Mit ‘Judentum’ getaggte Artikel

Kirchentag: Höhepunkte, Teil 3

11. 6. 2011

Freitag Abend – da wollten wir hin: Oliver Polak, Die Jud-Süß-Sauer-Show. Fast zwei Stunden  mussten wir im Kongresszentrum auf Einlass warten. “Der Künstler duldet keine Zuschauer beim Soundcheck”, bekamen wir mitgeteilt. Wir hatten unseren Warteplatz in der zweiten Reihe vor der Tür. Und die stand beim Soundcheck auf. Es lebe die Inkonsequenz.

Aber das Warten hat sich gelohnt.

Rund um Pessach

29. 4. 2011

Passa – oder besser: Pessach ist gerade herum, da stoße ich auf dieses Video:

In der Brockenstube war es vor mir. Danke  für den Wink mit dem Link!

Und was Juden beschäftigen kann: Was machen wir nach Pessach mit den vielen Matzen? Zwanzig Vorschläge gibt es hier. Leider lassen sie sich nicht  auf Christstollen oder Ostereier übertragen…

Zum Karfreitag

22. 4. 2011

Wen rettet ein gewaltsamer Tod?

Es geht um mehr.

(“Mein Gott, mein Gott…” / “Höre Israel…”)

Arnold Schönberg, Ein Überlebender aus Warschau

Kommt die Auflösung am dritten Tag?

Zwei Tage muss es ausgehalten sein. Oder mehr.

Ich wünsche allen einen besinnlichen Karfreitag!

Wiener Zentralfriedhof, jüdische Abteilung

31. 3. 2011

“Wie wohl der jüdische Teil des Zentralfriedhofs aussieht?”, fragte ich mich und ging nicht wieder zu Tor II, sondern zu Tor I hinaus. Und vorher schritt ich noch an jüdischen Gräbern vorbei, eine himmlische Ruhe breitete sich aus, durch die vielen Bäume wurde der sonst herumschwirrende Schall geschluckt.

Auf jüdischen Friedhöfen sind die Grabsteine dem Verfall preisgegeben, das kann dann aussehen wie unten links. Aber die Schrift des Grabsteins in der Mitte war aufgefrischt worden.

Und in den beiden Bildern unten war die Ruhe da.

65 Jahre danach

27. 1. 2010

Damals:
Niemand hat was gewusst.
Niemand hat was gesehen.
Selbst wenn: Richtig deuten konnte es niemand.
Und wir taten nur unsere Pflicht.

Heute:
Wir können alles wissen.
Wir können alles sehen.
Ja doch: Wir sind zugehagelt mit Wissen und Bildern.
Und wir wollen nur unseren Spaß.

9. November und das Erinnern

9. 11. 2009

Im Grunde finde ich es wichtig. Nur, heute habe ich nicht den richtigen Elan.

Ich habe vor vier Jahren eine Frauenhilfe zu diesem Datum gemacht. Es ist so etwas wie der deutsche Schicksalstag geworden. Und es sind  ernste Themen.

Aber hier und heute, auf meinem Blog, darf ich in aller Bescheidenheit an das reformierte Erbe erinnern: Besondere Festtage sind etwas von Menschen Gemachtes.

Das Grausen in der Kiste vor einem Jahr war nicht an den 9. November gebunden.
Und mein persönlicher Mauerdurchbruch war 1997, als ich zum ersten Mal gen Osten fuhr, mit der Bahn nach Görlitz. Es war nur zu  erahnen, wo früher die Grenzanlagen standen. Und gefalllen ist die Mauer für mich beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, als ich kreuz und quer durch die Stadt bin und Erinnerungen hochkamen aus den 70ern: Am Brandenburger Tor und am Reichstag war irgendwie alles anders gewesen.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es nach 71 Jahren immer noch erschreckend, wie stumm die meisten geblieben sind, als die Juden entrechtet wurden. Gerade in den Kirchen. Bei allen positiven Beispielen, die es  auch gab.

Und ich fand es letztes Jahr geschmacklos, dass Karnevalsvereine ihre Eröffnungs-Sitzungen auf den Abend dieses Tages verlegten. Es war ein Samstagabend. Den muss man ja zum Feiern nutzen… Nein, egal ist  mir das nicht.

Nachsehen möge man mir, dass ich mich am 9. November 1989 und am 3. Oktober 1990 nicht so richtig gefreut habe. Ich war eher besorgt. Ein Gutteil verantwortlich dafür war auch das Ende gewohnter politischer Strukturen. Das hat sich irgendwann gelegt, ich habe es relativieren können. Aber das ist ein weites Feld…

Festtage sind von Menschen gemacht. Erinnerung ist wichtig. Und manchmal sind es nur noch solche Tage, die zum Erinnern helfen.

