Sprachmode, Folge 18: netzwerken

Es kommt schon manchmal vor: Ein Substantiv hilft, das Verb zu bilden: Feierfeiern zum Beispiel, oder Liebelieben. (Wobei Sprachhistoriker sicher wissen, ob es nicht vielleicht doch umgekehrt war.)

Das Englische macht es viel häufiger und das findet im Deutschen dann Nachahmunmg: network/ networking – daraus wird dann netzwerken. Eine Anregung. Der Anfang einer Sprachveränderung?

Mal ausprobieren: Sonntag werde ich gottesdiensten. Später mittagessen, dazu muss auch nachtischen sein. Spazieren gehen, Kaffee trinken, alles gehört dazu. Auch restauranten ist manchmal abends drin.

Aber am schönsten ist es, wenn es festlich wird: Früher gingen wir zum Ball. Heute ballen wir.

(Nicht angsten, ich spaße nur. 🙂 )

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25 Antworten to “Sprachmode, Folge 18: netzwerken”

  1. Claudia Sperlich Says:

    Es sollte aber schon ein Unterschied bleiben, ob man beeindruckt oder eindrückt.

  2. OneBBO Says:

    Kann ich deine Ausführungen downloaden? Oder hast du sie selbt downgeloadet bzw. gedownloadet? Ups…. das sagt ja schon fast jeder… 😯

    • theomix Says:

      Gut, dass du den Focus darauf hast! Das ist voll underestimated in der Diskussion. Und du hast die richtige Performance, um das zu checken.

  3. mialieh Says:

    Es muss heißen „spazieren“ und „kaffeen“ 😛 Ich bitte um verzeihen, dass ich versuche rechtzuschreiben.Aber wir sollten uns schon comitten und gemeinsam sachen.

  4. Hase Says:

    Lieber Jörg,
    dazu will ich beitrag-en und kommentar-en
    sprung-en und gesang-en sind mir noch einfall-en,
    gruß-en, Erika 😉

  5. Wortman Says:

    Es klingt komisch aber im Grunde müsste man so sprechen… es wird ja alles irgendwie durch gematscht.
    Lachen musste ich bei „ballen wir“.

  6. Wortman Says:

    Das wäre wirklich wünscheswert. Sicherlich gibt es genug „Fremdworte“, die man benutzen muss wie z.B. Swimming Pool aber was derzeit alles verenglischt wird, finde ich persönlich schon ein wenig bedenkenswert.
    Früher war man irgendwo und hat seinen Kaffee zum „mitnehmen“ bestellt. Heute gibt es ja nur noch „Coffee to go“…

    • theomix Says:

      Statt Coffee Togo würd ich auch gern mal nen Coffee Kamerun trinken… :mrgreen:

      Wie vieles im leben kommt man wohl nicht drumherum, selbst anzufangen statt auf die anderen zu warten. die anderen chillen. Aber wir dürfen uns dann ab und an eine Verschnaufpause gönnen. 🙂

    • Wolfram Says:

      Ein Swimming-Pool heißt einfach Schwimmbecken, warum „muß“ man da englisch sprechen?

      Lieber Theomix, ich weiß nicht, ob du beachtet hast, daß die Form auf -ing im Englischen schon eine flektierte Verbform ist, nämlich das Partizip Präsens Aktiv, so wie „entscheidend“. Und daß die angenommene Infinitivform dazu dem Substantiv gleicht wie ein Ei dem anderen.
      Ich habe lange suchen müssen, um andere Formen des Verbs „to network“ zu finden; das ist nicht so verbreitet, wie es auf dem Kontinent so scheint. Aber die Übersetzung heißt „vernetzen“! Gewissermaßen, was die Söhne Zebedäi taten, als Jesus sie rief…

  7. Claudia Sperlich Says:

    Hauptsache, Du bringst die Message der Scripture nicht so easy rüber, das fänd ich uncool, schließlich ist die Task ganz schön heavy, wenn man das mal seriously nimmt mit der Lesson von Jesus.

  8. mialieh Says:

    Ich bin auch der Hoffnung, ich mache keine Vorwegnahme der Folge 19 und 20. Doch die Substantivierung greift auch um sich. Oder die Verbisierung und Substantivierung von Adjektiven: besonders, besondern (in der Sozialwissenschaft wichtig), Besonderung/Besonderheit.

    • theomix Says:

      Schön gebeispielt, Danke!

      • Werner Says:

        gebeispielt? oder evetnuell beigespielt?denn es heißt ja auch beigetragen und nicht gebeitragen
        und beigeschlafen und nicht gebeischlafen

        Das musst ich dir nun doch mal beigebracht haben oder gebeibracht?
        🙂

        beiläufig sag ich noch paar Grüße

        Werner

        • theomix Says:

          Ziemlich beige… 🙂
          (Und nicht gebei.)
          Die Sprachentwicklung nutzt manchmal die Grammatik als Sprungbrett…

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