Archiv für die Kategorie ‘Glosse/Zunge – Kopf’

Landleben als Spracherziehung

3. 4. 2014

Neulich ging ich zu einem Hausbesuch querfeldein. Wirklich quer übers Feld. Mich beschlich die Frage: Wer schreitet heute noch querfeldein? Wo die Zahl der Landbewohner und -innen so klein ist im Verhältnis zur Zahl der Stadtinsassen:

Das Wort ist noch Titel für alle möglichen Aktionen, Projekte und Druckwerke – aber verbunden mit einem Verb, das Bewegen ausdrückt: kaum noch…

Wäre an diesem Tag Regenwetter gewesen, ich wäre ja längs der Straße gegangen. Was ebenso ein seltener Ausdruck ist. Aber er passt, denn nicht alle Straßen hier haben einen Bürgersteig.

So gesehen ist das Landleben  auch eine Art Spracherziehung.

Immer wieder von vorne

23. 11. 2013

Wenn ich wüsste, wie gut es mir geht, könnte es mir richtig gut gehen.
(Antonius Bodenstein)

Das war schon auf Facebook und Google Plus. ich darf es meinen weiteren Blogleser/inne/n nicht vorenthalten.
Es gibt die abgeleitete Variante: “Wenn wir wüssten, wie gut es uns geht, könnte es uns richtig gut gehen.” Sie geht eindeutig auf Bodenstein zurück. (A. Müller, Bodensteins Erben, Kapitel 5.)

Unterrumpelt

5. 11. 2013

Wie bitte? Was?

Unterrumpeln ist das Gegenteil von überrumpeln. Und das kennt jeder.

Eine Mail im Spam-Ordner (am 30. Oktober)  hat mich neulich unterrumpelt. Ich drucke sie hier ab.

Spparrkasse

Sehr geehrter Kude,

Unsere Bank hat eine Generalßberholung , die oder rutschen Fehler unterzogen.
Bitten laden Sie den Anhang unde nett zu Ihren Daten und Kontoinformationen sicher zu aktualisieren
Wenn Sie unsere Leistungen gab, ignorieren Sie bitte diese Nachricht.

Danke.
Wir alle kennen und respektleren
sparkasse

Walter Ulbricht und das Internet

24. 10. 2013

“Firewall ohne Beton? Wie geht das?”

Grenze, Zäune, Mauern, Wachttürme…

3. 10. 2013

Nach einer Besinnung im aktuellen Gemeindebrief zu Fotos von der früheren Grenze.

Die Grenzen sind gefallen. Nur noch Reste erinnern an diese irrwitzigen Grenzsperren. „Die Betroffenheit, wenn ich die Grenzanlagen sehe und betrete, wird mich nie verlassen. Ich gehe auch heute wie ein Träumender über Anlage und kann es immer noch nicht glauben. Schon ist er da, der typische ‚DDR-Geruch‘ eine Mischung zwischen Trabi-Abgasen und verbrannter Braunkohle, die sich wie Mehltau über die Landschaft legte.“ So beschreibt Hao seine Eindrücke an einer frühere Grenzanlage. Es war bedrückend. Und es ist nun vorbei, seit fast 24 Jahren. Gut so!

Die „Mauer in den Köpfen“ hielt länger. Steht sie noch heute?
Andere Grenzen werden wichtiger: An den Rändern Europas sollen Flüchtlinge ferngehalten werden. Wir nehmen es kaum wahr, es ist weit weg.

Unsichtbare Wachttürme spähen uns am Telefon und im Internet aus. Die Stasi ist Vergangenheit, die Geheimdienste der anderen Staaten arbeiten weiter. Das haben viele übersehen. Überwachung können wir nicht spüren und wahrnehmen.

Grenzen gibt es weiterhin, Mauern, Hürden, um Grenzen zu überschreiten. Bewachung und Aushorchen hat nicht abgenommen. An einem Punkt haben wir es besser als vor 25 Jahren. Darüber können wir uns freuen. Machen wir etwas daraus?

Was mir beim Tod des alten Literaturkritikers

20. 9. 2013

Die Brille

Korf liest gerne schnell und viel;
darum widert ihn das Spiel
all des zwölfmal unerbetnen
Ausgewalzten, Breitgetretnen.

Meistens ist in sechs bis acht
Wörtern völlig abgemacht,
und in ebensoviel Sätzen
lässt sich Bandwurmweisheit schwätzen.

Es erfindet drum sein Geist
etwas, was ihn dem entreißt:
Brillen, deren Energieen
ihm den Text – zusammenziehen!

