Eine Frau ohne oder mit Gott meldet sich zu Wort

Gastbeitrag von OneBBO

Ich trage kein Schild vor mir her „Ich bin nicht in der Kirche! Ich glaube nicht an Gott! Ich bin Atheistin!“. Das hat mehrere Gründe. Erst einmal ist mir das egal, das habe ich entdeckt, als ich so Mitte 20 war. Für mich und meine Person ist mir, die Christen mögen mir das verzeihen, Gott einfach egal. Das war dann auch der Grund, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin. Ich empfand mich dort als Störfaktor, denn es geht natürlich niemand (regelmäßig) in die Kirche, dem Gott egal ist.

Ich glaube nicht an Gott? Ach, so würde ich das auch nicht sagen. Auch hier kommt die Wurschtigkeit. Gibt es ihn? Na, dann wird er sicher mit mir zurecht kommen. Da ich, aus einer christlichen Kultur, einer christlichen Familie stammend, auch christliche Werte, wie sie z. B. aus den Zehn Geboten oder der Bergpredigt kommen, zu schätzen weiß, wird er mich schon nicht ins Fegefeuer schmeißen. Und wenn er es tut, kann ich auch nichts dran ändern. Wo keine Gefühle sind, kann ich sie nicht hinzwingen. Glaubt Gott an mich? Glaube ich an Gott? Wer weiß die Antwort schon. Vermutlich bin ich Gott noch stärker egal als er mir 😉

Bin ich Atheistin? Ganz sicher nicht. Weder bestreite ich die Existenz Gottes, noch bejahe ich seine Existenz. Ich weiß es nicht. Atheisten sind gegen Gott. Das bin ich nicht. Und es gibt noch andere Gründe, warum ich mich genauso wenig Atheistin nennen möchte wie Veganerin.

Was die beiden miteinander zu tun haben? Es ist ihre aggressive Art mit der Umwelt, den anderen Menschen umzugehen. Von meiner Lebensführung her bin ich fast Veganerin und fast Atheistin. Aber beides aus anderen Gründen als diese. Fleisch esse ich nicht, weil ich es als ungesunde Ernährung erkannt habe und weil ich die ganze Massentierhaltung nicht unterstützen kann. Das ist eine praktische Einstellung, keine Ideologie. Veganismus ist, so wie er mir begegnet ist, stark ideologisch. Genauso wie der Atheismus.

Auf meinem Blog habe ich mit drei Gastbeiträgen eine Atheismus-Theismus-Debatte laufen lassen. Ich saß außen vor – als Blogbetreiberin kommentiere ich Gastbeiträge nicht – und schaute mir das an. Ich empfand die Atheisten und ihre Argumente extrem intolerant, nicht nur in den (meisten) Blogbeiträgen, auch in privater Korrespondenz. Ihr Auftreten ist auch in der Überzahl sehr aggressiv. Die paar Kommentatoren von der „christlichen“ Seite traten sachlicher, ruhiger, ausgeglichener auf. Wer schreit, hat Unrecht. Wer aggressiv ist, hat Angst und ist unsicher. Besonders unangenehm finde ich immer so Sätze wie „Wer intelligent ist, wer nur die geringste Schulausbildung hat, KANN doch so einen Blödsinn nicht glauben.“ Meine Güte, das ist verbohrt, egozentrisch und maßlos arrogant. Wer sagte noch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“? Gilt das für Religion etwa nicht?

Ich persönlich, so habe ich oben gesagt, bin nicht antikirchlich, auch wenn ich ausgetreten bin. Natürlich weiß ich – die Atheisten führen es ja nur zu gerne immer wieder an – von den Gräueltaten, die auch im Namen der Kirche geführt wurden. Aber die Zeiten sind vorbei, zumindest in der Kirche, die für mich und meinen Kulturkreis maßgeblich ist.

