Mit ‘Jesus’ getaggte Artikel

Kirchentag 4: Was mir besonders gefiel

15. 5. 2013

Donnerstag

Die Bibelarbeit für Kinder über Lukas 18 (Die bittende Witwe), mit Maria von Bismarck, Susanne Niemeyer und Jochem Westhof. Erst erzählte Jochem Westhof die Geschichte nach, dann spielte er sie zusammen mit Maria von Bismarck, dann las er die biblische Geschichte vor und schließlich erzählte Susanne Niemeyer eine Geschichte dazu. Es war eindrücklich. Wenn Bibelgeschichten für Kinder gut umgesetzt werden, haben auch Erwachsene etwas davon.

Abends mit IG in der Katharinenkirche (Zentrum Kultur): “Poltern sie doch nicht so in den Tag hinein” – die literarische Auseinandersetzung zwischen Lessing und dem Hamburger Hauptpastor Michael Goeze, als szenische Lesung. Sehr schön! Danach das Improvisationstheater Hidden Shakespeare zur Ringparabel aus Nathan der Weise. Wtzig, mit Elan.

Freitag

Abends: Feierabendmahl in St.Andreas im Grindelviertel. Keine Prominenz, einfach mit Liebe vorbereitet und durchgeführt. Wohltuend. einladend. Auch danach, das “Gutenachtcafé”, im Gemeinderaum nebenan.

Samstag

Bibelarbeit: Klaas Huizing. den Autor der anregenden Calvin-Biographie, wollte ich einmal live erleben. Über die Speisung der 5.000. Intellektuell, spritzig, witzig.

Auf dem Markt der Möglichkeit ist auf einem der Innenhöfe eine kleine Klappkirche auf Rollen: Werbung für die Aktion “Kirche aufmachen“. Oh, das Buch nehme ich mit (Bezahlt natürlich.) Hat sich gelohnt.

An allen Tagen und überhaupt: der Markt der Möglichkeiten. Für mich jedes Mal das Herz des Kirchentags. Dazu bereite ich noch etwas vor.

Christi Himmelfahrt – ohne Reim und Rhythmus

9. 5. 2013

die himmelfahrt?
Christus ist bei Gott
und auch bei uns

daraus einen feiertag zu machen
ein festes datum, das verdanken wir Lukas
dem erfinder des kirchenjahres

hat schon seinen sinn
dieser tag, zu dem mir
nicht immer etwas einfällt

es ist schwer den sinn zu fassen
deshalb der vatertag
prost statt trost

statt warten auf den geist
das geistige getränk
ohne mauern im freien

immerhin

40 Alltäglichkeiten – die 41: Ostern

31. 3. 2013

Verrechnet? Ja. Denn es ist Ostern.
Es fällt aus dem Rahmen.

Verrechnet hatten sich die Mächtigen.
Er war doch mundtot gemacht.
Und andere reden fröhlich weiter.
Sagen, er lebe.

Verrechnet hatten sich die Freunde, Männer und Frauen.
Sie wollten doch trauern, aufrichtig und echt.
Aber dazu kommen sie nicht.
Sie erfahren sein Leben.

Verrechnet hat sich der traurige Haufen der Christen.
Der Glaube hatte doch keine Zukunft mehr.
Und plötzlich weht neuer Wind.
Leben – macht Feuer aus der Glut.

Ein fröhliches Osterfest!
Möge es aus dem Rahmen fallen.
Und wenn nicht das Fest, dann eben ihr!

Was hatte Jesus heutigen Kindern voraus?

11. 1. 2013


(weiterlesen…)

Jahreslosung: Unterwegs zum Besseren

7. 1. 2013

“Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.”
Hebräer 13, 14

Das wandernde Gottesvolk” ist ein Leitmotiv des Hebräerbriefs. Hier, kurz vor Schluss, wird es aufgegriffen: Die gewohnte Umgebung verlassen, weil wir in ihr kein Zuhause haben. Solidarisch mit dem gekreuzigten Jesus: draußen vor der Stadt. Durchaus diesseitig auf dem Weg zu guten Lebensverhältnissen. (Empfehlenswert dazu der Beitrag hier.)

Unterwegs sein ist darum das Motiv des Kopfbildes hier auf theomix: ein Bild durch einen fast leeren Regionalzug. (Klar, ich war drin. :) ) Und für diese Woche ein Weg-Lied, das außer dem Weg-Motiv nicht so recht zur Jahreslosung passt. Oder?

Die bessere Version ohne Einbindung:

Mark Forster, Auf dem Weg – Loop Station Version

Und mit Bild zum Draufklicken:

Kommt gut durch!

Weihnachten bringt aus dem Konzept

24. 12. 2012

Es war hektisch im Advent. Keine Zeit, hübsche fremde Federn zu suchen, um den Blog damit zu schmücken. Nur eigene: Ein paar Gedanken, die ich in unseren Gemeindebrief geschrieben habe,  schicke ich als Gruß an euch, meine Leserinnen und Leser. 

