Nett…

„Nett ist die kleine Schwester von Scheiße“ – dieses Bonmot wird allmählich Sprichwort. Vor kurzem noch vertont,

…gibt es dazu jetzt ein Buch:

Rebecca NiaziShahabi,
Nett ist die kleine Schwester von Scheiße:
Danebenbenehmen und trotzdem gut ankommen

(9,99 € in deutschen Buchhandlungen)

Es lag beim Buchhändler meines Vertrauens und ich habe zugegriffen. Ich kann nur sagen, zugreifen lohnt sich.

Es wirkt zunächst wie ein „Antiratgeber“, der Trend scheint von den  Benimmbüchern und Etikettenratgebern wegzugehen. Frau Niazi-Shihabi empfiehlt: „Verhalte dich so wie du bist, die anderen werden dir eh auf die Schliche kommen.“ Und in bestimmten Situationen (flirten, sich bewerben oder auf Parties) sind gezielt gesetzte Provokationen hilfreich, um im Gedächtnis zu bleiben. Und das eigene Wohlbefinden steigern sie auch.

Sie bleibt ihrer jüdischen Herkunft treu, ganz am Schluss findet sich ein jüdischer Witz – na, den werde ich hier nicht verraten, aber ihn gerne mündlich tradieren. Ansonsten begründet sie ihre Erkenntnisse vom  Zen-Buddhismus her. Schließlich ist sie für ein paar Wochen beim Zen-Meister Thich Bo Hoang in die schule oder besser ins Kloster gegangen. Da kriegt man dann seine Frustrations- und Enttäuschungstherapie vom feinsten.

(Warum finde ich keine links zu ihm oder seinem Kloster? Frau Niazi-Shahabi, haben Sie retuschiert?)

Die Autorin hat das beste daraus gemacht, was man machen kann: ein hinreißendes Buch. Mit flotter, frecher Feder geschrieben, lässt es sich sehr gut lesen. Und ist kein Humorbuch, sondern hat eine ernstzunehmende  Botschaft: Sei du selbst, verleugne nicht deine Persönlichkeit, dann hat das leben immer noch Stress, aber es macht mehr Spaß. Und pfeif auf den Rest.

In den Charts fand ich noch das Lied von Zaz; es passt dazu:

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13 Antworten to “Nett…”

  1. Sven Says:

    Ich mag die Botschaft. Sie hilft auch dabei, selbst keine Magengeschwüre zu bekommen.
    Danke für den Tipp.

  2. OneBBO Says:

    Zu deiner Frage „Was soll das“: Das liegt am Videoschneideprogramm. Da hat der Ersteller zu viel „Film“ vorgegeben, dann den Ton untergelegt und vergessen, das Ende abzuknipsen. Keine tiefere Bedeutung 😉

  3. Hase Says:

    Lieber Jörg, danke für den Tipp. Als ich diesen“ Ausdruck“ zum erstenmal hörte, erschrak ich fast ….
    liebe Grüße, Erika

  4. Noga Says:

    Ich habe von ihr „leichte Liebe“ gelesen. War unterhaltsam, aber mehr auch nicht. Man verpaßt nichts wesentliches, wenn man es nicht liest. Schönes Wochenende noch.

  5. Franka Says:

    Ich liebe dieses Lied von Zaz!
    Hab die CD – so beschwingt – ehrlich – fröhlich –

    Das Buch hab ich (noch) nicht!

    Schönes Wochenende!
    Franka

    • theomix Says:

      Gehört hatte ich das lied auch schon mal. Aber jetzt erst habe ich es bewusst wahrgenommen, das video angeschaut usw.
      Und viel sonne! J.

  6. mialieh Says:

    Ich finde es auch ein bisschen schade, dass man ’nett‘ inzwischen nicht mehr sagen kann, ohne dass jemand ruft: „Nett ist die kleine Schwester von Scheiße“ und sich damit dann besonders originell findet… Wenn ich sage: Ich finde jemanden nett, eine Party war nett, ich hatte einen netten Eindruck, jemand hat sich nett eingerichtet usw. dann habe ich doch noch Möglichkeiten – im Positiven, wie im Negativen. Muss ich jede Party super finden? Muss ich ausdifferenzieren, dass ich jemanden zwar auf den ersten Eindruck ganz (?) sympathisch fand, aber noch nicht weiß, ob Inhalt und Packung übereinstimmen? Dass eine Einrichtung geschmackvoll ist, aber nicht meinen Geschmack trifft, obwohl es dennoch gemütlich war? Die ganze Komplexität des kleinen Wörtchens „nett“ wird zerstört, wenn man es auf eine Stufe mit Scheiße setzt. Ab gesehen davon finde ich nett ein viel netteres Wort als Sch…

    • theomix Says:

      Da gebe ich dir recht. So,wie es modewörter gibt, genauso gibt es trends gegen bestimmte wörter. Das führt aber zu denkblockaden. So ist zum beispiel nicht jeder vorschlag als schlag gemeint, aber der totschlagsspruch kommt in psychokreisen so sicher wie das amen in der kirche.

  7. Heute vor 10 Jahren und immer noch „nett“ | Theomix Says:

    […] Aktualisiert. Original: https://theomix.wordpress.com/2011/03/19/nett/ […]

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