Biblische Streifzüge: Weihnachten nach… (3)

Weihnachten nach Markus

Hier kann ich mich kurz fassen, wie der Evangelist selbst. „Das ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus.“ Das ist der erste Vers. Und der zweite: „Es ist die Stimme eines Predigers in der Wüste“. Nichts weiter.

Oder doch? Zum Thema Familie gibt es bei Markus (und nur bei ihm) einige interessante Stellen.

„Und er ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, sodass sie nicht einmal essen konnten. Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn festhalten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.“ (Markus 3, 20f)
Von hier aus kann man  nur sehr begrenzt von „heiliger Familie“ reden.

Markus schildert eh ein konfliktreiches Familienleben und definiert folgerichtig Familie neu:

„Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir.
Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ (3, 31-35)

In Markus 6, 3 fragen die Einwohner Nazareths: „Ist er (Jesus) nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns?“
Das ergibt mindestens sechs Geschwister. Die Arbeit war für Maria „nach Weihnachten“ nicht herum…

Konfliktgeladen ging es zu in der Zimmermannsfamilie, auch nach der Pubertät.

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18 Antworten to “Biblische Streifzüge: Weihnachten nach… (3)”

  1. OneBBO Says:

    Wie heißt es so schön – Man kann sich seine Freunde, nicht aber seine Verwandten aussuchen. Galt wohl auch damals schon 😉

  2. mialieh Says:

    Ich würde mich als Geschwister auch ordentlich ärgern, wenn einer immer behaupten würde „der Auserwählte“ zu sein…

  3. Claudia Sperlich Says:

    Der Begriff „heilig“ ist nicht synonym zu „biedermeierlich lieb“.

    • theomix Says:

      Das Biedermeier hat unsere Vorstellungen geprägt. Ziehe ich das ab, wird es trotzdem schwierig mit der Heiligkeit, wenn man einen als verrückt erklärt.

      • Wolfram Says:

        Zumal die Bibel ja beinah die Narren zu Heiligen erklärt…

        • theomix Says:

          Aber auch nur beinah…

        • Claudia Sperlich Says:

          Ich glaube, wirklich „unheilig“ wäre die Familie, die sagt „Wir glauben, der Junge ist verrückt und eine Gefahr für sich selbst. Lassen wir ihn laufen, er interessiert uns nicht mehr.“
          Die Familie Jesu hat sich gekümmert. Bei allem Unverständnis, aller Be- und Entfremdung ist das m.E. besser als Gleichgültigkeit.

        • theomix Says:

          wo die Familie sich (nach Markus gekümmert hat) kann ich nicht erkennen.
          Jesus hat sich ja auch eine neuen Familie ausgesucht. Statt wieder in die Werkstatt zurückzugehen. Wäre ja seine Pflicht gewesen, zumal als Ältester. Ob der entstandene Zorn als heilig zu bezeichnen ist?

        • Claudia Sperlich Says:

          Mit kümmern meine ich hier: Hingehen und einschreiten – auch wenns falsch ist. Sich bekümmern. Eben, wie gesagt, lieber festhalten als ignorieren. Lieber sich streiten als gar nicht mehr miteinander reden.

        • theomix Says:

          Da sind noch genügend ritzen, spalten und lücken für interpretation, spekulation und phantasie.
          Gerade für den letzten satz gebe ich dir gerne recht. Ich kann das jedoch so am text nicht bewahrheiten. Ich sehe eine gesprächslücke zwischen dem, was in Kap. 3 und dem, was in 6 geschieht.
          Dann kehrt er in seine heimatstadt zurück. Aber Was dann mit der familie hat geklärt werden müssen, hat mit dem Reich Gottes nichts zu tun, daher erfahren wir nichts.

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