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Geht es euch auch so? Jedes Jahr derselbe Stress: Sind die Geschenke rechtzeitig da, gelingen die Vorbereitungen, geht es  gut mit der Familie? Wir brauchen das feststehende Ritual, das ist das Wohltuende an Weihnachten – und immer wird es unterbrochen.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Schon das Fest selbst: “Geburtstag Jesu” sagen wir. Es ist jedoch nur die Geburtstagsfeier. Wie bei der englischen Königin: Weil sie im unsteten April Geburtstag hat, wird die Feier in den warmen Sommer verlegt.
Bei Jesus ist es ähnlich: Die Feier seines Geburtstags ist am 24. Dezember; wann er genau geboren wurde, wissen wir nicht. Man hat halt vor 1.700 Jahren ein Fest vorgefunden, das römische Sonnenfest, und hat die Feier auf diesen Tag gelegt. Weil es um das Licht geht, das zunimmt. Für uns ist Weihnachten mitten im Winter. Geographischer Zufall: In Brasilien kann man zur Heiligen Nacht leicht bekleidet an den Strand gehen. Südlich des Äquators ist Sommer, wenn wir Winter haben.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Der Gott der Philosophen ist das höchste Wesen, fern von den Menschen. Was für eine Zumutung, wenn gesagt wird: „Gott ist Mensch geworden“. Lukas erzählt es in der Weihnachtsgeschichte, im 2. Kapitel seines Evangeliums: Der göttliche Retter ist ein winziger Säugling. Und Gottes Gesandte erscheinen nicht den Mächtigen und Machthabern, sondern einigen Hirten, nicht gerade eine gute Referenz.
Wir haben uns an diese Geschichte gewöhnt, doch vor fast zweitausend Jahren passte das für anspruchsvolle Denker nicht ins Konzept.

Bei allen guten Erinnerungen und hohen Erwartungen an Weihnachten jedes Jahr: Ich meine, es ist der Sinn dieser Tage, uns aus dem Konzept zu bringen. Nur ein bisschen, ein feiner Riss in unserer Planung, ein kleiner Spalt in den Erwartungen. Denn Gott sucht sich dort eine Zugang, wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Da fängt Gott an.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Denn es ist nicht „unser“ Fest. Es gehört dem Heiland, dem Retter der Welt. Dem großen Gott, der sich klein macht wie ein Säugling.

Ich wünsche ein frohes Fest mit vielen Überraschungen!

Wir basteln einen kritischen Blogbeitrag, Teil 5

7. 12. 2012

Wer kritisch über die Kirche schreiben möchte:

Es ist immer “die” Kirche. Seit 456 Jahren gibt es in Deutschland zwar mehr als eine. Aber Differenzieren könnte ja weh tun.

Die Kirche besteht aus Heuchlern. Oder herzlosen alten Männern. oder aus verhärmten Frauen mit unerfülltem Leben. Andere, möglicherweise sympathische VertreteInnen der Kirche sind auf der oberen Etage unsere Helfer (also die Heilige Margot, äh, also Frau Käßmann zum Beispiel). Das passt jetzt nicht mit dem Feindbild überein. Egal – über innere Widersprüche unserer Argumentation nicht nachdenken. Denn es gibt noch die netten Leute auf den niederen Rängen: in die Irre geführte Schafe, künstlich unmündig gehalten. Die brauchen unser Mitleid.

Wenn mal die Argumente ausgehen:

Bei der Kirche ist auch praktisch, dass man nicht aufhören muss zu meckern, wenn die aktuelle Luft raus ist.
Wir haben ja die Kreuzzüge, die Inquisition und die Hexenverbrennungen.

Ich nehme mich mal als Beispiel.  Ich habe keine Mordabsichten gegen Andersgläubige, mag die Meinungsfreiheit für mich und andere und wüsste gar nicht, wie man ohne Feuerzeug einen Reisighaufen anzündet. Aber ich muss dafür geradestehen, was irgendwelche Simpel vor 600 Jahren ausgeheckt haben..

Beschäftigt euch bitte nicht mit Franziskus, den Quäkern, Dietrich Bonhoeffer oder Martin Luther KIng. Lasst sie einfach weg. Die Welt ist auch so schwierig genug. Hauptsache, die Kirche steht in der geistigen Erbfolge der Totschlagsargumentstrinität, das muss genügen.

Gut ist auch, dass man die Hardcore-Atheisten stets auf seiner Seite hat. Denn die meinen ja, egal, was Christen machen, es ist falsch. (Arno Backhaus)

Auf alle Fälle belegt dann der Skandal, dass es Gott nicht geben kann und / oder Jesus unerreicht bleibt oder beides. Egal. Hauptsache, den autoritären Knackern wird gewaltfrei eins auf die Rübe gegeben!

Ach, den Papst hätte ich fast vergessen! Hier schließt sich der Kreis: Da es nur “die” Kirche gibt, braucht sich niemand darum zu kümmern, dass er in fast allen Konfessionen (außer der römisch-katholischen) keine Rolle spielt.

