Nach der Predigt, bei der Predigt

Manchmal bedanken sich Menschen für meine Worte. Ab und zu bedankt sich jemand und wiederholt dann auch noch den entsprechenden Gedanken. Ich bin dann meist still erstaunt, weil ich das gar nicht gesagt habe 🙂

Aber nachsichtig bin ich auf alle Fälle. Denn als Profi-Prediger muss ich beim eigenen Predigt-Hören aufpassen, dass ich wirklich zuhöre und nicht im Kopf eine Parallelpredigt entwickle. Und wenn es schlecht geht, beobachte ich den Raum, andere Gottesdienstgäste und und…

So weiß ich, dass jedeR mitnimmt, was er oder sie eben braucht. Ist das „Heiliger Geist“? Oder deutet es auf verstopfte Ohren hin?

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11 Antworten to “Nach der Predigt, bei der Predigt”

  1. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, welch schönen Gedanken zu noch fast nachtschlafender Zeit. Im einen oder anderen Fal ist es sicher das Ohrenproblem, sonst würde ich eher darauf tippen, dass sich jeder das herausnimmt, was ihm „passt“, es in die eigenen Gedanken einsortiert und heraus kommt etwas, das Du zwar vielleicht gar nicht so gesagt hast, demjenigen aber so gut tut, dass er sich dafür bei Dir bedanken möchte. Das Ergebnis zählt, oder? 😉 Ist es nicht ein schönes Gefühl, Gedankenanstösse geben zu können?

    Beim Lesen glaube ich, ist es manchmal ähnlich. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf das, was zu mir „passt“ und kommentiere meinen eigenen Gedanken dazu entsprechend (und schreibe normalerweise nicht so komplizierte Sätze:-) )

    Ein tolles Wochenende mit einer gedankenanregenden Predigt wünscht Dir Andrea

  2. theomix Says:

    Liebe Andrea, ich ändere Beiträge, manipuliere also. Auch die Beiträge, die schickt wordpress ins Netz, wenn ich das so bestelle. So um 6 Uhr durfte ich noch schlummern…
    Eben, das selektive Hören ist ganz normal. Manchmal belustigt es mich schon. Und, ja, es ist ein schöönes Gefühl. Aber was einmal „raus“ ist, dann ist es nicht mehr in meiner Hand.
    Danke für deine mitgehenden Gedanken, auch dir ein schönes Wochenende!
    Grüße
    Jörg

  3. onebbo Says:

    Ich sehe das mit der Predigt wie das Werk eines Künstler. Falls ein Künstler sich überhaupt was beim Schaffen denkt (was mit Sicherheit seltener ist, als dies die Kunsthistoriker interpretieren), so gibt er in dem Augenblick, in dem er das Werk der Öffentlichkeit oder dem Kunden übergibt, diesem auch das Recht zur Interpretation in die Hand. So denke ich auch, dass es nicht so wichtig ist, dass die Hörer genau das erfassen, was du im Kopf hast, sondern wichtig ist, dass es sie weiterbringt. Wenn also ein schwarzes Schäfchen durch eine falsche Interpretation auf den rechten Pfad gebracht wird – so what?
    (Gibt natürlich auch renitente schwarze Schäfchen hähäh)

  4. theomix Says:

    Nö, hast sicher Recht, aber amüsant ist so was schon. Weil es ja meist mit der Aussage verbunden ist „Sie haben das und das gesagt…“ Wenn einer dann mit Lob fortfährt, lasse ich es gerne gelten.

  5. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    wenn die Predigt vom Kopf des Pfarrers in mein Herz dringt,
    dann bedanke ich mich auch bei ihm hinterher,
    er nickt dann dankbar mit dem Kopf.
    Schönen Sonntag
    bei uns ist morgen Gemeindeversammlung mit der Vorstellung der Neuen Kanditaten zur Kirchenvorstandswahl. Ich habe dem Benennungsausschuss angehört.
    Erika

  6. Erika Says:

    http://www.pfarrerkabarett.de/
    Hallo, das war gestern, die Gemeindeversammlung war lustig, der Pfarrer spielte auch ein Stück aus dem Pfarrerkabarett vor, dann interviewte er die einzelnen Kanditaten, die auf der Bühne in einem Sessel Platz nehmen durften. War sehr unterhaltsam.
    Gruss
    ERika
    P.S. mein Kommentar war wieder „durchgerutscht.“ Macht nix…

  7. theomix Says:

    Nix durchgerutscht, alles hier angekommen. Ein Pfarrer, der Kabarett macht? Schön, würde mir auch liegen…

  8. Erika Says:

    Das hab ich mir auch schon gedacht, kann ich mir gut vorstellen!
    Lass es mal wirken, von Kopf zum Herz!!!!!(Das wär sogar ein Titel)
    schönen Sonnentag wünsche ich Dir
    Erika:-P

  9. theomix Says:

    Ne, das Kabarett steht noch nicht, da ist der Titel das geringste Problem 😎

  10. rotegraefin Says:

    luschtig!

    Ich habe mal nach der Abendmesse bei einem Kaplan gesessen und er kam auf seine Predigt zu sprechen. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass ich nicht zugehört hätte, ich hätte meine eigenen Gedanken. Ehrlich wie ich nun mal bin.:)
    Er war einigermaßen verblüfft, dass er sich Gedanken gemacht habe und ich käme mit meinen eigenen Gedanken. Wir sprachen noch ein weinig weiter und ich erwähnte etwas und da stellte er fest, dass ich das aus seiner Predigt hatte.

    In den letzten Jahren habe ich oft in der Kirche gehockt und gedacht: „Ich möchte selber predigen, wenn ich mir den Unsinn anhören musste, der da verzapft wurde.“
    Allerdings ist mir der Dialog lieber. So schätze ich auch Deine Antworten sehr theomix, die Du gibst.

  11. theomix Says:

    Danke! Ich warte ja immer darauf, dass jemand mal dazwischenruft. Aber außer Kindern traut sich keiner…

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