Posts Tagged ‘Jesus’

Spuren im Sand, Espresso-Remix

10. 6. 2014

Manchmal
hättest du ruhig sagen können
dass du an meiner Seite warst.
Das waren Tage
wie Espresso ohne Zucker
bitter und schwarz.

Wo Scheitern zum Ende führt,
da fängst du an.
Das predigt sich leicht
und lebt sich schwer.

(Original: zum Beispiel hier.)

Spuren im Sand, Theomix-Version

5. 6. 2014

Original zum Beispiel hier.

Und da, wo meine Spuren alleine liefen,
bist du zum Kiosk abgebogen,
hast uns zwei Latte macchiato besorgt,
und dann sind wir weitergelaufen
und haben uns ins Gespräch vertieft.

Ach wie viel Krummes
hätte gerade gebogen sein können
doch du hast mich gelehrt
es zu nehmen wie es kommt,
es zu lieben wie es ist
und aufzuhören alles zu bewerten
und aufzuhören zu bewerten

 

 

 

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

4. 1. 2014

Sonntags macht Theomix Pause.
Wie beim Sabbat.  Schöpferisches Tun ist göttlich. Und Gott ruhte am siebten Tag. Deshalb ruht meine Kreativität auch.

Dieser Sonntag ist der Zweite Sonntag nach Weihnachten. Der Wochenspruch aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 1:

“Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des einzigen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.”

Sehr konzentrierte Ausdrucksweise. Was nehmen wir von Jesus Christus wahr, nachdem er auf die Welt gekommen ist? Der Wochenspruch ist eine Antwort und sie ist eher ein Hymnus oder ein Lobpreis, weniger eine philosophische Betrachtung – wie das die ersten Verse des Kapitels nahelegen.

Wundersame Landebahn

24. 12. 2013

Am Ende der wundersamen Weihnachtsgeschichte nach Lukas heißt es : ”Maria behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.” Das Kind ist geboren, in einem Stall, dann kommen Hirten und berichten von Engeln. Normal ist das nicht. Im Ablauf der Geschichte hat Maria schon zu Beginn und während der Schwangerschaft göttliche Hinweise über ihr Kind erhalten. Und dann ist alles so seltsam am Abend der Geburt.

Der Heiland geboren, für die ganze Welt. Nehme ich mir diese Worte zu Herzen? “Wär Christus tausend Mal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du gingest ewiglich verloren”, hat der Barockdichter Angelus Silesius gedichtet.

Wie kriege ich den Heiland der Welt ins Herz? Vielleicht ist das zu Weihnachten am ehesten möglich. Wir kennen die Mittel und Wege, wie wir in diesen Tagen unser Herz berühren lassen, angefangen bei Tannenduft und Kerzenschein. Dinge, die wir genießen können. Die Landebahn des Heilandes, des Christus.

Was wird daraus werden, wenn er gelandet ist? Wie werden dann die Aussichten auf das neue Jahr? Dass jeder Mensch Raum in der Herberge bekommt? Also auch Flüchtlinge Platz bei uns? Oder anderes? Was könnte es sein?

Ich wünsche euch den Heiland im Herzen und viele Entdeckungen im neuen Jahr 2014!

Manche haben es vielleicht schon gelesen, das ist die Andacht im aktuellen Gemeindebrief.

Mit diesem Beitrag verbinde ich
herzliche Grüße
an alle
hier lesenden, buttondrückenden und kommentierenden Menschen:
Frohe Weihnachten!

- Nächster Beitrag am 27. -

Wie die Alten sungen?

15. 11. 2013

Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich
so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig,
auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.

Bleib mir dann zur Seite stehen,
graut mir vor dem kalten Tod
als dem kühlen, scharfen Wehen
vor dem Himmelsmorgenrot.
Wird mein Auge dunkler, trüber,
dann erleuchte meinen Geist,
dass ich fröhlich zieh hinüber,
wie man nach der Heimat reist.

Philipp Spitta (Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Strophen 4 und 6)

Die Heiligen

1. 11. 2013

Eine Andacht für den Pfarrkonvent, 2012 geschrieben und für diesen Tag aufgehoben. Ein echter Feiertag für mich.

