Ein Buch – ein Tag – ein Stöckchen

Für diesen Sonntag statt der Routine eine Besonderheit: Ein Stöckchen, das bei Wortman herumlag:

1.  Nimm ein Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
2.  Schlage das Buch auf Seite123 auf.
3.  Suche den 5. Satz.
4.  Lies und poste die nächsten drei Sätze.
5. Wirf das Stöckchen weiter.

Welch ein Glück: Neben meinem Schreibtisch steht ein Regal mit fast 30 Büchern. Abzüglich Telefonbüchern, Bibeln und dem Duden bleiben 15. (Aus einer Bibel habe ich nichts genommen, weil ich vermute, dass viele das von mir erwarten.)
Ausgewählt habe ich:

Angela Troni,
Die döfsten Deutschfehler: Sprachliche Stolperfallen und wie man sie umgeht

„Wenn Sie sich das jetzt auf die Schnelle nicht merken können, dann haben wir hiernoch etwas ganz Besonderes für Sie: Genauso furchtbar wie neu  renovierte Wohnungen (aus sprachlicher Sicht) sind (zumindest aus Sicht des künftigen Mieters) alt renovierte Wohnungen. Da haben wir’s doch schon: Sie wollen das eine nicht und die deutsche Grammatik braucht das andere nicht – insofern können Sie sich jeden Zusatz von renoviert sparen.“

Frau Tronis Buch ist eigenwillig. Deshalb lässt sich auch darüber streiten, ob ich jetzt drei, vier oder fünf Sätze zitiert habe. Ich nehme die selbstgebastelte Definition: „Ein Satz ist, was vorne groß beginnt und hinten mit einem Punkt endet.“ Diese Definition hilft vieleicht nicht immer, hier aber auf jeden Fall.

Frau Tronis Buch ist auch in anderen Fragen sehr eigenwillig. So fehlt ein alphabetisches Register nach grammatikalischen Begriffen. Stattdessen muss man sich die launigen Kapitelüberschriften merken, zum Beispiel „abber Arm“, wo es doch um „Adverbien“ geht.

Aber sonst ist dieses Buch ein Muss für alle, die nicht nur Texte „irgendwie“, sondern gut und richtig schreiben wollen, sei es als privat bloggendes Wesen oder als Berufsschreiberling.

Und jetzt: greift zu, hier liegt das Stöckchen!

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27 Antworten to “Ein Buch – ein Tag – ein Stöckchen”

  1. Wortman Says:

    klingt recht interessant. werde mal nach dem buch ausschau halten 🙂

  2. freidenkerin Says:

    … Ein Satz ist, was vorne groß beginnt… *Lach!* Theomix, das ist ein herrlicher Spruch! Den werd‘ ich mir merken. Ich wünsche dir herzlichst einen schönen Sabbat.

  3. Wortman Says:

    sabbat = abkürzung für „sabbeln satt“ 🙂

  4. Ute-Marion Says:

    Da die Bücher nicht thematisch eingeschränkt sind, lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, aus meiner „Bibel“ das Stöckchen zu nehmen: „Unsere Nahrung – uns Schicksal“ von Dr. Max Otto Bruker:

    „Die Vorstellung ist primitiv, daß etwa die Faserstoffe die Darmschleimhaut durch mechanische Reizung ‚kratzen‘ und damit zur Peristaltik auffordern. Die Funktionen der Därme werden wie diejenigen aller Organe vegetativ (elektronisch) und nicht mechanisch gesteuert. Auch das Quellungsvermögen der Kleie wirkt nicht mechanisch peristaltikanregend, sondern dadurch, dass die Vitalstoffe der Kleie die in der Darmwand befindlichen Nervenzellen zur physiologischen Tätigkeit anregen. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist die Vorstellung der Steuerung der Organfunktionen durch mechanische Wirkung der Ballaststoffe in Folge Quelluung nicht mehr haltbar, um nicht zu sagen, ein Atavismus.“

    Ein Beispiel dafür, wie Bruker, ein Arzt der noch verständlich reden konnte, mit Binsenwahrheiten über Ernährung und Gesundheit aufräumt.

    Und ich gebe das Stöckchen weiter….

  5. theomix Says:

    @wortman: Das Buch ist gut. Examensarbeiten durchsehen, Gemeindebriefe korrigieren, daher auch in die neue Reschtchreibung eintauchen – also, ich hab da nicht wenuig drauf, aber bei dem Buch habe ich öfters mit den Ohren schlackern müssen (obwohl ich mit den Händen schreibe).
    Muss ich wirklich zu „Sabbat“ was Ernsthaftes antworten? Nö:-D
    S = Schmeißt
    A = auf
    B = böse
    B = Buben
    A = abartige
    T = Torten.