Ich sehe durchaus auch die Vorteile der Kirche: Da ist zum Beispiel die soziale Arbeit, die sie leistet. Wer kümmert sich sonst im Gespräch um runde hohe Geburtstage, traurige Verwandte eines Verstorbenen, einsame Kranke in Krankenhäuser? Wer betreibt private Kindergärten in großer Zahl? Kirchliche Krankenhäuser werden auch heute noch mit mehr als nur dem Blick aufs Geld geführt. Wer kämpft für den arbeitsfreien Sonntag? Es gibt sicher noch mehr Dinge, die mir gerade nicht einfallen wollen.

Dann gibt es da für mich noch einen wichtigen Faktor: Das ist die Macht. Es ist wichtig, dass die Kirche Macht hat – solange sie diese nicht missbraucht. Denn Macht kann durchaus positiv sein, gut angewandt kann sie etwas für uns tun. Und in einer Zeit, in der uns dauernd mit Verrohung auf allen Ebenen gedroht wird, tut es gut zu wissen, dass eine Macht sich (hoffentlich) noch dagegen wendet.

Noch ein praktisches Beispiel: Egal, wie ich zur Abtreibung stehe: Ich finde es schon wichtig, dass sie nicht auf die Höhe einer Zahnbehandlung gesetzt wird, denn das ist sehr frauenfeindlich. Ich kenne einige Frauen, die abgetrieben haben, und sie haben alle, egal wie sie das vorher sahen, ihre Probleme damit gehabt. Da finde ich es hilfreich, dass „die Kirche“ mahnend ihren Finger hebt, Alternativen anbietet und Verantwortung aufzeigt – aber natürlich Frauen, die sich dafür entscheiden, auch nicht mit dem Fegefeuer droht.

Zusammenfassend nervt mich an „den Atheisten“, dass viele fanatischer sind als die Nicht-Atheisten und überhaupt keine andere Meinung dulden. „Die Christen“ beanspruchen ihren Glauben für sich und für sonst niemanden. So ist dies meine private Erfahrung. Ob das für die ganze Welt gilt, maße ich mir als Urteil nicht an 🙂

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39 Antworten to “Eine Frau ohne oder mit Gott meldet sich zu Wort”

  1. rotegraefin Says:

    @ theomix
    Deine Überschrift verstehe ich nun mal überhaupt nicht. Entweder hat Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und Gott wurde Mensch oder eben nicht.
    Aber mittlerweile gewöhne ich es mir auch bei Christen an zu sagen, was ich bei Atheisten mir eingeübt habe zu sagen:
    „Sie brauchen nicht an Gott zu glauben. Ich tue es für sie mit. Nur Sie können keine Atemzug tun ohne ihn.“

    @oneBBO
    Wenn ich so Deine letzten Beiträge lese, dann stimme ich Dir einfach in vielem zu. Und stelle dann mal wieder, was ich früher nicht wahrhaben wollte, fest, dass das physikalische Gesetzt der Magnete stimmt. Gegensätze ziehen sich an Gleiches stößt sich ab.

    Da für mich jeder Mensch mit Gott eins ist, ist es mir ziemlich wurscht was er glaubt. Ich messe es lediglich an der Liebe und dem Verständnis, was ich erhalte und wahrnehme ob es stimmt oder nicht.

    Aber es steht schon in der Bibel „Es gibt keinen Gott.“ Das wissen allerdings die wenigsten.

    • OneBBO Says:

      Ja, manchmal ist es erstaunlich, mit wem wir wann übereinstimmen 😉

      Ich messe Menschen auch nicht nach dem Glauben, das wäre allerdings bei meiner oben dargelegten Einstellung auch nicht zu erwarten.

    • theomix Says:

      Ich habe die Überschrift von OneBBO übernommen.

      Irgendwie sage ich mir das auch wie du. aber ich würde es nie laut sagen. Manchmal muss ich für mich selbst mitglauben. So vom kopf her…

      • roteGräfin Says:

        Ja und dann rutscht der Glaube so ganz langsam und allmählich vom Kopf ins Herz und in die Hand.
        „Atheistisch an Gott glauben“ eine Abhandlung von Dorothee Sölle ist da für Kopf Menschen eine große Hilfe.
        Aber für weniger Intellektuelle kann auch Theresia von Lisseux, die kleinen Dinge für wichtig zu erachten, eine Hilfe. Sie setzte sich an den Tisch der „Sünder“ und fühlte sich von Gott verlassen. Eine katholische Nonne.
        Aber am Hilfreichsten finde ich immer noch das Bild vom jüngsten Tag: „Wen hast Du gesehen?“und der Hinweis darauf, dass ich immer genau den Lohn erhalte, wie ich den Menschen sehe.

