Wochenplan

Morgen kommt die Kühlschrankweisheit.

Dann  folgt eine kleine Reihe poetischer Texte: „Fast eine Elegie“. Sie greift Geschehnisse auf, die lange zurückliegen. Das Unerfreuliche liegt lange zurück und schien bewältigt. Durch eine Begegnung vor etlichen Wochen, durch Telefonate und einen kurzen Mailwechsel trat das Unbewältigte wieder vors seelische Auge.

Wer meine Geschichte weiß, ahnt, worum es geht. Wer sie nicht kennt, soll wissen: Diese Klage ist rückwärtsgewandt. Sie hat mit der aktuellen Arbeit und den gegenwärtigen Freundschaften nichts zu tun. Meine Perspektiven, meine Hoffnungen bauen sich vom jetzigen Lebensmittelpunkt auf.

Ich kündige auch sonst nicht so etwas an. Aber diese Woche wird der Blog etwas ernster als gewohnt. Dafür ist er aktuell…

EIGENTLICH 2 wird davon nicht im Kern berührt.

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55 Antworten to “Wochenplan”

  1. Ellen Hoffmann Says:

    Ich weiß nicht, um was es geht. Aber ich weiß wie es ist, wenn die Vergangenheit einen einholt. Tröstend immer zu wissen, daß sie im Heute nicht mehr dazu gehört. Und ernste Themen im Blog sind genauso Leben wie anderes.
    Alles Liebe
    Ellen

  2. tmp Says:

    Ob die Vergangenheit heute nicht mehr dazu gehört, gerade wenn sie einen einholt – manchmal sogar überholt 😯 – kann ich nicht bedenkenlos unterschreiben, liebe Ellen…

    Das, was heute ist, wäre ohne die Vergangenheit gar nicht denkbar… Das Jetzt ist das Resultat des Gewesenen und Erlebten… Und wenns ganz dick kommt, träumst Du – wie ich – mehrmals pro Woche ganz ich nicht loslässt, reale Träume aus der Vergangenheit, die lässt Dich einfach nicht frei, so sehr Du Dich auch bemühst.

    Eines meiner schlimmsten seelischen Traumata liegt inzwischen mehr als zwanzig Jahre zurück. Es hatte schwerwiegende Folgen für die damals unmittelbare und späte Zukunft und heute habe ich., nicht nur mit meinen Albträumen, immer noch damit zu kämpfen.
    Da fällt es schwer, sich zu arrangieren… 😉

    • theomix Says:

      Manchmal kann das Vergangene ruhen, manchmal meldet es sich. und wer es schafft, Frieden damit zu schließen, ist glücklich zu schätzen…

  3. Ellen Hoffmann Says:

    @tmp: Klar, für mich hat sich viel verändert, weil ich durch die Psychotherapie vieles aufgearbeitet habe aus meiner Vergangenheit. Das Monster meines Lebens hat ein Gesicht und einen Namen bekommen und so kann ich sagen, daß heute ein anderes Leben ist als früher. 😉 Natürlich hat mich alles geprägt und zu dem gemacht, was ich heute bin, aber ich für mich kann sagen: Das Dunkle, das Böse, das Todessehnsüchtige von all den vielen Jahrzehnten gehört heute nicht mehr in mein Leben. Es wird manchmal noch ein bißchen lebendig, klar, durch bestimmte Menschen, Kontakte und Erinnerungen, aber dann weiß ich, daß es nicht mehr „dazu“ gehört.

  4. onebbo Says:

    Ich stimme da TMP zu: Wir sind das Produkt unserer Vergangenheit, ob sie dunkel oder hell war.
    Ob wir damit – so wie du Ellen – fertig geworden sind und es verarbeitet haben, ist ja eine andere Sache. Dennoch wärst auch du ohne das gesichtslose Monster nicht die Person, die du heute bist. Nur hat es zum Glück keine Schrecken mehr für dich.

    • theomix Says:

      wie ich gerade schrieb: Wie schwer fällt es oft, einen Strich zu ziehen, ein klares Ende zu finden. Um so besser, wenn es gelingt.

