9. November und das Erinnern

Im Grunde finde ich es wichtig. Nur, heute habe ich nicht den richtigen Elan.

Ich habe vor vier Jahren eine Frauenhilfe zu diesem Datum gemacht. Es ist so etwas wie der deutsche Schicksalstag geworden. Und es sind  ernste Themen.

Aber hier und heute, auf meinem Blog, darf ich in aller Bescheidenheit an das reformierte Erbe erinnern: Besondere Festtage sind etwas von Menschen Gemachtes.

Das Grausen in der Kiste vor einem Jahr war nicht an den 9. November gebunden.
Und mein persönlicher Mauerdurchbruch war 1997, als ich zum ersten Mal gen Osten fuhr, mit der Bahn nach Görlitz. Es war nur zu  erahnen, wo früher die Grenzanlagen standen. Und gefalllen ist die Mauer für mich beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, als ich kreuz und quer durch die Stadt bin und Erinnerungen hochkamen aus den 70ern: Am Brandenburger Tor und am Reichstag war irgendwie alles anders gewesen.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es nach 71 Jahren immer noch erschreckend, wie stumm die meisten geblieben sind, als die Juden entrechtet wurden. Gerade in den Kirchen. Bei allen positiven Beispielen, die es  auch gab.

Und ich fand es letztes Jahr geschmacklos, dass Karnevalsvereine ihre Eröffnungs-Sitzungen auf den Abend dieses Tages verlegten. Es war ein Samstagabend. Den muss man ja zum Feiern nutzen… Nein, egal ist  mir das nicht.

Nachsehen möge man mir, dass ich mich am 9. November 1989 und am 3. Oktober 1990 nicht so richtig gefreut habe. Ich war eher besorgt. Ein Gutteil verantwortlich dafür war auch das Ende gewohnter politischer Strukturen. Das hat sich irgendwann gelegt, ich habe es relativieren können. Aber das ist ein weites Feld…

Festtage sind von Menschen gemacht. Erinnerung ist wichtig. Und manchmal sind es nur noch solche Tage, die zum Erinnern helfen.

Ich habe nur nicht jedes Jahr den gleichen Elan dazu.

Schlagwörter: , ,

27 Antworten to “9. November und das Erinnern”

  1. onebbo Says:

    Meine persönliche Meinung ist eh, dass die Wiedervereinigung hochgespielt wird. Ganz zynisch: Das wird uns immer so als große Revolution, und nicht als ein logischer Verlauf der damaligen Geschichte verkauft, damit wir williger sind, den Solidaritätszuschlag weiter zu bezahlen. Was ich auch erst vor wenigen Jahren erfahren habe: Der muss im Osten ja auch von allen bezahlt werden. Und vor wenigen Wochen erst habe ich gelesen, dass der gar nicht mal nur für den „Wiederaufbau“ genutzt wird. Logik, wo bist du?

  2. Babbeldieübermama Says:

    Natürlich war es der logische Verlauf der Geschichte, aber es hat auch gezeigt, welche Macht ein Volk haben kann.
    Warum immer nur das negative sehen? Freuen wir uns, daß die Mauer gefallen ist. Man muß sich nicht an einem bestimmten Tag freuen, hauptsache überhaupt. 🙂

  3. theomix Says:

    @onebbo:
    Ein interessanter Aspekt. Vom Finanziellen weiß ich schon länger. Zweckbindung sei nicht möglichm, hieß es. Bei der letuzte Tabaksteuererhöhung war es anders. Seitdem teeren die Raucher ihre Lungen als Akt gegen den Terrorismus.

    @BbdÜM:
    Ohne den wirtschaftlichen Druck wäre es nicht dazu gekommen. Aber man kann wohl das Eine nicht gegen das Andere ausspielen.

  4. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, Du bist ein „denkender“ Mensch, Du gehst mit solchen Themen nicht einfach so leichtfertig um und ich finde es völlig ok, dass Du auch mal nicht so euphorisch bist, wie es die Öffentlichkeit ist…Das ist Dein gutes Recht. Mit diesen Gedenktagen ist das so eine Sache; mein bestes Beispiel ist Weihnachten, das Fest der Liebe und Familie- da sind alle nett und lieb und den Rest des Jahres? Oder Muttertag… Naja, etwas abgeschweift:-) Liebe Grüsse Andrea