  2. Dietmar Says:

    Ein sehr schöner Beitrag. Was ist Toleranz, sind die Gedanken frei? Die Atheisten halten es demnach eher mit ALF, der mal sagte: „Bei mir kann jeder machen was ich will!“ Im Sinne der Atheisten tausche ich dann „machen“ mit „denken“ und/oder „sagen“ und schon passt es.

  3. Kai Says:

    Hier fallen mir die Worte eines Diakons zur Trennung von Mann und Frau ein. Er meinte, viele Paare trennen sich, weil sie keinen Grund mehr sehen, warum sie zusammen sein sollte. Fast so sehe ich Ihre Beziehung zu Gott und der Kirche. Sie sind sich nicht feind oder gegen irgendetwas, es gibt für Sie schlicht keinen Grund, zusammen zu bleiben. Schade. Und ein wenig naiv: Wenn Sie nicht glauben, werden Sie am Ende eben nicht bei Gott sein, egal wie toll Sie waren.

    • OneBBO Says:

      „Wenn Sie nicht glauben, werden Sie am Ende eben nicht bei Gott sein, egal wie toll Sie waren.“

      1. Habe ich gesagt, dass ich so toll bin?
      2. Damit kann ich leben.
      3. Bist du sicher? Dieser Gott, wenn es ihn dann gibt, hat mir MEIN Gehirn zum Denken gegeben. Da kann er mich doch nicht dafür verantwortlich machen, wenn ich es benutze 😉

    • Dietmar Says:

      Religionen dieser Welt wurden von Menschen für Menschen gemacht und Gotteshäuser ebenso. Aber keineswegs sind die ach so gläubigen die besseren Gotteskinder. Was ist z.B. mit denen die ihr Neugeborenen mit viel Pomp taufen lassen, weil das Kind noch so süß ist und weil „Mann“ das so macht aber danach nie wieder eine Kirche von innen gesehen hat. Sehr gläubig, sehr gut. Was ist mit denen die weder Nähe zur Kirche noch zu einem von Menschen erzeugten Gottesbild was zu tun haben aber mehr Nähe, Offenheit, Liebe usw. in sich tragen als so manch Kirchensteuerpflichtiger? Wer kann von sich behaupten mehr oder weniger den Gesetzen der Natur zu unterliegen? Was und wer hat ein unumstössliches Recht auf die Definition was Glaube(n) bedeutet? Wer „Gott“ näher ist entscheidet keine weltliche, primitive Instanz.

    • rotegraefin Says:

      Ehepaare geloben sich zusammen zu bleiben bis der Tod sie scheidet.
      Ich bin mittlerweile darauf gekommen, bis der Tod der Liebe sie scheidet.
      Liebe ist eben nicht nur ein Wort sondern es sind Worte und Taten.
      Denn das Wort ist Fleisch geworden und es braucht nur ein einziges Wort und dann wird die Seele gesund. 🙂
      Dieses richtige Wort zu der richtigen Zeit zu finden und zu treffen darauf kommt es in dieser Welt an.
      Wenn – dann – Christen sind meiner Ansicht nach noch schlimmer als Atheisten, obwohl sie in die gleiche Richtung argumentieren. Da Gott der ICH BIN DER ICH IMMER DA SEIN WERDE ist, ist und wird jede kleinkrämerisches WENN – DANN – Haltung einfach überflüssig. Wer es noch braucht hat es halt nötig und braucht Hilfe. 🙂

    • theomix Says:

      Kai, herzlich willkommen auf meinem Blog!

