Epiphanias, Ergänzung

Ein „Un-Feiertag“. Als „Heilige Drei Könige“ ist er in einigen Bundesländern Feiertag. Nicht für mich. Dieses Jahr letzter Urlaubstag. Und die Kinder haben noch Ferien. Nun gut.

Un-Feiertag, weil sich niemand die liturgisch korrekte Bezeichnung merken kann. (epiphanía = Erscheinung). Das wahre Licht scheint, der Stern bleibt über dem Geburtshaus Jesu stehen. Und die Sterndeuter (keine Könige, keine festgelegte Zahl) huldigen dem neugebornen König. so erzählt es der Evangelist Matthäus. Ein anderes „Setting“ als Lukas mit Krippe, Engelschor und Hirten. Archetypische Geschichten.

Un-Feiertag, weil er als Feiertag in den Hintergrund getreten ist gegenüber Weihnachten. Dabei ist er historisch gesehen älter. Aber mittlerweile  kein sabbatähnlicher Tag mehr. Alles andere als.

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7 Antworten to “Epiphanias, Ergänzung”

  1. w(u)b Says:

    Du schreibst:
    „…weil er als Feiertag in den Hintergrund getreten ist gegenüber Weihnachten“
    So ganz stimmt das – meine ich – nicht.
    In Spanien haben wir es vor Jahren erlebt, dass der „Dreikönigstag“ zumindest im Brauchtum sehr wohl eine große Bedeutung hat.
    sicher ist auch das natürlich in gewisser Weise ein „Un-Feiertag“, wenn am 6. Januar die „hl. 3 Könige“ durchs Dorf ziehen, von ihrem Wagen aus Bonbons werfen, die Kinder mit Laternen hinter her ziehen und diese Könige dann im Festsaal der Gemeinde vom Bürgermeister begrüßt werden um dann an alle Kinder kleine Tüten mit Süßigkeiten zu verteilen, bevor (oder nach dem) die Familien dann zu Hause ihre Weihnachtsbescherung haben (oder hatten).
    Nach unserem Empfinden so was wie eine Mischung von St. Martin, Karneval und Weihnachten.

    Oder die orthodoxen Ostkirchen, für die dieses Fest soweit ich weiß nach wie vor von großer Bedeutung ist.

    Un-feiertag ists allerdings wohl auch in Baden-Württemberg, wo die FDP an diesem Tag ihr „Dreikönigstreffen“ stattfinden lässt, was natürlich mit der eigentlichen Bedeutung des Festes nun mal gar nichts zu tun hat. Es sei dennman will die Parallele ziehen, dass auch dabei KEINE Könige beteiligt sind. 🙂

    • theomix Says:

      Lieber Werner,
      jede subjekitve wahrnehmung stimmt 🙂 . Aber davon ab habe ich ja geschrieben, dass Ep. in den hintergrund getreten ist, nicht dorthin gehört.
      Danke, dass du die feiertraditionen erwähnst. Und danke auch für die ergänzung um das Dreikönigstreffen.
      Gruß
      Jörg

  2. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, darf ich der Ergänzung noch etwas hinzufügen? Wir haben ja viele Italiener hier und die nennen diesen Tag: La Befana… Wikipedia sagt das dazu:
    „Befana (italienisch: aus Epifania) ist die Benennung eines weiblichen Dämons / einer Hexe des italienischen Volksglaubens, welche in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt, Geschenke bringt, straft und spukt. Der Name stammt vom Fest Epiphanias, dem Fest der Erscheinung der Herren (Heilige Drei Könige Balthasar, Melchior, Kaspar). Der Sage nach soll sie von den Hirten die Frohe Botschaft gehört haben. Der Stern sollte sie zur Krippe führen. Da sie jedoch zu spät aufbrach, verpasste sie den Stern aber.

