Fähig zur Selbstkritik…

Eine gute Karikatur, und den Hinweis verdanke ich http://einsinchristus.wordpress.com/

Wenn Star-bucks wie eine Kirche werben würde:

Nett, auch wenn manches eher auf die USA als auf Deutschland zutrifft. Aber die Grundlinien stimmen, vermutlich, leider.

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27 Antworten to “Fähig zur Selbstkritik…”

  1. onebbo Says:

    Gibt’s denn auch die andere Seite „Wenn die Kirche wie Starbucks arbeiten und werben würde“? Ich denke, DAS würde uns dann noch nachdenklicher machen.

  2. mialieh Says:

    @onebbo:
    das stimmt.

    Ich denke uach, man kann nicht erwarten, dass eine Organisation wie die Kirche alle Leute zufriedenstellt und ihnen entgegenkommt. Dann wäre sie ja auhc wieder zu verinenahmend… oder?

  3. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,
    danke dir für dieses nette Video, das mich – auch – schmunzeln liess… Ich glaube, dass die Kirche genügend Möglichkeiten hätte, die sie nicht nutzt, wenn ich etwa an meine Pfarre denke… Ich habe nun schon zwei Mal durch meinen Wohnsitzwechsel auch die Wohnpfarre gewechselt und wurde nie in die Gemeinschaft aufgenommen, sondern sogar mit Ablehnung behandelt… Das hat mich sehr traurig gemacht, weil ich mich immer bemüht habe, etwas zu tun und dabei zu sein… Dann lass ich es lieber und bete im Wald oder auf dem Berg… Das Kirchen-Marketing lässt zu wünschen übrig… ein bisschen mehr Offenheit, Menschlichkeit und Herzlichkeit kann nicht schaden… Dennoch bleibe ich in Verbindung 🙂
    Herz-lichst Elisabeth

  4. theomix Says:

    @onebbo:
    Ne, das müssen noch andere machen.

    @mialieh:
    Alle zufrieden machen geht eh nicht. Aber, und das finde ich leicht erschreckend, trotz unterschiedlicher Kulturen sind auf beiden Seiten des Ozeans ähnliche Muster, und mit denen stellen sich die Kirchen ein Beinchen.

    @Elisabeth:
    Liebe Elisabeth,
    leider trifft man oft auf „eingefahrene Gleise“: alles soll so bleiben, wie es ist. Neue sollen im Grunde nur hinzukommen, wenn sie das Gewohnte bestätigen.
    Aber du bist ja kein Mensch, der sich leicht entmutigen lässt. Gerade in einer großen Stadt sind die Gemeindegrenzen oft sehr willkürlich, und manchmal ist 300 m weiter ein nettes, hübsches Kirchlein mit einer offenen Gemeinschaft…
    Hier auf dem Land – ist auch keine Monopolstellung, da ja eine gewisse Mobilität eh dazu gehört.
    aber schöner wäre es schon, wenn die Gemeinde am Wohnort fit wäre…
    Ermutigende Grüße, Jörg

  5. mialieh Says:

    @theomix:
    das wäre doch mal ein schöner Beitrag in einem Kirchenbättchen wie Chrismon oder wie die heißen (als ich noch die Zeit las, wusste ich es, da lag regelmäßig eins bei – bei der taz jetzt nicht mehr ;-)). Kleine Strukturanalyse, wie die Kirche selbst neue Mitglieder abwehrt, gerade wenn sie besonders integrativ sein will. Das ist eine Paradoxie. Die Moderne lebt von Paradoxien. Also: musst du aktiv werden, auch wenn das andere Paradoxien mit sich bringt. In diesem Sinne bin ich gespannt…

  6. theomix Says:

    Irgendwo wurde diese Paradoxie schon vor Augen geführt. Aber es war nicht so berühmt, dass ich es mir genauer gemerkt hätte.
    Was MIR wirklich passiert ist: Menschen, die sagen, wir freuen uns über jeden, und sich dann über das Auftreten oder Verhalten seltener Gäste aufregen. Ich meine, das kommt zwangsläufig, wenn man vergisst, dass eine Begegnung beide Seiten verändert…

  7. Erika Says:

    „Was sich dem Paradoxen gegenüberstellt, setzt sich der Wirklichkeit aus“
    Nehmen Sie zu diesem Satz Stellung
    das war mein Deutsch Abi-Thema 1976
    Liebe Grüße von Erika