    @freidenkerin: Über 43 Jahre schreiben – das prägt 😉

    @Ute-Marion: Ne ne ne! Steht doch oben: posten, also nicht schwäbisch „poschten“, sondern neudeutsch „pousten“ – das muss auf deinen Blog…
    So wird kein Stöckchen daraus.

  6. Erika Says:

    Auf Seite 123 „Wer´s glaub, wird selig“ von D.Nuhr
    Sie meinen, mit ihm sprechen zu können oder jemanden zu kennen, der mit ihm gesprochen hat, oder von jemandenm zu wissen, der einen kennt, der einen Vetter hat, der von einem gehört hat , der mit dem Schöpfer einmal in Urlaub war.

  7. Erika Says:

    Lieber Jörg,
    ich hab das einfach so hereingestellt ohne Stöckchen und ohne Blog.
    einfach so, weil ich mal nachgeschaut hab. Sehr schöne Idee.
    Schönen Abend Erika:-P

  8. theomix Says:

    Schönen Abend. Blogfreie sind entschuldigt. Aber wär das Stöckchen nicht ein Anlass.. Ne, ich wollte ja nicht mehr drängeln 😉

  9. Erika Says:

    😛

  10. Erika Says:

    gut so – wär drängelt muss sich hinten an-stellen
    nein, ich stell mich ja nicht so an,
    aber ich bin so FREI

    ALLES HAT SEINE ZEIT
    (das habe ich schon oft geschrieben, vielleicht kann das jemand mal zählen und zu der gesammelten Erika bei Andrea aufschreiben.
    Schöne Zeit
    ERika:-)

  11. Wortman Says:

    Deine „Sabbat“-Abkürzung gefällt mir gut. könnte fast von mir sein 😉
    Da eigentlich jeder weiß, was Sabbat ist, brauch man da keine ernste Erklärung, oder?

    Hab mich eben auch mal bisschen abgelenkt… mal wieder ein Filmchen geguckt 🙂

  12. Wortman Says:

    Ich habe „Godzilla Millenium“ geguckt 🙂

  13. theomix Says:

    Auch sabbatlich… Die anderen schwitzen sehen und sich selber gegebenfalls gruseln… 😉

  14. onebbo Says:

    Seufz, jo, ich hab das anders verstanden. Aber eigentlich gefällt mir mein Verständnis = meine Idee besser. Also wenn 10 Leute untereinander (hier tummeln sich doch sogar noch mehr rum) mal ihre Bücher reinsetzen, finde ich das interssanter als von Blog zu Blog. Vor allem hätte ich ja hier die Hoffnung, dass nicht alle die Bibel nehmen würden kicher kicher

  15. theomix Says:

    Hm, nicht schlecht, aber das ist eine neue Form des Stöckchens. Vileicht ein „Zweiglein“, oder wie soll man’s nennen?

  16. onebbo Says:

    Ey, wir lieben doch im Denglischen. Branchen statt Brunchen 😉

  17. Wortman Says:

    @onebbo: Verstehe ich das nu richtig? Anstatt alle in ihrem Blog, alle als Kommentar in einem Blog?
    Oder meinst du einen Beitrag mit allen Teilnehmern, so dass die eben zum Hauptgeber ihre Texte mailen?

    Dieses „Zweigchen“ lässt sich bestimmt organisieren.

  18. onebbo Says:

    @wortmann: Ja, genau, du hast das richtig verstanden. Anstatt dass wir den Text von Jörg kommentieren, würde jeder – so wie ich das halt fälschlich gemacht habe – mit seinem eigenen Buch kommen.

  19. theomix Says:

    @wortman: Und wie nenne wir das denn dann?

    @onebbo: Nix fälschlich. Ich lasse es stehen und damit erfreust du hoffentlich andere Kommentatoren…

  20. Wortman Says:

    keine schlechte idee, onebbo

  21. onebbo Says:

    @wortman: Ich denke, Jörg ist schon halb weich geklopft 😉

  22. Wortman Says:

    @onebbo: *hehe*

    @theomix: Der Zweige-Stöckchen / Zweigchen-Eintrag /

  23. theomix Says:

    Was heißt hier weichgeklopft? Hier ist so viel Kommunikation in de Kommentaren, da wird sich das schon von selbts regeln. Irgendwann werde ich dann mal ein Zweigestöckchen in die Luft purzeln 🙂

  24. Wortman Says:

    gute idee, theomix 🙂

  25. Der Helfer? « Wortman Says:

    […] Speziell für theomix […]

  26. theomix Says:

    Eile mit Weile. Und Danke fürs „Helfer-Frühstück“!

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