„Hagebuttentee-Spiritualität“

Jetzt mal etwas aus der kirchlichen Innensicht:
Die Männer und die Gretchenfrage von Axel Reimann. Von einem Insider zur Frage, was Männer am kirchlichen Leben stört. Besser stören könnte.  (Wir erfahren deutlich, was Herrn Reimann stört.)

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32 Antworten to “„Hagebuttentee-Spiritualität“”

  1. Wolfgang Vögele Says:

    Gestaltete Mitte stört mich auch. Hagebutten-Tee nicht so sehr. Kirchliche Arbeit verdickt sich leider manchmal in ganz furchtbare Klischees. Ich finde, die Alternative ist nicht Männer oder Frauen, sondern Theologie oder Wohlfühlgemeinschaft.

    • theomix Says:

      Gut und gerne. Es gibt noch andere Alternativen: Enge oder Weite, (gruppen)egoistisch oder sozial. Es gab Zeiten, da wollte ich gerne ein „verbum externum“ (den Nichtlateinern zuliebe: ein Wort von außen) hören und nicht nur in mir selbst suchen müssen.

  2. OneBBO Says:

    Da Frauen ja stärker soziale Kompetenzen nachgesagt werden, ist der Drang ins Ehrenamt logisch (ist der in anderen Bereichen anders, wäre hier die inteerssante Frage).
    Der Rest könnte auch daran liegen, dass die Kirche ihre Mitarbeiter einfach schlecht bezahlt – und da landen dann auch traditionsgemäß die Frauen 🙂

    • theomix Says:

      Fürs Ehrenamt klingt es logisch. Bei der Bezahlung kommt es auf den Job an: Putztätigkeiten zum Beispiel sind nicht gerade hochdotiert. Pädagogische Arbeit im Kindergarten ist ein klassischer Frauenberuf.

  3. Hase Says:

    Lieber Jörg,
    danke für den Artikel, der m.E. sehr subjektiv geschrieben ist. Es gibt nicht DIE Männer und DIE Frauen. Bei uns sind z.B. mehr Männer als Frauen im Kirchenvorstand und auch sehr engagierte…
    Liebe Grüße
    Erika

    • theomix Says:

      Liebe Erika,
      wo es ums Entscheiden geht, sind Männer noch eher dabei. Wie sieht es bei den anderen Beispielen aus? Gottesdienstbesuch, Kreise usw.?
      Andererseits: Das ist im Grunde seit zig Jahren so, dass Mann die Kirche den Frauen überlässt.
      Grüße, Jörg

  4. Claudia Sperlich Says:

    Den Mann stört, was auch mich stört. Unabhängig von der Konfession. Bibelkreise sind meiner Erfahrung nach ein Hort des bildungsfernen Geschwätzes.

    • theomix Says:

      Oho, bei uns im Bibelgespräch sind noch Plätze frei. (Ja, ja, ich sehe die Einschränkung „meiner Erfahrung nach“.)
      Ich finde es sehr subjektiv, aber es trifft. Gut so.

  5. IWe Says:

    You made my day! Das ist einfach nur zu schön beschrieben. Selten so gelacht. Die gestaltete Mitte ist Kult – noch stärker bei den Evangelen als bei den Katholen. Die Katholen haben es mehr noch mit Bodenbildern. Bei meinen Fortbildungen bekomme ich regelmässig Konflikte um die „gestaltete Mitte“. Ich bekenne mich zu weitgehender Verweigerung gestalteter Mitten und lasse als Kompromißlösung gerade noch einen schönen Blumenstrauß mit Kerze durchgehen – wenn es sein muß auch noch auf kunstvoll drapiertem Tuch. Das räume ich dann eh nach der Begrüßung weg, weil ich nicht vernünftig arbeiten kann, wenn irgendwas im Weg steht..

    Neulich habe ich versehentlich einen Raum für die Großgruppenarbeit zugeteilt bekommen, der sehr weit von den Räumen für die Kleingruppenarbeit entfernt war – äußerst unpraktisch. Dabei war neben den Kleingruppenräumen noch ein ausreichend großer Raum für die Gesamtgruppe, der nicht anderweitig benötigt wurde. Als ich um diesen bat, wurde ich beschieden, das ginge nicht, denn der andere Raum sei schon hergerichtet mit Stuhlkreis und gestalteter Mitte. Und so schnell – es waren noch 1 1/2 Stunden Zeit bis zu Beginn der Veranstaltung – schaffe man das mit der neu zu gestaltenden Mitte in dem anderen Raum nicht…. Ich habe dann den anderen Raum – ohne gestaltete Mitte – bekommen, und wir haben gut damit gelebt.

