Deutlich kritisiert

Die Neujahrspredigt von Bischöfin Margot Käßmann ist in die Kritik geraten. Sie spricht Afghanistan an und vermisst zivile Perspektiven. Die Politik reagiert zumeist gereizt. Als lutherische Bischöfin weiß sie sehr wohl Luthers Haltung, dass sich die Welt mit der Bergpredigt nicht regieren lässt. Und wir sind auch nicht wie vor 27 Jahren vor der Alternative „Ganz oder Gar nicht“.

Ein guter Blog-Kommentar findet sich hier. Der hat mir einiges an argumentativer Arbeit abgenommen. (Danke dafür.)
[Link funktioniert nicht mehr. Schade.]

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18 Antworten to “Deutlich kritisiert”

  1. freidenkerin Says:

    Die Predigt von Margot Käßmann hat um ein Vielfaches mehr meine Zustimmung gefunden als jene vom Papa Benedetto, in welcher er wieder mal den Weltfrieden ausdrücklich erwähnt hatte, wobei die Vatikanbank, die ja ebenfalls ihm untersteht, bis zum heutigen Tag noch nicht die geringsten Anstalten gemacht hat, die 30%ige Beteiligung an einem europäischen Rüstungsunternehmen zu verkaufen.

  2. tmp Says:

    Was..?? 30% an einem Rüstungskonzern..?? Ungeheuerlich !!! 😦

    Ich habe die Predigt von Frau Käßmann nicht gehört und auch noch nicht gelesen. Allerdings habe ich neulich das „Kamingespräch“ mit ihr, das Elmar Theveßen auf Phoenix geführt hatte, angeschaut und da wurden ebenfalls ihre Auffassung und Meinung zu Afghanistan und einigen anderen „wichtigen“ Themen deutlich. Das war mir überwiegend sehr sympathisch. Insbesondere die Gelassenheit Frau Käßmanns gegenüber leicht provozierenden Fragen des Interviewers… 😉

  3. theomix Says:

    @freidenkerin:
    Frau Bischöfin hat von vorneherein eine Punktevorschuss bei mir. Aber ich bin ja nun befangen.
    Übrigens gibt es auch evangelische Banken. Allerdings bemüht man sich mittlerweile, ethische Kriterien für die Anlagefonds anzuwenden.

    @tmp:
    Sie ist medienwirksam, und deshalb wurde sie auch zur Ratsvorsitzenden gewählt. Und allem Unkenrufen zum Trotz, sie hat auch was zu sagen.

  4. Sylvia Says:

    Mir gefällt die Seite, auf die du verlinkt aus, überhaupt sehr gut.

  5. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    danke für die Hinweise und Links. Mir ist Frau Käßmann sehr sympathisch, ich habe an meinem Geburtstag das Buch von ihr
    „Wurzeln, die uns Flügel schenken, Glaubensreisen zwischen Himmel und Erde“ geschenkt bekommen.Sie macht Mut, sich auf den Glauben neu einzulassen und bezieht die Problematik des heutigen Lebens mit ein.
    Liebe Grüße
    Erika

  6. theomix Says:

    @ Sylvia:
    Da sind zwei Seiten verlinkt. Die eine ist ganz gründlich und ausführlich. Die andere ist recht ausgefallen und teilweise sehr hintergründig. du meinst, vermute ich, die zweite.

    @Erika:
    Auch ihr neuestes Buch ist sehr gut. Sie hat eine sehr verbindliche art.
    Liebe Grüße, Jörg

  7. Mailin Says:

    Nun ja, sie wird mir auch von Tag zu Tag sympatischer, obwohl ich gestehen muss, dass ich sie bisher immer erfolgreich übersehen habe. Menschen, die was zu sagen haben, begegne ich immer eher kritisch 😉

  8. theomix Says:

    Wer was zu sagen hat, wird kritische Blicke aushalten…

  9. freidenkerin Says:

    @tmp: Doch, ja, das ist leider eine Tatsache. Als es vor gut fünfundzwanzig Jahren von einem amerikanischen Journalisten, Autor des Buches „Im Namen Gottes?“, welches den Tod des „Dreißig-Tage-Papstes“ Johannes-Paul I. zum Thema hatte, zum ersten Mal erwähnt worden war, hatte der Vatikan dies natürlich vehement abgestritten. Aber mittlerweile hat sich heraus gestellt, daß dem wirklich so ist.

    Auch mir wird die Frau Margot Käßmann zunehmend sympathischer. Ich mag sie mittlerweile sogar sehr. Sie ist kompetent, nennt die Dinge beim Namen, macht einen sehr ehrlichen, aufrichtigen und geradlinigen Eindruck und sie führt nicht ununterbrochen fromme Sprüche im Munde.

