Mit ‘Gedicht’ getaggte Artikel

Schreibmäppchenmeditation

16. 5. 2013

Bist du auch wie ein Radiergummi und reibst dich auf?

Oder wie ein Zirkel und bewegst dich im Kreis?

Wie ein Bleistift und alles so eintönig anthrazit?

Komm, zieh mal den Reißverschluss und geh aus dem Schreibmäppchen raus!

Kernaufgabe

10. 4. 2013

in die erde fallen
die schale aufbrechen
den keim losschicken
aufnehmen, was die erde hergibt
dem licht entgegenwachsen

Unsinnspoesie, Galgenlied

19. 1. 2013

Christian Morgenstern:

Der Zwölf-Elf

Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.

Es lauscht der Teich mit offnem Mund
Ganz leise heult der Schluchtenhund.

Die Dommel reckt sich auf im Rohr
Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.

Der Schneck horcht auf in seinem Haus
Desglelchen die Kartoffelmaus.

Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast
auf einem windgebrochnen Ast.

Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:
Das Mondschaf geht zum Hochgericht.

Die Galgenbrüder wehn im Wind.
Im fernen Dorfe schreit ein Kind.

Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund
als Neuvermählte auf den Mund.

Hingegen tief im finstern Wald
ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:

Dieweil ein später Wanderstrumpf
sich nicht verlief in Teich und Sumpf.

Der Rabe Ralf ruft schaurig: »Kra!
Das End ist da! Das End ist da!«

Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:
Und wieder schläft das ganze Land.

Nach Diktat verreist.
Sinn

“Advent” – große Kunst

13. 12. 2012

Eine große Kunst, das so zu lesen. und dann noch diese Zeichnung….Einfach gelungen. Immer wieder gut.

Den Weg entlang

29. 10. 2012

Manchmal stolperst du
über die eignen füße
lebensrisiko

(Haiku)

Dinge verschwinden…

20. 10. 2012

allen suchenden

dinge verschwinden
manchmal sind sie wieder da
nicht nachvollziehbar

dinge sind wohl so
haben sie eigenleben?
da! wieder eins weg

Ein kurzes Herbstgedicht

26. 9. 2012

Jörg Wilkesmann-Brandtner: Herbst – und dann?

Gestern Sommer
Heute Herbst
Fortsetzung folgt

Ein heiter-besinnliches Herbstgedicht

26. 9. 2012

Wilhelm Busch: Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Ein ernstes Herbstgedicht

25. 9. 2012

Theodor Storm: Über die Heide

Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.

Herbst ist gekommen, Frühling ist weit -
Gab es denn einmal selige Zeit?

Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.

Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe – wie flog es vorbei!

Theodor Storm war ein ziemlicher Pessimist. Da sieht man’s wieder.

endlich und mehr

15. 5. 2012

So voller glück
doch alles wird enden
das glück und ich und alles

in meinen händen bleibt nichts
doch ich, ich bleib in guten händen


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