  4. Interplanetar Says:

    Was, wer ist Kirche? Vatikan betrachtet doch Protestanten nicht als Kirche.
    Warst du mal in freiwilliger Heimfürsorge? Hast du in Altenheimen oder als gerichtlicher Betreuer gearbeitet im Zusammenhang mit kirchlichen Einrichtungen? Was siehst du außer dem Kuchen auf dem Teller? Wer finanziert die Einrichtungen, nach dem Leute wie du von der Kirchensteuer bezahlt sind? Keiner muss parteiische Glaubenswissenschaft glauben. Dafür ist noch kein aktuelles Gesetz. Hei und Bab finden sich an jedem Kiosk.

    • OneBBO Says:

      Wenn du möchtest, dass ich auf deinen Kommentar Bezug nehme, solltest du dich klar ausdrücken. Und das habe ich jetzt sehr höflich ausgedrückt, weil ich hier zu Gast bin.

    • roteGräfin Says:

      @ Interplanetar,

      Deine Hinweise sind alle richtig und es ist in der Tat ziemlich viel scheußliches im Namen Gottes und unter der Flagge von Christen, Humanismus, Ehre etc. geschehen und ich wäre fast verrückt geworden über all dem Elend was da entstanden ist und was auch heute noch geschieht.
      Ich habe mich einfach gerettet mit der Tatsache, dass ich nur den Nächsten lieben kann wie mich selbst. Da ich zum Selbsthass und zur Selbstverleugnung erzogen wurde, musste ich immer wieder lernen und neu ausprobieren, wie das geht mich selber lieben und wie es geht, das die die das so nicht sehen und wahrnehmen wie ich, eben nicht verdammt sind, weil ich sie liebe.
      Da entsteht dann ein Kampf zwischen dem Gott des Todes und dem Gott des Lebens. Menschen, die wie ich zur Radikalität neigen haben es da nicht leicht eine gute Antwort zu finden. Erst wer kapiert hat, dass alle Vorstellungen von Leben und Tod fallen müssen und es wirklich nur um die Liebe zu sich selbst und zum Nächsten jetzt in diesem Augenblick geht, kann den ewigen Ankläger ruhen lassen und lernen zwischen Phantasie und Realität zu unterscheiden. Denn das Reich Gottes ist da und dort besteht mehr Freude über einen Sünder der Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
      Buße ist aber bitte jetzt so zu verstehen, als ein frohes Gehen zu Gott.
      Buße wurde missbraucht zur Selbstbestrafung und zur Selbstanklage.
      Ich glaube deswegen, dass Du göttlich und okay bist und Dein Hinweis auf die vielen Ungerechtigkeiten sehr berechtigt ist.
      Ich frage Dich nur, was hat diese Anklage mit Dir und OneBBO zu tun?

  5. Hase Says:

    danke für den Beitrag OneBBO. Ich finde ihn sehr offen und ehrlich geschrieben. Mir persönlich ist es egal, wie Du zu der Kirche stehst oder ob Du an Gott glaubst, als Mensch bist Du mir jedenfalls sympathisch, auch wenn wir ganz verschieden sind ….
    Grüße, Erika

  6. Christian - Alles Evolution Says:

    Es gibt sicherlich auch sachliche Diskussionen zwischen Gläubigen und Atheisten. Ich denke es ist immer die Frage, an welche Mitdiskutanten man gerät. Es suchen sicherlich auch mehr „radikalere Atheisten“ gezielt solche Diskussionen.
    Bei mir hat sich auch mal eine Diskussion über die Evolutionstheorie, die eigentlich aus der Ecke „Geschlechterkampf“ kam in Richtung einer solchen Debatte entwickelt: Letzte Zuflucht: Evolution ist nur eine Theorie

    • OneBBO Says:

      Mag sein, dass es solche sachlichen Diskussionen gibt, es wäre zu begrüßen. Gesehen habe ich noch keine.

    • theomix Says:

      Christian, herzlich willkommen hier!

    • Jary Says:

      So eine sachliche Diskussion über Religion – genauer gesagt über Religion in der Schule – hatte ich vor eineinhalb Jahren mal mit ein paar sehr toleranten Mitmenschen (teils Christen, teils Agnostiker, teils Atheisten). Es war eine der besten Diskussionen, die ich je geführt habe und ich erinnere mich heute noch sehr positiv daran.

