Archiv für die Kategorie ‘Kopf und Herz’

Festgelegt, die zweite

23. 5. 2013

Das eine ist die Festlegung.

Das andere dann das innere Zumachen. Das halte ich für schlecht.

Das innere Zumachen kommt so: Ich hätte es gerne fest, aber es hubbelt und wackelt noch. Dann schnell zu Sicherungen greifen – die ich mit mehr Ruhe nicht freiwillig gewählt hätte. Und sie helfen, sie bleiben. Und versauen einem das ganze Leben.

Ein bisschen These, ein bisschen Versuch.
Festlegen als inneres Zumachen – wie seht ihr das?

Festgelegt? Gut so!

22. 5. 2013

Je älter jemand wird, um so mehr ist er oder sie festgelegt. Ist erst einmal der Beruf gewählt und die Ausbildung abgeschlossen, schließt sich vielleicht noch eine zweite an. Aber dann wird es eng. Wer in seinem Job unzufrieden ist und etwas Neues sucht, hat mit steigendem Alter immer weniger Chancen, woanders zu landen.

Man ist eben festgelegt. Das ist dann in manchen Kreisen gar nicht gut angesehen. Weil man sich ständig verändern müsse. Darum hier drei positive Aspekte des Festgelegtseins:

Routine: In jungen Jahren hielt ich Routine für das, was nachlässig gemacht und lieblos aus dem Ärmel geschüttelt wird. Mittlerweile weiß ich: Routine ist gut und heilsam. Sie hilft, sich auf Neues einzustellen – es überrollt einen nicht mehr. Was ich kann, wird durch Wiederholung nicht schlechter. Außerdem wiederholt sich gar nichts hundertprozentig.

Sicherheit: Was fest ist, kann nicht so leicht wackeln. (Manchmal trotzdem, aber das weiß wohl jede/r, oder?) Und das Äußere wirkt auch wohltuend fürs Innere. Selbst-Sicherheit hängt irgendwie auch von äußeren Faktoren ab. (Wohlgemerkt, äußeren, nicht außengeleiteten. Damit kannst du mir jetzt nicht kommen, Psychofritz!)

Gelassenheit: wächst ja wohl aus beidem. Sie hält einen offen für Neues. Und gibt Ruhe.

Hier noch ein kleiner Hinweis zu einem Buch mit ähnlichen Gedanken.

Espresso zum Trost

21. 5. 2013

Mein geistlicher Espresso für heute:

Losung und Lehrtext für Dienstag, 21. Mai 2013

Der HERR hat mich gesandt, zu trösten alle Trauernden.
Jesaja 61,1.2

Gott tröstet uns in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
2.Korinther 1,4

Trost-Worte. Der Prophet Jesaja, Kapitel 61 bringt die Botschaft des Propheten: er soll und will die, die unten sind, aufrichten. ausgewählt ist heute das Stichwort Trost. Wer den Trost erfahren hat und aufgerichtet ist, wird, so steht es im  Zusammenhang (Vers 4) “die alten Trümmer wieder aufbauen und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten”. Eigenartig: die Trümmerbeseitiger nach dem 2. Weltkrieg haben oft aus Verzweiflung, aus purem Überlebenswillen den Schutt zur Seite geräumt. Man musste ja durchkommen durch die ganzen Scherbenhaufen. Bei Jesaja umgekehrt: nach dem Trost kommt die Arbeit, erst der Trost motiviert.

Der zweite Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, hat in Vers 4 noch Einleitungssätze. Das Thema wird umrissen. Trost. (Klar, oder?) Ich tröste mit dem Trost, den ich selber erfahren habe. Das ist schlichte gesagt und wahr. Gott ist Anfang und Schluss des Satzes: Für den Autor, Paulus, ist Gott die Grundlage für diese “Solidarität des Tröstens”, der Ausgangspunkt.

Dabei ist Trösten etwas, was jedem Menschen gut tut. Und jeder Mensch kann es. Denn viel gehört nicht dazu: In den Arm nehmen oder die Hand halten. Sich zuwenden und zuhören. Mehr braucht es nicht.

Wenn aber Gott dazukommen soll, dann müsse doch auch von ihm die Rede sein. Haben dann manche Theologen gemeint. Doch Seelsorge ist keine Abteilung der Predigtlehre. In den Sechzigern und Siebzigern zog die Psychologie in die Seelsorge ein. Manchmal schien es, die Seelsorge sei eine Abteilung der Gesprächspsychotherapie geworden.
Der wichtigste Effekt: Es ging um Zuhören lernen. Antennen ausrichten auf die Gefühle. Keine theologischen Schnickschnack-Diskussionen. Sondern hinhören, wo die Angst sitzt, die Wut, die Trauer.

Ich bin davon geprägt. Hinhören, Schweigen. Nicht erklären wollen. (Wenigstens nicht als erstes.)
Gott ist die Grundlage. Erzählen muss ich nicht von ihm. Das Trösten geht auch ohne.

Wem das zu wenig scheint: Natürlich geht es um mehr. Nur ruhig Blut, das wird schon noch kommen. Gott schenkt Gelegenheit.Oder nicht. Dann soll es auch gut sein.

Pfingsten 2013

19. 5. 2013

Frohe Pfingsten, liebe Leserinnen und Leser!

Wer an diesen Geist glaubt: Lasst ihn wehen!

Wer damit nichts anfangen kann: Freut euch der Vielfalt!

Bild vom Projekt “Kirche aufmachen“.

Manchmal nachts

18. 5. 2013

bei nebel im abgedunkelten zimmer am pc zu singen (oder zu lesen)

manchmal nachts sitzen
die welt wird still
lesen und suchen
und austausch
und finden und meditieren
und dank und erkennen
die schaltungen regen sich
Gott bist du’s?

