Musik per Knopf im Ohr

Was gab es nicht vor 20 Jahren? – 9 –
MP3-Player

Musik durch Knöpfe im Ohr und Abspielgeräte kleiner als eine Streichholzschachtel – das gab es früher vielleicht in Science Fiction. Nun gibt es das in echt.

In den letzten 100 Jahren hat sich die Art des Musikabspielens massiv verändert, Dauer-Revolution oder permanente Evolution, egal wie man es nennt.

Ich erinnere mich an einen Brief Albert Schweitzers von 1959/ 60, als einige Bachstücke auf Stereo eingespielt worden waren*. Er war ja begeistert, bei Bedarf „überall und zu jeder Zeit“ Musik abspielen zu können. Und er erinnert sich an seine Jugendzeit, in der man manchmal lange warten musste, ein geliebtes Stück noch einmal zu hören.

Und jetzt kann man diese Musik einfach so mit sich herumtragen, sie ständig hören – und andere kriegen möglicherweise nichts davon mit.

*: Albert Schweitzer, Leben, Werk und Denken (…) Mitgeteilt in seinen Briefen; Heidelberg 1987; Seite 286f

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20 Antworten to “Musik per Knopf im Ohr”

  1. OneBBO Says:

    Besser geworden ist die Musik aber dadurch irgendwie nicht 😉

  2. Jary Says:

    Dass Musik mittlerweile potenziell allgegenwärtig ist, hat natürlich zwei Seiten – einmal die altbekannte à la Wilhelm Busch: „Musik wird störend oftempfunden, weil sie mit Geräusch verbunden“ – vor allem, wenn man an allen möglichen und unmöglichen Orten ungefragt damit beschallt wird. Andererseits bin ich aber sehr froh darüber, dass ich die Möglichkeit habe, die Musik, die mir gefällt, ganz einfach mit mir herumzutragen und sie zu hören, wann ich will. Auch wenn ich (v.a. bei klassischer Musik) finde, dass letzten Endes doch nichts über ein Konzert geht.

    Mein Abspielgerät ist ein iPod shuffle 2nd generation – so was, aber in einer anderen Farbe -, also etwa halb so groß wie eine Streichholzschachtel. Als ich den Kleinen mal in der Uni an die Hosentasche geclipt trug, sagte mir eine Dozentin mittleren Alters: „Das sieht ja schick aus.“ Dann interessiert-erstaunt: „Und damit können Sie Musik hören?“
    Dass mich niemand falsch versteht, ich mag die betreffende Person sehr gern und habe mich noch den ganzen Tag über den lieben Kommentar gefreut. Aber er zeigt wohl auch, dass so ein neonfarbenes winziges Ding nicht unbedingt das ist, was man so im Allgemeinen als Musikabspielgerät erwartet. 😉

    „Knöpfe“ möchte ich mittlerweile übrigens gar nicht mehr im Ohr haben. Dann doch lieber richtige Kopfhörer, da ist die Klangqualität auch besser und der Schalldruck geht nicht direkt ins Innenohr. 😉

    • theomix Says:

      Danke für den Erfahrungsbericht! Für mich ist diese Technik etwas Neues. Es fasziniert mich, zugleich habe ich noch die „Musiktruhe“ meiner Großeltern in Erinnerung. Mittlerweile ist die neue Technik im Haus, bzw. in der Hosentasche – jedoch nicht in meiner…

  3. Werner Says:

    Wie bei vielen anderen Erfindungen auch, ist es natürlich immer eine Frage der Anwendung, ob dieser Fortschritt mehr Vor- oder mehr Nachteile hat.

  4. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,

    manchmal denke ich noch daran… wie ich in meiner Jugendzeit stundenlang vor dem Radio gessen bin und auf ein bestimmtes Lied gewartet hab… Und jetzt kann ich jederzeit alles hören, was ich will, es ist ein Wunder, und es ist wunderschön! 🙂

    Wunder-volle Grüße zu dir,
    Elisabeth

    • theomix Says:

      Liebe Elisabeth,
      weiter unten schrieb ich schon, die Musiktruhe meiner Großeltern, das Kofferradio, das ich als sechsjähriger bestaunte, – es ist schon eine rasante Entwicklung.
      Danke für das teilen deiner Eindrücke!
      Herzliche Grüße
      Jörg

