„Wie schade!!“

Das mailte mir eine Freundin zum Tod von Lhasa de Sela. Mit 37 Jahren an Brustkrebs gestorben.

Bevor mich dank WDR 5 Miss Platnum mit ihrer Lebenslust angesteckt hat, bin ich durch diesen Sender auf Lhasa gestupst worden. Lhasa: Meist melancholisch, aber mit kraftvoller Stimme, auf Englisch, Französisch oder Spanisch. Vielfältig, weil sie aus einer Zirkusfamlie kam.

Ihre Biografie fand ich so reizvoll, habe nach wenigen Hörproben die CD „The Living Road“ bestellt und fand die Musik – exzentrisch und betörend. Kein Mainstream. Drei CDs hat sie insgesamt produziert.

Wie schade, dass keine weitere folgen wird.

Hier das Stück „My Name“ mit dem Plattencover von „The Living Road“.

Die CD wird eröffnet von dem Stück „Con toda palabra“ – hier ein Video mit Lhasa selbst…

Werbeanzeigen

Schlagwörter: , ,

16 Antworten to “„Wie schade!!“”

  1. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,
    noch nie gehört, aber eine sehr schöne, traurige Musik… die ich zur Zeit jedoch nicht hören kann… ich suche das LEBEN…
    Ihre Musik wird bleiben… das ist ein kleiner Trost…
    Herzliche Grüße, Elisabeth

  2. BodeständiX Says:

    Diese exzellente Sängerin kannte ich nicht. Fantastische Stimme. Da muss ich mir gleich die entsprechenden CD’s besorgen. Danke für den Hinweis und traurig, dass sie so früh gehen musste.

  3. tmp Says:

    Irgendwie ist es Immer zu früh… 😉

  4. freidenkerin Says:

    Faszinierende und eindringliche Stimme. Der Sinn, der hinter ihrem frühen Gehen steckt, bleibt uns verborgen.

  5. theomix Says:

    @Elisabeth:
    dein Grund ist vermutlich auch meiner, warum ich bei Miss Platnum „Hängen“ geblieben bin und diese CD von Lhasa die einzige blieb—
    Aber wo ich daran erinnert werde und an ihre Musik denken – ja, auch melancholisch gibt es einen wilen zum leben. das war beim Erscheinen nicht „prädsisponiert“, dass es so enden würde…
    Liebe Grüße, Jörg

    @BodeständiX:
    Schön, das es dir auch gefällt…

    @tmp:
    Bis zum 90. Geburtstag fast immer.

    @freidenkerin:
    Da hast du Recht. Ich bestehe sogar darauf, dass es verborgen bleibt. wir würgen uns einen ab, wenn wir es zu erklären versuchen. Ich bin da sehr beharrlich. Ich kann auch bei Beisetzungen nichts erklären, wenn der Tod grausam und zu früh zuschlägt.

  6. freidenkerin Says:

    Es ist gut so, daß uns dieser Sinn verborgen bleibt. Stell dir nur vor, wir wüßten vorab den Grund unseres Todes, die Welt wäre ein noch größeres Chaos, als ohnehin schon herrscht.

  7. theomix Says:

    Das wär genauso übel wie das genaue Datum vorher zu wissen…

  8. mialieh Says:

    ja, das ist ähnlich tragisch wie bei eva dassidy: gleiches alter, gleiches talent, gleiche todesursache.

  9. theomix Says:

    Die wiederum kenne ich nicht. Aber Wikipedia hat geholfen…

  10. Sylvia Says:

    Sehr beeindruckendes Video, eine ebensolche Stimme & Stimmung, die da rüberkommt.

    Ich find auch, dass das zum Leben dazugehört, das Abtauchen.

    @freidenkerin: Darüber hab ich auch schon oft und viel nachgedacht. Vielleicht hülfe (was für ein Wort 😯 ) es aber auch gleichzeitig, bewußter zu leben und die Dinge eher in Angriff zu nehmen, nicht dies und das nach „hinten“ zu verschieben, auf irgendwann dann halt. Ich hab mal den Lebenslauf von der Frau vom Hajo Banzhaf (Tarotexperte) gelesen, ihr wurde ein Gehirntumor diagnostiziert, woraufhin sie Hajo heiratete und sie haben dann gemeinsam alle Wunschreisen gemacht und eine sehr intensive Zeit miteinander verbracht.

    Den Termin gibt es ja. Aber oft wird so gelebt, als ob man für alles endlos Zeit hätte.

    Interessant, was das GENAUE Wissen über diesen Zeitpunkt rückwirkend für Auswirkungen hat.

    Oder ?

  11. freidenkerin Says:

    @Silvia: Stimmt, dieses Kopf-in-den-Sand-stecken-Gehabe, wenn es um anstehende, notwendige medizinische Untersuchungen geht, verstehe ich auch nicht recht. Ich hab so einen Fall grad im Freundeskreis – ein Freund, der bereits eine Operation am Hoden hinter sich hat, weil dort etwas wuchs, was da halt nicht hingehörte, drückt sich seit Monaten davor, sich einem Facharzt anzuvertrauen, obwohl eben in jener Gegend schon wieder etwas Fremdartiges am Wachsen ist. Er schlägt auch stets gutgemeinte Mahnungen und Ratschläge in den Wind. Was soll man in solch einem Fall tun? Der Bursche ist 43, ich kann den doch nicht fesseln und zum Arzt schleifen, obwohl ich solches liebend gerne tun würde!
    Es kann aber auch sein, daß das Wissen über den Todeszeitpunkt das Gegenteil von dem bewirkt, was du beschreibst. Meinem Vater ist’s so ergangen, als er vom Urologen erfuhr, daß ihm im Höchstfall noch ein Jahr verbleiben würde. Papa hat nach dieser Diagnose praktisch aufgehört zu leben. Nur den unablässigen Bemühungen meiner Mutter ist’s zu verdanken, daß er sich wieder dem Leben zuwandte. Und das ihm prognostizierte Ende um über dreizehn Jahren überlebte.

