Nikolaus

Je länger desto mehr bekommt Nikolaus einen Ehrenplatz in meinem evangelischen Heiligenkalender.

Der Beitrag im Ökumenischen Heiligenlexikon ist lesenswert. Diese beiden Geschichten (zitiert nach wikipedia) mag ich am meisten:

  • Nikolaus bewahrt einen armen Mann davor, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, indem er nachts heimlich Goldklumpen durch das Fenster der Familie wirft. Nun ist die Mitgift der Töchter gesichert.
  • In Myra ist Hungersnot, und Nikolaus erfährt von einem Schiff im Hafen, das Getreide für den Kaiser in Konstantinopel geladen hat. Er bittet die Schiffsbesatzung, einen Teil auszuladen. Diese lehnen ab, da das Korn genau abgewogen abgeliefert werden müsse. Nikolaus verspricht ihnen, dass sie keinen Schaden nehmen werden. Die Seeleute geben also etwas von der Ladung ab. Als sie in Konstantinopel ankommen, ist genau so viel Korn im Schiff wie vorher.  Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden.

Ist doch alles menschenfreundlich.

Ich wünsche noch einen schönen Tag!
Und herzliche Grüße von Bischof Nikolaus

Vor zwei Jahren zum ersten Mal veröffentlicht.

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35 Antworten to “Nikolaus”

  1. OneBBO Says:

    Wenn du es vor zwei Jahren zum ersten Mal veröffentlicht hast, kannst du doch die alten Kommentare gleich auch noch drunterschreiben 🙂

  2. Hase Says:

    Danke, lieber Jörg, das ist sehr interessant, kann man auch zweimal lesen. Dir auch einen schönen Nikolaustag
    LG Erika

  3. tonari Says:

    Die obere kannte ich noch nicht.

  4. mialieh Says:

    Ich finde ja die erste Geschichte glaubhafter als die zweite. Es bereitet mir immer viele Probleme, zu glauben, dass sich Korn vermehrt, nur weil man genug glaubt.

    • theomix Says:

      Die könnten auch beim Beladen des Schiffes falsch gewogen haben. (Rationales Aufdröseln hat manchmal auch seinen Charme 😉 )

      • Jary Says:

        Die können auch einfach unterschiedliche Maßeinheiten verwendet haben. (Vielleicht die rationalste Erklärung. ;))
        Ist aber eine sehr schöne Geschichte.

  5. Babbeldieübermama Says:

    Mir gefällt es. Märchen hinterfragt man auch nicht. 😉

    Wünsche allen einen schönen Nikolaustag.

    • theomix Says:

      Auch einen schönen Nikolaus!
      Hinterfragen darf man alles. Sonst wäre ich nicht gerne Theologe.
      Ich unterscheide zwischen Wirklichkeit und Wahrheit. Und frage dann zuerst „Was will die Geschichte sagen?“. „War das wirklich so?“ kommt dann auch, und dann sollte irgendwann auch eine Antwort da sein.

  6. mialieh Says:

    Gefällig sind die Geschichten, keine Frage! Aber sie auf den Status eines Märchens zu setzen, käme mir nicht in den Sinn, weil es doch einen Unterschied zwischen Heiligengeschichten (wer glaubt, ist nicht profan) und Märchen (Bewältigung des Profanen) gibt. Märchen glaube ich nicht, die nehme ich allenfalls als Beispiel. Und die hinterfrage ich selbstverständlich genauso wie Heiligengeschichten – nämlich auf den Symbolwert dessen, was sich hinter Wundern verbirgt und die Macht, die damit ausgeübt werden soll :mrgreen:

    • theomix Says:

      Märchen sind bewusst nicht konkret, während Legenden vom Konkreten leben. Beim Märchen sehe ich auch den Schwerpunkt beim Symbol; davon zehren auch Legenden, in der Wahl der Motive z. B. oder in der Zahlenmagie…
      Und hinterfragen, na klar, mindestens cui bono?, also wer hat was davon, dass diese Geschichte so erzählt wird?

  7. Tanja Clever Says:

    Ich kenne die Geschichten auch, aber jetzt muss ich doch glatt mal schauen, was das ökumenische Heiligenlexikon ist…. Habe den Nikolaustag fast vergessen, da keiner Kinder im Haus, aber ein wundervoller Urlaubstag mit Blick auf die verschneite Landschaft draußen entschädigt *g*!

    LG Tanja Clever

    • theomix Says:

      Nur vorläufig als Kommentar:
      Urlaubstag? Dann bitte mal die Kommentarfunktion reparieren, ich kriege wieder nur die 503…

  8. Tanja Clever Says:

    So ein Mi…. ich schaue gleich mal!

  9. fudelchen Says:

    Oh, das sind ja ganz neue Erkenntnisse……und ich hoffe, daß irgendein „Nikolaus“ dir auch etwas beschert hat.
    Einen schönen Tag für dich und herzliche Grüße

    Marianne 🙂

    • theomix Says:

      Och, so neu sind sie nicht, ein paar jahrhunderte haben sie hinter sich 😉
      Sinterclaas war da. Dir auch noch eine schönen Tag!

  10. paradalis Says:

    Das kann man auch in hundert Jahren noch lesen. Oder tausend.
    🙂

    Herzliche Grüße!

  11. Claudia Sperlich Says:

    Ein Hoch auf den türkischen Bischof Nikolaos!
    Ich freue mich immer, wenn über ihn Sinnvolles geschrieben wird – und nicht etwa der Weihnachtsmann, der olle Zausel, aus der Mottenkiste geholt wird.

