21. Juli – und ich war dabei

Vor dem Fernseher war ich dabei. Nicht auf dem Mond, da waren nur zwei.

Die Mondfähre stand stundenlang auf dem Mond herum, bevor Neill Armstrong endlich die Treppen hinunterhüpfte. Ich war fast in Morpheus‘ Armen – aber ich durfte zuschauen. Es waren auch schon Ferien.

Das Schwarz-Weiß-Bild wirkte schemenhaft, und ich habe spätere Wiederholungen mit mehr Kontrast und Deutlichkeit in Erinnerung als die ersten Bilder.

Und dann die „berühmten“ Worte, in genuscheltem Amerikanisch, mit Rauschen in der Leitung.

Würde mich heute so ein Ereignis genauso berühren wie es das damals getan hat?

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29 Antworten to “21. Juli – und ich war dabei”

  1. onebbo Says:

    Ich habe die Mondlandung mit Mutter und kleinem Bruder gesehen, ich weiß gar nicht mehr, warum mein Vater nicht dabei war, vermutlich gearbeitet. Ich meine mich zu erinnern, das viele Leute extra dafür einen Farbfernseher gekauft haben, ob wir auch? Ich dachte immer, bin aber nicht sicher. Auf jeden Fall weiß ich noch, dass ich während der Warterei an einer curryfarbenen Strickjacke gehäkelt habe. Getragen habe ich das grus’lige Ding zum Glück nie 😉

  2. Erika Says:

    Ich kann mich auch dran erinnern,wir hatten lange keinen Fernseher und haben bei den Nachbarn oft geschaut, aber dieses Ereignis meine ich in Erinnerung zu haben, auf unserem Schwarz-Weiß-Fernseher verfolgt zu haben, es war sehr aufregend und irgendwie fast unbegreiflich, weil der Mond doch für mich als Kind unheimlich weit weg war. Zum Thema Fernsehen, wir haben auch keins in meiner jetztigen Familie und das ist sehr angenehm, obwohl wir Kinder haben……

  3. onebbo Says:

    @erika: Ich habe auch keinen Fernseher. Manchmal tun andere Leute so, als sei das etwas völlig Absonderliches. Ich „treffe“ aber immer mehr Menschen, die das Teil auch überflüssig finden, so wie du 🙂

  4. theomix Says:

    @onebbo:
    Die Bilder vom Mond waren schwarz-weiß. Und ich erinnere mich, dass die große Farbfernsehwelle mit der Olympiade 1972 und danach kam.

    @erika:
    Ohne Fernseher geht für mich meist ganz gut, Radio ist ein Muss, und PC ist statt TV auch gut..

  5. onebbo Says:

    @theomix: So ist das… so verschwimmt die Vergangenheit bei unwichtigen Dingen. Du scheinst ja wieder im Lande zu sein, das ist aber schööön :-))

  6. Erika Says:

    Herzlich Willkommen , lieber Jörg, schön, dass Du wieder da bist,
    hab Dich ganz schön vermisst 🙂 Dein blaues Lachgesicht hat gefehlt, habe jetzt einen kleinen Freudeschrei losgelassen 🙂

    @onebbo: ja, es gibt immer mal wieder Menschen, die keinen Fernseher haben oder verzichten… wobei ich glaube es ist viel schwerer, nicht zu schauen, wenn man einen hat, als gar keinen zu haben (?) 🙂

  7. onebbo Says:

    @erika:
    Hab ich auch schon gehabt, TV in der Wohnung. Nachdem ich ein halbes Jahr nix geguckt habe, hab ich den verschenkt.

  8. Erika Says:

    @onebbo: wir hatten einmal vor vielen vielen Jahren einen kleinen Fernseher mit 3 Programmen, ich wollte darauf ein Teelicht anzünden in der Adventszeit und da das Teil aus Metall drumrum war, wurde das so heiß, dass es zu brennen anfing, dann haben wir den Fernseher entsorgt und wollten mal paar Wochen so probieren, das sind jetzt viele Jahre geworden, Schulkameraden von meinen Kindern fragen sie manchmal, habt ihr eigentlich immer noch kein Fernsehen? Siehst Du, das bleibt in Erinnerung…. lieben Gruß Erika 🙂

  9. tmp Says:

    Ich durfte damals am 20.Juli 1969 extra aufbleiben und die nachgestellte Life-Übertragung vom Ausstieg anschauen…
    Obwohl ich mit gerade zwölf Jahren keine blasse Vorstellung davon hatte, was das für eine unglaubliche Logistik-Leistung war, habe ich danach für den Rest der Nacht kein Auge mehr zu bekommen. Am nächsten Morgen in der Schule fragte prompt unser Klassenlehrer danach, wer denn die Mondlandung gesehen hätte…

    Ich glaube heute, mit Mitte fünfzig, würden mir vermutlich die Tränen kommen..??
    Ich kann mir immer noch kaum vorstellen, was wohl in diesen Männern vor sich gegangen ist, deren Heimkehr und Leben so lange an so einem dünnen Faden hing..??
    Wenn sie nicht an Gott geglaubt hätten, obwohl sie ihm schon so nah gekommen waren, wäre es ihnen gewiss sehr schlecht gegangen..?? 🙄

  10. theomix Says:

    @onebbo:
    Danke für den Gruß! Wie Wikipedia belegt, gab es zu dem Datum schon Farbfernsehen, deine Erinnerung widerwspricht meiner also nicht, aber der große „Run“ kam m. E. 1972.

    @Erika:
    Ach, das war das Geräusch so gegen Drei.. 😉

    @tmp:
    Mit der letzten Frage stößt du was an… Ja, könnte so sein.
    Mein Zögern kommt eher von den riesigen Kosten für so ein Unternehmen. Das hat mich damals gar nicht interessiert – oder es war mir egal.

  11. tmp Says:

    Ich denke schon, dass man bei einer solchen Unternehmung, auch wenn ihr tatsächlicher Nutzen für jeden einzelenen auf unserem Globus bis heute nich immer nicht ganz einleuchtend ist, die KOsten durchaus einmal hinten angestellt sein dürfen…
    Als ein Christoph Columbus den Seeweg nach Indien finden wollte, hat auch niemand gefragt, ob das viele Geld, das er sich von Königin Isabella hat vorschießen lassen, das jemals wert sein würde.
    Heute wissen wir es bzw. gehört es sicher wohl zum Allgemeinverständnis, dass sich diese gewagte Investitution allemal ausgezahlt hat… 😛

  12. onebbo Says:

    @tmp:
    Ausgezahlt für wen? Für die Einwohner Südamerikas mag das nicht so eindeutig sein.

  13. theomix Says:

    @tmp:
    Ich bin einfach nur skeptisch. Wäre die Mondlandung heute, würde ich sie wahrscheinlich trotz großer Skepsis bejahen.
    Der Nutzen der Mondlandung ist, nach Ende der Konkurrenz mit dem „Ostblock“, sehr gering. Weder Teflon noch Uhren oder Kugelschreiber sind eine direkte Folge der Raumfahrt. Ein paar Hundert Kilo Mondgestein, na gut. Und das Faszinosum, die Gattung Mensch kann den umgrenzten Raum der Erde verlassen.
    Ähnlich wie onebbo finde ich den Vergleich mit Kolumbus schwierig, wegen der Folgekosten für die Südamerikaner. Für die Europäer hat sich die Investition ausgezahlt. Sicher. Aber, siehe oben, da hinkt auch aus dieser Sicht der Vergleich mit der Mondfahrt. Für die USA ist „außer Spesen nichts gewesen“. Obama weiß schon, warum er nur verhalten mitgefeiert hat…

  14. tmp Says:

    Nun ich denke da weniger in absoluten monetären Kategorien…

    Für mich ist einfach die Tatsache, dass Menschen erstmalig unseren Planeten Erde von einem anderen Himmelskörper aus in ihrer ganzen Schönheit und Würde beobachten konnten und diese Bilder mit nach Hause gebracht haben, woraus letztendlich auch die Umweltideen entstanden sind, die heute umso wichtiger sind als je, weil sie diesen Globus erhalten wollen, wie wir ihn wohl wenig nachdenklich ursprünglich in Beschlag genommen haben, ist eine der am wenigsten geplanten eigentlichen Absichten des Projektes „Mondlandung“ gewesen…

    Green Peace ist gewissermaßen ein „Abfallprodukt“ der ehrgeizigen Plänre eines US-Präsidenten Kennedy und seines Erfüllungsgehilfen von Braun.
    Ich denke, dass wir am Ende dadurch doch irgendwie alle etwas davon haben werden..??

  15. theomix Says:

    Ja, so gesagt ist es ein schöner Gedanke. Die Bilder vom „Erdaufgang“ über der öden Mondlandschaft hat da eine ungeheure positive Wirkung entfaltet.
    Aber dazu hätte Apollo 11 genügt. Da sprechen meine materialistischen Anteile…

  16. freidenkerin Says:

    Die Mondlandung ist schon ein im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegendes Ereignis gewesen. Es gibt einen wundervollen Dokumentarfilm – „Im Schatten des Mondes“ – mit vielen Interviews der Astronauten, die von 1969 bis 1972 den Erdtrabanten betreten hatten, und die mit viel Bewegung auch noch vierzig Jahre danach von ihren Eindrücken berichten.
    Heutzutage würde mich die Mondlandung wahrscheinlich noch mehr beeindrucken als seinerzeit im Alter von zwölfeinhalb Jahren. Dieses Ereignis hatte bei weitem nicht nur monetäre und wissenschaftliche Aspekte, es war nicht allein das Symbol für Amerika’s Sieg im sogenannten Kalten Krieg. Nein, für eine Weile ist durch diese Großtat, die mit nichts in der Entdeckergeschichte des Homo Sapiens zu vergleichen ist, die Menschheit zusammen gerückt. Alles, alles schien damals möglich zu sein, ein neuer Glaube an unsere Fähigkeiten, unseren guten Willen flackerte auf – und verlosch aber leider, leider wieder.

  17. theomix Says:

    Ja, es verlosch… Manche andere Hoffnungszeichen kamen (und gingen wieder), Das ist wohl des Lebens Lauf.
    Und es hat was Faszinierendes, gebe ich zu. Aber im Laufe der Jahre ist bei mir die Skepsis gewachsen.

  18. tmp Says:

    Heute, vier Jahrzehnte danach, lässt sich gewiss die Hybris der damaligen Zeit aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Und auch ich empfinde es als sehr bedenkenswert, dass uns diese „Großtat, wie freidenkerin schreibt, immer noch nicht iaus der Lage befreit hat, dass von den geschätzten 6 Mrd. Meschen auf unserer Mutter Erde mehr als eine Milliarde täglich Hunger leiden müssen… 😦

  19. theomix Says:

    Ich glaube, das liegt am Bedürfnis nach „Komplettlösungen“. Gorbatschows Politik war ein großer Wurf, er hat die Auflösung der militärischen Blöcke bewirkt. Es folgten andere Probleme. Und so wird es auch mit Obama sein. Auch wenn ich nichts an ihm auszusetzen habe.
    — Dieses Bedürfnis löst oft ein falsches Pathos aus, das aus dem Überschwang geboren ist. Im Grunde ist eine Prise Skepsis ganz gesund. Es war eine technische Meisterleistung, es hatte Symbolcharakter, es hat, wie du schon sagtest, das Umweltbewusstsein verstärkt. Aber es hat die Probleme der Welt nicht gelöst.

  20. freidenkerin Says:

    Die Probleme der Welt werden für uns – ob mit oder ohne technische, wirtschaftliche, menschliche Meisterleistungen und Großtaten – niemals lösbar sein. Aber grade, was die Entdeckung und den Verlauf von Umweltschäden, Klimakatastrophen, Hunger- und Elendszonen betrifft, kann die Raumfahrt, siehe ISS, mittlerweile ein sehr hilfreiches Instrument sein – und wird auch zunehmend als ein solches genutzt. Soziale Schieflagen, Dritte-Welt-Probleme, Sozialkonflikte internationaler Natur, die vor hunderten von Jahren mit dem Beginn der Kolonisierung entdeckter Länder einher gingen, kann man nicht innerhalb weniger Jahrzehnte bereinigen. Aber man kann zumindest versuchen, ganz, ganz allmählich einen Fuß vor den anderen setzen – „Hühnertapperln machen“, wie man bei uns zu sagen pflegt.