Beispielsweise dies Gedicht
läse, so bebrillt, man – nicht!
Dreiunddreißig seinesgleichen
gäben erst – Ein – - Fragezeichen!!

Christian Morgenstern

Antwort auf einen Seufzer

23. 8. 2013

Wieder mal ein vorweggenommener Beitrag, freitags für Samstag. Extra. Gratis ;)

Hohesundtiefes hat laut geseufzt: Wo bleiben die normalen Gottesdienste? Unsereiner wird erschlagen mit Arbeitshilfen, Gottesdienstmodellen und Tipps für Fest- und Gedenktage, die unvorhergesehen aus dem Boden sprießen.

Und hier *trommelwirbel*
ist die Antwort:

Buchtipp, druckfrisch:

Mathilde Hugo-Habicht
Gottesdienste für Normalos: Was vom Tisch der Zielgruppen fällt

Die Dekanin Mathilde Hugo-Habicht hat aus ihren Unterlagen die Liturgien ihres Berufsanfangs ausgegraben und aktualisiert. Die echten, alten Gottesdienste für die normale Gemeinde: Alte plus Konfis plus versprengte Mitglieder der Sandwichgeneration. Wer damals teilnahm, fand sich wieder oder auch nicht. Aber irgendetwas war immer dabei. Solche Gottesdienste werden auch künftig nicht an der Bugwelle des Trends liegen. Aber wer meint, der Heilige Geist könne einfach durch Lieder, Gebet und Predigt wirken, hat in diesem Buch eine schier unendliche Fundgrube. Holen Sie sich liturgische Anregungen für die letzten verbliebenen Sonntage nach Trinitatis!

Bloß keinen Stress

29. 7. 2013

Bloß keinen Stress.
Und angezogen auch nicht.

(Bevor diese Bedeutung von “bloß” ausstirbt…)

Unauffälliger Sommer gesucht

10. 7. 2013

Sommer, dieses Jahr: der Mitteleuropäer bekommt Schüttelfrost oder eine Hitzewelle drückt ihn platt. Letztes Jahr ähnlich.

Vor zehn oder mehr Jahren gab es auch unauffällige Sommer: neben anderem (Piesepampelwetter, Schwitz-stöhn-tage) mehrere Tage am Stück 20 bis 25 Grad, bewölkt bis sonnig, entspannter Luftdruck. Ist das vergoldete Erinnerung? Oder sind solche Sommerwochen wirklich weniger geworden?

Wellington und das Internet

4. 7. 2013

“Blücher hatte sein Smartphone ausgeschaltet. Keine SMS, kein Skype, kein WhatsApp. Das hätte schlimm ausgehen können.”

Erich Honecker und die Tablets

25. 6. 2013

“Den Sieg der Tablets in ihrem Lauf/ halten weder Ochs noch Esel auf.”

Luther und das Internet

15. 6. 2013

“Tetzel verkauft die Apps sündhaft teuer. Es soll sie kostenfrei geben. Wäre das nicht göttlich?”

Das Internet hat mein Leben verbessert

13. 6. 2013

Internet, Facebook und so weiter sei nutzlos und vertane Zeit, heißt es.

Wie war das in den Zeiten vorher? Ich versuche, die Erinnerungen zu wecken und gehe noch weiter zurück in meiner Biographie: Das Computerzeitalter begann für mich 1998, die Zeit mit Kindern 1994

War vor 1994 jede Minute sinnvoll genutzt?

Ich habe damals:

  1. blöde Zeitungsartikel aus Langeweile mehrfach gelesen
  2. weit entfernte Radiosender auf UKW oder Kurzwelle gesucht
  3. mit mühsamen analogen Mitteln Wahlergebnisse recherchiert, kopiert (teils handschriftlich) und aufbewahrt
  4. öfters Frust geschoben, weil ich manche aktuellen Fragen nicht schnell recherchieren konnte (Lebt dieser Autor noch, was schrieb jener wann?)

Natürlich habe ich damals auch mehr Briefe geschrieben. Das ist der einzige Punkt,an dem ich einen Verlust  bedauern könnte. Auf die anderen Sachen kann ich gut verzichten.

Genauer: Punkt 1 ist weggefallen. Stattdessen interaktiv chatten ist lustiger. Punkte 2 bis 4 haben sich mit Benutzung des Internets verbessert.

Das ist mit leichter Polemik geschrieben. Wie geht es euch so bei dieser Frage?

John Cage und die Handys

8. 6. 2013

“Mein Klingelton auf jedem Handy? Wahnsinn!”

Andreas Gryphius und das Internet

7. 6. 2013

“Bringt doch nichts. Alles vergänglich.”


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