Posts Tagged ‘Sprache’

psalm psalm gebet

15. 10. 2014

unsere gebete sind weichgespült, herr
in denen schwebst du oben
und wir haben nur wenige bilder für dich

verhalten beten wir um gerechtigkeit
und wünsche, die tyrannen mögen staub fressen
verlaufen im sand leerer herzen

verhalten beten wir um frieden
und dass du schwerter zerbrichst
haben wir gelernt zu übersehen

herr, lass uns die weichgespülten worte verlernen
und schenke uns wieder die kraft wüster psalmen
damit unsere gebete uns wieder bewegen

denn wer dir berserkerwut andichtet
traut dir wenigstens etwas zu
und ringt mit einem unbequemen gott

Fremdsprache am Rande der Vorstellungskraft

11. 10. 2014

“Eine Schrift, die von rechts nach links geht? Die gibt es nicht,  das geht doch nicht.”
Kind, 10 Jahre, als ich etwas über die hebräische Sprache erzählte

Trinkfeste Buchstabenweisheit

25. 7. 2014

In jeder Tasse ein paar Asse.

In jeder Flasche eine Lasche.

In jedem Sprudel ein Rudel.

Buchstabenweisheit, Fortsetzung

10. 7. 2014

Im Kreis gibt’s Reis.

Und im Reis das Eis.

In der Freiheit steckt die Reihe.

Und im Verhängnis der Ruf “Erhäng!”

Zuletzt: das Glücken enthält Lücken…

Buchstabenweisheit

9. 7. 2014

“Unter jedem Dach ein Ach,” zitierte die Friseurin meines Vertrauens eine Weisheit ihrer Mutter.

Das stimmt. Und nun möchte ich weise ergänzen:

In jedem Kübel ein Übel.

Unter jeder Leiter Eiter.

In jedem Sturm ein Turm.

Und in jedem Reim ein Ei.

 

 

Landleben als Spracherziehung

3. 4. 2014

Neulich ging ich zu einem Hausbesuch querfeldein. Wirklich quer übers Feld. Mich beschlich die Frage: Wer schreitet heute noch querfeldein? Wo die Zahl der Landbewohner und -innen so klein ist im Verhältnis zur Zahl der Stadtinsassen:

Das Wort ist noch Titel für alle möglichen Aktionen, Projekte und Druckwerke – aber verbunden mit einem Verb, das Bewegen ausdrückt: kaum noch…

Wäre an diesem Tag Regenwetter gewesen, ich wäre ja längs der Straße gegangen. Was ebenso ein seltener Ausdruck ist. Aber er passt, denn nicht alle Straßen hier haben einen Bürgersteig.

So gesehen ist das Landleben  auch eine Art Spracherziehung.

sprache ist schwer 2

27. 2. 2014

es sprachen die elfen

wir zahlen den zehnt
und lieben den neuntöter

wir können achten
wir können sieben

und sechszeiler gibt es nur ungereimt

sprache ist schwer

9. 1. 2014

Einsam? Kennt man.

Zweisam – auch.

Achtsam. Ja, sollte jeder sein.

Aber fünfsam, zwanzigsam?

Sprache ist schwer.

Alltäglich: Herumlabern am Feiertag

30. 5. 2013

Wisst ihr, mir ist wirklich nichts Tolles eingefallen heute. Ich hab schon ein paar Mal was zu Fronleichnam geschrieben. Und ich merke deutlich: Besser als damals werd ich nicht.

Die Wetteraussichten sind trübe, beim Schreiben platschen wieder dicke Tropfen an die Fensterscheiben, beim Hereinholen der Mülleimer bin ich unangenehm genässt worden.

Und ihr merkt, wenn ich will, kann ich herumlabern. Das hat jetzt mit dem Feiertag nichts zu tun. Eher damit, dass mir nichts Besseres eingefallen ist. Draußen das Wetter ist flüssig, dieser Beitrag ist mehr: er ist überflüssig. Ich glaube trotzdem, ich mache Absätze in den Text, sonst liest ihn niemand. Und ihr verpasst womöglich eine Pointe. Aber nix da: Es gibt keine.

Das Beste aus dem Saarland: Zwei F-Wörter

5. 4. 2013

Der saarländische Dialekt (ich meine das Moselfränkische der Gegend um Völklingen und Saarbrücken) hat ziemlich viele sprachliche Eigentümlichkeiten. Die besten zwei, zwei einfache Vokabeln, stelle ich hier vor.

Freck (f.):

Im Hochdeutschen “grippaler Infekt”. Kürzer geht’s nimmer.

Beispiel:
Isch hann die Freck = Ich leide unter einem grippalen Effekt.

Flemm (f.):

Entspricht in etwa einer Novemberdepression, wenn sie nicht sogar Ausdruck einer skeptischen Lebenshaltung ist.

Beispiel:
Isch hann die Flemm = Mir geht es – nach einer Nacht mit nur 2 Stunden Schlaf,  einem verpassten Bus, einem Anranzer durch den  Chef und Stress mit den Nachbarn – nicht ganz so gut.

Zuerst am 21.11.2009 auf eigentliches.com. Dort nicht mehr aufzufinden.

Holperstrecke

10. 1. 2013

Regionales Blatt, Untertitel einer Schlagzeile:

“Die Holperstrecke zwischen Beibank und Prepper wird neu gebaut.”

Da kam ich vom Holpern ins Stolpern: Warum wird denn die Holperstrecke neu gebaut und nicht durch eine glatte Fahrbahndecke ersetzt? ;)

Bin ich auf dem semantischen oder hermeneutischen Holzweg? Wenn nein, wie hätte die Redaktion das ebenso kurz, aber eindeutig sagen können? “Die Fahrbahndecke […] wird erneuert”? Oder wie?

Sachdienliche Hinweise gerne in die Kommentare!

Mode – Odem

8. 1. 2013

heute der letzte schrei
morgen der letzte atemhauch

An alle Frauen

11. 12. 2012

Hallo, Mädels!

Gibt es eigentlich für erwachsene Frauen eine blödere Anrede als diese?

Und ich meine wirklich blöde und nicht anzüglich. Danke, ihr Burschen!

Oder bin ich alter Knabe auf dem Holzweg und habe einen Trend verpasst?

DER EVANGELISCHE RUNDFUNKBEAUFTRAGTE BEIM WDR

12. 11. 2012

See on Scoop.itEvangelische Theologie

Als man Sankt Martin Schande bereitete

Autor: Martin von Tours. Für die Katholische Kirche ein Heiliger. Heute ist sein Gedenktag.

Martin Luther, in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1483 geboren, bekam durch die Taufe an diesem Tag seinen Vornamen von ihm. Aber nicht nur deshalb lohnt sich auch für Protestanten ein Blick in dieses Menschenleben.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, ich bin Hans Dieter Osenberg aus Saarbrücken. …..

See on www.kirchezumhoeren.de

Dunkelheit entzieht sich der Justiz

10. 11. 2012

Nicht nur für Erika

Wenn die Dunkelheit einbricht, nimmt sie nichts mit.
Kein Raub oder Diebstahl.
Sage ihr: Du begehst Hausfriedensbruch!
und bring ihr so das Licht der Erleuchtung:
Schon ist sie fort.


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