    Übrigens gehört es zum Standard evangelischer Fortbildungseinrichtungen, die Referenten nicht nur danach zu befragen, welche Technik sie brauchen, ob Moderationskoffer: ja oder nein, welche Anordnung die Tische haben sollen oder ob ein Stuhlkreis gewünscht wird – nein – auch die Frage nach dem Ob und Wie der gestalteten Mitte entgeht man als Referentin in kaum einem Haus..

    Und der evangelische Tagungshaustee ist nicht mehr durchgehend „Hagebutte“, sondern auch mal Pfefferminze oder Hibiscus. Und an einigen Orten gibt`s sogar eine Teebar mit Roibush, Thüringer 9-Kräutertee (kenne ich tatsächlich tatsächlich aus einem evang. Tagungshaus) etc.

    Wer hat eigentlich die gestaltete Mitte erfunden?

    • theomix Says:

      Danke für die ausführliche Rückmeldung!
      Thüringer 9-Kräuter, habe ich auch mal irgendwo gesehen.

      Grandios die simple Frage „Wer hat’s erfunden?“ Anders als beim Kräuterbonbon glaube ich nicht, dass es die Schweizer waren.

  6. IWe Says:

    Nein – sicher nicht die Schweizer. Da das Phänomen kirchlich derartig flächendeckend ist, tippe ich mal auf die Weltgebetstagsbewegung. In meiner Religion sind weder gestaltete Mitte noch Bodenbilder Usus. Dafür wird mehr bedrucktes Papier unter die Leute gebracht.

  7. Claudia Sperlich Says:

    Ich behaupte ja nicht, daß sinn- und geistvolle Bibelkreise völlig ausgeschlossen sind. Im Gegenteil, ich halte sie für erstrebenswert! Aber rar.

  8. klanggebet Says:

    IWe es heisst Katholiken. Man muss ja Katholiken nicht gut finden, aber man kann ihnen doch wenigstens alle Silben ihrer Konfession zugestehen…..

    • theomix Says:

      Ich als Evangele komm damit klar.
      (Und nicht jeder, der mich als Evangele bezeichnet, will mir was Böses.)

    • Claudia Sperlich Says:

      Den Satzteil „Man muss ja Katholiken nicht gut finden“ finde ich sehr viel schlimmer als die Unterschlagung einer Silbe.
      (Falls das unverständlich ist: Ersetze mal Katholiken mit Juden. Oder Frauen. Oder Schwule. Oder Türken.)

      • klanggebet Says:

        ja, ironie ist schwer zu verstehen, ich weiss, vor allem ohne smileys. trotzdem finde ich die wörter „evangele“ und „kathole“ einfach unsäglich ätzend.

        • theomix Says:

          So fern der Heimat und schon das rheinische Grundgesetz verlernt? Artikel 9 in Verbindung mit Artikel 7.

      • theomix Says:

        Ich finde es weitaus besser als „Ich habe ja nichts gegen… , aber..“

        • Claudia Sperlich Says:

          Ich finde es gleichrangig. Natürlich kann man jede Form des gemeinen Ätzens hinterher als Ironie deklarieren und damit den, der sich geärgert hat, als humorlosen Dolm darstellen, der einfach keine Ironie versteht.

        • theomix Says:

          *Räusper* Hier spricht der Moderator:
          Liebe Claudia, liebe Giannina,
          Ort und Waffenwahl könntet ihr in einem Ortsgespräch klären… :mrgreen:
          Ernsthaft: Ich habe den Eindruck, es ist nicht mehr sachlich. Ich muss es nicht extra sagen, aber ich weise darauf hin: Nicht alles muss aus der Warteschlange.

  9. Frau Momo Says:

    In meiner Zeit im Kirchenvorstand war es sehr klar verteilt: Wir Frauen haben die meiste Gemeindearbeit gemacht, die meisten Küsterdienste, aber in den Kirchenvorstandsitzungen haben dann die Herren gemeint, sie seien die Größten. Ehrenamt ja, aber nur in höheren Weihen.

    • theomix Says:

      Es kann sein, dass mittlerweile die Ehre nicht mehr so hoch empfunden wird und deshalb weniger Männer zur Verfügung stehen.
      (Bei uns sind es zur Zeit 30% Männer, wie sich leicht überprüfen lässt.)