Schreibmäppchenmeditation

16. 5. 2013

Bist du auch wie ein Radiergummi und reibst dich auf?

Oder wie ein Zirkel und bewegst dich im Kreis?

Wie ein Bleistift und alles so eintönig anthrazit?

Komm, zieh mal den Reißverschluss und geh aus dem Schreibmäppchen raus!

Kirchentag 4: Was mir besonders gefiel

15. 5. 2013

Donnerstag

Die Bibelarbeit für Kinder über Lukas 18 (Die bittende Witwe), mit Maria von Bismarck, Susanne Niemeyer und Jochem Westhof. Erst erzählte Jochem Westhof die Geschichte nach, dann spielte er sie zusammen mit Maria von Bismarck, dann las er die biblische Geschichte vor und schließlich erzählte Susanne Niemeyer eine Geschichte dazu. Es war eindrücklich. Wenn Bibelgeschichten für Kinder gut umgesetzt werden, haben auch Erwachsene etwas davon.

Abends mit IG in der Katharinenkirche (Zentrum Kultur): “Poltern sie doch nicht so in den Tag hinein” – die literarische Auseinandersetzung zwischen Lessing und dem Hamburger Hauptpastor Michael Goeze, als szenische Lesung. Sehr schön! Danach das Improvisationstheater Hidden Shakespeare zur Ringparabel aus Nathan der Weise. Wtzig, mit Elan.

Freitag

Abends: Feierabendmahl in St.Andreas im Grindelviertel. Keine Prominenz, einfach mit Liebe vorbereitet und durchgeführt. Wohltuend. einladend. Auch danach, das “Gutenachtcafé”, im Gemeinderaum nebenan.

Samstag

Bibelarbeit: Klaas Huizing. den Autor der anregenden Calvin-Biographie, wollte ich einmal live erleben. Über die Speisung der 5.000. Intellektuell, spritzig, witzig.

Auf dem Markt der Möglichkeit ist auf einem der Innenhöfe eine kleine Klappkirche auf Rollen: Werbung für die Aktion “Kirche aufmachen“. Oh, das Buch nehme ich mit (Bezahlt natürlich.) Hat sich gelohnt.

An allen Tagen und überhaupt: der Markt der Möglichkeiten. Für mich jedes Mal das Herz des Kirchentags. Dazu bereite ich noch etwas vor.

schlaflos

14. 5. 2013

nacht zergrübelt
schlaf entfleucht
im morgengrauen
abwägen
und dann doch aufraffen
den ersten viel zu starken kaffee
maulige bisse ins brot
und dann den zweiten
radio oder lektüre?
den gedanken nachhängen
geht auch so

in den hirnwindungen
den humor suchen
und nicht finden
sich sortieren
noch den dritten kaffee

pflichten wie mechanisch
hinleben auf das mittagsloch
durchkommen dann für den rest
und irgendwie geht es doch

Liebe bewegt und erträgt die Umgebung

13. 5. 2013

Wäre nur die Musik, ich hätte ein  Mal hingehört und es dann liegen lassen. Elektronisches Geknarze wie Autobahn von Kraftwerk. Und dann setzt so eine Feenstimme ein. Brauche ich das?

Aber Still Corners haben einen, wie ich finde, begabten Kurzfilmer arbeiten lassen. Das Ergebnis zieht mich in seinen Bann: eine Jugendliche betritt festen Schrittes eine Halle, die Rollschuhe auf dem Rücken. Wir sehen, wie sie sich die Schuhe anzieht, dann etwas herumläuft und immer wieder auf die Eingangstür schaut. Zwischendrin schwenkt die Kamera auf Tessa Murray, die Sängerin, hier vorgestellt als Thekenbedienung. Da – ein Junge betritt die Halle. Das Mädchen schaut absichtlich weg. Sie scheint erst vor ihm wegzulaufen, schließlich bewegen sie sich aufeinander zu. Halten sich an den Händen. Eine kleine Romanze

Wir sehen die beiden bei artistischen Versuchen, das Mädchen landet auf dem Boden – und lacht. “Almost a man, almost a woman” an passender Stelle. ;) Die Szene wandelt sich, in der Halle entsteht Disco-Atmosphäre, inklusive Nebel. Auch Tessa trägt plötzlich Glitzerjäckchen. Wieder sehen wir das Paar Hand in Hand über die Fläche gleiten. Das Lied klingt aus, Nebel umhüllt alles.

Eine Romanze an einem unromantischen Ort. Hier mag es nach Bohnerwachs und allem möglichen riechen. Es ist der Ort, an dem die Liebe bewegt. Da lässt sich eine kühle Atmosphäre ertragen. Gegen die der Disco-Nebel nicht hilft. Nur die Liebe.

Und was um alles in der Welt hat das mit Berlin zu tun?

Zum Start der Arbeitswoche  wünsche ich euch, dass die Liebe zu Gutem bewegt, wie immer die Umgebung ausschauen mag!

Dank an Jens Doell!

Christi Himmelfahrt – ohne Reim und Rhythmus

9. 5. 2013

die himmelfahrt?
Christus ist bei Gott
und auch bei uns

daraus einen feiertag zu machen
ein festes datum, das verdanken wir Lukas
dem erfinder des kirchenjahres

hat schon seinen sinn
dieser tag, zu dem mir
nicht immer etwas einfällt

es ist schwer den sinn zu fassen
deshalb der vatertag
prost statt trost

statt warten auf den geist
das geistige getränk
ohne mauern im freien

immerhin


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