  5. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    etwas abgeschweift und doch mittendrin. Jeder Gedenktag hat da seine Risken – ein Alibi zu sein, damit der Rest des Jahres ruhig liebt.
    Und denkend, ja ich Kopfmensch freue mich an einer leicht paradoxen Situation: Ich kann im Blog einen ganze Seite damit füllen, dass ich jetzt nichts schreiben mag. Das ist dann auch wieder heiter…
    Liebe Grüße, Jörg

  6. mialieh Says:

    Ich denke auch: Gedenktage sind von Menschen gemacht. Wahrscheinlich sind sie gut, um das Gemeinschaftsgefühl zu wecken. Ich habe weder am 9. November, noch am 3. Oktober, noch am 17. Juni Nationalfeiertagsgefühle. Die Wiedervereinigung war mir damals relativ egal. Dass Deutschland jetzt nciht mehr zwei Staaten ist, finde ich heute gut. Und faszinierend finde ich, dass meine Kinder hochgradig irritiert sind, wenn sie gefragt werden, ob sie nach dem Abitur „zurück in den Westen“ gehen. Aber dazu brauche ich keinen 9. November oder 3. Oktober. Dennoch: Solche Gedenktage sind auch gut, um nicht zu vergessen. Wenn am 9. November die Pfarrerin von Friedensgebeten und Kerzen auf dem Markt erzählt, wo sie selbst dabei war, wenn sie von der Angst erzählt, die sie alle gehabt haben und dennoch sind sie auf die Straße gegangen und erkannt worden, dann finde ich das bewegend.
    Aber Bewegtheit kann man auch nicht abrufen und deshalb ist es auch gut, nicht immer gleichermaßen bewegt zu sein. Sonst macht man sich ja auch blind gegenüber der Kritik, die man am Medienhype um solche Tage berechtigterweise üben muss. Immer die gleichen Bilder, immer die gleichen Kommentare, immer die gleiche bewegende Musik. Es ist das eine, persönlich darüber zu sprechen, das andere, es zum Akt des Nationalstolzes zu machen. Zumal das auch as Akt der Verdrängung gesehen werden kann: wir gut, dass der 9. November nicht mehr so negativ besetzt ist… das finde ich gruselig.

  7. theomix Says:

    Immerhin ist das gedenkjahr 1989 das Beste von allen, die auf disen Tag fallen. „Nationalstolz“ ist da schon angebracht. Endlich ein historisches Ereignis in Deutschland ohne Blut und Leichen…

  8. Claudia Says:

    Ich will diesen Gedenktag nutzen, mal nicht über die Vorurteile beider Seiten, die bleibenden Schwierigkeiten unvollkommener Annäherung, die Fehler bei der Wiedervereinigung nachzugrübeln, sondern einfach nur dankbar zu sein, daß hier eine abscheuliche Trennung überwunden wurde. Nationalstolz? Och nö, hab ich nicht. Ich habe ja auch nichts beigetragen zur Wiedervereinigung. Aber Dank – jede Menge.
    Nur eines werde ich nicht tun: zum Brandenburger Tor pilgern und mir das heutige Remmidemmi antun. Denn ich mag keine Menschenaufläufe, ich mag keinen Krach und ich mag keine Besäufnisse. 😉

  9. theomix Says:

    Nicht umsonst die Anführungsstriche. Freude und Dankbarkeit sind die besseren und wahrhaftigeren Wörter.

  10. tmp Says:

    Bei den Stichworten „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“ muss ich immer an meinen Wehrdienst als Marinesoldat denken, als uns ein geradezu irres Feindbild von der Nationalen Volksarmee eingebläut würde und wir, zumindest später „in der Truppe“ als Sanitätssoldaten nicht durch die „DDR“ auf den Transitwegen per Auto oder Bahn reisen durften…
    Als der Spuk dann heute vor 20 Jahren endlich vorbei war, habe ich damals noch nicht wirklich verstanden, warum so viele Menschen deswegen geweint haben..??
    Immerhin wurde weltpolitisch – beinah unbemerkt – im Hintergrund sehr viel ganz Wichtiges entschieden, dass auch genauso gut hätte in einen dritten Weltkrieg führen können…
    Wenn ich heute die Dokus und Reportagen von damals anschaue, verstehe ich viel besser, was da wirklich passiert ist… 😉

  11. theomix Says:

    Das sind interessante Ergänzungen.
    Der Abstand macht es wohl alles verständlicher.