  12. theomix Says:

    @Sylvia:
    Lhasa hat(te) was schweres bis Schwermütiges, das hat mich an „The Living Road“ beeindruckt.
    Und abtauchen? Würde ich manchmal auch ganz gern 😉

  13. Sylvia Says:

    @freidenkerin: Stimmt, die einen geben auf, die anderen nutzen die Zeit.

    Aber jeder von uns hat ja eben noch eine bestimmte Zeit, bloß das „Wissen“ um das Ende macht den Unterschied und nicht das Ende selbst, weil das ja feststeht.

    Mein Onkel ist am 22. Dezember verstorben, hatte vorher gar keine Beschwerden, dann wurde der Tumor durch „Zufall“ festgestellt und zwei Wochen später war er tot, noch bevor er einen Termin beim Onkologen hatte. Manchmal frag ich mich schon, was dieses Wissen mit dem Menschen macht.

    Das medizinische Ende vorauszusagen, find ich furchtbar, zumal sich der Arzt nach meinem Dafürhalten schon mit dem Menschen auseinandersetzen sollte, i.S.v „Was verträgt der Patient ?“ Ist Kraft da ?

    Ich hab mal eine Dame gekannt, der haben sie auch gesagt, dass sei nur mehr zwei Monate zu leben hätte, Leukämie, sie hat dann komplett mit fester Nahrung aufgehört, die Breuss Saft Kur gemacht und wurde wieder gänzlich gesund. Man hat sie dann in der Ärzteschaft als Quasi Wunder herumgereicht, aber wodurch sie gesund wurde, das hat man verschwiegen.

    @theomix: Ja, die Tiefen haben was und sind auch Teil vom Leben, – ein sehr intensiver, wie ich finde, wenn die Kraft nach innen geht. 😉
    Das Video drückt das echt sehr schön aus, wie sie absinkt, am Grund weitergeht und dann wieder aus den Tiefen auftaucht …

  14. theomix Says:

    @Sylvia:
    Ich glaube, die Tiefen lassen einen die Täler auch um so besser genießen.
    es ist schon ulkig: Dieses Video kannte ich bis vorgestern gar nicht, aber mit der Todesnachricht frage ich mich: enthält es eine „Botschaft“?…

  15. Sylvia Says:

    Ich denk die Botschaft ist die, die man sich rauszupft. 😉

    Für mich ist es interessant, welchen Stellenwert unser Bewußtsein (Gedankengang) hier hat.

    Eine Aufforderung als das zu tun, was man gerne probieren möchte, die Zeit zu nutzen, weil wir alle nicht wissen, wie lange die irdisch dauert.

    Und es kann für jemanden, der den Tod prognostiziert bekommt, die Lebenszeit länger sein, als für den Arzt, der vielleicht am nächsten Tag einen Unfall hat.

    Weißt du, das ist auch genau die Stelle, an der ich mit diesen ganzen divinatorischen Systemen einen inneren Kampf fechte.

    Im Bazi Suanming – der Schicksalsberechnung nach den 8 Zeichen – das aber nur ungefähr 60% festlegt, ist es ja verpönt – aus ethischen Gründen – den Todeszeitpunkt zu berechnen.

    Aber irgendwie ist es während eines Seminares dann doch passiert. Würgs.
    Ein Bekannter kam zufällig zum Kurs, betrachtete so, waswirdenndasorechnen und erzählte von einer Freundin in Amerika, die verstorben ist, sagte aber nicht, wann das war und ob man das in den acht Zeichen sehen könne.

    Er wußte das Geburtsdatum, weil er mit ihr aufgewachsen war und Manfred begann zu rechnen …

    Schließlich nannte er das Sterbejahr und das stimmte. Unser Besucher wurde blaß und wir auch.
    Das Ungewöhnliche an dem Krankheitsverlauf war, dass er so rapide schnell verlief, das zeigte sich in einer totalen Schwächung, eigentlich einem Zusammenbruch der sogenannten *Tagesdominate* der Verstorbenen.

    Gegenstrategien wären möglich gewesen, das ist das Tröstliche an dem System, dass es konstruktiv auf Stärkung des Menschen ausgelegt ist. Und da jeder was anderes braucht, eben aufgrund seiner Veranlagung, ist nicht für jeden jede Therapie geeignet, was der Alltag auch zeigt.

    Zu Botschaft fällt mir noch ein, dass bei mir dann oft das im Schatten liegende, in den Täler vor sich hin Schlummernde, getroffen wird und um Zuwendung bittet.

    Ich erlebe es so, dass der Tod noch immer ein bisserl Tabuthema ist, weil unangenehm, wie auch viele andere Themen, die aber dadurch nicht aufgehoben, sondern bloß nach hinten oder unten verschoben werden.

    Die Schattenspieler – sozusagen.

  16. theomix Says:

    Bazi Suaming, … da kannst du mir Homo scepticus mal erklären, was DEINE Skepsis überzeugt hat…
    Ansonsten nehme ich gerne „psychische Kräfte“ als Erklärung, wenn es kein Zufall ist.

    Was du zur Botschaft schreibst, gefällt mir. Das Thema Tod verweigert sich mir, verdrängt zu werden, berufsbedingt 😉

Kommentare? Gerne! (Wer nicht die IP-Adresse hinterlassen will, darf nicht kommentieren.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: