
Image by tdietmut via Flickr
Die Kälte war vorüber. Man konnte draußen sitzen. Und der Biergarten sah verlockend aus. So ließen wir dort den Tag ausklingen.
Mir war noch nach einem Dessert. Erdbeer-Tiramisu klang verlockend. Es schmeckte traumhaft. Am besten gefiel mir der Kontrast, der durch den Verzehr der beiden Zweiglein rote Johannisbeeren entstand. Sommer! Sommer um Sommer, es war ein weiter Weg… Was für seltsame Gedanken am Ende eines erfüllten Tages.
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Wie kam noch das Gespräch darauf? “Weißt du noch,” fragte meine Schwester, “im Garten der Großeltern gab es schwarze, rote und weiße Johannisbeeren.” Blasse Fetzen der Erinnerung: Rhabarber (lecker): ja, Stachelbeeren (mochte ich noch nie): ja. Johannisbeeren – ich zögerte, doch, stimmt. Weiße? Wie lang habe ich die nicht mehr gesehen. Der Geschmack war wieder auf der Zunge.
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Mein Kreis wechselt sich fast immer mit der Gruppe ab, heute tagen wir parallel. Die Teilnehmer sind da wie dort gegangen, es bleibt Zeit für einen Schwatz mit der Leiterin und ihrem Mann. Auf dem Tisch liegen zwei Beutel, der eine voll mit roten Johannisbeeren, der andere mit weißen.
Oh, ich frage, ob ich mal probieren darf. Frau S. prompt: “Nehmen Sie die doch mit. Wäre mir recht. Wir haben im Garten so viel.” Ich bedanke mich herzlich. Und aus beiden Säckchen probier ich einen Zweig. Ja, das ist der Geschmack. Damals natürlich viel süßer. So ist das mit über 45 Jahren Abstand.
Ich komme nach Hause mit zwei Portionen Kindheitserinnerungen. Süß-sauer. Und alles ist wieder da, die Wiese, die Sträucher, vorm Haus links das Ziegelmäuerchen. Das Haus abgerissen für den Autobahnzubringer, Bäume, Sträucher, alles weg.
Dank den Johannisbeeren für ihr langes Gedächtnis,
sonst wär auch die Erinnerung in Trümmern.
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