  12. tmp Says:

    Ich bin damals auf diesen Zug mit dem bösen, bösen NVA-Soldaten aufgestiegen… Da war ich zwanzig…

    Allerdings, und das gebe ich hier ausgerechnet in diesem Blog zu, habe ich mich immer freiwillig zum Wachdienst gemeldet, als wir am Freitagvormittag regelmäßig eine Doppelstunde „LKU“ ( ÖLebenskundlicher Unterrciht“ ) beim Militärpfarrer hatten…
    Als so junger Mensch kam mir das damals irgendwie verlogen vor… Die ganze Woche wird man quasi zum Killer ausgebildet und kurz vor der Wochenendheimreise dann mit einem Seelsorger über die Bibel diskutieren..??
    Fünfunddreißg Jahre später habe ich zu manchem einen anderen Standpunkt… 😉

  13. tmp Says:

    Und damit möchte ich meine Rückblicke beenden…

    Bei aller Feierei, die auch gerade im TV auf verschiedenen Kanälen gebracht wird, sollten wir nicht aus unserem Gedächtnis verlieren, dass fast eintausend Menschen an der innerdeutschen Grenze, dem „imperialistischen Schutzwall“, gestorben sind, die meisten davon durch Schüsse in den Rücken…

    Wem das mit der Wiedervereinigung zu viel und zu unübersichtlich ist, der kann sich ja am heutigen 9.Nov. auf eine noch länger zurückliegendes Ereignis besinnen, der wohl die dunkelste Zeit deutscher Geschichte einläutete… Die Reichspogromnacht von 1938…

  14. tmp Says:

    Das ist länger her und deshalb weiter weg und kaum noch jemand, der heute mitten im Leben steht, einen Gedanken wert…

  15. theomix Says:

    Ja. tmp, das ist ja eine Fülle, die dir zu diesem Tag aus der Feder fließt.
    Das ist dann so was wie Buße, dass du jetzt nach so langer Zeit mir was auf den Blog schreibst, auch wen es nicht Freitagabend ist…
    09.11.38 ist angesprochen.
    9.11.1918 Kapitulation des Deutschen Reichs am Ende des 1. Weltkriegs. 1923 Marsch auf die Feldherrenhalle.
    1974 Tod von Holger Meins.

  16. Wolfram Says:

    Daß ausgerechnet am 9. November 1989 ein DDR-Politiker den Faden – und damit die Mauer verlor, war (etsi deus non daretur…) eine Laune des Kalenders. Daß am 9. November 1938 die Synagogen brannten, dagegen nicht: dieses Datum war bewußt gewählt worden als Jahrestag des mißglückten Putsches von 1923, für den Hitler einige Jahre Festungshaft absitzen mußte (was er trefflich nutzte, um „Mein Kampf“ zu schreiben), der wiederum seinerseits bewußt auf den Jahrestag der Proklamation der Republik terminiert worden war.

    Vor einigen Wochen habe ich mich der Erinnerung an den Herbst ’89 gewidmet, das kann in meinem Blog nachgelesen werden. Für heute erlaube ich mir, einen Eintrag von „bee“ zu verlinken, der zum 9. November ein Sonett geschrieben hat.

    Und vorhin beim Lesen in einem mittlerweile alten Buch (über die Tage, als Kohl und Gorbatschow im Kaukasus zusammentrafen) fand ich: der neue deutsche Nationalfeiertag ist auch der Todestag Franz Josef Strauß‘. Ich hatte mich immer schon gefragt, wie man ausgerechnet auf den 3. Oktober gekommen war… 😉

  17. theomix Says:

    Danke für die Hinweise.
    3. Oktober ist auch Tag des heiligen Franziskus. Gegensätze ziehen sich an…

  18. werner Says:

    Ich habe die Übertragung der Mauerfall-Jubiläumsfeier m ZDF gesehen und muss sagen, es war beeindruckend wie durch das Projekt Dominosteine diese Feier so ganz anders wurde als ich befürchtet hatte.

