Mut

(Nicht nur für Hao)

Unverzagt und ohne Grauen
soll ein Christ,
wo er ist,
stets sich lassen schauen.
Wollt ihn auch der Tod aufreiben,
soll der Mut
dennoch gut
und fein stille bleiben.

Paul Gerhardt

Mut steht als christliche Tugend nicht an oberster Stelle (in der heutigen Zeit in Mitteleuropa). Aber nötig haben wir sie, Nichtchristen auch.

Warum soll der Mut, „fein stille bleiben“? Weil er Lautstärke nicht verträgt? Ich habe wohl auch früher gefordert, „die Kirche“ (wer ist das?) müsse „lautstark“ gegen irgendetwas protestieren – und das sei dann mutig. Kann sein. In den Achtzigern und Neunzigern haben das viele gefordert.

Mut hat auch mit Seelsorge zu tun – das ziehe ich aus Paul Gerhardts Liedstrophe. „Fein stille“: „freundlich und entscheiden“ sage ich gerne, wenn ich mir überlege, wie eine Forderung vorgebracht werden soll.

Und wer ist „die Kirche“? Alle, die dazugehören. Dann man los…
(Und denen, die nicht, kann Mut auch nicht schaden.)

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13 Antworten to “Mut”

  1. Hase Says:

    Vielen Dank für die schönen Zeilen von Paul Gerhardt
    und Deine Ausführungen, die mich sehr berühren.

    ich habe mir einmal einen Satz aufgeschrieben, der mich eine ganze Zeit begleitet hat:

    „MUT ist Angst, die betet !“

    Ich wünsche Hao auch an dieser Stelle viel Mut und alles Gute!!!
    (bei der Überschrift hatte ich den gleichen Gedanken, noch bevor ich die Klammer von Dir las !)

    herzliche Grüße
    Erika 🙂

    • theomix Says:

      Mut ist Herzenssache, wie die Angst. Mut ist Gegensatz zur Furcht, nicht zur Angst. Oder?

      • Hase Says:

        ich hatte das auf einem Kalender gelesen
        und in meinen tiefsten Angstzuständen in meiner Depression hat mir Beten geholfen. Mit den Worten Bonhoeffers im Morgengebet bekam ich wieder Mut : “ Gott hilf mir beten und meine Gedanken sammeln, ich kann es nicht alleine….“
        So habe ich diesen Satz verstanden und verinnerlicht
        Aber auch Deine Auslegung ist richtig…..

  2. Susanne Haun Says:

    Zum Entscheiden gehört Mut. Viel Mut ….

  3. Claudia Sperlich Says:

    Ich glaube, bei Paul Gerhard ist das Wort Mut in der Bedeutung noch näher an Gemüt. Ansonsten volle Zustimmung!

  4. Monika Says:

    Guten Morgen,

    Mut soll „fein stille bleiben“, auch weil es Demut gibt. Diese Tugend sollte man diesem Zusammenhang bestimmt auch nicht vergessen.

    Viele Grüße

    Monika

    • theomix Says:

      da ist etwas dran. Ich habe viel früher als jetzt selten Mut gehabt und zu viel Demut – das war aber nur der Deckname allzu großer Selbstbescheidung. Das ist die Hürde, um deinen Kommentar ganz und gar zu bejahen.

  5. Hao Says:

    Danke für Deine guten Gedanken. Allerdings kann der Leser damit nicht viel anfangen, weil er den Hao nicht kennt. Deshalb möchte ich ihm mit diesem Link eine kleine Brücke bauen, damit er die Hintergründe Deiner Gedanken besser kennt. http://lebensmut.wordpress.com/2012/10/15/eine-stolz-getragene-niederlage-ist-auch-ein-sieg/ Das soll aber keine Abwerbung sein!!!!!!!

  6. Der Zusammenhang zwischen Demut, Hochmut und Mut « Welt der Kultur Says:

    […] theomix habe ich ein interessantes Zitat zum Verhältnis von Demut und Mut gelesen. Das hat mich dazu […]

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