    • theomix Says:

      Ich bin ein glühender Verehrer des menschenfreundlichen Bischofs. was wir mit seinem Stiefbruder, dem Weihnachtsmann machen, weiß ich nicht so genau. Wir gönnen ihm Urlaub im Riesengebirge, damit er mit Rübezahl ein bisschen Schach spielt.

  12. Sven Says:

    Das ist sehr löblich, und ganz ökumenisch, den katholischen Nikolaus in deinen evangelischen Heiligenkalender aufzunehmen. Ich wußte gar nicht, dass die Evangelen auch Heilige haben.

    Wie dem auch sei. Mir gefällt am Nikolaus am besten, dass er in Holland mit dem Schiff kommt. ( Ursprünglich, weil der katholische Glauben mit den spanischen Seefahrern/ Besatzern nach Holland gekommen ist)

    Und wenn Claudia Sperlich, dann auch noch vom türkischen Nikolaus spricht, dann ist die Ökomene jetzt auch schon bei den Islamis angekommen.
    Na wenn das nicht eine freudige Bescherung ist.
    °v^

    • theomix Says:

      Nikolaus müsste eigentlich orthodox sein, griechisch-orthodox. Nu hat man das damals nicht getrennt. Und so gesehen sind bis 1517 alle Heiligen ökumenisch.
      Evangelischerseits sind – schriftgemäß – eigentlich ALLE Heilige, du und ich und wer sonst so getauft ist. Und in gewissem Sinn sind Heilige dann auch vorbildliche Leute, so dass Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King einen evangelischen „Heiligenkalender“ füllen. Ich nehme ganz persönlich noch z. B. meine Oma dazu und noch einige andere…
      Und wie es dann mit Juden, Moslems und so ist, das ist ein weites Feld. Ökumene im Wortsinn, die ganze Erde…

    • Claudia Sperlich Says:

      Man sollte wirklich gar nie Nationalität und Religion verwechseln.
      Myra, der Wohnort des Heiligen, liegt nun mal in der Türkei. Das hat mit Geographie zu tun, nicht mit Religion. Wer da wohnt, ist Türke – und wer da wohnt und Christ ist, ist auch Türke. 😉

      • theomix Says:

        Nja, jetzt ist natürlich die Frage, ob Myra in der Türkei liegt, weil es gar nicht mehr da war, als die Türkei oder gar das Osmanische Reich kam… Andererseits gibt es Lykien noch? Im Geschichtsatlas…

  13. Sven Says:

    Danke für die Belehrung. Da habt ihr beiden natürlich recht. ( das hätte ich z.T. auch selbst wissen können)
    Der Ansatz, dass wir eigentlich ALLE heilig sind , finde ich sehr gut. Wir sind alle Gottes Kinder.
    Wenn wir doch das Alttestamentliche:“ Du sollst dir kein Bild von deinem Gott machen“, etwas weiter fassen würden, hätten wir wohl möglich nicht so viele verschiedene konträre Vorstellungen von Gott.

    • theomix Says:

      Ach dann würden die Kommentare alle gehen, wenn man selber sofort auf alles käme.
      Das Bilderverbot wird dann eine interessante Sache, wenn wir es auf Sprachbilder anwenden. Ohne die gäbe es keine Psalmen usw…

  14. Sven Says:

    Ja, die Welt ist Klang und am Anfang war das Wort.

  15. Nikolaus « Theomix » my-tag.de Says:

    […] den Originalbeitrag weiterlesen: Nikolaus « Theomix AKPC_IDS += "32924,";Popularity: unranked [?]SHARETHIS.addEntry({ title: "Nikolaus « Theomix", […]

  16. Wolfram Says:

    Wußtest du, daß der Nikolaus inzwischen nicht weit von mir hier zuhause ist? Na ja, jedenfalls ein Finger von ihm… denn sein Leichnam ist wohl irgendwann mal von Myra (das noch existiert, wie ich mir sagen ließ; es soll dort eine uralte Kathedrale und eine viel neuere und wenig geschmackssichere Nikolausstatue geben) nach Bari verbracht, ähnlich wie die Sabinerinnen ein paar Jahre vorher wurde auch Nikolaus nicht dazu gefragt. Und der eine Finger kam bis nach Lothringen, in den kleinen Ort Saint-Nicolas-de-Port zwischen Nancy und Lunéville. Angeblich hätte Jeanne d’Arc, die nachmalige Jungfrau von Orléans, ihn dort besucht, um sich Kraft zu holen für ihre Reise zum französischen Thronfolger…
    Später, im XV. Jahrhundert, hat man eine wunderbare neue Kirche gebaut, die den Ort um ein Vielfaches überragt, wie man auf diesem Buchtitel erahnen kann: die Türme ragen über 85 Meter in die Höhe, das Kirchenschiff ist 32 Meter hoch – und die Häuser des Ortes bestenfalls dreistöckig.

    • theomix Says:

      Und St. Nikolaus im Warndt nicht zu vergessen!
      Aber dass die irgendwas vom Nikolaus außer dem Namen haben, daran kann ich mich nicht erinnern.

      Jedenfalls wusste ich das mit dem gewanderten Finger nicht…Danke für die Info!

  17. Leere? | Theomix Says:

    […] Vorab: zum Tage Rückblick auf einen lieben Heiligen und Nikolaus […]

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