Mit ‘Weihnachten’ getaggte Artikel

Tragisches Gefühl zu Weihnachten – typisch 21. Jahrhundert

28. 12. 2011

Da habe ich mal günstig
etiketten gekauft
für disketten

die disketten habe ich nicht mehr
kein computer mag sie annehmen

zum heiligen fest
find ich den rest
der netten
etiketten

jetzt sitz ich hier
und schneid namensaufkleber
aus den etiketten
der disketten

Und jetzt mal auf Deutsch, Herr Eichendorff

26. 12. 2011

Weil es so schön war, nur noch ein Mal…

Markt und Straßen stehn verlassen,
Strahle-Licht in jedem Haus,
ich streif lustig durch die Gassen,
alles sieht voll spacig aus.

An den Fenstern haben Frauen
tolles Spielzeug hingestellt,
tausend Kinder stehn und schauen,
ihre Augen  süß erhellt.

Und ich geh mal weg ins Freie
hinten zwischen Wald und Feld,
geiles Glänzen, Vorfreude aufs Feiern -
irre still ist ‘s auf der Welt!

Sterne so weit weg da oben,
der Seele ihre Einsamkeit
singt, so wie die Engel loben:
Megakrasse Weihnachtszeit!

Hier Erklärungen, nicht nur für OneBBO:

Erste Strophe:
differenzierte Gefühlsbeschreibung, kein romantisches Wischi-Waschi.

Zweite Strophe:
Ohne hell glänzende Kinderaugen geht es gar nicht. Wie konnte Eichendorff das nur auslassen?

Dritte Strophe
Hauptsache, es reimt sich hinten. Wenigstens so ein bisschen …

Vierte Strophe:
Den Deutschen ihre Grammatik ist sowieso immer am Fließen.

Weihnachten im Eichendorf

24. 12. 2011

Entstanden, bevor die Hütte gebrannt hat. Mein Weihnachtsgruß aus der wiederbelebten Zitateschmiede.

Markt und Straßen stehn verlassen,
froh erleuchtet jedes Haus,
pfeifend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
helle Kerzen hingestellt,
tausend Kinder stehn und schauen,
auf die Wunder-Weihnachts-Welt.

Und ich wandre aus dem Orte
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Gähnen, keine  Worte -
wie so weit und still die Welt!

Sterne sich zu Knoten schlingen,
aus der Seele Einsamkeit
steigt’s, als ob die Engel singen -
O du schöne Weihnachtszeit!

Wer mag, darf die Unterschiede zum Original herausfinden. :)

Allen Leserinnen und Lesern ein
gesegnetes, frohes Weihnachtsfest! 

Stille Nacht

23. 12. 2011

Vom Blatt zu spielen.

Plätschernd bis nachdenklich im Advent

19. 12. 2011

Das lässt sich hören:

Das ist dann wohl für alle, die schon vor Weihnachten völlig durcheinander sind. Vielleicht beruhigt es ja…

Biblische Streifzüge: Weihnachten nach… (3)

29. 12. 2010

Weihnachten nach Markus

Hier kann ich mich kurz fassen, wie der Evangelist selbst. “Das ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus.” Das ist der erste Vers. Und der zweite: “Es ist die Stimme eines Predigers in der Wüste”. Nichts weiter.

Oder doch? Zum Thema Familie gibt es bei Markus (und nur bei ihm) einige interessante Stellen.

“Und er ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, sodass sie nicht einmal essen konnten. Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn festhalten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.” (Markus 3, 20f)
Von hier aus kann man  nur sehr begrenzt von “heiliger Familie” reden.

Markus schildert eh ein konfliktreiches Familienleben und definiert folgerichtig Familie neu:

“Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir.
Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.” (3, 31-35)

In Markus 6, 3 fragen die Einwohner Nazareths: “Ist er (Jesus) nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns?”
Das ergibt mindestens sechs Geschwister. Die Arbeit war für Maria “nach Weihnachten” nicht herum…

Konfliktgeladen ging es zu in der Zimmermannsfamilie, auch nach der Pubertät.

Weihnachtsdienstleister

29. 12. 2010

“Weihnachtsdienstleister”: Ich bin auch einer. In bescheidenem Ausmaß. Heiligabend ist für Gottesdienste reserviert. Die am besten besuchten im Jahr. Wir teilen uns  das auf, meine Frau und ich. Und am Schluss steht meist ein schönes Gefühl. Mein Programm ist um 18.30 Uhr zu Ende. Ich setze mich ins Auto  und   fahre nach Hause, ein schönes Abendessen und Bescherung folgen. Im Auto schalte ich das Radio an. Und irgendwann ergreift ein Moderator das Wort.

Noch ein Dienstleister. Weitaus unangenehmer stelle ich mir das vor, einen Nachmittag, einen Abend, eine Nacht in einem Funkhaus zu sein, mit ein paar Technikleuten.

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Biblische Streifzüge: Weihnachten nach… (2)

28. 12. 2010

Weihnachten nach Matthäus

Die ganze Vorgeschichte, also die ersten beiden Kapitel, sind gefüllt mit Träumen, die die Handlung steuern: Joseph träumt (wie sein alttestamentlicher Namensvetter), die Weisen aus dem Osten haben auch Träume – und einen Stern am Himmel.