  5. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    gleich der ganze Wochenplan. Ich freu mich dann zuerst mal auf die Kühlschrankweisheit.
    Wenn es dann etwas ernster wird, lassen wir es so. Die Vergangenheit scheint manchesmal vergessen und manchmal lebt sie wieder auf, indem man an irgendetwas durch ein Wort oder eine Situation erinnert wird. Nur ist die Erinnerung oft anders als das damals Durchlebte.
    Ich glaube auch, dass die Vergangenheit uns geprägt hat durch Lebenssituationen , Gedanken, Erfahrungen und uns JETZT in der Gegenwart zu dem Menschen machen, wie wir augenblicklich sind. In der Zukunft kann sich das ja wieder ändern. Dann ist das HEUTE schon Vergangenheit…. Also , es wird spannend, ich „ahne“ was, ich warte mal GEDULDIG (auf die Post muss ich ja nicht mehr warten….) 🙂
    liebe Grüße
    Erika

    • theomix Says:

      Liebe Erika,
      gerade negative Erfahrungen taugen zum lernen besser, habe ich den Eindruck. was anderes, wenn es traumatisch ist und nicht bewältigt werden kann…
      Herzlichen Gruß, Jörg

  6. tmp Says:

    Liebe Ellen, ich bewundere Menschen, denen es – wie auch immer – gelingt, die schlimmen Zeiten der Vergangenheit irgendwie aufzuarbeiten und zu bewältigen…
    Das kann mancher besser als ein anderer…
    Aber die Erfahrungen sind gemacht und unauslöschlich… bestenfalls verblassen sie mit den Jahren etwas…
    Das ist wie mit den Falten im Gesicht und an anderen Stellen unseres Körpers…
    Mit der Zeit werden es unweigerlich mehr und sie prägen unseren Phänotypus ganz charakteristisch und einzigartig, aber los wirst Du sie nie wieder… 😉

    • Wolfram Says:

      Richtig. Aber alte Menschen ohne Falten sind irgendwie unwirklich, persönlichkeitslos… gerade die Spuren, die das Leben in jeder Form an uns hinterläßt, machen uns zu dem, was wir sind.
      Nachher kommts natürlich darauf an, wie wir mit den schweren Spuren, den Verletzungen und Narben zu leben vermögen.
      Aber ob Reinhold Messner seine Bergerfahrungen abgeben würde, um seine Zehen wiederzubekommen?

    • theomix Says:

      Die Erfahrungen kommen und hinterlassen spuren. da hast du recht…

    • Ellen Hoffmann Says:

      Nun, es ist ein wenig wie ein „anderes“ Leben, das, was war. So wie man weiß, man war als Kind im Kindergarten, dann in der Schule, so war eben jene Zeit ein Teil meines Lebens, ist aber vorbei. Wie gesagt, alles prägt einen, auch dies, aber es ist vorbei. Daß es zwischendurch in Erinnerung kommt oder auch mal nochmal unangenehm nahe rückt, das stimmt schon. Aber dann darf ich nicht zurückfallen, denn dann falle ich in jene (dunkle) Zeit zurück. „Zurück“ ist eben „vorbei“. 🙂

      • theomix Says:

        Das heißt dann, es ist Abstand da. Bei meinen Erinnerungen zeigt sich, es wird wider etwas aktuell. es regt sich, und der Verdacht legt sich nahe, es wäre eigentlich nie weg gewesen. Das stimmt und stimmt auch nicht.
        Die Psychologen haben wohl recht, dass das Unbewusste gefüttert wird mit den vielen unbewältigten Geschichten. Ob ihre Deutung immer so stimmt?

        • Ellen Hoffmann Says:

          Dann war es nicht „weg“, kein Abstand erreicht, kein Loslassen, sondern es war nur „zugedeckt“ durch andere, neue Dinge. Und nun lupft jemand die Decke und zieht ein bißchen dran, und schon kann man das Alte wieder sehen und spüren. Vielleicht so?

        • theomix Says:

          Na, die „Alte Schule“ meint ja, das Bewusstsein sei nur die Spitze des Eisbergs, der unten das Unbewusste ist.
          Wir haben im Grunde nur die Möglichkeit das Bewusstsein zu steuern und mit dem anderen gut klar zu kommen.

  7. freidenkerin Says:

    Genau betrachtet gibt es im Grunde genommen gar keine Gegenwart. Sondern nur Vergangenheit und Zukunft. Denn die Zeit fließt ja unaufhörlich. Die Buchstaben, welche ich grade eben geschrieben habe, gehören bereits der Vergangenheit an, obwohl sie klar und deutlich – so hoffe ich! – zu lesen sind… 😉

    • onebbo Says:

      Wenn es keine Gegenwart gäbe, würde sie es nicht als Zeitform in allen Sprachen geben. Die Gegenwart, das Präsenz, ist die meistgebrauchte Zeitform.

      Und während ich hier schreibe, bin ich in der Gegenwart eines Blogbeitrags. Von der Sicht des Buchstabens aus nur ist es Vergangenheit. Gegenwart ist also eine Frage der Perspektive und des Blickwinkels!

