Archiv für Februar 2012

Integlaubwürdivorbild 1

28. 2. 2012

Eigentlich wollte ich um das Thema herumschiffen, aber wie die Kommentare zeigten, ist das im Moment beim Thema Bundespräsident nicht möglich.

In loser und hoffentlich rascher Folge betrachte ich die Wörter

  • Integrität
  • Glaubwürdigkeit
  • Vorbild

Heute zur Integrität.

Es ist oft die leiseste Forderung an öffentliche Personen: die Integrität.

Vom lateinischen Wortsinn geht es um Unversehrtheit, Reinheit und Redlichkeit. Im heutigen Wortgebrauch sehe ich es eher bei der Überzeugungskraft der Person. Für mich schwingt mit: Die Persönlichkeit soll ganz, von unten nach oben, von vorn bis hinten eindeutig sein.

Was strahlt eine/r aus, die/ der ein Amt bekleidet? Und gibt es eine kontinuierliche “Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln” (so Wikipedia zum Stichwort)?

Integer sein, ja, das hat was.
Auch für euch?

Musik per Knopf im Ohr

27. 2. 2012

Was gab es nicht vor 20 Jahren? – 9 -
MP3-Player

Musik durch Knöpfe im Ohr und Abspielgeräte kleiner als eine Streichholzschachtel – das gab es früher vielleicht in Science Fiction. Nun gibt es das in echt.

In den letzten 100 Jahren hat sich die Art des Musikabspielens massiv verändert, Dauer-Revolution oder permanente Evolution, egal wie man es nennt.

Ich erinnere mich an einen Brief Albert Schweitzers von 1959/ 60, als einige Bachstücke auf Stereo eingespielt worden waren*. Er war ja begeistert, bei Bedarf “überall und zu jeder Zeit” Musik abspielen zu können. Und er erinnert sich an seine Jugendzeit, in der man manchmal lange warten musste, ein geliebtes Stück noch einmal zu hören.

Und jetzt kann man diese Musik einfach so mit sich herumtragen, sie ständig hören – und andere kriegen möglicherweise nichts davon mit.

*: Albert Schweitzer, Leben, Werk und Denken (…) Mitgeteilt in seinen Briefen; Heidelberg 1987; Seite 286f

Der oberste Staatsjob

24. 2. 2012

Da fällt mir ein: Was muss so ein Bundespräsi eigentlich alles können und was darf er nicht. Schauen wir mal ins GG:

Er darf “weder der Regierung noch einer gesetzgebenden Körperschaft des Bundes oder eines Landes angehören.” Und er ” darf kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrate eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören.” (GG Art. 55) Er soll nicht wirtschaftlich abhängig sein – das war ja die Krux vom zukünftigen Vorgänger.

Wenn er “Anordnungen und Verfügungen” erlässt, muss der die das Kanzler oder der die zuständige Minister gegenzeichnen. (GG Art. 58)

Was ist nun sein Aufgabe? “Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich. Er schließt im Namen des Bundes die Verträge mit auswärtigen Staaten. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten.” (Art. 59 [1]) Und auch bei Verträgen, irgendwer anders muss zustimmen.

Im Innern: GG Art. 61:
“(1) Der Bundespräsident ernennt und entlässt die Bundesrichter, die Bundesbeamten, die Offiziere und Unteroffiziere, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
(2) Er übt im Einzelfalle für den Bund das Begnadigungsrecht aus.
(3) Er kann diese Befugnisse auf andere Behörden übertragen.”

Art. 82 (1) “Die nach den Vorschriften dieses Grundgesetzes zustande gekommenen Gesetze werden vom Bundespräsidenten nach Gegenzeichnung ausgefertigt und im Bundesgesetzblatte verkündet.”

Welche Anforderungen bleiben also? Jenseits der 40, lesen und schreiben können.Rechtskundig sein ist von Vorteil, aber da gibt es ein paar Berater im Präsidialamt.