Ganz andere Geschichten werden hier erzählt, und sie tauchen eher am alten orthodoxen Weihnachtsfest auf, am 6. Januar. Epiphanias, Erscheinung  – des Lichts, weil der Stern eine große Rolle spielt.

6. Januar, war da nicht was mit den Heiligen Drei Königen?
Jein!
Weder drei noch Könige. Und heilig – so wie wir alle. Matthäus erzählt von Magiern, Sterndeutern, aus dem Osten (Persien, Indien?). Drei ist die Zahl ihrer Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe (nicht Möhren!).

Weil sich diese Gaben nur wirklich reiche Leute leisten konnten, kam man im Volksglauben darauf, dass das Könige sein müssten. Aber nein, es waren Astrologen, Philosophen…

Danach kommt der Kindermord in Bethlehem, während die Jesusfamilie sich nach Ägypten absetzt. Als Herodes tot ist, regiert kurzfristig dessen Sohn, und so geht man lieber nach Galiläa und landet in Nazareth.

Was würde Lukas dazu sagen?

Prägende Tradition ist die Evangelienharmonie. Mit einigen tiefen Durchatmern kriegt man das gebastelt: da, wo Lukas nichts berichtet, hat Matthäus etwas. Es bleiben leichte Unebenheiten im Erzählfluss: Wieso denkt Matthäus darüber nach, wie es nach dem Tod des Herodes in Bethlehem aussieht – wenn Nazareth nach Lukas eh die Heimat war? Und die Zwei/Drei müssten sich wohl länger in Bethlehem aufhalten, bis die Weisen ihr Ziel erreicht haben.

Oder sind die beiden Berichte recht unabhängig voneinander entstanden und später zusammengesehen worden? Dann hat Lukas eben die Geschichte von Volkszählung, Geburt im Stall, Besuch der Hirten -  und zurück geht es nach Nazareth. Und Matthäus berichtet, dass die ortsansässige junge Familie Besuch von Weisen erhält, die den Stern über der Stadt gesehen haben. Danach müssen sie ihre Siebensachen packen, nach Ägypten fliehen, können in ihre Heimat nicht zurück und siedeln sich im Norden des Landes an.

Gemeinsames Interesse beider Sichtweisen: Hier soll nachgewiesen werden, dass Jesus der Messias aus der Familie Davids – inklusive Geburtsstadt ist – denn beide Evangelien belegen das mit einem Stammbaum – der dann auch wieder jeweils Unterschiede hat.

Genug davon, rückt die Hirtenfiguren in Richtung Krippe…

Von Advent bis Weihnachten mit Theomix

24. 12. 2010

Kirche Kircheib, fast weihnachtlich

Allen wünsche ich ein  frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Heiligabend ist Hochsaison bei unsereinem, und in  der Adventszeit sind ganz viele Feiern. Daher habe ich  ein gespanntes Verhältnis zur sogenannten “weihnachtlichen Stimmung”.  Es gab viele Beiträge, die so gar nichts mit der gewohnten Symbol- und Bilderwelt zu tun hatten.

In den Adventswochen gab es schöne, sehr schöne Momente, von denen ich nichts berichtet habe. Zum Beispiel hat mir die goldige erste Klasse aus meiner Lieblingsschule die Nummer “24″ ihres Tüten-Adventskalenders geschenkt. Jetzt steht sie auf der heimischen Fensterbank.

Und gar nichts, ganz und gar nichts gibt es an Worten oder Bildern vom heimischen Schmuck: Kerzen? Adventskranz? Bäumchen?  Gibt es das überhaupt? Und wenn ja, wie sieht es aus?  Es gibt keinen Blick durchs Schlüsselloch. Hier bei mir zu Hause kommt kein Tumult auf und kein Rummel wird eingelassen. Da bleibt auch der Blog außen vor.

Trotzdem (oder vielleicht: deswegen) seid ihr mir, liebe Leserinnen, liebe Leser, gefolgt, viele von euch haben kommentiert und haben dadurch den Blog reicher gemacht.

“Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird!”, sagt der Engel auf dem Feld zu den Hirten. Freude – Lachen – Humor, in diesem Dreieck bewegt sich dieser Blog gerne, da ist er der Weihnachtsbotschaft ganz nah. Wer etwas zu lachen hat, muss nicht von der Freude der Hirten bei Betlehem ergriffen sein. Aber man ist sich näher gekommen.

Weihnachtsfest, 25. und 26. Dezember

25. 12. 2009

Kein Sonntag, kein Sabbat. Aber Feiertag – im Doppelpack.

Der Spruch zum Festtag aus dem Evangelium nach Johannes,
Kapitel 1:
“Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.”

Das mit dem Fleisch versteht heute niemand mehr so richtig. Es meint: Gott, das ewige Wort, wird ein Lebewesen. Gott wird Mensch.

Wie sagte Kurt Koch so treffend: “Mach’s wie Gott, werde Mensch!”

In diesem Sinne

ein frohes Weihnachtsfest!