  8. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    rate mal, was wir da vorher gelesen haben…..
    Gruß Erika

  9. mialieh Says:

    Liebe Erika,
    das wüsste ich jetzt auch gerne… die Bibel? Elfriede Jelineks „Die Liebhaberinnen“? Bert Brecht? Und was hast du geantwortet? Eine spannende Abifrage jedenfalls. Ich hatte eine Kurzgeschichte. Von wem weiß ich nicht mehr. Aber sie war zäh und öde. Und ich habe (es waren die 1980er) etwas feministisches drüber geschrieben. Das war wie mit dem Bild von Jesus und den Kindern, was Jörg einmal präsentierte… da hat man stereotype Antworten parat (insgesamt ist diese Kurzgeschichte auch als Parabel auf die Rolle der Frau zu bestehen = bestanden).
    LG
    Merle

  10. Erika Says:

    @mialieh: ich glaube es gab noch einen Gedichte-Vergleich, den ich dann dem Paradoxen vorzog, aber ich habe den Satz nie vergessen . wie Du siehst.Die Auflösung kommt noch, lass erst mal den Jörg, der doch so viel weiß über Schriftsteller raten bzw. recherchieren.
    Liebe Grüße
    Erika

  11. theomix Says:

    Morgenstern? Knochenbrecher? Schopenhauer? Kafka? Manfred Sexauer?

  12. Erika Says:

    weiterraten!!!!!!!!!!!:-)

  13. theomix Says:

    Sepp Herberger? Lübke? Mao? Kara Ben Nemsi? Robert Koch? Albert Einstein?

  14. elisabeth Says:

    Lieber Jörg,

    ich konnte mir gerade 2 Minuten ansehen, dann hab ichs abschalten müssen. So viel Enge aus der eigenen Geschichte.
    Das halt ich kaum aus.

    Mir ist die große Gemeinschaft zuwider, sorry.
    Weil da zu viel Gesellschaftliches in den Vordergrund rückt.
    Und die verbindung zu Gott unter ferner liefen.
    Da lob ich mir meine meditation zuhaus und das
    Wissen, ich bin verbunden.
    Nicht zuletzt durch die Menschen, denen ich begegne.
    Die sind mir die schönste Bestätigung für die vernetztheit.

    liebste Grüße
    elisabeth

  15. Sarah Says:

    😀
    ich musste ja schon die ganze Zeit mein riesengroßes Grinsen verstecken, dass sich nicht verstecken lassen wollte!
    DAS ist es, was ich immer sage, denke, meine….

    erschreckend, wirklich erschreckend!

    Wie gut das man von Jesus keinen Coffeinschock bekommen kann 😉

  16. theomix Says:

    @eisabeth:
    Liebe elisabeth,
    eine karikatur, Gott lob. Die darfst du gerne abschalten.
    Aber da und dort begegnet diese enge, leider. Es hat ja seine zwei seiten: Gott kümmert sich um die kleinsten kleinigkeiten. Auf der anderen seite: Ein erlöser der welt – und die heilung meines schluckaufs ist das einzige, worum ich zu bitten weiß?
    Und dann sind solche karikaturen manchmal heilsam. Deshalb habe ich sie gerne übernommen.
    Wem sie einen therapeutischen anti-effekt bringen, erfreue sich lieber an anderem. Ich werd mal was gospelhaftes fürs herz raussuchen…
    HERZliche grüße, Jörg

    @Sarah:
    Ja, Sarah, obwohl, wie ich immer meine, Jesus munden kann wie ein Latte Macchiato, ohne dass Jesus ein schaumschläger wär. (Ohne meinen spirituellen espresso zu verraten.)

