Bitte zwei Mal hinsehen

Was lese ich da als Überschrift?

Plagiatsvorwürfe: Merkel zitiert Guttenberg

Wie bitte?

… ins Kanzleramt

Ach so!

Das stand in der Süddeutschen, Onlineausgabe.

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34 Antworten to “Bitte zwei Mal hinsehen”

  1. Maja Says:

    wer hat keine leiche im keller ?

  2. OneBBO Says:

    Was mich in dieser ganzen Affäre beeindrucken würde: Wenn ein Oppositionspolitiker, möglichst selbst ohne Doktortitel, aufsteht und sagt: Wir möchten dies nicht zum Vorwand nehmen, um blind gegen den Minister zu toben. Lasst uns die Beschuldigungen in Ruhe betrachten und abwarten, was sich bei der Untersuchung herausstellt. Sollten sich die Vorwürfe als berechtigt erweisen, müssen wir weiter nachdenken, welche Konsequenzen das hat.

    Heute Morgen hörte ich im Radio, dass ein Grüner gesagt hat, dies sei für die Bundeswehr untragbar. Entschuldigt das Wort, aber es KOTZT mich an, wie hier nur parteipolitisch agiert wird, und zwar auf beiden Seiten. Genauso blind die CSU, die von einer Schmutzkampagne spricht.

    Hyänen auf allen Seiten, die nur auf eine Schwäche im angepeilten Beutetier warten.

    Wo war dieser zitierte Grüne, als sich ein Altkanzler per Gericht verbat, dass über seine offensichtlich falsche Haarfarbe öffentlich gemunkelt wird?

    Wo sind die Grünen, wenn es darum geht, Universitäten aus dem Verkehr zu ziehen, die möglicherweise nicht in der Lage sind, offensichtliche Kopien (wenn es solche sein sollten) in einer Arbeit zu finden? Ach nein, das ist ja nicht interessant…

    Dieselben Grünen hatten keine Probleme damit, sich jemandem zum Vorsitzenden zu wählen, der wegen finanzieller Unsauberkeiten einmal zurücktreten musste.

    Nur auch so zur Info: Ich bin kein Mitglied irgendeiner Partei und habe keine der im Bundestag vertretenen Parteien gewählt 🙂

    Und noch so zum Schluss: Ich finde den beschuldigten Minister ziemlich unsympathisch. Gerade deshalb bin ich vorsichtig damit, Häme und Vorverurteilungen zu verbreiten.

    • theomix Says:

      SIEBEN Landtagswahlen, glaubst du da wirklich, ein politiker wäre da irgendwie sachlich. Ich glaube es, ja. Aber so jemand kommt nicht in die medien…

  3. mialieh Says:

    Das kommt alles nur wegen der Bildungsinflation. Wären die Adeligen noch stolz auf ihre Herkunft, dann bräuchte zu Guttenberg gar keinen Titel. Erst die Regierung der Bürgerlichen, die sich Titel über Bildungstitel künstlich erschleichen, kommt es zu solche Problemen. Hätten wir noch Monarchen, gäbe es diese Themen gar nicht.

    Um das Problem aus der Welt zu schaffen und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, sollte man einfach einen neuen Titel einführen. Hier nehme ich Bezug auf den KOF und finde das den bisher kreativsten Vorschlag: Statt Dr. phil., Dr. med. h.c., Dr. jur., kann man jetzt auch Dr. plag. werden!

  4. mialieh Says:

    hier noch die aktuellen Nachrichten:
    Neuer Verdacht: Guttenberg hat alle seine Vornamen aus wikipedia abgeschrieben +++ „Wetten, dass..?“-Auftritt geplant: Guttenberg wettet, „daß sämtliche Autoren meiner Doktorarbeit in einer Stunde salutierend auf der Domplatte stehen“ +++ Guttenberg veröffentlicht das gleiche Dementi wie gestern +++

    und ein Hinweis

  5. Sven Says:

    Gut beobachtet.
    Dabei hat Gutenberg nur nicht richtig angegeben. Kleine Panne im Leben eines Angebers.