  21. theomix Says:

    Die Fotografie durch die Satelliten, oder auch ISS, ja, das ist was. Und auch die Erforschung ferner Planeten.
    Ansonsten sehe ich das genauso wie du, mit den Weltproblemen und den kleinen Schritten.

  22. tmp Says:

    Ich kann aus meiner Position nicht beurteilen, inwieweit die Mondlandung wirklich der Wegbereiter für eine ISS war und ob diese nur durch die Pioniere, die mal den Trabanten betreten hatten, erst möglich wurde..??
    Dennoch stimme ich Dir sehr zu, liebe freidenkerin, dass dieser Meilenstein in der Menschlichen Entdeckergeschichte immer mehr an Wichtigkeit für uns auf der Erde gewinnt…
    Zwar konnten die verheerenden Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte dadurch auch nicht verhindert werden, aber durch die völlig andere Beobachtungssperspektive ist der Mensch heute erheblich besser in der Lage, sich einigermaßen darauf einzustellen, wenngleich damit noch keine Wege gefunden sind, sie zu verhindern…
    Und das vielleicht auch ab und zu gut so..??

  23. freidenkerin Says:

    @tmp: Die Mondlandung, und die voran gegangenen zahlreichen Raumflüge, teilweise mit einer immensen Anzahl Erdumkreisungen, haben gezeigt, daß das Leben im Weltall, in einer größeren Kapsel bzw. Station zwar kein Honigschlecken und teilweise recht schwierig, aber immerhin möglich ist. Wenn auch bei weitem der Enthusiasmus nicht mehr so vorhanden ist wie vor vierzig Jahren.
    Was die Erderwärmung und unseren Anteil daran betrifft, haben die Auswertungen unzähliger Video- und Foto-Aufnahmen aus der ISS sowie Forschungssatelliten unschätzbare Erkenntnisse geliefert. Und man kann mittlerweile zweifelsfrei feststellen, wer, was das Klima und die Umweltverschmutzung betrifft, zu den „bösen Buben“ zählt. Dadurch lässt sich bei Organisationen wie Greenpeace und auch bei den laufenden Klimaschutz-Konferenzen wesentlich trefflicher argumentieren.
    Nun, wir Menschlein pfuschen ohnehin schon der Natur und damit auch den Wetterabläufen ins Handwerk, wir dürfen allesamt froh sein, daß wir das Klima nicht noch mehr beeinflussen können. Das wäre die Katastrophe schlechthin, da, so denke ich, wären die Tage unserer Spezies mit Sicherheit bald endgültig gezählt…

  24. theomix Says:

    @tmp & freidenkein:
    Da denke ich an das Gedicht von Marieluise Kaschnitz,
    Steht noch dahin.
    http://www.gedichte.vu/?steht_noch_dahin.html
    „… steht alles noch dahin.“

  25. freidenkerin Says:

    Wie wahr, wie wahr…

  26. freidenkerin Says:

    … Und dennoch: Würden wir der Furcht anheim fallen, was alles noch dahin steht…, würden wir vielleicht noch in einer finsteren Höhle um ein qualmendes Lagerfeuer in ranzige Felle gehüllt kauern und Feuersteine bearbeiten…

  27. theomix Says:

    Nein, nein, das Gedicht setzt voraus, dass wir wissen, was der Atomblitz ist. Dass bekannt ist, wie es in Gefängniszellen zugeht…
    Lieder der Feuersteinklopfer sind nicht bekannt…

  28. tmp Says:

    🙂

  29. freidenkerin Says:

    Hmpf, vielleicht ist das sogar a bisserl schade, könnt‘ ja sein, daß das eine musikalische Bereicherung wär‘. 😉
    Dann hab‘ ich das Gedicht wohl etwas fehlinterpretiert, ich dachte, es würde die Unwägbarkeiten der Zukunft beschreiben.
    Wir allesamt können uns sehr dankbar und überglücklich schätzen, daß zu unseren Erinnerungen gehört, daß wir Zeugen mehrer Mondspaziergänge wurden. Daß wir nicht mit eigenen Augen, am eigenen Leibe erfahren mußten, was ein Atompilz, eine Folter, ein Gulag bedeuten.
    Liebe Grüße, wünsche dir und den Deinen ein schönes und unbeschwertes Wochenende! 🙂

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