    Im Laufe der Zeit überwogen die positiven Aspekte ihrer Gestalt, so gilt sie heute in erster Linie als gute Fee“

    Liebe Grüsse und einen guten Start in Schule, Arbeit und was auch immer so ansteht. Ich hab morgen erstmals wieder frei nach meinem Arbeitsmarathon…Liebe Grüsse Andrea

  3. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    noch eine tradition! Dank der kommentare werde ich noch zum experten. Ja, richtig, morgen ist start, und dazu gibt es den entsprechenden beitrag, so allgemein herumreflektiert…
    Dir einen schönen abend, oder zu welcher tageszeit du das liest!
    Herzliche grüße
    Jörg

  4. w(u)b Says:

    noch was für dich, Jörg , um dein Expertentum auszubauen:

    Bei wikipedia habe ich noch das hier gefunden:

    Der Festtag geht auf heidnische Wurzeln zurück: So feierte man im ägyptischen Alexandria in der Nacht vom 5./6. Januar das Fest des Gottes Äon, bei dem Wasser aus dem Nil geschöpft wurde. Ebenso gibt es für diese Nacht Volkssagen, in denen Dionysius erscheint und Wasser in Wein verwandelt.
    Die gnostische Sekte der Basilidianer feierte (nach Clemens von Alexandria) an diesem Tag die Taufe Jesu, durch die nach ihrem Verständnis der Mensch Jesus Sohn Gottes wurde.

    und bei feiertagsseiten.de steht unter anderem:
    Der Dreikönigstag war – ähnlich wie die Osternacht – früher ein Tauftag. Im Gedenken an die Taufe findet daher die Dreikönigswasserweihe statt. Mit dem geweihten Wasser, das meist einige Tage lang in der Kirche abgeholt werden kann, werden die Häuser und Wohnungen gesegnet. Geweiht werden Salz, Weihrauch und Kreide. Salz, weil es schal gewordenes Wasser wieder lebendig macht, Weihrauch als Zeichen des Gebetes, das zu Gott aufsteigt, und die Kreide für den Haussegen. (Siehe unten.)

    Die „Heiligen drei Könige“ waren die Weisen aus dem Morgenland, von denen das Matthäusevangelium berichtet (2, 11).
    Die Zahl der Weisen war zunächst noch nicht auf drei festgelegt. Der Ausdruck „Könige“ wurde dann im 3. Jahrhundert von Tertullian und anderen Schriftstellern gebraucht. Ihre heutigen Namen tauchten erstmals im 6. Jahrhundert auf und wurden im 9. Jahrhundert volkstümlich. Als Sterndeuter, Philosophen und Zauberer sucht sie die Legenda Aurea zu erklären.

    Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas, von ihrer Bischofswürde, von einem gemeinsamen Weihnachtsfest im Jahr 54 und ihrem unmittelbar darauf folgenden Tod, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel durch Kaiserin Helena.

    Aus der Dreizahl der Gaben (Myrrhe, Gold und Weihrauch) schloss man im 3. Jahrhundert auf die Dreizahl der Magier. Ab dem 6. Jahrhundert bekamen sie ihre Namen, zunächst „Thaddadia, Melchior und Balytora“. Seit dem 8. Jahrhundert heißen sie „Caspar, Melchior und Balthasar“, zugleich wurden sie als Könige angesehen.
    Im Malerbuch vom Berg Athos ist die Folge Caspar, Melchior, Balthasar festgelegt. Die Geschenke sind am verständlichsten in den Gesta Romanorum gedeutet: Gold bezeichnet den einem König gebührenden Weisheitsschatz, Weihrauch das ergebungsvolle Opfer und Gebet, Myrrhe die reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Außer der Unterscheidung in drei Lebensalter, die sich im 12. Jahrhundert einbürgerte, trat um 1300 der jüngste als Mohr auf. Die drei Könige wurden als Vertreter der damals bekannten drei Weltteile Asien, Europa und Afrika angesehen, auch zurückgeführt auf die drei Söhne Noahs.

    Um 378 wurden Wechselgesänge zwischen Maria und den Magiern bezeugt. Dreikönigsspiele waren bis in die Neuzeit beliebt. Noch heute weit verbreitet ist in der katholischen Kirche der Brauch der von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger, die um eine Gabe bitten und das Haus segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C + M + B an die Haustür geschrieben werden. Das Sternsingen wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich vermerkt und war bald schon sehr verbreitet. Zunächst wurde ein Kreuz auf die Türen gemalt, daraus entwickelte sich der Haussegen „C + M + B“, „Christus Mansionem Benedicat“, „Christus segne das Haus“.

  5. theomix Says:

    Reiche ernte… („mitten im kalten winter, wohl zu der halben nacht.“)

  6. Kleine Momente, kleines Fest | Theomix Says:

    […] nun ist ein neuer Abschnitt im Kirchenjahr da: Heute ist Epiphanias. Durch das Erlebnis am Sonntag jetzt auch “Heilige Vier Königinnen”. 🙂 Einen schönen […]

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