Dreimal Buchhandlung, 2. Teil

Auch im Studium war ich dann häufiger in der Buchhandlung meiner Gymnasialzeit,  ich wohnte für einige Semester in der Nähe. Vor dem Eingang stand immer eine Kiste mit Antiquarischem. An einem Tag fand ich drei Stückchen, die vermutlich aus einem Besitz kamen: Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann und Mahatma Gandhi, Jung Indien (von 1922). Für einen Appel und Ei. Gerade die beiden ersten sind mir seit langem besonders wert.

Den Cherubinischen Wandersmann von Angelus Silesius habe ich bereits öfters zitiert. Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben hätte auch Beiträge verdient.
Und Gandhi ja im Grunde auch. Das Buch ist da nur etwas sperrig. Ich halte es in Ehren, aber es ist mir nicht so nah wie die beiden anderen.

Dann zog ich fort. Die Bücher wanderten mit. Und auch die Erinnerungen.

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11 Antworten to “Dreimal Buchhandlung, 2. Teil”

  1. OneBBo Says:

    Ja, Antiquariate haben bzw. hatten was. Ich habe einige Jahre in Köln gelebt und da gab es auf dem Eigelstein ein wunderbares Antiquariat, die verkauften englische Trivialliteratur, schöne dicke nagelneue Bücher, für 1 DM das Stück oder weniger. Da habe ich mir dann immer eine Tasche voll gegönnt, Lesestoff für viele Tage: Und mein Englisch damit auf Vordermann gehalten (dafür braucht es nämlich nicht unbedingt große Literatur). Preiswerte englische Bücher, die nicht der letzte Schund sind (ich mache da durchaus noch Unterschiede), habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

  2. Babbeldieübermama Says:

    Eigenartig, daß eine Buchhandlung so lange anhaltende Erinnerungen verursacht. Bei mir waren sie verschüttet und sind durch deinen ersten Beitrag wieder zum Vorschein gekommen. Plötzlich habe ich wieder den Geruch in der Nase, sehe den Chef der Buchhandlung vor mir, ein für mich alter Mann mit zerknittertem Anzug. Er freute sich immer, wenn er mich sah und nahm sich die Zeit mit mir über Bücher zu reden, fragte immer nach, wie mir das zuletzt gekaufte Buch gefallen hat. Besonders in Erinnerung ist mir „Bella, der Räuberschreck“ geblieben, auch aus besagter Kiste. Ich habe nie wieder so einen Bezug zu einer Buchhandlung gehabt.

  3. mialieh Says:

    Dem Lob des Antiquarischen schließe ich mich an. Das hat mich über das Studium getragen und seit es das Internet gibt verhilft es mir, dann und wann ein vergriffenes Stück zu bekommen…
    Zur Englischen Trivialliteratur habe ich auch positivste Einstellungen. Ich denke es ist gut, gerade weil die Sprache auch nicht so schwierig ist. Manchmal sößt man dabei auch auf recht gut geschriebene Sachen…

  4. onebbo Says:

    Ich fand Trivialliteratur zum Sprachenlernen immer schon bestens. Während meines Studiums habe ich mein Türkisch mit der Lektüre von Fotoromanen aufgepeppt. Muss mal schauen, ob’s die heute noch gibt (nicht auf Türkisch, das habe ich alles vergessen, aber vielleicht ja auf Deutsch ).

  5. theomix Says:

    @onebbo:
    Mittlerweile meide ich Antiquariate eher. Ich habe ja das Gefühl, ich könnte selber eins aufmachen… Gebrauchte suchen oder weggeben – da hilft amazon sehr.

    @BdÜM:
    Im besten Fall ist eine Buchhandlung wie ein Kulturtempel. Danke, dass du deine Erinnerung mitteilst.

    @mialieh:
    Die Buchsuche von Gugel hilft sogar bei ganz alten Sachen…

  6. Erika Says:

    Lieber Jörg, ich habe mir grad vor zwei Monaten in Marburg ein antiquarisches Büchlein gekauft Eichendorff Lese von alfons Hayduk von 1944. Das habe ich in so einer Kiste gefunden und konnte nicht widerstehen.
    Liebe Grüße von Erika

  7. theomix Says:

    Liebe Erika,
    das klingt schön. Der Herausgeber hat ja eine etwas schwierige Biografie http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Hayduk.
    Dafür kann aber Eichendorff nichts. Und seinetwegen hat sich der Kauf gelohnt.
    Herzlich, Jörg

  8. Wortman Says:

    Eichendorff war schon genial. Nicht umsonst ist er einer der bedeutensten Männer der deutschen Romantik.
    Von ihm möchte ich mir auch noch mal ein Buch zulegen.

  9. Wortman Says:

    @BdÜM: In meiner Heimatstadt hatte ich auch eine besondere Buchhandlung. Man nahm sich Zeit, man hatte nie das Gefühl, „nur ein Kunde zu sein“.

    • theomix Says:

      @wortman:
      Zur Vorfreude lies hier

      @BdÜM:
      Die eine genannte, Nachfolge-Buchhandlung wirkte recht freundlich. Dann kenne ich eine kleine hier in der Nähe, die sind auch super. Und wechseln die schaufenster-Auslage wöchentlich, weil es zur Sonnenseite hinausgeht…

  10. Babbeldieübermama Says:

    @Wortman: Es wäre schön, wenn es noch solche Buchhandlungen geben würde.

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