    Davor war ich bei einer Mahnwache zum Gedenken an den 9.11. 1938. Ich will nun einfach mal ohne weiteren Kommentar einen Text heir einstellen, den ich dabei verlas:

    ——

    Der 9. November 1938 markiert den entscheidenden Wendepunkt in der judenfeindlichen~ Politik des NS-Regimes:
    Nach einer Vielzahl antijüdischer Sondergesetze seit 1933 folgte der Übergang zur offenen und brutalen Gewalt gegen deutsche Juden in ihren Wohnungen und Geschäften, Synagogen und Betstuben.
    Die von der NS-Propaganda verbreiteten Bilanzen liegen deutlich unter dem tatsächlichen Ausmaß der Zerstörungen an materiellen Gütern und Menschenleben. Ungezählt bleiben bis heute diejenigen, die an den unmittelbaren Folgen der barbarischen Misshand1ungen durch den Nazi-Mob gestorben sind oder in ihrer Verzweifelung den Selbstmord einem Weiterleben in Deutschland vorgezogen haben.
    In diesem Sinne wollen wir zum Beginn der heutigen Mahnwache stellvertretend für viele andere Opfer des 9. Novembetr1938 an David Dublon aus Wittlich erinnern.
    David Dublon wurde 1866 in der Himmeroder Stra0e in Wittlich geboren als fünftes von sieben Kinder des Metzgers Salomon Dublon und seiner Frau Regina.
    Nach dem Besuch der jüdischen Volksschule und der „Höheren Stadtschule“ in Wittlich wurde der junge Mann in Münster im renommierten „Alexander Haindorf“~Seminar zum Lehrer und Kantor ausgebildet.
    Im westfälischen Städtchen Dülmen wirkte David Dublon seit 1888 als Kantor der kleinen jüdischen Gemeinde und als Lehrer bis zu seiner Pensionierung 1916.
    Über 40 Jahre lang leitete er zwei Gesangvereine, mit denen er immer wieder aufgrund besonderer Leistungen im Chorgesang öffentliche Amerkennung/ erhielt.
    Ende 1933 musste er die Leitung seiner Chöre im Zuge der so genannten „Gleichschaltung“ niederlegen.
    In einer Würdigung zu Dublon 70. Geburtstag 1936 ist über ihn und seine Frau zu lesen:

    „Die Kunst ist beiden holde Begleiterin durchs Leben gewesen, und was an musikalischer Kultur in dem kleinen westfälischen Städtchen reifte, war zu einem Teil das Werk von David Dublon.“

    In der so genannten Reichskristallnacht brannte die Dülmener Synagoge unter der Aufsicht der Feuerwehr nieder und es kam zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Bürger.

    David Dublon wurde in seiner Wohnung misshandelt und die Treppe hinuntergestürzt. Dabei zog er sich Verletzungen zu, von denen der alte Mann sich nicht mehr erholen sollte.

    Dublons Frau Paula wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet. Die einzige Tochter Grete konnte mit ihrem Mann 1939 Deutschland verlassen und flüchtete in die USA.

    David Dublon, der verdiente Lehrer, Kantor und Chorleiter, wurde im Juni 1939 in eine Heilanstalt in Bonn-Endenich eingeliefert. Dort verstarb er bereits am 6. Juli und wurde auf dem jüdischen Friedhof bestattet:
    Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Die Sterbeurkunde enthält den Vermerk:
    „gestorben an manisch-depressivem Irresein“.
    Auch den Opfern, die wie David Dublon an den Folgen der Barbarei vom 9. November 1938 gestorben sind, gilt es heute zu gedenken.
    —–

    Ich denke beides gehört zu diesem Tag. die Freude über den 9.11.1989, aber auch die Trauer und das Gedenken, das den 9.11.1938 nicht vergessen lässt.

  19. ig Says:

    Der erste Anruf heute morgen im Büro: Ein Kollege aus/in Italien: „Was, ihr feiert nicht?“ Da musste ich lange ausholen (s. Werner!) und erklärte ihm das mit dem „Schicksalstag“ der deutschen.
    Außerdem frage ich mich auch oft, wieso ausgerechnet der 3.10. (einen Tag VOR dem katholischen Franziskustag) Hätte man das nicht den 3. April, nämlich Kanzlers(Kohl)Geburtstag nehmen können?? 😉
    Zur Erinnerung: meine Oma selig (Jahrgang 1900) hatte an „Kaisers Geburtstag“ immer schulfrei und bekam einen „Kaiserweck“. Das erzählte sie oft… Da sei mal wieder die Frage nach Sinn und Unsinn von Feiertagen gestellt. Man muss sie ersntaft begehen, sonst taugen sie nichts.

    Am 9.11.89 war ich zum Studium in Edinburgh und die veränderte Lage in der Heimat trat so richtig ins Bewusstsein als meine Mutter schrieb: „Die Trabis sind schon an der Mosel“ und dann kurz vor Weihnachten vermeldete meine Nürnberger Freundin, dass es bei Quelle keine Bügeleisen und Stereoanlagen mehr gebe – alles ratzeputz leergekauft….

