Abgesang

Als ich dieses Video das erste Mal sah, bin ich mächtig erschrocken. Ich war nie Johnny-Cash-Fan, aber diese Bilder waren niederschmetternd: Ein verfallener alter Mann. Ein trauriger Anblick. An seinem Todestag hat die Nachrichtensendung „heute“ dieses Video ausgestrahlt. Passend.

Und nicht nur wegen der Kreuzigungsszene setze ich diesen Beitrag auf den heutigen Tag, Karfreitag. In diesem Video-Clip ist einiges zu sehen, was Leben und Leiden ausmacht: die Erinnerung, das Leben im Rückblick, Zorn, Schmerz, Liebe.

Und was wird aus uns, wenn wir aus der letzten Kurve in die Zielgerade kommen. Und wer weiß schon, ob das Stück gerade eben das letzte war oder nicht?

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10 Antworten to “Abgesang”

  1. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    das ist sehr beeindruckend, macht nachdenklich, wie der Tag heute.Vielen Dank, dass Du es reinstellst.
    Karfreitagsgrüße
    hoffnungsvoll grüßt Erika

  2. mialieh Says:

    Das ist ein sehr gut gemachtes Video und ein sehr gut gewähltes für diesen Tag! Hochachtung. Sagt mehr über Karfreitagsstimmung als manche Karfreitagspredigt, die ich erlebt habe…
    Johnny Cash drückt da wirklich seine Trauer sehr gut aus. Ein bisschen fragt man sich, ob sich die Videomacher nicht auch der Hilflosigkeit des alten Mannes bemächtigen (indem sie die Bilder seiner verstorbenen Frau einblenden z.B.), um es eindrucksvoller zu gestalten. Aber zeigt er, dass die Trauer und Zerissenheit auch eine Trauer m sich selbst ist —

    Und apropos Johnny Cash: seit dem Film Walk the line (sehr sehenswert) wurden mit ihm ja auch Cover-Versionen großer Hits (Sting, Deeche Mode) gemacht. Die sind auch sehr hörenswert…

  3. elisabeth Says:

    Guten Morgen lieber Jörg,

    If I could start again
    A million miles away
    I would keep myself
    I would find a way.

    Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, war ich so tief berührt über so viel Ehrlichkeit am Ende, daß ich mir gedacht habe, egal WANN Erkenntnis passiert im Leben, Hauptsache, sie passiert. Und dann kann es eine Aussöhnung geben und Frieden.
    Ja und dann kann man auch gehen.

    Einen wunderschönen Tag gerade deshalb
    wünsch ich Dir
    elisabeth

  4. werner Says:


    I would keep myself
    I would find a way.

    Ja, darauf kommts an.

    Und vielleicht kann diese Erkenntis, diese Gewissheit dabei auch eine Hilfe sein, das Dunkel zu überwinden:

    we will keep ourselves
    we shall find the way.

  5. Elisabeth Says:

    Wow… Lieber Jörg, ich bin sehr bewegt, sprachlos, fühle mit, stelle mir mich selbst als alte Frau vor – wo stehe ich, worauf will ich zurück blicken…!? Ich wünsche mir, dass da ganz viel ist, auf das ich stolz sein kann… Und ich spüre, dass ich jeden Tag aufs Neue starten, neu beginnen kann, im Hier und Jetzt… Und der beste Augenblick, etwas zu verändern, ist ohnedies JETZT! Sehr lehrreich, sehr passend, sehr stark, ergreifend, bewegend… Danke dir dafür!
    ♥-liche, lebendige Grüße von Elisabeth

  6. theomix Says:

    @erika:
    Es gibt viel zu karfreitag zu sagen. Mir schien dies für dieses mal das richtige. 🙂 Herzlichen gruß, Jörg

    @mialieh:
    Irgendwo (wikipedia?) habe ich gelesen, Cash habe das video noch zu lebzeiten seiner frau gemacht. Und ich habe gesehen, dass du auf deinem blog bereits etwas daraus gemacht hast… Danke fürs lob, es hat schon länger in mir gearbeitet, wann ich es wo auf theomix bringe.

    @elisabeth:
    Liebe elisabeth! Ja, so kann es sein. Auch, wenn es so öffentlich demonstriert wird, wie Cash das gemacht hat. Ja, dann kann einer in frieden gehen. Wann immer die zielgerade sich auftut… Auch dir einen schönen tag, herzlich
    Jörg

    @werner:
    Karfreitag hätte ohne ostern nict eine bedeutung bekommen.

    @Elisabeth:
    Liebe Elisabeth,
    wie gut und komplementär deine worte dazu passen. Vielen dank! Herzliche grüße, Jörg

  7. mialieh Says:

    @theomix
    Das ist ja interessant. Denn er besingt ja eigentlich die Verluste… da er aber nur 4 Monate nach seiner Frau verstorben ist, hatte ich mich auch gewundert, wie das hat gehen sollen… Es tut der Botschaft keinen Abbruch…

  8. theomix Says:

    Die Gesundheit war ja schon weg. Und die Aussichten waren auch nicht mehr auf lange Sicht…

  9. onebbo Says:

    Finde das sehr mutig, wie er sich in dem Video ablichten ließ. Nur noch mit einem Finger auf der Tastatur, ein müder Griff an der Gitarre. Völlig verändert. Dazu gehört ne Menge Kraft. (Es sei denn, dass ihn die Videomacher da völlig übertölpelt haben – kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellen). Insoweit finde ich das auch sehr mut-machend.

  10. theomix Says:

    „Insoweit“ ja. Zeigt auch, dass das musizieren eine tiefgehende leidenschaft war…

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