  10. IWe Says:

    @theomix: „Ja, das ist der Stand vor den Bodenbildern. Und Tafelbildern und Plakaten…“
    oder danach – je nach Perspektive

  11. Ameleo Says:

    Ich habe nicht pauschal etwas gegen eine gestaltete Mitte. Auf einer Akademietagung oder bei einem wissenschaftlichen Vortrag hat sie aus meiner Sicht eher weniger zu suchen als in der Kinder- und Jugendarbeit oder bei einem Gesprächsabend, bei dem auch die Person der Teilnehmenden eine Rolle spielt. Dort kann sie, wenn sie überlegt umgesetzt wurde, das Thema visualisieren und das Gespräch sowie die Gruppe zentrieren.
    Wogegen ich schon etwas habe, ist die respektlose Bezeichnung von Frauen als „Muttis“. Das Interview mit Friedrich Wilhelm Graf, aus dem Axel Reimann zitiert (http://www.faz.net/artikel/C31399/gespraech-mit-friedrich-wilhelm-graf-ein-gott-zum-kuscheln-30331750.html), ist da noch eine Ecke krasser, aber von einer Wertschätzung kirchlicher Arbeit von Frauen spricht der verlinkte Artikel nun auch wieder nicht. Vielleicht gibt es schlicht unterschiedliche Vorstellungen über eine angenehme Raumgestaltung, Abwertungen um die eigene Ansicht aufzuwerten, sind da einfach überflüssig.
    Da der Artikel aus dem evangelischen Umfeld stammt, in dem lange Zeit das Intellektuelle, Verstandes betonte, Theologische, also „das Wort“ überbetont wurde, schwenkt möglicherweise nun das Pendel in die entgegengesetzte Richtung des Sinnlich-visuell-emotionalen – das laut Zulehner-Studie ja auch von Männern gewünscht wird – schießt aber dabei übers Ziel hinaus. Mit der Zeit wird sich eine Balance einstellen, bei der „das Wort“ und „die Person“ jeweils flexibel zu ihrem Recht kommen.

    • theomix Says:

      Herzlich willkommen, Amaleo! Vielen Dank für deinen Kommentar, denn erst darüber lerne ich deinen Blog kennen.
      Ich konnte A. Reimann nachvollziehen, denn es gibt diese Tendenz in der Erwachsenenbildung durchaus. Wenn es nicht um rein Wissenschaftliches geht.
      Inwieweit das einem einzelnen Geschlecht anzuhängen ist, weiß ich nicht. Ich erinnere mich an einen Mitvikar aus dem Predigerseminar, der irgendwann laut jammerte „Ich will nicht zum 25. Mal sagen, wie es mir geht. Ich will etwas lernen.“ Es gibt kopfbetonte Menschen und die wollen auch Nahrung.
      Es geht beim Artikel m. E. um die Frage, wie man Männer für die kirchliche Arbeit gewinnen kann. Und „schön polemisch“ ist exemplarisch zu sehen, wie man sie vergrault..
      Ich bin nicht Axel R., ich finde Grafs These in der vorgelegten Form nicht diskussionswürdig. Hätte er noch stärker seine Position bezogen, hätte ich nicht verlinkt.

  12. Wolfram Says:

    Um Evangelische Akademien habe ich immer einen riesigen Bogen gemacht, scheue auch die Psycho-Bestrebungen in Pastoren-Aus- und Weiterbildung wie der Teufel das Weihwasser (oh, die Metapher ist gefährlich!), und vielleicht liegts daran, daß ich die Kirche, die in dem Artikel beschrieben ist, so nicht kenne.
    Allerdings weiß ich, daß in meiner Heimatstadt schon vor meiner Geburt ein Pfarrer auf sein Programm geschrieben hatte, Männerarbeit zu machen, weil das nie vorkam. Und bis heute ist es ein Stiefkind. In der Gruppe der 70+ kommen Männer nicht vor, während Frauen noch zur Frauenhilfe gehen können – aber immerhin können die Männer zum Seniorenkreis. In jüngeren Jahren aber werden eigentlich nur Frauen angesprochen,von den jungen Müttern bis zu den älteren Müttern und eben Frauenhilfe: liegt das daran, daß Männer sich früher gar nicht engagierten?
    Eine kleine Anmerkung noch: ich habe zwei Presbyterien. Eines von Männern dominiert (6:1), eines von Frauen (9:2), der Pastor jeweils nicht mit eingerechnet. Man merkt den Unterschied: das eine funktioniert (oder disfunktioniert) nach dem Modell eines Aufsichtsrats: Aufgabe, wer machts? Problem, wer löst es? Entscheidung, der Präsident schlägt vor, und alle nicken. Das andere funktioniert kollegial: man diskutiert die Fragen und sucht gemeinsam eine Lösung.

    Und in „meinen“ Bibelstunden gibts eine Menge zu lernen, Befindlichkeiten gehören ins Seelsorgegespräch und nicht in die katechetischen Gruppen.

    • theomix Says:

      Danke für deinen Beitrag, äh Kommentar. 😉
      Die psychotherapeutischen Elemente möchte ich nicht missen. Dass sie nicht „das Einzige“ sind, ist für mich ganz klar.

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