Im vorletzten Jahr war mein Deputat an Fortbildungen noch nicht ausgeschöpft. Was nehmen? Ach, mal was Exotisches.”Heilungsgebet und Gebetsheilung”. Schaden kann es ja nicht. Man hört viel davon, wird sicher ganz nett.Die Referentin war lange Jahre in China gewesen und hat heilende Gemeinden kennen gelernt. Sie hat sich mit pfingstlerischen Kirchen beschäftigt, dort vielfach angefreundet. Und dann waren Vertreter von Migrantenkirchen dabei, eher pfingstlerisch angehaucht. Aber so was von klar im Kopf. Und das ist mir ja ein wichtiges Kriterium, dass der Kopf nicht berauscht wird. Das hat einen Kanal geöffnet, der verschüttet war.
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Pfingstlerisch: Von den Pfingstkirchen beeinflusst. Deren Gottesdienste zeichnen sich aus durch Ekstase, Dämonenaustreibungen und Heilungen.
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Meinem Kopf, einem halben Agnostiker, musste ich gut zureden. Das Herz ist seither “freigelegt”: einfach mal vertrauen, glauben, predigen, die Hand auflegen, auch wenn der Kopf fragt und mäkelt. Das geht. Ein bisschen schizoid, mag sein, aber mir geht es gut damit.
Seither kann ich in entsprechender Stimmung über Gott und die Welt herumwitzeln – und quasi im nächsten Moment weggehen, um zum “lieben Vater im Himmel” zu beten, als gäbe es keine Theodizee-Frage, keinen Nihilismus oder andere Infragestellungen. Also, das Leben ist seither sehr bunt und farbig geworden.
Ich bin weiterhin Kopfmensch. Wenn man nicht Fragen stellen darf, dann ist es nichts für mich.
Aber das Herz kommt zum Zuge: das,was in der Bibel steht, so für mich übernehmen, dann und wann. Das geht jetzt auch. (Siehe mein spiritueller Espresso.)
Kopf und Herz vertragen sich. Besser als ich erhofft hatte.
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