Ich habe nur nicht jedes Jahr den gleichen Elan dazu.

Er darf das, er ist Jude

26. 6. 2009

Habe ich kürzlich im Radio gehört, und er scheint mir eine Empfehlung wert:
Oliver Polack. Sein Buch heißt “Ich darf das, ich bin Jude”. Ja, er kann sich einige Unkorrektheiten leisten, das ist schon bissig-amüsant.

Zum Sich-Überzeugen-Lassen:

10 Minuten lang:

Kürzeres findet Google.

Am Sabbat…

7. 3. 2009

Am “echten” Sabbat mal ein jüdischer Witz zum Tag:

Endlich ist das Frühjahr da. Wochenlang hat es geregnet. Der Rabbi,  ein begeisterter Golfspieler, hätte so gerne gespielt. Als er am Sabbat aufwacht, scheint die Sonne. Er schielt auf die Uhr: kurz vor 6. Ob er nicht vielleicht? Doch! Schnell zieht er sich an, schnappt seine Golf-Sachen, guckt an der Haustür rechts und links. Niemand. Schnell zum Golfplatz, der zum Glück nur ein paar Meter vom Haus liegt.

Auf dem Platz ist niemand zu sehen. Er packt seine Sachen aus, legt den Ball hin und holt aus.

Derweil im Himmel: Der Prophet Elia läuft zum Thron Gottes: “Ewiger, siehst du, was da dein Rabbiner macht?” “Ja,” spricht Gott. “Du musst ihn bestrafen, bestrafe ihn!”, sagt Elia. Gott nickt.

Der Rabbi holt aus – und in einem großen Satz fliegt der Ball… fliegt… ins Loch!

Im Himmel: Wütend springt Elia hin und her: “Bestrafen solltest du ihn! B E S T R A F E N !” “Habe ich doch!” “Wie, er hat den Ball sofort ins Loch gesetzt!” “Ja, schon – aber wem sollte er’s erzählen?”

Tag der Erinnerung und ein Espresso

27. 1. 2009

Heute ist Jahrestag: Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Seit 12 Jahren ein offizieller Gedenktag in Deutschland (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus).

Was damals, zwischen 1933 und 1945, geschah, ist immer noch Furcht einflößend. Ich habe von einer Reise nach Prag zwei kleine  Eindrücke hier eingestellt, einmal:  Grausen und dann noch einmal.

Statt Versuche in weiteren Kommentaren, die mir alle nicht glücken wollen, greife ich zu meiner spirituellen Espressomaschine und schaue beim 27. Januar. Das ist die Losung für heute:

“Mose sprach zu Gott: wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Gott sprach: Ich will mit dir sein.

2. Mose 3, 11-12

Es gab vor 70 Jahre keinen Mose, der das Volk herausgeführt hat; Pharao hat die Israeliten vernichtet. Der Gott, der im Himmel sitzt und die Geschicke lenkt, ist in Auschwitz gestorben, sagte die “Theologie nach dem Tode Gottes”. Sie war der Versuch eine Antwort auf Auschwitz zu finden. Gott sitzt nicht als allmächtiges, unberührtes Wesen im Himmel, sondern leidet mit den Gefolterten und Ermordeten.

Diese Antwort finde ich besser als die Allmacht verteidigen zu wollen. So wie die Freunde Hiobs, die  in der theologisch-philosophischen Erstarrung enden. Besser die Nähe Gottes, das “Ich will mit dir sein!” bei denen ganz unten.

Und sei es auch nur hineininterpretiert. Es ist schwierig eine Antwort zu finden, wenn der Kloß im Hals steckt.  So jemand braucht dann, wie Hiob, auch etwas anderes als Antworten.

Aber das hier ist bloß ein Blog…

Mein Sonntag

20. 11. 2008

Ein Statement für den Buß- und Bettags-Gottesdienst zum Thema “Sonntag”

1. Fast ist der Sonntag ein gewöhnlicher Arbeitstag für mich: Dann ist (im Schnitt alle 14 Tage) der Gottesdienst an der Reihe.
Aber weitere berufliche Termine an diesem Tag sind selten. So ist der Sonntag auch für mich ein besonderer Tag. Und ich habe mir angewöhnt, den Gottesdienst zu feiern. Ich rede nicht mehr davon, den Gottesdienst zu halten, wie man oft sagt. Ich feiere. (weiterlesen…)


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