      • freidenkerin Says:

        Oh, es tut mir unendlich leid, hier meinen unqualifizierten, ungebildeten Beitrag hinterlassen zu haben.
        Wird nicht wieder vorkommen!

        • theomix Says:

          Wer hat hier deine Bildung oder Qualifikation in Frage gestellt? Ich kann deine Reaktion nicht ganz nachvollziehen, entdecke keine persönlichen Angriffe. Nur einen Widerspruch.

      • theomix Says:

        Da merke ich einen Bruch zwischen Grammatik und Psyche. Oder ist in der Sprache deutlicher das Bedürfnis statisch sein zu können. Es IST eben, und nicht nur es „war“ oder „wird“…

      • Wolfram Says:

        Nicht in allen Sprachen macht man diese Unterscheidung. Das Präsens (übrigens mit s, die Präsenz mit z ist Gegenwart im Sinne von Anwesenheit) existiert in allen Sprachen des europäischen Raumes, soweit mir bekannt ist. Aber die semitischen Sprachen kennen prinzipiell nur zwei Zustände: „vollendet“ oder „unvollendet“. Ob jetzt, vorher oder nachher, entscheidet der Zusammenhang. (Wenn ich richtig verstanden habe, gibt es da aber auch einen gewissen Kulturkolonialismus: bestimmte Modusformen werden gedanklich zu Zeitformen gemacht, um mit der Weltunsprache synchronisiert werden zu können.)

        Alles, was lebt, würde ich übrigens im Imperfekt konjugieren – aber was vergangen ist, im Perfekt. Manchmal sogar im (semitisch nicht existenten) Plusquamperfekt: man hat es voll und ganz über…

        • tmp Says:

          Leider gibt es nur noch wenige Menschen, die die im Deutschen möglichen und relevanten Zeiten grammatikalisch richtig einzusetzen im Stande sind. Da muss man mit der einfachen Vergangenheit, der simplen Gegenwart und, oh Wunder, dem ersten Futur schon ganz zufrieden sein, wenn´s denn überhaupt kappt… 😉

        • theomix Says:

          @Wolfram:
          ein Lehrstuhl für grammatikalisch Philosophie muss her.. Ernsthaft ist es sehr interessant, durch die Struktur der Sprache etwas über dass Denken der Sprecher zu erfahren.

          @tmp:
          So könnte es gewesen sein 😉

    • tmp Says:

      Du meinst, dass die Gegenwart im Vergleich sooo kurz ist, dass eigentlich immer nur wirklich Vergangenheit oder Zukunft herrschen..?? 🙄

    • theomix Says:

      Augustin sagt das über die Gegenwart wie über die Zeit insgesamt. Die Gegenwart ist ein Moment, der sich nicht festhalten lässt.

  8. Sylvia Says:

    Atmen kann ich aber nur – Jetzt ! 😀

    Und nicht gestern und nicht morgen.

    Deshalb ist Schlafen auch ein interessanter Zustand, da vergeht die Zeit auch, es wird weitergeatmet, aber wir merken es nicht. Wir leben da einfach weiter, ohne es zu bemerken. 😯

    Heut hab ich wieder meinen philosophischen Nachmittag :mrgreen:

    • tmp Says:

      Aber es heißt ja auch, „Der Schlaf ist der Bruder des Todes…“ 😯 , also solltge man diesen Zustand nicht per se so toll finde, finde ich… 😉

    • theomix Says:

      Aber in einem Atemzug ist die Gegenwart schon wieder vorbei bzw.wieder neu. Da schon wieder! Und schon…
      Na gut, lassen wir das.
      Der Bezug zum Atem ist ein interessanter Gesichtspunkt.

  9. Sylvia Says:

    Atem = Meta

    Atemebene = Metaebene ?

  10. tmp Says:

    Auch nur ein Übergangszustand, oder..??

  11. Erika Says:

    wenn Ihr zu lange den Atem auf der Metaebene anhaltet,
    seid Ihr bald vergangen 😦 und Eure Zukunft steht in den Sternen 🙂

  12. tmp Says:

    Genau…!! Danach kommt dann die berüchtigte „Schnappatmung“… 😯
    Ist auch nicht so toll… 😦

  13. Erika Says:

    wie süüüß danke 🙂

    Schnappi nimmt das Leben leichter …… es schnappt nur…..
    schnappende Abendgrüße
    Erika 🙂

  14. werner Says:

    Mein Wochenplan ist diese und nächste Woche durch den Besuch unserer Zochter und ihrer Kinder geprägt. Ich werde mich deshab noch mehr als sonst zurückhalten.

    Werner

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