AUGSBURGER BEKENNTNIS,
ARTIKEL 21:VOM DIENST DER HEILIGEN

Vom Heiligendienst wird von den Unseren so gelehrt, dass man der Heiligen gedenken soll, damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und auch wie ihnen durch den Glauben geholfen worden ist; außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen, ein jeder in seinem Beruf. […]  Aus der Heiligen Schrift kann man aber nicht beweisen, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. “Denn es ist nur ein einziger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus” (1.Tim 2,5). Er ist der einzige Heiland, der einzige Hohepriester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott (Röm 8,34). Und er allein hat zugesagt, dass er unser Gebet erhören will. Nach der Hl. Schrift ist das auch der höchste Gottesdienst, dass man diesen Jesus Christus in allen Nöten und Anliegen von Herzen sucht und anruft: “Wenn jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesus” ( 1. Joh 2,1) usw.

HEIDELBERGER KATECHISMUS
Frage 55

Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens:
Alle Glaubenden haben als Glieder
Gemeinschaft an dem Herrn Christus
und an allen seinen Schätzen und Gaben.

Zweitens:
Darum soll auch jeder seine Gaben
willig und mit Freuden
zum Wohl und Heil der anderen
gebrauchen.

Wir wissen es: die Heiligen sind Beispiele.

Wir beten sie nicht an, verehren sie auch nicht.
Der katholische Heiligenkalender hat ja für jeden Tag mindestens 3 Heilige, eine Auswahl von über tausend Menschen, die alle schon nicht mehr leben und vorbildlich für uns sein können. Aber da wir es nicht mit der katholischen Tradition haben, haben wir es auch nicht so mit den Heiligen, selbst mit denen vor dem Jahr 1517.(Ausnahmen gibt es, etwa Martin, Nikolaus und Franz von Assisi.)

Wir Evangelischen haben ja zahllose andere Beispiele, die wir als Heilige anführen, wie etwa Dietrich Bonhoeffer, Mutter Theresa, Martin Luther King, ja Moment wer noch? Vielleicht noch Albert Schweitzer. Oder war das Albert Einstein, irgendwie sehen die sich so ähnlich, volles graues Haar und Schnauzbart…

und … ja, richtig, Dietrich Bonhoeffer und Mutter Theresa.

Für Experten gibt es ja doch mehr, sie stehen zum Beispiel unter heiligenlexikon.de

Dorothee Sölle hat in ihren Bibelarbeiten mit Luise Schottroff immer wieder “moderne Heilige” gesucht, aus den letzten Jahrzehnten: Menschen, die die Befreiung vorgelebt haben. Menschen, die „dem Terrorsystem der Sünde nicht mehr untertan waren“ (Die Erde ist des Herrn, 1984). Ganz so, wie es der Heidelberger Katechismus beschreibt: sie lassen uns teilhaben an ihren Schätzen und Gaben.

Aber ob man sie wirklich nicht verehren darf? Ich habe da eine irritierende Erfahrung gemacht. (Ich meine diesen Beitrag.) Und ich kann sie mir wunderbar psychologisch erklären. (Wie auch das Wunder von Ostern.) Aber sie erst einmal mitzumachen war auch wunderbar.

Bibeltext für heute, für mich und wen noch

26. 10. 2013

Da sprach er:
Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?
Es gleicht einem Senfkorn,
das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf.
Und es wuchs und wurde zu einem Baum,
und die Vögel des Himmels nisteten auf seinen Zweigen.

Und wiederum sprach er:
Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?
Es ist einem Sauerteig gleich,
den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte,
bis es ganz durchsäuert war.

Lukas 13. 18 – 21
(Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen, Fortlaufende Bibellese für heute.)

Kurz, knapp. Jesus von seiner besten Seite.
Bilder für das Reich Gottes.
Es kommt einfach so. Und damit überraschend.

Kurz, knapp, Konzentration auf das Wesentliche.
So eine Text brauche ich heute.
Wer noch?

Die Hütte: Theologie auf dem Weg zum Groschenroman?

12. 9. 2013

Das Buch “Die Hütte” ist bei vielen höchst beliebt. Bestimmt nicht wegen der ersten dreißig Seiten. Da schleppt sich die Handlung zäh voran. Unnötige Details füllen die Seiten. Mack, das Erzähler-Ich, verliert seine siebenjährige Tochter, sie wird Opfer eines Ritualmörders. Das passiert bei einem Wochenend-Familienausflug an einer entlegenen Hütte, fast vor den Augen der anderen, aber die sind durch eine Lebensrettung am nahen See abgelenkt.
Überhaupt ist der Stil des Ganzen furchtbar amerikanisch. Emotionale Passagen nah am Groschenroman (Nach dem Motto: “Emotionen immer groß herausstreichen!”).

