Archive for the ‘Glosse/Zunge – Kopf’ Category

Teile, aus denen man einen guten Roman machen kann

16. 10. 2014
  • will ich nie wieder
  • Hast du das nicht gewusst?
  • Alles war wie
  • so ein unbestimmtes Geffühl
  • zu seinen Füßen lag
  • sie bedauerte
  • ein Kind
  • das warst du
  • damals konnte ich noch nicht

 

 

 

Relevanzcheck per Umkehrschluss 6

14. 10. 2014

Ein Glück geht häufig zu zweit.

Ah ja…

Relevanzcheck per Umkehrschluss 5

7. 10. 2014

die axt im zimmer
erspart den mann im haus.

ich kann eh mit äxten nicht umgehen…

Relevanzcheck per Umkehrschluss 4

30. 9. 2014

die dicksten bauern
haben die dümmsten kartoffeln.

hat jemand schon die kartoffeln interviewt?

Relevanzcheck per Umkehrschluss 3

25. 9. 2014

was du nicht fügst
dass andern zu
das will auch keinem man dir tu.

liegt fast auf der hand.

Relevanzcheck per Umkehrschluss 2

17. 9. 2014

ein sommer
macht noch keine schwalbe.

umstritten.

Relevanzcheck per Umkehrschluss 1

10. 9. 2014

hunde die beißen
bellen nicht.

stimmt!

Trinkfeste Buchstabenweisheit

25. 7. 2014

In jeder Tasse ein paar Asse.

In jeder Flasche eine Lasche.

In jedem Sprudel ein Rudel.

Buchstabenweisheit, Fortsetzung

10. 7. 2014

Im Kreis gibt’s Reis.

Und im Reis das Eis.

In der Freiheit steckt die Reihe.

Und im Verhängnis der Ruf “Erhäng!”

Zuletzt: das Glücken enthält Lücken…

Buchstabenweisheit

9. 7. 2014

“Unter jedem Dach ein Ach,” zitierte die Friseurin meines Vertrauens eine Weisheit ihrer Mutter.

Das stimmt. Und nun möchte ich weise ergänzen:

In jedem Kübel ein Übel.

Unter jeder Leiter Eiter.

In jedem Sturm ein Turm.

Und in jedem Reim ein Ei.

 

 

der bund der egoisten

25. 6. 2014

ich sei, gewährt mir die bitte,
in eurem bunde die mitte.

der bund der blogger

18. 6. 2014

ich sei, gewährt mir die bitte,
in eurem bunde der
fünfundachtzigtausendsechshundertsiebenunddreißigste

frei nach schillers blogbeitrag ‘die bürgschaft’

Egal wie, Hauptsache anders

17. 6. 2014

Christian Morgenstern:

Der Ästhet

Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,
sondern wie mein Sitz-Geist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.

Der jedoch bedarf nicht viel,
schätzt am Stuhl allein den Stil,
überlässt den Zweck des Möbels
ohne Grimm der Gier des Pöbels.

Mein Großvater war’s (Tag des Purzelbaums wird 5)

27. 5. 2014

Ich hätte irgendwann sagen sollen, es sei die Idee meines Großvaters gewesen. Nun hängt er mir an:
der Welttag des Purzelbaums.

Dieses Jahr will das regionale Öffentlich-Rechtliche darüber berichten.
SWR, Landesschau Rheinland-Pfalz, 18:45 Uhr.

Und dann das: Ich kann die Sendung nicht sehen, weil ich dann beschäftigt oder unterwegs bin. Mir bleibt zunächst die Mediathek.

Nachtrag: Hier zum Anschauen:

http://www.swr.de/landesschau-rp/pastor-aus-westerwald-ruft-auf-zum-welttag-des-purzelbaums/-/id=122144/did=13475532/nid=122144/1bl2h2r/index.html

Tränen nachweinen?

21. 5. 2014

- Fragmentarische Gedanken -

Als mein Vater, einer aus den 20-er Jahrgängen, am 8. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft ging, musst er seine Waffen abgeben. Er habe, so hieß es, dabei Tränen in den Augen gehabt.

Zu allen Verbrechen, die die Nazis angestellt haben, können wir ihnen auch das auf die Rechnung schreiben: Sie hatten die Köpfe und meist auch die Seelen der jungen Leute besetzt. Ganze Jahrgänge waren, sofern sie es körperlich überlebt hatten, seelisch verheizt worden.

Nach dem Krieg galten die angeeigneten Werte von einem Tag zum anderen nichts mehr. Waren nun ins Gegenteil verkehrt: Man hatte an Verbrechen mitgewirkt.  Ich stelle mir vor, es gab eine große Leere in den Seelen.

Was kam stattdessen? Das Gefühl, ein niedergeschlagenes Land wieder aufzubauen; später, Wohlstand erreicht und etwas geleistet zu haben.  Obendrauf ein bisschen angelernte Demokratie, darunter noch die aufgesogene Ideologie. Gepaart mit sentimentalen Erinnerungen an Lagerfeuerromantik. Lieder am Feuer zur Klampfe ziehen immer, egal, welche Texte man singt.

Die 20-er Jahrgänge haben ihre Jugend und die ersten Jahre des Erwachsenseins vergeblich geopfert. Sie wurden zu Tätern und Mitläufern. Sie waren nicht alt genug, um ausreichend Alternativen zu kennen. Oft erkennt man eine Befreiung erst spät. Sehr spät. Manche von ihnen konnten es nie.


Susanne Haun

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