Sonst noch etwas? Vom Grundgesetz her nicht.

Alles weitere ist Tradition und Erwartungshaltung. Oder?

Herr W. und Herr G.

23. 2. 2012

Der Herr W. ist gegangen. Zum Jahreswechsel schwankte die Affäre für mich zwischen “Der hat Sachen gemacht, die er nicht hätte machen dürfen” und “Der hat beim Empfang der Zeitung X. zwei Kaviarbrötchen eingepackt”. Nu war deutlich, es waren wohl doch üble Sachen.

Für mich war nicht die Glaubwürdigkeit von Herrn W. ein Problem. Man kann so lange in der Vergangenheit eines Menschen porkeln, bis man etwas findet und er nicht mehr glaubwürdig ist. Herr W. hat Sachen gemacht, die er als Ministerpräsident nicht hat machen dürfen. Und dann hilft auch die Flucht ins höchste Amt nicht. Gut, dass er ging.

Jetzt scheint man das Spiel “Wir jagen die Sau durchs Dorf” mit Herrn G. weitermachen zu wollen. Es soll eine Katastrophe sein, wenn Herr G. seine Meinung sagt. Weil sie anstößig sei. Nun disqualifiziert eine anstößige Meinung nicht für dieses Amt. Selbst Schlimmeres ließ sich schon verkraften:  Deutschland hat z. B. einen Präsidenten mit Nazi-Vergangenheit überlebt, der oft Unfug von sich gab.
Der Unfug kam von einer schweren Krankheit, das war eher traurig. (Metastasen im Hirn, keine Demenz, obwohl es manchmal so wirkte.)

Soll Herr G. also lustige Sachen erzählen, Hauptsache er weiß, was er wann wo unterschreibt – und was besser nicht.

Sieben Wochen mit ohne…

22. 2. 2012

Heute beginnt die Fastenzeit. Was lasse ich weg, was entdecke ich neu?

Im Internet werde ich die Mailmitteilungen ausschalten, bei WordPress und bei Facebook. In der Tendenz will ich vormittags seltener auftauchen als bisher.

Was ich sonst tue oder weglasse? Pst, behalte ich für mich…

Und ihr? Macht ihr in diesen Wochen etwas anders als sonst mit dem/ im Internet?

Herzenswort

21. 2. 2012

Wenn dein Herz wandert oder leidet,
bring es behutsam an seinen Platz zurück
und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes.
Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts getan hast
außer dein Herz zurückzubringen,
um es wieder in die Gegenwart deines Gottes zu versetzen,
obwohl es  jedes Mal wieder fortlief,
nachdem du es zurückgeholt hattest,
dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.

Franz von  Sales

(Nach: Hildegard Aepli, Thomas Ruckstuhl (Hrsg.), Leben im Haus der Kirche: Zum 100-jährigen Bestehen des Salesianums,  Fribourg 2007, S. 100)

Danke, ig!

Kreativitätspentade

16. 2. 2012

Von heute bis Dienstag ist Ruhe auf dem Blog.
Außerplanmäßig kann ich auftauchen, ich verspreche aber nichts.

Und wie bisher auch: Auch wenn ich ein Narr sein sollte, das närrische Treiben lockt mich nicht.

Aber aufgepasst: Sofern kein Avatar vorhanden, hat sich das Kommentarbildchen verkleidet!

Toleranz

15. 2. 2012

Noch einmal Robert Long

Das hier ist ein bisschen derb, polemisch, aber…

Ist Toleranz etwas Resignatives? Wo wird Toleranz zur Gleichgültigkeit, kann sie sich mit Engagement verbinden? Wie sieht das dann aus?

Does this actually make your head hurt?

15. 2. 2012

Reblogged from Richard Wiseman:

Click to visit the original post

@ianvisits and several others kindly brought my attention to this fab car illusion….

Does it actually make your head hurt?

Au, das tut in den Augen weh.

Rückblick KW 6

13. 2. 2012