Mack findet Jahre nach dieser Begebenheit einen Brief im Briefkasten – von Gott, der sich mit ihm in der besagten Hütte treffen will. Und Mack arrangiert das so, dass seine Familie nichts merkt.

Gott begegnet ihm tatsächlich. Drei-einig ist Gott, also hat es Mack mit drei – sehr menschlichen – Wesen zu tun: “Papa” tritt meist als afroamerikanische Mami auf, Jesus – ist Jesus, ein mediterraner Typ, ziemlich cool, in Jeans und so, und Suraya eine schillernde Asiatin. Dann beginnt eine Reihe langer Gespräche. Hier wird das Buch dann richtig interessant. Hat auch humorvolle Tendenzen.

Doch noch kurz die weitere Handlung: Alles Mögliche hat Mack erlebt, sogar sein Töchterlein auf einer Himmelswiese tanzen sehen, da ist das Wochenende schon vorbei. Er steigt ins Auto, fährt zurück und stößt mit einem anderen Auto derart zusammen, dass er im Krankenhaus tagelang im Koma liegt. Er geht davon aus, er wäre am Sonntag zurückgefahren, der Unfall passierte aber am Freitag. War doch alles nur Phantasie, im Koma geträumt? Es bleibt offen. Doch Mack ist nun von seiner Botschaft beseelt, denn er hat innere Heilung erfahren.

Für mich war wenig Neues drin. Die Gespräche mit Gott fand ich sehr interessant. Sie nehmen den größten Raum im Roman ein. Viele Themen werden angeschnitten, es ist fast ein theologisches Kompendium im Erzähl- und Gesprächsstil. Wobei ich dann oft gemerkt habe, aha, hier soll ein Gespräch geführt werden, es ist so deutlich Schreibe und nicht Sprache. Und an manchen Stellen ist mir einfach  zu viel Pathos: Manche Gedanken, die geistesgeschichtlich  wirklich keine Neuheit sind, kriegen den Fanfarenstoß einer Sondermeldung.

Das Buch hat einen us-amerikanisch evangelikalen Hintergrund. Wer unter einem autoritären Gott und/ oder zu strengem Glauben zu leiden hatte, findet hier einen Schlüssel zu einem neuen Verständnis. Wer zur genannten Zielgruppe gehört, sollte es unbedingt lesen. alle anderen können, wenn sie die genannten Nachteile beachten und ihre Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Alles in allem, es hat sich gelohnt. In die Liste der Verschenkbücher kommt es nicht.

Schönes Zitat: “Der Glaube wächst nicht im Haus der Sicherheit” (Im 13. Kapitel).

William P. Young, Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott

Kirchentag 4: Was mir besonders gefiel

15. 5. 2013

Donnerstag

Die Bibelarbeit für Kinder über Lukas 18 (Die bittende Witwe), mit Maria von Bismarck, Susanne Niemeyer und Jochem Westhof. Erst erzählte Jochem Westhof die Geschichte nach, dann spielte er sie zusammen mit Maria von Bismarck, dann las er die biblische Geschichte vor und schließlich erzählte Susanne Niemeyer eine Geschichte dazu. Es war eindrücklich. Wenn Bibelgeschichten für Kinder gut umgesetzt werden, haben auch Erwachsene etwas davon.

Abends mit IG in der Katharinenkirche (Zentrum Kultur): “Poltern sie doch nicht so in den Tag hinein” – die literarische Auseinandersetzung zwischen Lessing und dem Hamburger Hauptpastor Michael Goeze, als szenische Lesung. Sehr schön! Danach das Improvisationstheater Hidden Shakespeare zur Ringparabel aus Nathan der Weise. Wtzig, mit Elan.

Freitag

Abends: Feierabendmahl in St.Andreas im Grindelviertel. Keine Prominenz, einfach mit Liebe vorbereitet und durchgeführt. Wohltuend. einladend. Auch danach, das “Gutenachtcafé”, im Gemeinderaum nebenan.

