Mit ‘Leben’ getaggte Artikel

schlaflos

14. 5. 2013

nacht zergrübelt
schlaf entfleucht
im morgengrauen
abwägen
und dann doch aufraffen
den ersten viel zu starken kaffee
maulige bisse ins brot
und dann den zweiten
radio oder lektüre?
den gedanken nachhängen
geht auch so

in den hirnwindungen
den humor suchen
und nicht finden
sich sortieren
noch den dritten kaffee

pflichten wie mechanisch
hinleben auf das mittagsloch
durchkommen dann für den rest
und irgendwie geht es doch

Rechnen mit der Bahn

11. 5. 2013

Bahncard 25, 2. Klasse:

2 verheiratete Erwachsene, 2 Kinder, 6 bis 18: 91 €
2 verheiratete Erwachsene, 1 Kind, 6 bis 18:    81 €
2 verheiratete Erwachsene, kein Kind bis 18:  102 €

Mich selbst zitieren…

3. 5. 2013

… möchte ich hier:

Wenn ich einmal weise bin,
möchte ich sagen können:
Unter den gegebenen möglichkeiten
ist der weg, den ich gegangen bin,
der beste aller möglichen wege.

Auch er, ja auch er…

15. 4. 2013

Natürlich, die Nachrufe priesen ihn in den höchsten Tönen. Auch zu seinen Lebzeiten hätten ihm Lobhudeleien keinen Cent gebracht. Aber vielleicht der Seele in dem zum Schluss zerschundenen Körper gutgetan.

Das Leben kann so verlogen sein. Erst recht, wenn die Akteure mitlügen. Suchtstrukturen von vorn bis hinten. Aber wer durchschaut das schnell genug? Natürlich hat er sich selbst ruiniert. Deshalb ist er auch selbst gestorben. Gerade mal über Fünfzig.

Die Ruhmesreden helfen über das schlechte Gewissen hinwegzukommen. Dieses Leben war verpfuscht. Unrettbar. Und plötzlich Schluss. Das hatte ungeheurer Wucht. Ein Schlag in die Magengrube: Nie wieder kannst du ihn erreichen. Auf “Zurückspulen” drücken wäre schön gewesen. Wer einmal so überraschend Abschied nehmen musste, kennt das Verlangen – und weiß , wie schwer Kopf und Herz begreifen…

http://musik.plonki.com/musikvideo/3941803,miriam-bryant-push-play

Ein saures Aufstoßen zum Wochenbeginn. Sorry. Ab und zu einen Roten? Ich will das jetzt nicht diskutieren. Und Nachrufe? Bitte nicht warten! Schon jetzt an die bekannten Adressen. Sofort!

Bleibt sauber und kommt ohne Rausch durch die Woche!

Zum Gedenken an den ungenannten Erwähnten und die anderen Opfer des selbstgepanschten Unglücks.Und mal wieder: Nein, nicht aktuell und auch kein Jahrestag. Myriam Bryant hat das angestoßen…

Kernaufgabe

10. 4. 2013

in die erde fallen
die schale aufbrechen
den keim losschicken
aufnehmen, was die erde hergibt
dem licht entgegenwachsen

Die Einzeller des Lebens

9. 4. 2013

Niemand braucht sie, aber sie sind Teil des Lebens. So wie neulich:

Telekomladen vor Ort: Ein Mal hineingeschaut: zwei an der Theke, zwei in der Schlange. Ich: die anderen Erledigungen im Einkaufszentrum gemacht.

Wiedergekommen. Zwei Leute an der Theke. Ich die Warteschlange.
Links der Herr hat Probleme mit abgebuchten 20 Cent für GPS – was von seinem Handy gar nicht geortet werden kann. Rechts die beiden Damen kaufen eine SIM-Karte und versuchen per Fernwartung durch die T-Mitarbeiterin ihre rauschende Festnetzleitung zu normalisieren. (Was ja nicht stilllegen heißt.)

Prima, der Herr ist fertig, die 20 Cent werden gutgeschrieben. Weswegen bin ich hier?
Wegen einer alten Telefonkarte, seit Januar 2008 ungültig. Ich weiß gar nicht, ob und wie viel noch an Guthaben darauf ist. Auch eher im Centbereich.

Eine neue Karte gibt es nicht. Das gute Stück wird eingeschickt und in drei oder vier Wochen kriege ich eine T-Card oder wie das heißt. Ah ja.

20 Minuten Lebenszeit weg und mindestens um einen Blogbeitrag reicher.

Und 5 Wochen später eine T-Card über 1,84 Euro.

Paul Schrimm lässt grüßen

4. 4. 2013

Der Schnupfen

Christian Morgenstern

Ein Schnupfen hockt auf der Terasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse

- und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.

Paul Schrimm erwidert prompt: “Pitschü!”
und  h a t  ihn drauf bis Montag früh.

Kommentar zur Lage im Blog

1. 4. 2013

Einen Beitrag noch aus einer (eigentlich vergangenen Reihe) kommt morgen. Dann habe ich sie durch, die Reihen und Fortsetzungsgeschichten. Das war lange. Fortbildung, Urlaub, Fastenzeit – jetzt habe ich Lust, (wieder) wild drauflos zu bloggen.

Vierzig mal Alltägliches. Das war interessant. Meist kurz und knackig. Auch mit Füllseln, mehr beim Gesprochenen. Ob das gut ist? Für meinen Stil? Die flotte Schreibe macht mir Laune, das sag ich euch! :)

Ich freue mich darauf, mal wieder anderes einzustellen, Musik, Fotos und so weiter.

Einerseits: 40xalltag war mir persönlich zu lang. – Gerade das macht den Verzicht aus. Das ist die andere Seite

Genießt den zweiten Ostertag!

40 Alltäglichkeiten – die 41: Ostern

31. 3. 2013

Verrechnet? Ja. Denn es ist Ostern.
Es fällt aus dem Rahmen.

Verrechnet hatten sich die Mächtigen.
Er war doch mundtot gemacht.
Und andere reden fröhlich weiter.
Sagen, er lebe.

Verrechnet hatten sich die Freunde, Männer und Frauen.
Sie wollten doch trauern, aufrichtig und echt.
Aber dazu kommen sie nicht.
Sie erfahren sein Leben.

Verrechnet hat sich der traurige Haufen der Christen.
Der Glaube hatte doch keine Zukunft mehr.
Und plötzlich weht neuer Wind.
Leben – macht Feuer aus der Glut.

Ein fröhliches Osterfest!
Möge es aus dem Rahmen fallen.
Und wenn nicht das Fest, dann eben ihr!

Wenn Bibelleser sterben, ein zweiter Teil

1. 2. 2013

Der alte Herr ist in den Neunzigern gewesen und blieb bis auf den letzten Tag frisch im Kopf.

Kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag treffe ich ihn auf der Straße, frage, wie es ihm geht. Er antwortet: “Der Psalm sagt doch: ‘Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre.’” Und er ergänzt lachend: “Um fast zehn Jahre habe ich mein Konto überzogen, ich lebe auf Pump.”


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