  7. Synapse Says:

    Ich möchte euch heute einfach nur mal eine Seite eines mir sehr lieben Freundes empfehlen. Ich glaube, wenn ihr ihn besucht, werdet ihr in ihm einen wundervollen Menschen kennenlernen, der sehr interessante Gesichtspunkte hat. Ich achte Olaf und seine Meinung sehr, auch wenn ich selbst eine von den Menschen bin, die eher als Atheistin einzustufen ist. Und doch lese ich hier sehr gerne.

    Mit lieben Grüßen in die Runde und natürlich der Link, welcher zu Olaf führt.

    http://gedankenbedenken.wordpress.com/

    Mandy

  8. Sylvia Says:

    Ich sag auch Danke ! für deinen Beitrag.

    Mir geht’s ganz ähnlich, ich gehöre auch dem Lager dazwischen an, das vielleicht nicht so stark wahrgenommen wird, weil es keine besonders auffällige Gruppe bildet.

    Sachliche Diskussion ist dann möglich, wenn man die Interessen der am Gespräch Beteiligten in den Vordergrund rückt und nicht nur Positionen verteidigt.

    Wenn Emotionen mit der objektiven Sachlage verwoben sind, werden oft Positionen verfestigt, was die Lage noch verschlimmert, weil sich das ICH dann mit der Position gerne mal identifiziert.

    Dem Andersdenkenden zu bescheinigen, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat, ist z.B. Ausdruck einer solchen Haltung, da geht es überhaupt nicht mehr um Argumente, der Mensch wird mit der Meinung oder Glauben, den er hat, gleichgesetzt.

    Insgesamt find ich’s wichtig, dass man achtsam und respektvoll mit den Sehnsüchten anderer Menschen umgehen sollte, denn hinter all dem liegt ja ein Wunsch oder auch eine innere Notwendigkeit oder ein Bedürfnis.

    Oder ? 😉

    • mialieh Says:

      ja, das finde ich auch: Respekt und Achtsamkeit sind extrem wichtig! Und in Diskussionen: Sachorientierung und begründete Argumente.

      • OneBBO Says:

        Ja, da sprichst du etwas Wichtiges gerade für die emotionalen Themen an. Es gibt Menschen, die beherrschen das, leider sind es nur sehr wenige. (Ich will das gar nicht mal für mich beanspruchen, dass ich das kann.)

        • mialieh Says:

          Man kann das gewiss nicht in allen Bereichen. Aber um selbstkritisch zu bleiben, braucht man auch Ideale, von denen man weiß, dass man sie noch nicht erfüllt hat.

  9. OneBBO Says:

    Um es in der Sprache der Bibel auszudrücken (so ein paar Erinnerungen habe ich ja noch):

    Bedürfnis um Bedürfnis :mrgreen:

  10. mialieh Says:

    Ein schöner Beitrag…

  11. Morgenländer Says:

    Über deinen Beitrag, liebe OneBBO, habe ich heute lange nachgedacht.

    Wollte ich es mir leichtmachen, würde ich dich einfach als ‚anonyme Christin‘ verbuchen, die sich zwar in Distanz zum Christentum hält, aber den moralischen Lehren der Kirche doch sehr nahesteht.

    Aber das würde deiner sehr bewussten Kirchenferne wohl nicht gerecht.

    Du zählst in dem Beitrag einige Dinge auf, die dir als Nichtchristin an der Kirche wichtig sind. Und da ist mir dann aufgefallen, worin wir uns tatsächlich unterscheiden. Für dich ist ‚Kirche‘ als Einrichtung von Menschen für Menschen wichtig, und das karitative Werk der Kirchen ist ja auch fraglos in unserer Gesellschaft unverzichtbar. Aber ‘Kirche’ hat auch noch eine andere Dimension, die unserer Beziehung zu Gott.

    Eine Freundin, die nach langen Jahren wieder in die Kirche zurückgekehrt ist, hat mir auf die Frage, was ihr denn ohne Kirche gefehlt habe, einmal geantwortet: „Beichte und Vergebung.“

    • OneBBO Says:

      Schwer hierauf zu antworten, ohne dass es missverständlich ist.

      Wie sollte ich als unreligiöser Mensch auch die Gott-Dimension als Positives der Kirche nennen?