Samstag

Bibelarbeit: Klaas Huizing. den Autor der anregenden Calvin-Biographie, wollte ich einmal live erleben. Über die Speisung der 5.000. Intellektuell, spritzig, witzig.

Auf dem Markt der Möglichkeit ist auf einem der Innenhöfe eine kleine Klappkirche auf Rollen: Werbung für die Aktion “Kirche aufmachen“. Oh, das Buch nehme ich mit (Bezahlt natürlich.) Hat sich gelohnt.

An allen Tagen und überhaupt: der Markt der Möglichkeiten. Für mich jedes Mal das Herz des Kirchentags. Dazu bereite ich noch etwas vor.

Christi Himmelfahrt – ohne Reim und Rhythmus

9. 5. 2013

die himmelfahrt?
Christus ist bei Gott
und auch bei uns

daraus einen feiertag zu machen
ein festes datum, das verdanken wir Lukas
dem erfinder des kirchenjahres

hat schon seinen sinn
dieser tag, zu dem mir
nicht immer etwas einfällt

es ist schwer den sinn zu fassen
deshalb der vatertag
prost statt trost

statt warten auf den geist
das geistige getränk
ohne mauern im freien

immerhin

40 Alltäglichkeiten – die 41: Ostern

31. 3. 2013

Verrechnet? Ja. Denn es ist Ostern.
Es fällt aus dem Rahmen.

Verrechnet hatten sich die Mächtigen.
Er war doch mundtot gemacht.
Und andere reden fröhlich weiter.
Sagen, er lebe.

Verrechnet hatten sich die Freunde, Männer und Frauen.
Sie wollten doch trauern, aufrichtig und echt.
Aber dazu kommen sie nicht.
Sie erfahren sein Leben.

Verrechnet hat sich der traurige Haufen der Christen.
Der Glaube hatte doch keine Zukunft mehr.
Und plötzlich weht neuer Wind.
Leben – macht Feuer aus der Glut.

Ein fröhliches Osterfest!
Möge es aus dem Rahmen fallen.
Und wenn nicht das Fest, dann eben ihr!

Was hatte Jesus heutigen Kindern voraus?

11. 1. 2013


(more…)

Jahreslosung: Unterwegs zum Besseren

7. 1. 2013

“Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.”
Hebräer 13, 14

Das wandernde Gottesvolk” ist ein Leitmotiv des Hebräerbriefs. Hier, kurz vor Schluss, wird es aufgegriffen: Die gewohnte Umgebung verlassen, weil wir in ihr kein Zuhause haben. Solidarisch mit dem gekreuzigten Jesus: draußen vor der Stadt. Durchaus diesseitig auf dem Weg zu guten Lebensverhältnissen. (Empfehlenswert dazu der Beitrag hier.)

Unterwegs sein ist darum das Motiv des Kopfbildes hier auf theomix: ein Bild durch einen fast leeren Regionalzug. (Klar, ich war drin. :) ) Und für diese Woche ein Weg-Lied, das außer dem Weg-Motiv nicht so recht zur Jahreslosung passt. Oder?

Die bessere Version ohne Einbindung:

Mark Forster, Auf dem Weg – Loop Station Version

Und mit Bild zum Draufklicken:

Kommt gut durch!

Weihnachten bringt aus dem Konzept

24. 12. 2012

Es war hektisch im Advent. Keine Zeit, hübsche fremde Federn zu suchen, um den Blog damit zu schmücken. Nur eigene: Ein paar Gedanken, die ich in unseren Gemeindebrief geschrieben habe,  schicke ich als Gruß an euch, meine Leserinnen und Leser. 