  17. mialieh Says:

    @erika
    ich bin sooooo neugierig. Ich überlege: Paradoxie bezeichnet einen unaufhebbaren Widerspruch. In der Literatur geht es um eine Stilfigur (weniger ist mehr), in der Philosophie oder Soziologie sind auch Dilemmata damit gemeint. Dilemmata sind auch prinzipiell nicht lösbar. Zum Beispiel wurden wir im Studium mit dem Heinz-Dilemma konfrontiert, das je nach Beantwortung verrät, auf welcher Stufe der Moralentwicklung man steht. Erich KLästner schrieb eine „Sachliche Romanze“ und Kafkas Geschichten waren voll von Paradoxien. Paradoxien sind zwei Seiten einer Selbstillusionierung und damit bedeutet ihre Balance Aktion im Sinne eines sich der Wirklichkeit aussetzen. Da ist etwas dran. Das muss ein Schriftsteller aus dem 20. Jahrhundert, maximal spätes 19. Jahrhundert geschrieben haben, der in Paradoxien strukturelle Beschreibungskraft fand… Thomas Mann war es nicht, der war Realist und Positivist und hat immer alles so beschrieben, wie er es gesehen hat.

    Brian: Ihr habt das ganz falsch verstanden. Ihr braucht mir nicht zu folgen. Ihr braucht niemandem zu folgen! Ihr müsst selber denken! Ihr seid lauter Individuen.
    Die Menge (einstimmig): Ja, wir sind lauter Individuen!
    Brian: Ihr seid alle verschieden.
    Die Menge (einstimmig): Ja, wir sind alle verschieden!
    Worauf aus der Menge eine einzelne Stimme sagt: Ich nicht.

    Die Wirklichkeit selbst ist in Wahrheit eine Paradoxie. Darum tippe ich auf Kafka oder Brecht oder Kästner

  18. Erika Says:

    @mialieh:
    In seiner Tragik-Komödie „Die Physiker“ wies der Schweizer Friedrich Dürrenmatt schon vor über 40 Jahren darauf hin, dass die uneingeschränkte Forschung auch ihre Gefahren birgt. Die gesamte Handlung, bestehend aus 2 Akten, spielt in einem Sanatorium oder besser gesagt Irrenhaus für gesellschaftlich besser gestellte Menschen, die verschiedenen Insassen bzw. das Personal stellen die damaligen Machtblöcke der Welt dar.

    Viele Grüße von Erika

  19. mialieh Says:

    @Erika
    jaaaa, mistmistmist, dass ich da nicht drauf gekommen bin. Die Wirklichkeit als Paradox. Ich habe das Stück auch zu Schulzeiten gesehen, aber ich habe vieles von dem, was an Schulinhalten vermittelt wurde schnellstmöglich vergessen. Was ich danach gelesen habe, weiß ich immer noch ganz gut, aber zwischen Klasse 11 und 13 habe ich abgeschaltet und mich im Wesentlichen auf Kindlers Literaturlexikon beschränkt (Deutsch Leistungskurs)… nebenher habe ich die Existenzialisten verschlungen – Geschenke meiner Tante… da weiß ich auch noch, was drin steht. Komisch nicht?

  20. Erika Says:

    🙂 😉 danke für Deine Überlegungen….. Sehr gut….. die Bemühung wird auch bewertet….

  21. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,
    früher bin ich oft zu Taizé-Gebeten in den Wiener Stephansdom gegangen – das war das Schönste, was ich je erlebt habe…
    Leider kenne ich zu viele Christen, die sich zwar das Mäntelchen der christlichen Nächstenliebe umhängen, aber intrigant, hinterhältig, ehebrecherisch, neidisch, missgünstig usw. sind, das ist erschreckend…
    Aber ich gehe sehr gerne in Kirchen, wenn kein Gottesdienst stattfindet und genieße die Fresken, die Stille, die Lichter – und ich spüre, dass Gott nicht nur da zu Hause ist, sondern auch bei mir und überall 🙂 Wer weiß, was noch kommt, ich bin für alles offen – und wie gesagt, vielleicht findet noch ein Umdenkprozess statt…
    Liebste Grüße von Elisabeth

  22. theomix Says:

    @erika:
    Och, Dürr und Matt. Der soll paradox sein? Dann ist Konsalik des teufels großmutter.

    @mialieh:
    Existenzialisten gehen auch zu starbucks. Aber in die kirche nur bei künstlerisch wertvollem. Oder?

