Und wenn das alles stimmt, was da steht?
Mit ‘Bibel’ getaggte Artikel
Zweifel einmal andersherum
25. 4. 2012Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 5
25. 1. 2012Jesu aber sprach zu seinen Jüngern:
Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter;
der wurde von ihm angeklagt, er würde sein Vermögen verschwenden.
Und er rief ihn zu sich und sprach zu ihm:
“Was höre ich da von dir? Leg die Abrechnung über deine Arbeit vor!
Denn du kannst nicht länger Verwalter sein”
Der Verwalter sprach bei sich selbst:
“Was soll ich tun? Denn mein Herr nimmt mir die Verwaltung ab.
Für schwere Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen,
wenn ich der Verwaltung enthoben bin.”
Und er rief nacheinander alle zu sich, die bei seinem Herrn Schulden hatten und sprach zu dem ersten:
“Wie viel schuldest du meinem Herrn?”
Er sprach: “Hundert Fass Olivenöl.”
Und er sprach zu ihm: “Hier ist dein Schuldschein, schreib fünfzig!”
Dann fragte er einen andern: “Und du, wie viel Schulden hast du?”
Er sprach: “Hundert Sack Weizen.”
Und er sprach zu ihm: “Hier ist dein Schuldschein, schreib achtzig.”
Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger im Umgang miteinander als die Kinder des Lichtes .
Lukas 16, 1-8
Vergleichspunkt des Gleichnisses ist der Umgang miteinander. Aber diese Pointe kommt erst am Schluss. Bis dahin darf man sich wundern.
Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 4
2. 11. 2011Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich? Sie sind Kindern gleich, die am Markte sitzen und einander zurufen und sprechen: “Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt! Wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!”
Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank keinen Wein; da sagt ihr: Er hat einen Dämon! Des Menschen Sohn ist gekommen, der isst und trinkt; da sagt ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, Freund der Zöllner und Sünder !
Und doch ist die Weisheit von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden.
Lukas 7, 31-35
Wer sich einmal ehrenamtlich exponiert hat, vielleicht sogar verantwortlich, kennt das: Die Zuschauer auf der Tribüne pfeifen, egal was passiert. Man kann es eben niemandem recht machen.
Schon vor über 1.900 Jahren hat man das gekannt? Motzen als menschliche Grundkonstante? Erstaunlich.
Das steht für mich auch in diesem kleinen Text, der gerne vernachlässigt wird. Er ist nur bei Lukas und sonst nirgends.
Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 3
20. 10. 2011Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 1
28. 9. 2011So, da haben wir in Europa noch eine absolute Monarchie. (Und keine Aussicht auf Demokratiebewegung?)
Aber auch sonst, zu Wahlversprechen zum Beispiel, kann man mal über folgende Psalmverse nachdenken:
“Verlasst euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. “
Psalm 146, 3
“Es ist gut, auf GOTT zu vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.”
Psalm 118, 8
Alles im Fluss? Die Sprache
27. 7. 2011Wer prüfen möchte, ob eigene oder fremde Texte gut lesbar sind, der greife zum Blablameter. Noch Fragen dazu?
Ich kam über evangelisch.de darauf: Bibeltexte kommen dort als schwafelfrei durch. Das freut auch den Theomix…
Verschrieben oder verschrieen
25. 5. 2011Seine Schrift hatte viele Schnörkel, aber sie war gut zu lesen. Trotzdem schrieb Pfarrer P. manchmal unkonzentriert ins Kirchenbuch. Schon ein paar Mal gab es bei Goldkonfirmationen Überraschungen über seine Einträge.
Dieses Jahr: Unsere Bürofachfrau beugt sich übers Kirchenbuch und schlägt die Konfrimationssprüche der Goldkonfirmanden in der Bibel nach. Bei einem fragt sie mich, ob sie richtig gelesen hat. Doch, da steht “Jeremia 16, 9″. Sie hält mir die aufgeschlagene Bibel hin: “Kann das sein?” Ich lese: “so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut.” Sehr ungewöhnlich.
Theomica kommt gerade zum Kopieren ins Büro. Auch sie entziffert 16,9 und ist erstaunt. Gemeinsam überlegen wir, warum Manfred L. diesen Spruch bekam: Ein Raufbold? Ein frühreifer Frauenheld? Was hatte des Pfarrers Zorn erregt?
Wir plädierten auf Irrtum. Angenommen, Pfarrer P. hätte sich mal wieder vertan, was könnte es dann sein? Jeremia 16,19 vielleicht? “HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!” Treffer! Sehr gut.
Für den Gottesdienst hatte ich beide Versionen in der Tasche. Manfred L. hat freudig die mit der 19 gewählt.
Anmerkungen
Gold: Nach 50 Jahren. Die Feier ist auch für höhere Jubiläen. Der Rekord liegt bei der Konfirmation bei Jubilieren nach 80 Jahren. (Der Jubilar arbeitet noch am 85-jährigen.)
Kirchenbücher: Seit den Achtzigern machen das hier nicht mehr die Pfarrersleut.
Parallel und doch anders
21. 5. 2011“Es begab sich eines Tages, dass Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: ‘Schlafe bei mir!’ Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. Da sie nun sah, dass er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: ‘Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, dass er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. Und da er hörte, dass ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus.’
Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam, und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: ‘Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben. Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.’”
1. Mose 39, 11-18
Damals und heute. Heute war es wohl doch anders. Damals gab es noch keine DNA-Untersuchung. Aber Joseph war ja nur Sklave und nicht Chef einer weltweiten Institution.
Aug in Aug mit dem Papyrus
19. 5. 2011Dublin: Die Chester Beatty Library war auch ein Ziel. Chester Beatty hat wegen seiner Papyrussammlung einen bedeutenden Klang für Theologen. Ist dieser reiche Mann aus Amerika durch die Lande gezogen und hat Altertümchen gesammelt. Mit 75 beschloss er seine Sammlung in Dublin zu lagern. Seither ist sie dort zu besichtigen.
Als wir ankamen, hieß es, nur die religiöse Ausstellung sei geöffnet, wegen Umbauten. Schade: Aber das – für mich – wichtigste war zu sehen.
Die Räume sind dunkel, nur auf die Vitrinen fällt gedämpftes Licht, mehr vertragen die alten Dokumente nicht. Und in einer Ecke mit Papyri hing ER:
![]()
Papyrus 46: A. Chester Beatty hat ihn 1931 gekauft, nach den Untersuchungen stellte sich P 46 als sehr alt heraus und wurde ein Meilenstein zur Erforschung der Textgeschichte des Neuen Testaments.
Fast vier Jahrhunderte hatte die byzantinische Textfamilie (seit Erasmus’ Ausgabe als “textus receptus“) die Übersetzungen geprägt. Aber mit Hilfe von P 46 und anderen wurde die alexandrinische Textfamilie aufgewertet. Der heutige Urtext beruht auf hunderten Urkunden und Übersetzungen, die unterschiedlich bewertet werden. Der alexandrinische Typ hat das größte Gewicht. Und P 46 stand am Anfang.
In Dublin ist eine andere Textstelle zu sehen, ich verweilte vor ihr mit einer gewissen Andacht: So sieht sie also aus, die Wende der Textforschung – ein dreckig braunes Stück Papyrus, eng mit griechischem Majuskeln (Großbuchstaben) – kaum zu erkennen, das Papier dreckig braun, die Tinte zu grau verblasst.
Und zugleich meldete sich die ironische Redaktion im Hinterkopf: Sieh an, auch protestantische Theologen haben Reliquien.