      Ich komme aus einem protestantischen Elternhaus. Daher habe ich eher einen Widerwillen gegen den Gedanken der Beichte. Ich würde immer den Priester sehen, dazu auch noch den Mann. Es ist nicht meine Art, so etwas wegzuabstrahieren.

      Sag niemals nie…, so heißt es. Ich sehe mich nicht in die Kirche zurückkommen wie deine Freundin, denn mir fehlt nichts, was die Kirche mir früher gegeben hätte, dass ich jetzt vermissen könnte. (Hui, was für ein Satz, ich hoffe, die Konjunktive sind alle okay.)

  12. Sven Says:

    Hallo OneBBO,

    danke für deinen Beitrag.

    Ich kann gut mit dem Satz leben:

    „Ob ich Atheist bin,
    weiß Gott allein.“

    Die Inquisition der selbserkannten Atheisten kenne ich auch. Ich war vor einem Jahr bei einer Diskussion nichtmehrgläubiger Bibelleser in meiner Stadt.
    Die Intoleranz dieser Gruppe war den fanatischen Anhängern religiöser Vereinigungen sehr nah. Ich hatte mir von diesen Menschen mehr Selbstbewusstsein versprochen. Philosophische Ansätze über den Sinn des Lebens.
    Was ich fühlte in dieser Gruppe war nur Verlassenheit, Sinnlosigkeit und das Bild von einem Feind: Der Idee einer Schöpfung , die uns trägt.

    Ob es Gott gibt? Wozu ist das wichtig. Die Kraniche ziehen gerade wieder zurück in den Norden, die Schneeglöckchen trotzen dem Winter , und im Mai wird der Flieder wieder blühen.

    Mach dir kein Bild von deinem Gott. Sei achtsam mit deiner Umgebung, und siehe was da ist.

    Manche Christen ( und Islamis, Juden und sonst), tuen so, als hätten sie gerade mit Gott Kaffee getrunken, und wüssten was er meint.
    Gott ist ein Geheimnis.

    Und…. solange ich nicht weiß, an welchen Gott die Dinosaurier glaubten….und ob Gott damals schon da war…. solange bleibt unsere Gottesvorstellung allein eine Vorstellung von uns Menschen. Aber das ist wahrscheinlich ein Wesenszug von uns.

    Gruß Sven

    • OneBBO Says:

      Das Bild mit dem Kaffeetrinken gefällt mir sehr gut, es stimmt 🙂

      Bei den Atheisten denke ich manchmal auch – die fanatischsten Nichtraucher sind die ehemaligen Raucher.

      • mialieh Says:

        Ich frage mich, ob bei manchen, nicht bei allen Atheisten, um Gottes (huch) Willen nein :-), nicht Atheismus religiös besetzt ist

        • roteGräfin Says:

          Wenn Religion = Bindung an! bedeutet.
          Dann ist nur noch zu untersuchen, woran wir gebunden sind.
          Meist ist es an das was wir haben. Recht, Gesetze, einen Glauben, ein Haus, einen Text, Schmerzen, Geld, eine Familie, ein Auto, eine Arbeit, eine Rente, etliche Versicherungen, ein Konto etc.etc.
          Dies alles kann ich nutzen und damit spielen, wenn ich weiß was ich bin, nämlich ein Kind Gottes im Reiche Gottes, indem das Leben vielfältig und bunt ist. Hier brauchen keine Opfer gebracht werden sondern hier fällt es von alleine weg, wenn die Zeit dafür da ist zum loslassen. Vorher darf ich alles annehmen und ausprobieren wie es eben ein kleines Kind tut bis ihm das Spielzeug langweilig wird und es neue Anregungen und Herausforderungen sucht und braucht.
          Wer das Gefühl hat nichts zu haben und nichts zu sein, braucht erst einmal die Befreiung aus diesem Gefühl, denn „Der Arme wird Dir nie verzeihen, dass Du ihm geholfen hast“ (Vincent von Paul) 😦
          Ohne das Bewusstsein zu leben von Gott (oder eben einem Menschen seinem Ebenbild) geliebt zu sein ist die größte Armut, die es in meinen Augen gibt.

