Da habe ich im Leitungsgremium eine Andacht bestritten aus dem wunderbaren Buch von Lorenz Marti, Wie schnürt ein Mystiker seine Schuhe?
Das fand nicht nur ich schön. Das war gut, vor ernsten Themen zugleich heiter und religiös sein zu können.
Beim nächsten Termin kann ich nicht dabei sein. Eine Mitleitende bietet sich an, die Andacht zu machen – wenn ich ihr das Buch leihen könnte.
Das schöne, heitere Buch, das gute, edle Stück!? Ein Stromstoß Panik und eine vernünftige Kopfreaktion. Bitte, sie darf. Natürlich!
Ich lege es auf ihre Unterlagen. Inneres Seufzen, ein bewusster Abschied.
Und zugleich frage ich mich: Bin ich noch ganz bei Trost?
Wie trösten mich materielle Dinge – an denen ich hänge? Was macht es, dass ich daran hänge?
“Haben, als hätte man nicht”, empfehlt der Wanderapostel Paulus. Für den musste vermutlich reichen, was einer (und sei es auch ein Lasttier) auf seinem Rücken tragen kann.
Ich habe mehr, viel mehr. Ein Vierpersonenhaushalt in einem stabilen Haushalt, was sammelt sich da alles an. Nicht alles ist gleich wichtig. Die Vorlieben wechseln, die Lieblingsdinge lassen sich austauschen, nach und nach.
Was verliere ich, wenn ich einen bestimmten Gegenstand ziehen lassen muss, der mir wert ist? Das, was mir dann wichtig an ihm war, behalte ich als inneren Besitz.
Haben als hätte man nicht: Vielleicht gerät der innere Besitz demnächst in die zweite Reihe. Weil es noch Größeres gibt.
Und gerade dieses Buch von diesem Autor regt mich ja an, Begebenheiten aus dem Alltag zu nehmen, um sie im Blick auf das Unendliche zu meditieren. Also hat sich die Lektüre gelohnt, auch wenn das Buch selbst vorübergehend in fremden Hände ist.
Ich kann es also ziehen lassen. Haben als hätte man nicht.
Und wenn es wiederkommt, dann freue ich mich dann doch.
Gefällt mir:
Gefällt mir Lade...