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Geht es euch auch so? Jedes Jahr derselbe Stress: Sind die Geschenke rechtzeitig da, gelingen die Vorbereitungen, geht es  gut mit der Familie? Wir brauchen das feststehende Ritual, das ist das Wohltuende an Weihnachten – und immer wird es unterbrochen.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Schon das Fest selbst: “Geburtstag Jesu” sagen wir. Es ist jedoch nur die Geburtstagsfeier. Wie bei der englischen Königin: Weil sie im unsteten April Geburtstag hat, wird die Feier in den warmen Sommer verlegt.
Bei Jesus ist es ähnlich: Die Feier seines Geburtstags ist am 24. Dezember; wann er genau geboren wurde, wissen wir nicht. Man hat halt vor 1.700 Jahren ein Fest vorgefunden, das römische Sonnenfest, und hat die Feier auf diesen Tag gelegt. Weil es um das Licht geht, das zunimmt. Für uns ist Weihnachten mitten im Winter. Geographischer Zufall: In Brasilien kann man zur Heiligen Nacht leicht bekleidet an den Strand gehen. Südlich des Äquators ist Sommer, wenn wir Winter haben.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Der Gott der Philosophen ist das höchste Wesen, fern von den Menschen. Was für eine Zumutung, wenn gesagt wird: „Gott ist Mensch geworden“. Lukas erzählt es in der Weihnachtsgeschichte, im 2. Kapitel seines Evangeliums: Der göttliche Retter ist ein winziger Säugling. Und Gottes Gesandte erscheinen nicht den Mächtigen und Machthabern, sondern einigen Hirten, nicht gerade eine gute Referenz.
Wir haben uns an diese Geschichte gewöhnt, doch vor fast zweitausend Jahren passte das für anspruchsvolle Denker nicht ins Konzept.

Bei allen guten Erinnerungen und hohen Erwartungen an Weihnachten jedes Jahr: Ich meine, es ist der Sinn dieser Tage, uns aus dem Konzept zu bringen. Nur ein bisschen, ein feiner Riss in unserer Planung, ein kleiner Spalt in den Erwartungen. Denn Gott sucht sich dort eine Zugang, wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Da fängt Gott an.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Denn es ist nicht „unser“ Fest. Es gehört dem Heiland, dem Retter der Welt. Dem großen Gott, der sich klein macht wie ein Säugling.

Ich wünsche ein frohes Fest mit vielen Überraschungen!

Wir basteln einen kritischen Blogbeitrag, Teil 5

7. 12. 2012

Wer kritisch über die Kirche schreiben möchte:

Es ist immer “die” Kirche. Seit 456 Jahren gibt es in Deutschland zwar mehr als eine. Aber Differenzieren könnte ja weh tun.

Die Kirche besteht aus Heuchlern. Oder herzlosen alten Männern. oder aus verhärmten Frauen mit unerfülltem Leben. Andere, möglicherweise sympathische VertreteInnen der Kirche sind auf der oberen Etage unsere Helfer (also die Heilige Margot, äh, also Frau Käßmann zum Beispiel). Das passt jetzt nicht mit dem Feindbild überein. Egal – über innere Widersprüche unserer Argumentation nicht nachdenken. Denn es gibt noch die netten Leute auf den niederen Rängen: in die Irre geführte Schafe, künstlich unmündig gehalten. Die brauchen unser Mitleid.

Wenn mal die Argumente ausgehen:

Bei der Kirche ist auch praktisch, dass man nicht aufhören muss zu meckern, wenn die aktuelle Luft raus ist.
Wir haben ja die Kreuzzüge, die Inquisition und die Hexenverbrennungen.

Ich nehme mich mal als Beispiel.  Ich habe keine Mordabsichten gegen Andersgläubige, mag die Meinungsfreiheit für mich und andere und wüsste gar nicht, wie man ohne Feuerzeug einen Reisighaufen anzündet. Aber ich muss dafür geradestehen, was irgendwelche Simpel vor 600 Jahren ausgeheckt haben..

Beschäftigt euch bitte nicht mit Franziskus, den Quäkern, Dietrich Bonhoeffer oder Martin Luther KIng. Lasst sie einfach weg. Die Welt ist auch so schwierig genug. Hauptsache, die Kirche steht in der geistigen Erbfolge der Totschlagsargumentstrinität, das muss genügen.

Gut ist auch, dass man die Hardcore-Atheisten stets auf seiner Seite hat. Denn die meinen ja, egal, was Christen machen, es ist falsch. (Arno Backhaus)

Auf alle Fälle belegt dann der Skandal, dass es Gott nicht geben kann und / oder Jesus unerreicht bleibt oder beides. Egal. Hauptsache, den autoritären Knackern wird gewaltfrei eins auf die Rübe gegeben!

Ach, den Papst hätte ich fast vergessen! Hier schließt sich der Kreis: Da es nur “die” Kirche gibt, braucht sich niemand darum zu kümmern, dass er in fast allen Konfessionen (außer der römisch-katholischen) keine Rolle spielt.


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