbe! Und noch für den Rest vom Fest!

    • tmp Says:

      Ich bin ja immer der Auffassung, dass solche Dinge ( ein Autounfall z.B. ) nicht zufällig passieren…
      Und wenn die Betroffenen ausgerechnet an Heiligabend einen großen Blechschaden fabrizieren ( ich hoffe mal – wie Du -, dass es dabei geblieben ist… ), dann hat das sicher einen bestimmten Sinn… Wer weiß, was ihnen dadruch tatsächlich erspart geblieben sein wird, wenn das Fest erstmal vorüber ist..?? 🙄

      • tmp Says:

        … anderersezs haben sie durch deisen Unfall ein paar Dinge gemacht, die sie mit Sicherheit für dieses Weihnachten nicht eingeplant hatten… Das kann auch was sehr Gutes haben… 😉

  5. tmp Says:

    Nicht wirklich aus dem Konzept gebracht hat mich Weihnachten in diesem Jahr, bis jetzt jedenfalls…
    Ich habe eine Menge Zeit gehabt, mich darauf einzustellen – es ist ja schließlich jedes Jahr das Hohe Fest des Erlösers…
    Ich habe in diesem Jahr mehr mit dem zu tun gehabt, was im nächsten nicht mehr sein wird. Das war z.T. sehr schmerzlich, z.T. sehr aufbauend. Das heißt, es ist es immer noch und hoffentlich auch noch lange…
    Ich verbringe den heutigen Heiligabend bei meinen Nachbarn und einem schönen Weihnachtsessen ( keine Ahnung, was es gibt… ), und das wird sicher sehr entspannt und ruhig. Also nichts, was mich aus dem Konzept bringen könnte… Davor mache ich noch einen längeren Spaziergang durch die mit Lichtern geschmückte Stadt und um Mitternacht werde ich seit vielen Jahren mal wieder in die Kirche gehen… 😉
    Aus dem Konzept bringen kann man doch eigentlich nur jemand, der nicht flexibel ist und an seinen eingefahrenen Abläufen stur festhält…
    Bei mir ist aber das ganze ( !! ) Jahr Zeit, mal inne zu halten und eun wenig über ALLES zu reflektieren… Das gehört für mich unbedingt zur sog. „Psychohygiene“… Ich nehme mir einfach die Freiheit, wann immer ich dazu aufgelegt bin, über alles, was geschehen ist, und alles, was ich noch plane, genau nachzudenken, damit mir nichts entgeht, nichts von den vielen Kleinigkeiten, die immer so wichtig sind an allen Dingen, die wir so betreiben…
    Da kann man die Tränen sehen, die ich nicht wegen des Todes meines Bruders geweint habe, aber auch das Lachen im Gesicht einer Mitpatientin, der ich einen ganzen Tag aufmerksam zugehört habe…
    Weihnachten ist SEIN Fest, das Fest unseres Heilands, und ich lasse mir gern gefallen, wenn es ihm gefällt, mich zur Besinnung zu bringen… 😉
    Da meine „Familie nur mehr aus meinem Bruder Chris in Frankfurt besteht, werde ich allein sein an den Feiertagen, aber nicht einsam…
    Mit meinem Bruder habe ich eine Videokonferenz am zweiten Feiertag fest verabredet weil es sich in diesem Jahr nicht anders einrichten lässt… Für Mitte Januar hat er dann einen längeren Besuch hier in Hamburg geplant…

    Es ist schon eigenartig, was einem ausgerechnet zu Weihnachten so durch den Kopf geht, aber ich habe mir vorgenommen, alles zuzulassen, was mir an Ideen, Gedanken und Gefühlen in diesen Tagen in den Sinn kommt, ganz egal, was…

    Aber vor allem möchte ich Dir, lieber theomix, und auch allen anderen Lesern und Autoren Deines Blogs einen wunderbaren heiligabend und Frohe Weihnachtstage zu wünschen. Vielen Dank, dass Du uns immer wieder Gelegenheit gibst, unsere Gedanken hier auszudrücken und festzuhalten, Deine Geduld, Deinen Humor und Dein Verständnis…

    Ein Frohes Fest für uns alle..!!
    tmp

  6. paradalis Says:

    Alles Liebe, Jörg. Habt ein schönes Fest! Die herzlichsten Grüße, Aber das weißt du ja. 🙂

  7. Erika Says:

    Danke für Deinen Beitrag. Wahre Worte, die zum Nachdenken anregen.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie gesegnete Weihnachtsfeiertage
    liebe Grüße
    Erika

  8. minibares Says:

    Unsere Christmette war zum erstenmal nicht mehr um 22 Uhr sondern um 17 Uhr, wegen der Fusion.
    Meine Güte war das voll, sie hätten noch Stühle holen müssen. Aber der Pastor schlug den Kindern vor, in die Mitte zu kommen, da könnten sie sich auf den Teppich setzen. Leider nur drei Kinder folgten Tipp.-
    Es war wieder sehr schön. Vorher haben wir mit dem Chor noch Adventslieder gesungen, dann ging die Christmette los.
    Tolle Inszenierung, muss ich schon sagen.
    Beeindruckende Bilder, herrliche Lieder.
    Dann – nach der Messe, dann haben wir Weihnachten. Geschenke brauchen wir nicht.
    Einfaches Essen reicht auch.
    Dir und deinen Lieben gesegnete, frohe Weihnachten, und der Friede des Neugeborenen Jesus möge zu uns allen kommen.

  9. Erika Says:

    in unserer Landeskirche gab es eine Aktion in diesem Jahr, jeder Haushalt bekam eine „Merry Birthday“ Karte

  10. Frau Momo Says:

    Aus dem Konzept bringt Weihnachten mich schon lange nicht mehr, aber aus dem Gewohnheitstrott. Geschenke gibt es bei uns nicht, Martin mußte wieder arbeiten und ich habe wieder zwei Tage in der Obdachlosentagesstätte verbracht. Christmette viel leider wieder aus, weil Martin um 4.00 Uhr aufstehen mußte und heute schon lange zum Doppeldienst los ist, während ich hier sitze und endlich mal Zeit habe für zumindest einen Gottesdienst und den ersten hier auf der Insel.
    Weihnachten ist anders, aber es bringt mich nicht aus dem Konzept.
    Dir und den Deinen noch einen gesegneten zweiten Feiertag.

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