Überschrift

28. 11. 2012

Die Überschrift des Arbeitsbuches zur Ökumenischen Bibelwoche 2012/2013:
Der Tod ist nicht mehr sicher

Amen.

Was heißt Amen?

[...] Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, so soll es geschehen.

Aus Luthers Kleinem Katechismus:
(Vater unser, Der Beschluss)

Das erschüttert nur, wenn Sex Sünde ist

20. 9. 2012

Da sind der Spekulation Tor und Tür geöffnet: Ein koptisches Papyrus-Schnipselchen erregt die (eher: manche) Gemüter: “Jesus sagte ihnen: ‘Meine Frau…’ ” Schon zu Ende. Was hat das zu bedeuten?
Die Professorin Karen L. King hat den Schnipsel aufgetan. Dabei lag auch eine handschriftliche Notiz (undatiert, aber wohl aus den Neunzigern): “Professor Fecht glaubt, dass der kleine ca. 8 cm große Papyrus das einzige Beispiel für einen Text ist, in dem Jesus die direkte Rede in Bezug auf eine Ehefrau benutzt. Fecht meint, dass dies ein Beweis für eine mögliche Ehe sein könnte.”

Gut berichtet die Süddeutsche darüber. Und hier sind mal eben 52 Seiten von Frau King verfasst, für die Spezialisten.

Bewiesen ist jetzt nichts. aber mal angenommen, man fände den Beweis, dass Jesus eine Frau gehabt habe. Was wäre daran welterschütternd? Nichts. Anders ist es, wenn jemand Sexualität für Sünde hält. Dann gerät das Heilandsbild ins Wanken.

Angenommen,  man fände den Beweis, dass Jesus eine Frau gehabt habe: Was ändert das an Kreuz und Auferstehung? Nichts. Jesus hat auch seine Mutter und seine Geschwister zurückgelassen und das hat niemanden beeindruckt. Nur hinterher, nach Ostern: Da hatte Maria vermutlich und Jakobus, der Bruder, ziemlich sicher eine hervorragende Stellung in der Jersualemer Gemeinde.

Und Dan Brown? Der hat auch nichts Neues gesagt. Steht alles schon bei Albert Schweitzer, in der “Geschichte der Leben-Jesu-Forschung” .

Also entweder kalter Kaffee oder koffeinfrei. Dann lieber mit einer Tasse frisch gebrühtem Espresso dasitzen und den “schönen Glanz Gottes” bestaunen.

Was offenbart sich in der Schokolade?

23. 5. 2012

Wir wandern in Mannheim am Himmelfahrtsdonnnerstag abseits der gut besuchten Meilen. In einer Konditorei oder Konfiserie sehen wir religiöse Kunst in Schokolade. Faszinierend, irritierend.

Und im Türrahmen des kleinen Geschäfts sitzt eine Frau und sortiert Papiere. Na, was soll’s? Irgendwie kommen wir ins Gespräch, und es stellt sich heraus, es ist die Künstlerin.

Jetzt erst einmal das Kunstwerk:

Wie links am Rand zu sehen, lag dort auch noch eine Schokoladenmadonna. Aber aussagekräftiger und Gesprächsthema war das Abendmahlsbild. Die Konfiserie hatte eine Form mit dem Abendmahlsbild von Leonardo da Vinci. Zwischen den Vollmilchstücken waren die Zartbitteren angeordnet,  auf der Rückseite mit weißer Schokolade Worte zum Abendmahl. Jeweils unterzeichnet von der Künstlerin Ruth Knecht.

Zentral das Wort “gab’s ihnen” – aus den Einsetzungsworten, wie auch das Kelch- und das Brotwort sowie Zitate auf zwei anderen Tafeln. Dazu zwei Aktualisierungen: “Selbst Judas war beim Abendmahl. Ich auch.” Und “Abendmahl für alle.”
Ruth Knechts Familie ist konfessionell gemischt; da sind die Sätze eindeutige Positionen: Gastfreundschaft in beide Richtungen! Wenn am Sonntag des Katholikentages die Nichte von Frau Knecht Kommunion feiert, dürfen evangelische Familienangehörige nicht bei der Eucharistie mitfeiern.

“Das ist mein Leib – Ruth Knecht”
Absicht oder Zufall?

Hierzu schrieb sie mir: “Der Leib ist Absicht und auch das Blut. Ich dachte dabei an “Herzblut” und mit “Leib und Seele”. Mit Blut habe ich schon viel gearbeitet und so sehe ich meine Kunst, von ganzem Herzen und mit Leib und Seele, will mich aber nicht mit Jesus auf eine Stufe stellen. Provokant darf die Kunst schon sein und, wie von Dir so schön geschrieben: irritieren.”

Ruth Knecht hat eine eigene Homepage. Sie hat ihre künstlerische Wurzeln im Fluxus. Aha. Danke, Wikipedia und Immanuel-Kant-Gymnasium Münster!

Und wie findet ihr das Kunstwerk?


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