  6. rotegraefin Says:

    Tja so ist das mit dem Adel!
    Es trafen sich zwei baltische Grafen 1918 in Berlin wieder:
    A: „Wie gehts Dir mein Liaba?“
    B: „Danke schlecht mein Liaba!“
    A: „Schlecht, wie das, mein Liaba?“
    B: „Ich arbeite!!!!“
    A: „Du arbeitest?“
    B: “ Ja und das gegen Geld. Ich komme mir vor wie eine Hure !“

    Dies erzählte mir lachend mein Onkel, der selber schwer gearbeitet hat und gutes Geld damit verdient hat.

  7. Claudia Sperlich Says:

    Guttenberg erlebt gerade die gerechte Strafe für Eitelkeit.

    • theomix Says:

      Ich zögere zuzustimmen. Ein gewisses maß an eitelkeit muss man für so ein amt schon mitbringen, mindestens ein strotzendes selbstwertgefühl.

      • Claudia Sperlich Says:

        Beim Militär kommt es vor allem auf brottrocken realistische Einschätzung von Chancen an – fern jeder Eitelkeit. Beim Verteidigungsminister ist das nicht anders. Und da haperts bei dem Mann entsetzlich.

        • theomix Says:

          Ja, beim militär. Ins ministerium hat man nie generäle gesetzt. Deswegen ist es jetzt auch dort nicht brottrocken, sondern kunterbunt.

  8. freidenkerin Says:

    Was mich jetzt während dem medial überaus eifrig geschürten Hochkochen dieser Affäre am meisten wundert: Ist das denn im Jahre 2006, als Gutti seine Doktorarbeit zur Prüfung vorlegte, wirklich niemandem aufgefallen? Hätte es doch eigentlich sollen, wenn die Plagiate so zahlreich und so unübersehbar sind, oder nicht?…
    Neu ist so was nicht! Da ist vor gut fünfundzwanzig Jährchen auch schon mal der Verdacht aufgekommen, dass die Doktorarbeit unseres „Bimbes“-Kanzlers „Birne“ nicht ganz koscher sei. Das ist seinerzeit aber sehr schnell unter den Teppich gekehrt worden…

  9. Synapse Says:

    Soweit ich informiert bin, sind die gesamten Vorwürfe noch nicht bewiesen. Und solange das nicht der Fall ist, sollte man sich meiner Meinung nach an diesem öffentlichen Mobbing nicht beteiligen. Grenzt meiner Meinung nach schon an Rufmord. Ich bin kein Fan von diesem Guttenberg, aber auch kein Gegner. Ich bin aber ein Fan von Gerechtigkeit und sollten sich all die Vorwürfe als bestätigt finden, dann muss er dafür auch die Konsequenzen tragen.

    Wenn es die Strafe für Eitelkeit geben würde, hätte ich noch jede Menge mehr Namen auf dem Zettel.

    Allen ein wunderschönes WE. Mandy

  10. Hase Says:

    ich wunderete mich, dass auf dem Titelbild der Allgemeinen Zeitung ein großes Bild von Guttenberg mit einem Riesenartikel um Dr. oder nicht und daneben, klein erwähnt die drei getöteten Soldaten in Afghanistan….
    liebe Grüße zum Wochenende , Erika

    • theomix Says:

      Das hat G. ja selbst gesagt, er will sich um so was wie den krieg in Afghanistan kümmern und nicht um so ne geschichte wie mit dem doktortitel. Die gewichtung ist halt quotenbedingt. Leider.

