Advent

Advent, Ankunft, Zeit der Erwartung… Wahrscheinlich ist Geduld nicht meine Stärke. Der Advent erinnert an die Geduld, denn Warten steckt in der Erwartung.

Heute kamen die Kinder vom Busbahnhof zurück, die Busse fuhren nicht. Es war zu glatt. Es ist übel, im Kalten und Nassen zu stehen, und du weißt nicht, wann der Bus nun endlich kommt. Und was für ein  Frust, wenn er ausbleibt.

Wie gut, die Kinder sind in ein paar Minuten wieder zu Hause. Mir konnte es in der Schulzeit passieren, dass ich an einer zugigen Haltestelle umsteigen musste, und  dann tat sich nichts mehr…

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Und wenn sie ausbliebe? Wir wissen ja, auf Advent folgt Weihnachten; da feiern wir, dass die Erlösung gekommen ist. Aber im Leben geht es oft nicht glatt auf wie die Folge von Feiertagen.

Erlösungsbedürftig trotz eingetroffener Erlösung. Damit darf sich die Erlösungsreligion weiterhin herumschlagen. Wenn wir schon so weit sind beim Fragen:  Was machen wir da mit unserem Erlöser?  Wickeln wir ihn in Windeln? Oder öffnen wir die Türen für den erwarteten Retter?

Vor zwei Jahren zum ersten Mal veröffentlicht.

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28 Antworten to “Advent”

  1. freidenkerin Says:

    Ich habe heute Nachmittag zum ersten Mal die Zeremonie eines Lichtfests miterleben dürfen, und seitdem fühle ich mich innerlich befreit, auch erlöst, als habe sich die Tür zu jenem Seelenraume, in welchem das Wundervolle Licht stets glimmt und leuchtet, wieder einen Spalt breit geöffnet…

  2. Hase Says:

    Lieber Jörg, danke für den Beitrag. Wir haben gestern bei unserem onzert die Türen geöffnet und die Kirche wurde gefüllt bis zum letzten Platz. 24 Türchen wurden an einem großen Adventskalender geöffnet und in jedem war eine Überraschung in Form von Gesang, Gedichten und Vorträgen über Weihnachtsbräuche. Auch das Publikum durfte ein Lied singen. Alles in allem nur zufrieden strahlende Gesichter. Es war ein Schritt näher Richtung Weihnachten, so viel Freude und Glanz, besonders in den Menschenaugen…..
    Gruß , Erika

    • theomix Says:

      Liebe Erika,
      das liest sich gut. Doch die Ungeduld ist wohl mit dem Chor durchgegangen, wenn schon 24 Türchen geöffnet wurden.
      Grüße, Jörg

      • Hase Says:

        😉

      • werner Says:

        Ja, genau das ist eines der Probleme. Kaum jemand kann es ertragen zu warten.
        Ichhab mich auch gewundert und geärgert über eine WEIHNACHTSFEIER im Altenheim… Termin war der 7. Dezember
        Und dann bekalgen wir die Ungeduld unserer Kinder und Jugendlichen, die alles sofort haben wollen.

        • theomix Says:

          Gut zusammengebracht…

        • Hase Says:

          Unser Thema von unserem Konzert waren 24 Adventürchen, deshalb haben wir das Programm so aufgebaut, 24 Programmpunkte sowie im Adventskalender , Adventure Adventürchen
          wir können warten , wir haben Herzen geöffnet , auch schon vor Weihnachten, da finde ich nichts verkehrt dran….. 300 Menschen haben sich anstecken lassen von unserer Freude……

        • theomix Says:

          Das hattest du weiter oben nicht verraten: Adventürchen – ein vielsagendes Wortspiel. Davon hätte ich mir gleich 40 gewünscht. (Dann hätte das niemand mit dem Adventskalender verwechselt.)

  3. Sven Says:

    Ist es nicht auch eine Erlösung von dem Bangen der ständigen Finsternis, wenn die Tage wieder länger werden und somit versprechen, dass es wieder Sommer werden wird?
    Das Warten hat ein Ende, die Gewissheit ist da, das das Leben wieder von neuem auf erwachen wird. Sozusagen aus der Winterstarre wiedergeboren wird.

    Es ist der Säugling in der Windel, der dies Symbolisiert. Und dem öffne ich gerne die Tür.

  4. Wolfgang Vögele Says:

    Ich finde das mit den Bussen schön. Denn Erwartung, Ankunft hat ja auch mit Reisen zu tun. Und wer dann endlich aus dem überfüllten Zug steigt, der ist angekommen und muß sich orientieren. Reisen bildet – und in diesem Fall der Krippe schafft es Herzenswärme (s.o.). Mir gefällt das Bild vom Reisen, weil es zu Micha paßt (Predigttext an Weihnachten). Bethlehem die kleinste unter den Städten. Das ist sozusagen theologische Geographie. Ein prophetischer Stadtführer.
    Viele Grüße
    Wolfgang

  5. Lilo Says:

    Die Straßen waren heute doch schön frei?! *wunder*

  6. paradalis Says:

    Und wieder so ein Beitrag, über den man (ich) auch noch in zehn Jahren nachdenken kann (werde).

    Danke!

    • theomix Says:

      O, Danke dir! 🙂
      Und ich denk, wie gut, dass ich den Beitrag nach zwei Jahren hervorgeholt habe. Damals hat ihn niemand kommentiert, da war der Blog auch viel weniger bekannt…

  7. werner Says:

    Lieber Jörg.
    dieser Beitrag würde wunderbar passen in das Advents-/Weihnachts-ABC in dem Forum, an dem ich ein wenig beteiligt bin.
    (http://www.razyboard.com/system/forum-just_for_fun-alle-jahre-wieder-das-weihnachts-abc-2201310.html)
    In einigen Tagen ist dort das „W“ dran. Warten…. darf ich da einfach diesen Beitrag (natürlich mit Quellenangabe) übernehmen?
    (Wenn nicht, muss ich halt bei „W“ irgendwie was anderes finden was ich als
    „Werners weihnachtliche Worte“ anbringen kann.)

    🙂

  8. Sylvia Says:

    theomix !

    Ich hab einen Gastbeitrag für dich fertig, der liegt im Eigentliches Blog im Adminbereich zum Abholen. Ich hoffe, der paßt einigermaßen. 😉

    Lieben Gruß
    Sylvia

    • theomix Says:

      Sylvia,
      vielen Dank! Morgen geht das Gastbeitragstürchen auf. Passt wudnerbar. (Ich hatte schon selbst an diesen Clip gedacht. Da haben aber Zwei Glück gehabt…)
      Herzlich, Jörg

  9. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,

    das mit dem Warten, das hat was bei der Kälte… Ich warte auch oft sehr lange, weil die S-Bahnen bei dem Wetter ausfallen oder sich verspäten… Gestern hab ich jedesmal 17-20 Minuten auf zwei verschiedene Straßenbahnen gewartet, und meine Füße sind lange Zeit nicht richtig aufgetaut…

    Ich hoffe und wünsche mir, dass so manches Herz auftaut zu Weihnachten… es ist doch recht eisig geworden rundherum…

    Danke dir für diese schönen Gerdaken – herzlich, Elisabeth

    • theomix Says:

      Liebe Elisabeth,
      ich durfte als Gymnasiast zwei Mal täglich 8 km überbrücken. Meist gab es Wartezeiten beim Umsteigen an einer zugigen Haltestelle. Da kann ich die Schilderung deiner Mühen gut nachvollziehen.
      Und das Auftauen auch den Herzen zu wünschen, ja, klar…
      Herzlich warme Grüße, Jörg

  10. smultronella Says:

    wie war das doch gleich mit dem Abenteuer? 😉

  11. Heute vor 10 Jahren: Advent | Theomix Says:

    […] https://theomix.wordpress.com/2010/12/15/advent/ […]

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