Wäre nur die Musik, ich hätte ein Mal hingehört und es dann liegen lassen. Elektronisches Geknarze wie Autobahn von Kraftwerk. Und dann setzt so eine Feenstimme ein. Brauche ich das?
Aber Still Corners haben einen, wie ich finde, begabten Kurzfilmer arbeiten lassen. Das Ergebnis zieht mich in seinen Bann: eine Jugendliche betritt festen Schrittes eine Halle, die Rollschuhe auf dem Rücken. Wir sehen, wie sie sich die Schuhe anzieht, dann etwas herumläuft und immer wieder auf die Eingangstür schaut. Zwischendrin schwenkt die Kamera auf Tessa Murray, die Sängerin, hier vorgestellt als Thekenbedienung. Da – ein Junge betritt die Halle. Das Mädchen schaut absichtlich weg. Sie scheint erst vor ihm wegzulaufen, schließlich bewegen sie sich aufeinander zu. Halten sich an den Händen. Eine kleine Romanze
Wir sehen die beiden bei artistischen Versuchen, das Mädchen landet auf dem Boden – und lacht. “Almost a man, almost a woman” an passender Stelle.
Die Szene wandelt sich, in der Halle entsteht Disco-Atmosphäre, inklusive Nebel. Auch Tessa trägt plötzlich Glitzerjäckchen. Wieder sehen wir das Paar Hand in Hand über die Fläche gleiten. Das Lied klingt aus, Nebel umhüllt alles.
Eine Romanze an einem unromantischen Ort. Hier mag es nach Bohnerwachs und allem möglichen riechen. Es ist der Ort, an dem die Liebe bewegt. Da lässt sich eine kühle Atmosphäre ertragen. Gegen die der Disco-Nebel nicht hilft. Nur die Liebe.
Und was um alles in der Welt hat das mit Berlin zu tun?
Zum Start der Arbeitswoche wünsche ich euch, dass die Liebe zu Gutem bewegt, wie immer die Umgebung ausschauen mag!
Dank an Jens Doell!

