Archiv für Dezember 2011

Psalm zum Jahresende

31. 12. 2011

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen
von welchen mir Hilfe kommt.

Meine Hilfe kommt von dem HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen;
und der dich behütet schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels
schläft noch schlummert nicht.

Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele;

der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.

Psalm 121

Ich wünsche euch einen guten, von Gott behüteten Jahresausklang!

Schluck Espresso am Rande

30. 12. 2011

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch ein anderes Geschöpf uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn!
Römer 8, 38-39

Dieser zweite Espressoschluck des heutigen Tages ist passend zum Jahresende gewählt, es ist aus einer der Lesungen zum Gottesdienst an Silvester (“Altjahrsabend”, wie der liturgische Kalender – und niemand sonst – sagt).

Für mich ist dieser Text wie ein Zufluchtsort für meinen Glauben. Je weniger sicher ich reden kann, um so wichtiger ist es mir, hier den Ausgangspunkt zu haben: Nicht ich halte, ich werde gehalten. Die Liebe Gottes ist da, fängt mich auf wie ein Netz. Und es gibt Lebenslagen, da braucht es etwas, was mich auffängt. Die Liebe Gottes könnte es sein.

Das nur so am Rande…

Familie

29. 12. 2011

Familie, viel gescholtene Daseinsform, häufig ungeliebt. Lästige Pflichten tauchen oft in Erinnerungen auf. Freunde seien doch wichtiger, weil selbstgewählt.

Über 20 Jahre habe ich sie nicht mehr gesehen, die Verwandte, alle paar Jahre gab es mal einen Schwatz am Telefon oder Grüße per Post. Und nun ergibt sich die Gelegenheit, sich wiederzusehen. Wunderbar, sie freut sich, und ich mich auch.

Sie holt mich vom Bahnhof ab, ich denke: “Die ist ja noch kleiner als ich sie in Erinnerung hatte!” Einer ihren ersten Sätze: “Sag mal, bist du größer geworden?”  Ich sag ihr meine spontanen Gedanken, wir lachen. Zu Hause bei ihr reden und reden wir – irgendwann gibt es Bewegung an der Haustür: die beiden Töchter sind da!

Auch älter geworden, und ich hatte in den Jahren zuvor nur Kontakt zu ihrer Mutter. Aber sie sind gekommen, meinetwegen. Einfach weil ich, der Großcousin, da bin. Kaum zu fassen. Ich weiß nicht so genau, wie mir geschieht, da klingelt das Handy und die Heimat begehrt Auskunft. Ich erzähle kurz. Und merke, wenn ich wollte, könnte ich jetzt auch losheulen. Ich will aber nicht.

Die Töchter nehmen  nach einem guten Stündchen Abschied. Auch zu zweit  gibt es ja so viel zu erzählen und auszutauschen. Bis wir um Mitternacht für weiteres zu müde sind.

Am anderen Tag fahre ich nach Hause. Abends muss ich doch dahin und dorthin mailen, wie es mir erging. Da allerdings sind hinterher die Augen feucht.

Familie: eine Verbindung, die vorgegeben ist, nicht selbst gewählt. Und zugleich ein Band, das einen halten kann. Wie schön, das auch so herum zu erfahren.

Tragisches Gefühl zu Weihnachten – typisch 21. Jahrhundert

28. 12. 2011

Da habe ich mal günstig
etiketten gekauft
für disketten

die disketten habe ich nicht mehr
kein computer mag sie annehmen

zum heiligen fest
find ich den rest
der netten
etiketten

jetzt sitz ich hier
und schneid namensaufkleber
aus den etiketten
der disketten

Die Lage am 27.12.

27. 12. 2011

Aufräumarbeiten sind nicht so medienwirksam.

Und jetzt mal auf Deutsch, Herr Eichendorff

26. 12. 2011

Weil es so schön war, nur noch ein Mal…

Markt und Straßen stehn verlassen,
Strahle-Licht in jedem Haus,
ich streif lustig durch die Gassen,
alles sieht voll spacig aus.

An den Fenstern haben Frauen
tolles Spielzeug hingestellt,
tausend Kinder stehn und schauen,
ihre Augen  süß erhellt.

Und ich geh mal weg ins Freie
hinten zwischen Wald und Feld,
geiles Glänzen, Vorfreude aufs Feiern -
irre still ist ‘s auf der Welt!

Sterne so weit weg da oben,
der Seele ihre Einsamkeit
singt, so wie die Engel loben:
Megakrasse Weihnachtszeit!

Hier Erklärungen, nicht nur für OneBBO:

Erste Strophe:
differenzierte Gefühlsbeschreibung, kein romantisches Wischi-Waschi.

Zweite Strophe:
Ohne hell glänzende Kinderaugen geht es gar nicht. Wie konnte Eichendorff das nur auslassen?

Dritte Strophe
Hauptsache, es reimt sich hinten. Wenigstens so ein bisschen …

Vierte Strophe:
Den Deutschen ihre Grammatik ist sowieso immer am Fließen.

Weihnachten im Eichendorf

24. 12. 2011

Entstanden, bevor die Hütte gebrannt hat. Mein Weihnachtsgruß aus der wiederbelebten Zitateschmiede.

Markt und Straßen stehn verlassen,
froh erleuchtet jedes Haus,
pfeifend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
helle Kerzen hingestellt,
tausend Kinder stehn und schauen,
auf die Wunder-Weihnachts-Welt.

Und ich wandre aus dem Orte
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Gähnen, keine  Worte -
wie so weit und still die Welt!

Sterne sich zu Knoten schlingen,
aus der Seele Einsamkeit
steigt’s, als ob die Engel singen -
O du schöne Weihnachtszeit!

Wer mag, darf die Unterschiede zum Original herausfinden. :)

Allen Leserinnen und Lesern ein
gesegnetes, frohes Weihnachtsfest! 

Stille Nacht

23. 12. 2011

Vom Blatt zu spielen.

Huch, …

21. 12. 2011

… da werde ich zitiert.
Und nicht mit den intelligentesten Sätzen. Wie das Leben so spielt…
http://www.rhein-zeitung.de/regionales/neuwied_artikel,-Nach-dem-Feuer-in-Asbach-Evangelischer-Kita-droht-der-Abriss-_arid,355587.html

Espresso, bitter und süß

21. 12. 2011

Ist etwa ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tut? 
Amos 3,6

Es sind eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht. 
Matthäus 10,30-31

Habe darüber nachgedacht. Es stimmt. Beides.
Gestern war erst nur das zweite deutlich, doch nun auch das erste: Der Segen, nicht aus Gold, sondern in Kohle und Ruß, liegt auf schwarzem Samt.

Es wird. Wahrscheinlich sogar gut.