Neues von Bonebreaker III

Als das U-Boot im Frühjahr 1944 zur Rückfahrt aufbrach, kamen auch japanische Dokumente mit. Insbesondere eine angebliche Bauanleitung erfreute Beil sehr – nur war sie in Japanisch verfasst, und es fand sich kein Übersetzer. Und er ahnte nicht den ungeheuren Betrug, den die japanischen Verbündeten an den Deutschen begingen: Ein gewisser Stefan oder Sebastian Opferkuch, schwäbischer Herkunft, seines Zeichens Leutnant,  hatte das japanische Dokument bei sich, als der Krieg zu Ende ging. In der Aufbauzeit Anfang der Fünfziger machte sich Opferkuch auf nach Tübingen zu einem Experten der frischgebackenen japanologischen Fakultät. Die Bauanleitung für das technische Gerät aus Nippon entpuppte sich – als ein Backrezept für eine Süßspeise auf Reiswaffelbasis. Kurz entschlossen verkaufte er das Rezept an seinen Vetter Hermann Opferkuch, der die Süßware als „Nippon“ auf den Markt brachte.

 

Das ist von den deutschen Plänen zum Bau des ersten drahtlosen Fernsprechers übrig geblieben. Eine ungeheure Peinlichkeit für die damalige Expertengruppe, – die zum Teil nach Südamerika auswandern konnte. Nutzen konnten sie ihr Wissen nicht – aber verheimlichen. 65 Jahre lang. Dank Bonebreaker wird dies nun enthüllt…

 

de.wikipedia.org, Benutzer Etmot, CC-by-sa 3.0/de

 

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16 Antworten to “Neues von Bonebreaker III”

  1. OneBBO Says:

    Ich denke, wir tun da einigen Menschen Unrecht. Wenn du dir die Nippon-Maße und Gewicht der Packungen anschaust, wird dir schnell klar, dass sie in Größe und Umfang den ersten klotzigen Handys weit voraus waren:
    „Im Original wird nippon als 5×5 cm² großes und ca. 1 cm dickes, quadratisches Häppchen angeboten. Übliche Packungsgrößen sind 200 g und 250 g“

    • theomix Says:

      Wie ich im mündlichen Vortrag betonte *räusper*, stimmen die Abmessungen, aber das Gewicht der BeFeGes waren weitaus höher…

  2. mialieh Says:

    Wohl dem, der heute ein solches Handy sein Eigen nennen kann. Denn handlich sind ja die Nippons allemal. Und man kann sie auch an die Wand hängen und selbst ein Handy-Man werden. Und da sie so leicht sind, sind sie auch MOBIL. Dass man bislang nicht damit telefonieren kann, ist doch sicher nur eine Frage der Zeit.

    • theomix Says:

      Der Vorläufer des Handys hatte die Ausmaße einer ganzen Packung. Die Akkuzellen erinnern sehr an die einzelnen Nippons.
      Heutzutage sind Handy schon mitunter kleiner als einzelne Nippons. Sie schmecken auch anders…

  3. Hase Says:

    Lieber Jörg,
    Handys hab ich noch nicht probiert, aber dieses Zeugs Nipp-on(es gibt dazu auch andere Namen) schmeckt gut, danke für die Enthüllungen.
    Liebe Grüße, Erika

  4. Sven Says:

    Eine erstaunliche Geschichte. Wer hätte das gedacht?
    Wo wechselt man eigentlich die Batterien beim Nippon aus?

  5. Claudia Sperlich Says:

    Ich fürchte, es handelt sich um eine weitreichendere Verschwörung, als Du ahnst, ô Theomix. Die Dechiffrierung des Rezepts sowie die Enttäuschung darüber, daß nur schokolierte Reiswaffeln dabei herauskamen, war von Anfang an geplant in der teuflisch-klugen Voraussicht, daß Frust zum Hunger nach Süßen führt, dieser wiederum in Form besagter Waffeln mit scheinbar „Federleichtem“ gestillt wird, was sich natürlich trotzdem flugs auf die Hüften legt…
    SIE WOLLTEN UNS VON ANFANG AN VERFETTEN.

  6. Babbeldieübermama Says:

    Zum essen sind die? 😯
    Da wundere ich mich seit Jahren warum die Verbindung nie zustande kommt und ich anschließend immer Schokolade an den Händen und Ohren habe.

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