    • freidenkerin Says:

      Ja, das hat mich Gestern den ganzen Tag über schier entsetzt – stundenlanges Gesülze um Gutti, und ob er hat oder nicht – und die drei erschossenen Soldaten in Afghanistan waren lediglich einen kurzen Beitrag wert…

    • mialieh Says:

      Ich denke, das ist typisch. Wenn ein Mann so ge-„hypt“ wurde – gerade persönlich, wenn er im Supermannkostüm auf allen möglichen Zeitungen fotomontiert wurde, wenn über die Rückkehr des deutschen Adels in die Herrschaftselite spekuliert wurde, dann zeigt sich darin doch nur die Sehnsucht nach einer charismatischen Führungsperson. Eine Sehnsucht, die nicht wir auf dem theomix-Blog teilen müssen, aber eine, die offenbar von vielen anderen geteilt wurde. Jetzt wird diese Person von zwei Seiten angegriffen: aufgrund ihrer Sachkompetenz (trifft die falschen Entscheidungen in Sachen Afghanistan) und aufgrund ihrer persönlichen Merkmale (handelt unglaubwürdig). Mehr kann man kaum tun, um jemanden zu demontieren. Vielleicht ist es auch Selbstdemontage… wer weiß.

      Ich denke aber auch, dass ein Plagiat kein Kavaliersdelikt ist und man diese Dinge schon thematisieren muss. Denn: 1. machen sich andere viel Arbeit um zu promovieren und tragen ihre Dinge redlich zusammen; da fragt man sich: wo bleibt die Vergleichbarkeit der Abschlüsse, wenn die einen sich hinsetzen und Zeitschriftenartikel abschreiben, die anderen tragen die Informationen zusammen; und wenn dann jemand seiert, „ich habe das als Famileinvater“ nebenberuflich gemacht, das finde ich schon wieder zum Übergeben strategisch.
      2. stellt das ja nicht nur Guttenberg als Person in Frage, sondern auch ein System das qualifiziert, ohne dass Kontrollen durchgeführt werden. Ob es Ghostwriting war oder G. als „Familienvater in mühevoller Kleinarbeit“ copy und paste gedrückt hat (hehe) ist ja egal. Dass aber solche Leute damit durchkommen, zeigt, dass eben manchmal auch weniger genau hingeschaut wird. Und das ist meines Erachtens aber die Verantwortung derer, die andere Leute promovieren – also der Professoren und der Hochschulen. Es gibt ja nicht erst seit gestern Programme, mit denen Plagiate aufgedeckt werden können. Und dem gewieften Leser fallen Plagiate auch auf (habe selbst mal eine Magisterarbeit begutachtet, die ein Plagiat war). Darum wehren sich jetzt auch die Gutachter so vehement, weil es ihnen, die ja in der Branche tätig sind, auch hätte auffallen müssen.
      Insofern hat das Beispiel Guttenberg schon eine weit reichendere politische Bedeutung, die über den persönlichen Angriff auf seine Glaubwürdigkeit hinausreicht, weil es das universitäre Bildungssystem infrage stellt. Gerade wo man hierzulande doch immer so stolz auf die elitäre Bildung ist…. dazu zählen ja Dissertationen, zumal, wenn sie mit summa oder magna cum laude bewertet wurden.

      • theomix Says:

        Ist das noch ein Kommentar zu einem Kommentar oder schon zu einem Beitrag?
        1. Zum Übergeben strategisch. Sicher.
        2. Es geht auch um Wissenschaftlichkeit. Da ist einiges schief gelaufen.

        • mialieh Says:

          Das war als Kommentar zu den Überlegungen zum Verhältnis der beruflichen Aufgaben und der Angriffe auf die persönliche Qualifikation gedacht. Dann entwickelte er sich im Schreiben zum Selbstläufer…
          Was mich interessieren würde: Entdeckt ein gewisser Bonebraker hier nicht eine umfassende Verschwörung im Stile Uwe Barschel?

        • theomix Says:

          Wo du’s sagst… Ich habe lange nichts von ihm gehört. Vermutlich ist er an der sache dran.

  11. Elisabeth Says:

    Spitzen Überschrift! *lach*

    Trotz allem: Fröhliche Wochenendwünsche,
    Elisabeth 🙂

  12. Frau Momo Says:

    Die Überschrift ist wirklich klasse. Und ich finde, Herr von und zu, ob nun Dr. oder nicht, hat sich gestern ordentlich selber reingeritten mit seiner Selbstherrlichkeit.

  13. rosa Says:

    happy sunday!
    Rosa

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