Sehe ich richtig?

Am Montag war ich im großen schwedischen Einrichtungshaus im Süden Kölns. Auf der Ausfahrtschleife fahre ich plötzlich auf einen Riesenkasten zu, der plakatiert ist mit „Robert Ley Outletcenter„.

Hoppla, sehe ich richtig? Ist der Führer der Deutschen Arbeitsfront und damit auch der Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ nun gewürdigt, schicken Uniformen braunen Glanz zu verleihen? Oder ist eine harmllose Doppelung die Ursache, hat etwa ein namensgleicher englischer Wollhändler eine deutsche Depandance gegründet?

Die Wahrheit liegt, wie so oft, auf der Mitte. In Euskirchen, in der Nordeifel,  gründete ein gewisser Carl Ley 1893 ein Bekleidungsgeschäft. Der Enkel Robert übernimmt 1953 die Firma und gründet  gleich ein paar Filialen. Und so weiter.

Da der Enkel bei Geschäftsübernahme vermutlich über 20 Jahr alt war, ist die Familie aus dem Schneider. Obwohl, die Namensgleichheit, ist die nur mir aufgefallen?

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16 Antworten to “Sehe ich richtig?”

  1. mialieh Says:

    Da siehst du mal – mir wäre das nicht aufgefallen… du bist halt gebildeter als ich!

    Hast du im Süden Kölns dann gleich das ganze Haus dazu gekauft – im neuen Ikea-Haus?

  2. onebbo Says:

    Geht mir wie Mialieh. Selbst jetzt, wo du darauf hinweist, sagt mir der Name gar nichts.

  3. tmp Says:

    Vielleicht tröstet Euch ja die Einsicht ein wenig, dass man eben nicht alles wissen kann… 😉

    Ich frage mich nur, wie jemand mit einem so englischen Namen wie „Robert Ley“, also der KdF-Mensch natürlich, damals in Deutschland Karriere machen konnte..?? 🙄

  4. tmp Says:

    Mir war der Name immer hin schon mal begegnet, vor allem im Zusammenhang mit den Nürnberger Prozessen, vor denen sich Robert Ley schnell noch das Leben nahm…
    Ein an sich unguter Mensch, besonders als echter Hardliner in der „Judenfrage“… und bekannt durch kompromisslose und radikale Reden, die den Nationalsozialismus über alles erhoben… 😦

    Ich kann mir Jörgs Verwunderung, diesen Namen heute groß auf einem Schild zu lesen, sehr wohl vorstellen… 😉

  5. tmp Says:

    „Robert Ley OUTLET-Center“ hört sich da in der Tat schon etwas sehr merkwürdig an…

  6. theomix Says:

    @mialieh:
    Nationalsozialismus habe ich 3 mal in der Schule durchgenommen und mich auch danach damit beschäftigt. Irgendwas bleibt dann halt hängen.

    @onebbo:
    Dann wird es jetzt Zeit… 😉

    @tmp:
    Danke fürs Mitgefühl. In einem Kaffee Hitlertorte auf der Speisekarte zu finden. Der Effekt ist vergleichbar.

  7. onebbo Says:

    @theomix:
    Ich habe auch die NS-Zeit in der Schule reichlich verpasst gekommen. Vielleicht war das eher kontraproduktiv, womit ich nicht meine, dass ich braune Tendenzen habe 😉 , aber es hat das Zuhörenmögen an die Sättigungsgrenze getrieben.

  8. tmp Says:

    Das ist schon eigenartig…

    Ich bin in Schleswig-Holstein zur Schule gegangen und war in meiner Heimatstadt von 1966 bis 1975 auf dem Gymnasium, aber im Geschichtsunterricht hörte der Stoff mit der Gründung der Weimarer Republik ruckartig auf und ging erst 1948/49 mit der Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften ( LPG ) in der „DDR“… 😯

    Dazwischen ist ein großes Schwarzes Geschichtsloch…im Ernst !!

  9. tmp Says:

    Da fehlt ein „weiter“… 😦

  10. tmp Says:

    @theomix…

    Hitlertorte kenne ich nicht..!! 😯
    Schmeckt die überhaupt..?? 🙄

    Ich kenne nur die „Hitlersäge“…
    So wurde damals das von den Aliierten sehr gefürchtete Maschinengewehr der Wehrmacht und der SS auch genannt… 😉

  11. Claudia Says:

    Ich finde das ziemlich schwierig. Der Robert Ley mit dem Outlet-Center, was immer das genau sein mag, hat sich seinen Namen nicht ausgesucht; soll er ihn nicht mehr nutzen dürfen, weil auch ein schlechter Mensch so hieß? (Daß ich übergroße Reklametafeln generell gräßlich finde, hat damit nichts zu tun.)
    Aber dann denke ich wieder, hieße der Mann nun Adolf Hitler, wäre ich sofort und sehr vehement gegen eine Reklametafel mit seinem Namen. Wo soll man eine Grenze ziehen? Soll man überhaupt? Für wie lange darf niemand sein Kind nach dem Maler Menzel oder dem Freiherrn Knigge oder dem seliggesprochenen Pater Kolping nennen?

  12. theomix Says:

    @onebbo:
    Ja, schade.

    @tmp:
    Ich habe 1977 abi gemacht, schau an.
    Die torte war jetzt meine erfindung, als anaologie zum outletcenter…

    @Claudia:
    Das ist schwierig, ohne frage. Mir lag daran meinen eindruck zu schildern. eine lösung habe ich auch nicht. Wenn ich sehe, wie viele mit dem Herrn Ley nichts negatives verbinden, dann hat es ja in dem fall vielleicht was gutes. (Vor allem aus sicht der bekleidungsindustrie 😉 )

  13. Wortman Says:

    Ich schätze mal, die Namensgleichheit ist garantiert noch mehreren aufgefallen 😉

  14. theomix Says:

    In den kommentaren spür ich nichts davon…

  15. Wortman Says:

    Um ehrlich zu sein, ohne deinen Beitrag hätte ich es das auch nicht gewusst 😉

  16. theomix Says:

    Dann muss ich weiter warten…

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