  20. tmp Says:

    „Die Trabis sind schon an der Mosel…“ — :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

  21. theomix Says:

    @werner:
    Beides gehört zusammen. und solche schicksale finde ich auch nach über 70 Jahren bedenkenswert.

    @ig:
    Aha, da liegt der unterschied: Das ökumenische http://www.heiligenlexikon.de/ sieht den 3. bei den evangelsichen, den 4. beid en katholiken als franztag.
    warum da sso ist, weiß ich auch nicht.
    ernsthaft (also bewusst und ünerzeugt) begehen. Das it es wohl.

    @tmp:
    Und Udo Lindenbergs „In 15 minuten sind die russen auf dem Kurfürstendamm…“ war kurz darauf schon überholt.

  22. tmp Says:

    „Ernsthaft begehen“ — Das finde ich auch..!! 😛
    Z.B. in Frankreich und den USA werden die jeweiligen Nationalfeiertage mit großer geschichtlicher Bedeutung in Verbindung gebracht. Mit unserem 3.Okt. ist das seit nun zwanzig Jahren genauso…
    Noch ein bisschen Mystisch umwoben, aber das wird schon… 😕
    Wir müssen ja nicht unbedingt, wie die Franzosen, jedes Jahr eine Truppenparade auf dem Alexanderplatz machen… 😉 😉

  23. theomix Says:

    Ernsthaft, nicht ernst… Es darf dann ruhig unmilitärisch zugehen. Und Mdie Mystk nimt im Laufe der Jahre eher zu.

  24. Wolfram Says:

    9.11.1918 Kapitulation des Deutschen Reichs am Ende des 1. Weltkriegs.

    Das stimmt so nicht, in mehreren Punkten:
    1. hat das Deutsche Reich 1918 nicht kapituliert. Der Slogan „Im Felde unbesiegt“ ist sachlich zutreffend; vor dem sogenannten Frieden von Versailles hat kein feindlicher Soldat deutschen Boden betreten. Vielmehr wurde ein Waffenstillstand geschlossen.
    2. Dieser Waffenstillstand wurde aber erst am 11.11.1918 um 5:15 unterzeichnet und trat selbigen Tags um 11 Uhr in Kraft.
    3. Dem war am 9.11.1918 die Abdankung des Kaisers vorausgegangen (kann man die als Kapitulation bezeichnen?); wenig später rief Philipp Scheidemann von einem Fenster des Berliner Stadtschlosses die Republik aus.
    (Es hätte meinem HIstorikerherzchen zu weh getan, das unkorrigiert stehen zu lassen.)

  25. theomix Says:

    Gut, dass du es heute, am „richtigen“ Tag, kommentierst 😉
    Und wer am richtigen Tag die richtigen Feiern hat (wie ich deinem Blog entnehme), kann auch die Tage richtig einordnen.
    Wie du wohl weißt, gibt es aus diesem Anlass keine Feiern bei uns. Was sich hier ringsherum tut, ist auch eine Art Kapitualtion. Wenigstens fürs Protestantenherz…

  26. Wolfram Says:

    Sankt Martin ist doch vorreformatorisch, den können „wir“ vereinnahmen wie Sankt Augustin… 😉

    Ehrlich gesagt, habe ich ein zweischneidiges Gefühl bei diesen Feiertagen (11.11., 8.5.), da wird mir viel zu viel auf vergangene Siege abgehoben (oder was man so dafür ausgibt), statt in die Zukunft zu schauen und für den Frieden einzutreten. Letzteres tut dann ausgerechnet der Reservistenverband!
    Im Elsaß sieht es freilich anders aus, da gibt es zu viele Familien, die Soldaten in beiden Armeen hatten… DA ist das Gedenken des Kriegsendes eine Mahnung für den Frieden.

    Nein, ich glaube nicht, daß wir zwingend Gedenktage an Jahrestagen brauchen. Wir haben doch den Volkstrauertag – kommenden Sonntag – als Gedenktag für den Frieden. Leben wir, was wir haben, statt dem nachzuhängen, was wir vielleicht haben könnten oder haben zu sollen glauben…

  27. theomix Says:

    Jung, datt is dä Karrnewall, wat isch mein…

Kommentare? Gerne! (Wer nicht IP- und Mail-Adresse hinterlassen will, darf nicht kommentieren.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: