Eindeutig

Fünf Jahre Hartz Vier.

Das nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband zum Anlass, Bilanz zu ziehen:
http://www.5jahre-hartz4.de [Seite existiert nicht mehr.]

Kurz und knapp: Das Ergebnis ist vernichtend. Der Hauptgeschäftsführer bewertet Hartz IV als „gescheitert“.

Eigentlich wundert das nicht, wenn ein Sozialverband das sagt. Aber wer ist „Der Paritätische Wohlfahrtsverband“? Die Restesammlung aller sozialen Wohlfahrtseinrichtungen, die nicht unter ein konfessionelles oder weltanschauliches Dach passen: Von den Adventisten zu den Freimaurern, von der ostalgisch anmutenden Volkssolidarität zum eher staatstragenden Bundeswehr-Sozialwerk. Und natürlich noch ganz viele weltanschaulich neutraler Werke und Einrichtungen. Also wirklich keine einheitliche „Truppe“.

Da gibt diese Bilanz zu denken. Für eher nachdenkliche Momente empfehle ich die Lektüre.

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13 Antworten to “Eindeutig”

  1. mialieh Says:

    Es ist ja nicht so, als hätte man es nicht schon vorher (und viele sagen sogar VOR der Einführung von hartzIV) geahnt… aber das eben noch mal so geballt zu lesen, ist doch auch erschreckend!

  2. Babbeldieübermama Says:

    Mialieh hat recht. Es ist wirklich erschreckend, was mit Arbeitslosen gemacht wird. Wo bleibt der laute Aufschrei der Massen?
    Es wird geredet, geredet, aber nichts unternommen.

  3. mialieh Says:

    http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/home/

  4. mialieh Says:

    und das: kann man sich auch mal angucken…

  5. theomix Says:

    @BbdÜM:
    Den Aufstand der Massen erlebst du nur noch bei der WM der Sumo-Ringer. Was nützt die beste Marxsche Analyse, wenn es keine Utopie mehr gibt, für die ein Aufstand sich lohnt?

    @mialieh:
    Diese Initiative hat was.
    Das Video ist jetzt nicht so elektrisierend. Auch wenn Prof. Oevermann Richtiges sagt.

  6. onebbo Says:

    @theomix:
    Mag sein, dass Oevermann Richtiges sagt, aber es ist schwierig, es zwischen all den „äh“ zu entdecken….

  7. mialieh Says:

    ja theomix und onebbo. Das Leben ist zwar ein Krimi, aber man kann nicht immer die elektrisierenden und die wichtigen Aussagen in eins packen. Er ist eben kein Demagoge, der Oevi… ich fand es dennoch interessant. Es gibt auch weitere Initiativen dieser Art. ich finde sie auch interessant.

  8. theomix Says:

    @onebbo:
    Das „Äh“ hat bei der Unesco den Antrag als Weltkulturerbe gestellt 😉

    @mialieh:
    Ich will auch keinen Oskar Laffentäne stattdessen. Aber so in dem Rahmen der möglichkeiten wären knackige 3 Minuten erfreulicher. Aber da es die nicht gibt, nehmen wir eben Oevi in 7’40“.

  9. monalisa50ff Says:

    Was ist der Paritätische Wohlfahrtsverband? Er ist in Deutschland einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände, denen man als sozialer Verband angehören muss, um als gemeinnütziger Verein anerkannt zu werden. (Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Caritas,Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, das Deutsche Rote Kreuz und der Paritätische sind diese sechs.)
    Man sollte allen Menschen das zum Leben geben, was sie brauchen.
    Hartz IV ist dafür nicht genug.
    Freundliche Grüße sendet Mona

  10. Claudia Says:

    Die Grundsicherung ist finanzierbar durch 1. Streichung überflüssiger Steuererleichterungen (also nix da mit „baufälliges Haus kaufen, damit mans vergammeln lassen kann und von der Steuerersparnis die Villa finanzieren“ und ähnlichen legalen Betrugsmodellen) und 2. durch Streichung des Arbeitslosengeldes I und II und der Sozialhilfe (das ist ja dann nicht mehr nötig).
    Zuverdienst ohne Aufrechnung (also ganz normal Geld verdienen) ist dann möglich, aber nicht unbedingt nötig – Arbeitslosigkeit verliert den Schrecken.
    Problematisch ist, daß unter diesen Umständen Arbeitgeber die Löhne noch stärker drücken könnten – wenn die Verkäuferin von Hause aus genug hat, nicht verhungert unter den Tresen zu fallen, langen ja drei Euro pro Stunde, wird mancher denken. Es muß also gleichzeitig eine gesetzliche Mindestlohnregelung geben.

    „Hartz IV“ ist längst zum Schimpfwort verkommen; ich habe erst kürzlich mit Wut in einem christlichen Magazin ein Interview mit einem Koch gelesen, der meinte, „Hartz-IV-Familien“ hätten keine Eßkultur und setzten ihre Kinder vor die Glotze. Meine ganz ehrliche Meinung zu Leuten, die sich so äußern, fällt unter die freiwillige Selbstzensur.

  11. theomix Says:

    @monalisa:
    Klar, der PWV ist einer der Großen. Er ist nächst dem DRK am wenigsten inhaltlich (weltanschaulich, religiös) gebunden. Er ist wirklich der „Reste-Verband“, durch seine Spannbreite an Mitgliedsorganisationen. Das DRK ist da eher zentralistisch.
    Es ist schwierig festzulegen, was ein mensch braucht. Aber davon ab ist Hartz IV zu wenig.

    @Claudia:
    Ein wunderbar übersichtliches Konzept. (Biete dich Prof. O. als Ghostwriter an.)
    Der Schimpfwortcharakter kann man den elitären (oder elitär sich dünkenden) Kreisen nicht abgewöhnen. Früher schimpfte man dann über die Sozialhilfe-Empfänger…

  12. freidenkerin Says:

    Ich wünsche niemandem, einmal Hartz-IV beziehen zu müssen.

  13. theomix Says:

    Das glaube ich gern. Für viele war sozialhilfe schon zu wenig. Jetzt erst recht.

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