  10. Frank Says:

    Danke für den Link. Auch wenn ich ihr nicht immer zustimme, schätze ich Bischöfin Käßmann mittlerweile sehr. Dass ihre wenigen Sätze zu Afghanistan ein solches Echo hervorbrachten, zeigt ja, dass die Stimme der Kirchen immer noch gehört wird. Insofern ist die viele Kritik doch auch ein gutes Zeichen.

  11. Claudia Says:

    Auch ich hatte von der Bischöfin bisher kaum mehr wahrgenommen als das Amt und bin von dieser Ansprache sehr beeindruckt.
    Die Kritiker müssen sich die Frage gefallen lassen, ob das Bundesheer ebenso hart und diszipliniert gedrillt ist wie einst die sowjetische Armee. Wenn ja – warum wollen sie dann mehr erreichen können als jene? Wenn nein – was um Gottes Willen wollen sie dann in einer 1200 km langen, 4000 m hohen Steinwüste ausrichten können?
    Ganz unabhängig von ethischen Bedenken ist es auch aus strategischer Sicht Irrsinn, Soldaten dorthin zu schicken.

  12. theomix Says:

    @freidenkerin:
    Für mein Verständnis ist sie fromm – da braucht sie keine entsprechenden Sprüche.

    @Frank:
    Auch diese Bewertung teile ich.

    @Claudia:
    Die Bedenken mehren sich. Da werden die Vertreter des Einsatzes kritisch gegenüber solcher Kritik…

  13. tmp Says:

    Die Rüstungsindustrie ist volkswirtschaftlich und in ihren Auswirkungen auf unser tägliches Leben einfach zu „wichtig“ bzw. bedeutsam… deshalb muss sie immer wieder mit ein paar begrenzten militärischen Konflikten am Laufen gehalten werden und neuen Schwung bekommen…
    Irgendwo müssen ja schließlich neue Waffen, Fahrzeuge und sonstige Technologien ausprobiert und erprobt werden, sonst kann man sie nicht weiter verbessern…
    Dafür werden dann zuhause jetzt „Nackt-Scanner“ eingeführt, damit dem Steuerzahler, den den Wahnsinn finanziert, vorgekaukelt wird, es würde auch an der „Heimatfront“ etwas Sinnvolles geschehen… Nicht bloß in Afghanistan…
    [ Die Russen haben nach zehn erfolglosen Jahren gemerkt, dass sie diese Auseinandersetzung am Hindukusch zu einem russischen „Vietnam“ entwickelt jhatte. Die Deutschen sind einfach zu blöd, um das zu erkennen und glauben den Lippenbekenntnissen einer völlig korrputen afghanischen Oberschicht… ]

    Dass dieser Nigerianer von Detroit unbehelligt ins Flugzeug kam, ist schon schlimm genug, aber die Fuzzis, die unsere Menschenrechte immer weiter einschränken wollen, haben sich wahrscheinlich vor lauter Freude in die Hände geklatscht. Es war ja um das Thema „Nackt-Scanner “ längst schon wieder viel zu ruhig geworden… Höchte Zeit, dass was geschah…
    Da stört es auch absolut niemanden, dass man Sprengstoff in Pulverform mit dieser sog. „Sicherheitstechnik“ gar nicht aufspüren kann, schon gar nicht, wenn er wie zum Beispiel Drogenkurriere das seit Jahrzehnten gern machen, IM Körperinneren transportiert wird…

    Und es ist doch überaus praktisch, dass der junge Afrikaner unmittelbar bei seiner Verhaftung bereits verlautet hat, dass er von Al-Kaida im Jemen trainiert und beauftragt wurde… Was für eine Überraschung !!

    Da haben Amerikaner und Engländer gleich einen guten Grund, einen neuen Schauplatz für eine weitere militärische Auseinandersetzung aufzumachen, wo sie wieder ihre Waffen erproben können, die seit dem Irak-Krieg modifiziert wurden…

    Wer da noch an „Zufälle“ glaubt, lebt in einer anderen Welt… 😦

  14. tmp Says:

    Ich denke immer nur an die inzwischen drei Dutzend „gefallenen“ deutschen Soldaten… Die sind für mich absolut ausreichendes Argument, gegen den Einsatz deutscher Kampf- und „Friedenseinheiten“ am Hindukusch zu sein… Das höchste Opfer dieser jungen Menschen hat die Sicherheitslage in Deutschland nämlich nicht um einen Deut verbessert… 😦

  15. tmp Says:

    Das hat jetzt eigentlich nur indirekt etwas mit Frau Käßmann zu tun, aber eben doch irgendwie… 😉

  16. theomix Says:

    Ja, nicht nur irgendwie. Die Zusammenhänge sind deutlich.

  17. freidenkerin Says:

    @tmp: Schau mal:
    http://freidenkerin.com/2009/12/30/was-ware-wenn/

    @theomix: Ich hoffe, du nimmst mir diese ausnahmsweise erfolgte „Eigenwerbung“ jetzt nicht übel. 😉

  18. theomix Says:

    Mach ich auch öfters (und frage dann noch nicht mal…). Gar kein Problem.

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