    @Elisabeth:
    Liebe Elisabeth,
    alles nur menschen. Aber das weißt du auch. Es gibt natürlich gemeinschaften, die verlogen sind. Und einzelne, die tugenden hochhalten, um eigene untugenden zu pflegen.
    Ein evangelisches pastorenpaar ist so prägend nicht, dass es solche existenzen verdrängen würde. Aber auf solche grüppchen bin ich in der zeit meines berufs nicht gestoßen. Vielleicht, weil es doch so ist bei uns, dass sich gemeinde und pfarrer gegenseitig aussuchen müssen.
    Wenn du dich offen hältst, wirst du auch auf die menschen stoßen, die glaubwürdig und offen sind. Wenn der raum gute wirkung hat, dann hängt das aber auch mit den menschen zusammen, die ihn füllen.
    Ich wünsch dir den blick fürs gute! Herzlich, Jörg
    p.s. und die taizé-sachen gibt es nicht mehr?

  23. mialieh Says:

    @theomix:
    doch, das haben wir in der Schule auch gelernt, dass da was Paradoxes drin vorkommt, im Dürren Matt. Dass zum Beispiel der Versuch absolute Erkenntnis zu gewinnen (durch Physik als reine Wissenschaft) nicht möglich ist. Sagen ja auch Adorno und Horki… Ratio und Mimesis…

    @theomix:
    Da Existenzialisten ja immer selbst den Sinn von allem bestimmen können, kann der einzelne Existenzialist auch in die Kirche gehen, wenn er meint, dass das für ihn in dem Moment sinnvoll ist.

    @elisabeth:
    also ich habe die Kirche auch nicht so integrativ erlebt. Das steht und fällt mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin. Meine Töchter z.B. haben beide echte Diskriminierungserfahrungen im Konfirmandenunterricht gemacht. Das frustriert sie wahrscheinlich für ziemlich lange. Sie machen die Konfirmation und dann halten sie sich von anderen kirchenbezogenen Jugendlichen fern. Wenn eine Pfarrerin da mieses Konfliktmanagement betreibt – schlimm. Allein der Bezug zu Gott hält jedenfalls die Leute nicht in einer Gemeinde

  24. theomix Says:

    Mialieh, als betroffener – von der andern seite des tisches: Es steht und fällt mit der atmosphäre, die da ist, an der stricke ich mit, aber ich mach sie nicht alleine. Vor allem, wo es um strukturen geht – die sind zäh. Langlebiger als menschen
    Und mein eindruck ist: Pfarrer/innen können jede woche kopfstand machen, dabei in die hände klatschen und die top 3 der charts pfeifen: der menschenschlag konfi taucht zu 80% ab, weswegen das mit den fledermäusen so wirksam ist 😉
    Was wichtiger ist, ist das „wahrscheinlich für ziemlich lange“ – der eindruck zählt: wie war die bezugsperson pfarrerin/ pfarrer?
    Nein, der bezug zu Gott ist eben teil dieser atmosphäre, oder umgekehrt. Wo ich keine guten erfahrungen mache, erfahre ich auch nichts von Gott…

  25. Elisabeth Says:

    Lieber Jörg,
    ich danke dir für deine liebvollen Zeilen! ich werde Augen und Herz offen behalten!
    Ja, schade, damals war Frère Roger dabei – die Stimmung war einzigartig. Ich will mich mal erkundigen, werde mich dafür aber wiederum einer Gruppe anschließen müssen… 😉

    @mialieh: Danke dir auch für deine Worte! Ja, seltsam und auch traurig… Gute Erfahrungen können vieles wieder gut machen, noch habe ich sie jedoch nicht gemacht… 🙂

    Alles Liebe für euch von Elisabeth

  26. mialieh Says:

    @theomix:
    ja, es ist immer die Interaktion. Aber ich hätte mir jetzt für meine Kinder wirklich eine schöne Konfirmandenzeit gewünscht, damit sie später mal sagen: auch wenn ich keinen Bezug zur Kirche habe, das war eine tolle Zeit, in der habe ich viel gelernt und gute Erfahrungen gemacht. So lern(t)en sie zwar Kirchengeschichte und Bibeltexte, aber sie erfahren nicht, wie schön eine Gemeinschaft sein kann, sondern werden eher misstrauisch.

  27. theomix Says:

    @Elisabeth:
    Ach, liebe Elisabeth, mit Frère Roger, das wird nichts, aber alles andere: Augen und Herz offen. Und auch sonst, mit viele kleinen Kerzen, mit Sonnenschein oder im Dunkeln – herzlich grüßt: Jörg

    @mialieh:
    Kann ich nachvollziehen. Ich weiß eh nicht, ob man in der Zeit viel lernt. Aber gute Erfahrungen – das wäre schon etwas…

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