  13. klanggebet Says:

    Salut,
    ich weiss nicht ob man überhaupt argumentieren kann mit „die Christen“ oder „die Atheisten“. Wer soll das sein? Jeder Christ ist anders, jeder Atheist ist anders. Die Summe aller Idiotien bleibt immer gleich, egal ob unter Glaubenden oder Nichtglaubenden. Was wissen wir schon von Christen? Wir kennen hier ein paar lustige Protestanten und Katholiken, und das wars auch schon. Was in den USA los ist mit den zig Denominationen, mit der großen evangelikalen Bewegung, von dieser Art Christsein haben wir hier in Deutschland keine Ahnung. Von den Christen Afrikas, was wissen wir da? Wenn ich sage „wir Christen“, oder „die Christen“, wen meine ich da eigentlich?

    Bei diesem Artikel habe ich mich auch gefragt, was Gottglauben eigentlich mit Kirche zu tun haben soll. Das ist doch zweierlei. Wenn jemand sagt, er sei Atheist, dann frage ich ihn nicht wie er zur Kirche steht, sondern dann dürfte mich am ehesten interessieren ob er Gotteserfahrung gemacht hat oder für möglich hält. Nicht ob er an die Gotteserfahrung glaubt die uns Kirche verkauft.

    Irgendwie habe ich jetzt nach diesem Artikel das Gefühl, dass Dich eigentlich alle „nerven“. Die Christen, die alles besser wissen, die Atheisten die noch aggressiver sind als Missionare, die Menschen die Ideale haben und damit aggressiv hausieren gehen, und die Menschen die keine haben, und das auch noch zum Ideal verklären. Also irgendwie frage ich mich wo ist der Silberstreif am Horizont ;).

    Mit silberstreifigen Grüßen
    Giannina

  14. OneBBO Says:

    Ich kann argumentieren mit „die Christen“ und „die Atheisten“, wie du lesen kannst. Was „man“ kann und tut ist mir reichlich egal 🙂

    Du hast eines richtig erkannt: Alle die, die mit ihren Überzeugungen jedweder Art aggressiv hausieren gehen, sind mir unangenehm (das Wort „nerven“ kommt von dir, ich sage das so nicht). Genauso unangenehm wie die Werbeanrufe am Telefon, die mich ungefragt bei der Arbeit stören.

    Ich sprach von Ideologien, nicht von Idealen. In Wikipedia findest du den Unterschied bestimmt erklärt. Dieser Unterschied ist nämlich sehr wichtig, wenn du meinen Beitrag richtig verstehen möchtest.

    Was Glaube und Kirche miteinander zu tun haben, kann theomix dir besser erklären als ich. Mich interessiert das gar nicht.

  15. klanggebet Says:

    Das Wort nerven kam durchaus von Dir, steht in Deinem letzten Absatz. Du kritisierst Aggression, ich lese aus jeder Deiner Zeilen Aggression. Und die ewigen Verweise auf Wikipedia….ja, sprechen auch für sich. Ich glaube, mein Bildungsniveau reicht für das Lesen Deines Artikels aus, dafür brauche ich kein zusammengestümpertes Onlinelexikon. Gut, wenn Du meinst, Dich interessiert der Zusammenhang Kirche/Glauben nicht, und Gott interessiert Dich eigentlich auch nicht („egal“), wieso bist Du eigentlich so optimistisch zu glauben, jemanden könnte Dein Artikel interessieren? Ich habe konstruktive Fragen gestellt mit ehrlichem Interesse, Du watschst ab. Ok, verstanden. Dialog geht anders, und mir ist die Lust vergangen.

    • mialieh Says:

      Also ich habe den Eindruck, der Optimismus war durchaus berechtigt, wenn ich mir die Diskussion hier angucke 😀

  16. OneBBO Says:

    Jetzt hast du’s mir aber gegeben, wow 😉

  17. Alles und Nichts » Blog Archive » Locus iste - hier ist der Ort Says:

    […] https://theomix.wordpress.com/2011/02/23/eine-frau-ohne-oder-mit-gott-meldet-sich-zu-wort/ […]

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