  5. Hase Says:

    Lieber Jörg,
    vielen Dank für Deinen Beitrag. Bei „Knopf im Ohr“ muss ich an die schönen Kuscheltiere von Steiff denken. Die haben den schon länger, aber ohne Musik. Ich besitze gar keinen MP 3 Player… …
    und das nicht wegen der Fastenzeit….. Ich weiß überhaupt nicht, was es alles gibt in dieser Richtung. Habe sogar noch einen altmodischen Kassettenrecorder….. mit bespielten Kassetten.
    Ich bin ja auch nicht mehr die jüngste 😉
    liebe Grüße
    Erika

    • theomix Says:

      Liebe Erika,
      die Steiff-Tiere haben – so gesehen – eine Knopf am Ohr.
      Und zum Staunen muss ich gar nicht haben. 🙂
      Lieben Gruß, Jörg

      • Hase Says:

        Genau, lieber Jörg, Staunen kann man über alles , aber wenn man dumme Fragen stellt, wird man auch schon mal belächelt vom Nachwuchs 😉
        lieben Gruß,
        Erika 🙂

        • theomix Says:

          Liebe Erika,
          ich hab mal gelernt, es gäbe keinen dummen Fragen. Die Jugend lächelt trotzdem. 😉
          Herzlich, Jörg

  6. wholelottarosie Says:

    Ja, schön ist das – immer und überall Lieblingsmusik hören zu können ( und automatisch gute Laune zu bekommen). Aber richtig begeistern kann ich mich für Live-Musik – eine tolle Band in einem kleinen Musikclub voller Atmosphäre und Stimmung. Da kommt kein Player mit…..
    LG von Rosie

    • theomix Says:

      Das hätte selbst Schweitzer unterschrieben. Aber nur live oder selbstgemacht ist schon weitaus weniger als das, was wir mitkriegen können, wenn wir wollen.
      Aber es ist ein Unterschied, live bietet die Atmosphäre usw.

  7. mialieh Says:

    Ich finde das super. Und manchmal auch geeigneter als Live-Konzerte. Ich kann ja Bob dylan nicht ständig mit mir rumschleppen, auch wenn er klein ist.

    • theomix Says:

      Bei Live geht es ja um das Atmosphärische. Das braucht man nicht immer – genau so wenig wie das Popcornknistern beim Filmegucken, was dann fürs Heimkino spricht. 🙂

  8. andrea2110 Says:

    … und meistens bin ich froh, dass ich die Musik von anderen nicht mitkriege, vor allem im Zug!:-) Ich mag sehr gern Musik, aber ich mag auch mal Stille und keine Dauerberieselung. Meinen kleinen Ipod möchte ich auf keinen Fall missen, denn da sind wirklich die Stücke drauf, die ich manchmal ganz spontan hören möchte und ich mag die „zufällige Titel“- Funktion auch sehr:-) Ausserdem habe ich ein paar wunderschöne Meditationen auf meinem Ipod und die höre ich mir gern auf Reisen an zum Abschalten oder abends im Bett zum Einschlafen… Liebe musikalische Grüsse zu Dir Andrea

    • theomix Says:

      Liebe Andrea,
      im Grunde wäre es toll, wenn viele die Stöpsel benutzen, die die Sitznachbarn in Ruhe lassen.
      Danke fürs ausführliche Darlegen, das finde ich interessant, ich kenne mich nämlich gar nicht aus…
      Herzliche Grüße, Jörg

      • Werner Says:

        Lieber Jörg,
        mach lieber keine Reklame für „Knöpfe im Ohr“.
        Die sind mit verantwortlich für Hörschäden bei Kindern und jungen Leuten, von denen viele inzwischen schon so lärmgeschädigte Ohren haben wie früher mancher alte Mensch.
        Da sollte man es lieber mit Jary halten. (siehe oben: „Dann doch lieber richtige Kopfhörer, ….. der Schalldruck geht nicht direkt ins Innenohr.“)

        leise Grüße
        Werner

        • theomix Says:

          Lieber Werner,
          ich mache keine Reklame, ich beschreibe, wie es ist.
          Früher waren es die Discos, die in diesem Ruf standen, Gehöre zu zerstören. Nichts gegen die Warnungen, ich vermute jedoch, die Zielgruppe der Arglosen liest hier nicht mit.Wer hier liest, bei dem setze ich ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraus (Noch einmal hallo, Jary! 🙂 )
          Gut zu verantwortende Grüße, Jörg

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