Zwischen Gedenktag und Jubiläum

Neun Jahre und neun Monate waren wir im Saarland.  Seit Anfang Mai wohnen wir nun länger außerhalb  als innerhalb dieses besonderen Fleckchens Erde.
Am 1. September sind wir genau 10 Jahre am neuen Ort.

Das Saarland und seine Menschen zu beschreiben, würde diesen Beitrag sprengen. Was die kirchlichen Erfahrungen betrifft, erst recht. Sollte sich da Zeit und Muße finden, habe ich noch einiges nachzuholen…

Heute eine kleine Impression: Manfred Spoos Stimme war mir vom Saarländischen Rundfunk vertraut. Und nun nimmt er ein Kinderlied (Karnevals-Ohrwurm auch) und macht einen Rap daraus. Das für sich genommen ist ein interessantes Experiment. Aber mit dem Video hinterlässt es bei mir starke Eindrücke. Die Bilder zeigen die dreckige Kohle-und-Stahl-Seite. Zum trübsinnig werden. Auch DAS ist das Saarland. So habe ich es da und dort kennen gelernt, und so hat es auch mein Herz berührt.

Guten Genuss!

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9 Antworten to “Zwischen Gedenktag und Jubiläum”

  1. onebbo Says:

    Fasziniert mich immer wieder, wie Industrie, Armut und Dreck sich auch höchst ästhetisch in Bilder fassen lassen. Erinnert mich an Zeiten, als ich häufig von Köln nach Norden gefahren bin und riesige beleuchtete Industrieanlagen neben der Autobahn ihren Zauber verbreiteten. Wollte ich immer mal fotografieren (Filmen war damals zu umständlich), hab’s leider nie geschafft.

  2. tmp Says:

    Onebbo, das kann ich gut nachvollziehen…
    Immer wenn man auf der Autobahn A7 von Süden nach Hamburg hereinkommt, breitet sich ringsum ein Teil des Hafens aus. Dann fährt man auf die beleuchtete Köhlbrandbrücke zu und unter einem liegen tausende gelblich-orangfarbene Lichter und erhellen die mehrfach umgebauten Hafenanlagen… Lange kann man diesen Anblick nicht genießen, weil man auf der Autobahn schlecht anhalten kann und schon kurz darauf verschluckt einen der Elbtunnel…

  3. onebbo Says:

    @tmp:
    Ja, mir fehlt auch immer der Mut, für ein paar schöne Aufnahmen einen Stau mit ein paar Auffahrunfällen zu verursachen, seufz 😉

  4. tmp Says:

    😯 ➡ :mrgreen: :mrgreen:

  5. werner Says:

    Um solche Songs richtig gut zu finden und wirklich zu genießen, muss man vielleicth eine Zeitlang da gelebt haben….
    Für mich sind da eher die schwäbischen Töne sympathisch, weils halt die Töne meiner Kindheit sind.

    Zum „Jubiläum und Gednektag“:
    Manchmal brauchts nur einen kleinen Anstoß um sich dann bewusst zu machen, wie lange man schon „sesshaft“ ist.
    Deine Zeitrechnung hatmich wieder dranerinnert, dass ich schon mehr als die Hälfte meines Lebens hier in dieser Stadt und in 2 Jahren auch die Hälfte meines Lebens in diesem Haus wohne

    Wie die Zeit vergeht und was in dieser Zeit alles passiert ist.
    Schönes und weniger schönes….

    und was noch kommen mag?

    Zurückschauende und hoffnungsvoll vorausblickende Grüße

    Werner

  6. mialieh Says:

    also ich schließe mich onebbo an: und unterlegt mit harmonischer Musik wird es eine fast romantische Erinnerung. Erinnert mich an die frühen BAP-Songs, die für meine Jugend sehr prägend waren und ähnlich ‚beseelt’…

  7. theomix Says:

    @onebbo & tmp:
    Die saarländischen Anlagen wirken meist nur im Tageslicht, weil sie – die meisten im Video – stillgelegt sind. Die Völklinger Hütte wird manchmal mit farbigem Licht angestrahlt, was auch im Video kurz zu sehen ist.

    @werner:
    wenn ich Distanz zu nehmen versuche von den 9,75 Jahren, bleibt beim sehen des Videos ein herber Charme zurück. Auffällig ist auch, dass Manfred Spoo eine charmante Schmeichelstimme auf SR4 entfaltet und hier richtig rau und kratzig rüberkommt.
    Die Gedanken über die Zeitphasen beschleichen mich dann und wann auch. Ich bin jetzt am zweitlängsten hier.

    @mialieh:
    Damals war BAP auch wirklich sozialkritisch.

  8. april Says:

    Vielen Dank für den Link. Wie obebbo oben schrieb – es ist erstaunlich, wie durch Fotografie das Hässliche noch eine gewisse Ästhetik entwickelt. Wie muss es damals dort gewesen sein, als die Hütte noch arbeitete; dreckig, laut, staubig, aber irgendwie scheint dieser Koloss die Menschen auch fasziniert zu haben. Und das tut er jetzt noch.

    Ich werde noch einige Fotos von der Völklinger Hütte zeigen und dich dann mit diesem melancholischen ERinenrungslied verlinken.

    Schönen Gruß aus Köln.

  9. theomix Says:

    Schwarzer Regen fiel vom Himmel, und auch wenn es trocken war, konnte die morgens zum Trocknen aufgehängte weiße Wäsche nachmittags grau in Haus geholt werden…

    Auch die noch arbeitende Hüte, dieses blaugraue Monster, ist beeindruckend.

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