Diese Knollenfrüchte

Zum Rätsel von gestern:

Ich habe natürlich Google unterschätzt. Der Allesfinder erklärt auch, was Erpelschlot (auch Ärpelschlot) heißt.

Wie kommt der Name zustande?

Erpel/ Ärpel kommt von „Erdapfel“ und meint die Kartoffel.

Schlot: Da raucht nichts. Vielmehr zeigt sich: Das Bergische ist nahe am Niederdeutschen, und dieses ganz dicht am Niederländischen. „Salat“, dazu sagt man auf Holländisch „sla“. Ein a fällt weg. Aber weil es nicht identisch ist bleibt das t, und das restliche a wurde wohl über Gebühr gedehnt. Irgendwann war das a ein o. Und weil s auf  l hier so hässlich klingt, machte man „sch“ daraus.

So entstand der Ärpelschlot. Rezepte gibt es zum Beispiel bei chefkoch.de oder… ach, googelt das auch ruhig.

Wer den Schlot leid ist, kann sich dann an Pillekooken versöken, äh, versuchen.
Und zu Neujahr dann Ballebäusken, woll.

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33 Antworten to “Diese Knollenfrüchte”

  1. mialieh Says:

    http://www.reviertalk.de/reviertalk/delta/index.php?N=Erpelschlot&S=true

    • theomix Says:

      Eindeutig von Ruhrbewohnern mit bergischem Migrationshintergrund importiert.

    • OneBBO Says:

      Das ist jetzt bitter, denn die Bergischen (Wuppertal, Solingen, Remscheid) müssen sich sowieso ständig dagegen wehren, dass man sie zum Ruhrpott zählt. Schnief.

      • theomix Says:

        Mialiehs Kommentare klangen gestern kundig. Sie scheint aber nur Kenntnis von der nördlichen Randzone zu haben…

        • mialieh Says:

          Nördliche Randzone? Nee. Das, was ich an Kenntnis über die bergische Sprache habe, das habe ich von meiner Großmutter, zuweilen auch von meinem Onkel. Und die waren in meiner Kindheit beide in Wuppertal ansässig. Daher weiß ich vielleicht nicht was Erpelschlot ist und musste mich bei der närdlichen randzone informieren, aber ich weiß was Bütterkes, Würstkes und Gehacksbällerkes sind. Woll?!

        • theomix Says:

          Ich hab schon gedacht….

  2. Claudia Sperlich Says:

    Ballebäusken heißen in Berlin Berliner.

  3. Hase Says:

    Danke für Deine ausführliche Erklärung, wieder was dazugelernt…
    🙂
    Knollen-früchte
    ein Wink auch, dass ich gleich den neuesten Knollen bezahlen geh….
    was das für Früchte bringt, weiß ich noch nicht….. 😦

  4. Sylvia Says:

    In Österreich sagt man zu Kartoffel auch Bramburi, ist aber ein eher ein Ausdruck von Opas Zeiten.

    Kennt ihr den Ausdruck Bims Eigentlich und was is das ? 😎

  5. Hase Says:

    @Sylvia: eigentlich nein, hab aber im österreichischen Wörterbuch mal nachgeschaut, verrat es aber noch nicht 🙂

  6. andrea2110 Says:

    danke, lieber Jörg, für diese Erklärung. ich bin beeindruckt, wie viele Sprachen Du sprichst… kulinarisch jedenfalls:-) Herzliche Grüsse Andrea

    • theomix Says:

      O ja, liebe Andrea, vom Pillekuchen zum Halve Hahn, von dort zum Dibbelabbes und zuletzt zum Döppekuchen. Kulinarisch umziehen, und das, was man so aufschnappt…
      Lieben Gruß, Jörg

  7. fudelchen Says:

    Meine Patentante (Saarland ) sagte immer Grumpa….da geht mir der Hut hoch 😀

  8. OneBBO Says:

    @Mialieh: Wusstest du denn auch, dass der echte Wuppertaler „J“ für „G“ sagt und umgekehrt? Meine Sprachforschungen haben ergeben, dass Theomix daher in Wuppertal mit Privatnamen „Görj“ heißt 🙂

    • theomix Says:

      Ham se deswegen Gujoslawien aufgelöst? :mrgreen:

    • Sylvia Says:

      Dann hieße es ga „jegajt“ 🙄

      Echt, die reden so ? 😯

      Ob die was erlegen, ist allerdings die Frage.

    • mialieh Says:

      @onebbo: ja, das wusste ich. Ich dachte allerdings immer, dass „G“ wie „ch“ ODER wie „J“ ausgesprochen wird. Also „Görch“… aber „Jürjen“

      @sylvia: Wilkommen bei den Schtis

    • theomix Says:

      Im ernst: AUSLAUTENDES r + G wird J oder CH, also Burch, Zwerch, und eben Görch…
      G nach vokalen wird CH, nach hellen wie in „ich“, nach dunklen wie in „ach“.
      (In Köln wird dann G zwischen Vokalen R oder J, und anlautendes G zu J: jehen, jing, jejangen. Fraresätze immer mit Frarezeichen (?). )

  9. atemhaus Says:

    zu den Erdäpfeln kann ich noch das berndeutsche „Härdöpfel“ beisteuern – gewissermassen interkultureller Dialog ….

    • theomix Says:

      Herzlich Willkommen! Ein netter Einstieg, zur Kartoffelrunde zu kommen.
      Dann sind die Berner an diesem Punkt nicht weit weg von den Holländern mit dem „Aardappel“…

  10. Emily Says:

    Ich glaube fast, es gibt kaum etwas, was die große Krake nicht kennt 😉

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