Paradox, 5 – Leben

By theomix

Für Andrea

Das Paradox des Lebens: „Willst du ein Problem lösen, löse dich vom Problem.“ Das habe ich als Zitateschmied schon traktiert. Nun betrachte ich den Inhalt. Man könnte weiter zuspitzen: „Gib auf, was du bekommen willst, und du wirst es erlangen.“

Aber so ist es oft. Eins der eindrücklichsten Beispiele war für mich: Ein Paar hat jahrelang versucht, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Nichts half.  Sie adoptierten ein Kind. Das war kaum im Haushalt der neuen Eltern angekommen, da wurde die Frau schwanger und erwartete Zwillinge.

Oft denke ich an dieses Paradox, wenn ich etwas verzweifelt suche. Wenn ich mich zwingen kann, mit dem Suchen aufzuhören, ist das schon ein erster Schritt. Ich finde fast alles wieder. Oft nach kurzer Zeit, wenn ich es nicht mehr suche. Manchmal erst, wenn ich es gar nicht mehr gebrauchen kann. Das ist dann eher tragikomisch und hart am Rand des Zumutbaren.

Trotzdem, dieses Lebensparadox hat etwas.

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13 Antworten zu „Paradox, 5 – Leben“

  1. Ute-Marion sagt:

    Das Unterbewusstsein arbeitet für uns und löst Probleme. Und das kann am besten wie folgt arbeiten: Du schreibst dein Problem auf einen Zettel, legst den Zettel weg und denkst einfach nicht mehr dran. Nach einer Weile nimmst du dir den Zettel wieder vor – und die Lösung hast du spätestens dann. Habe ich mal in einem hoch interessanten englischen Buch gelesen, leider habe ich Titel und Autor vergessen… Aber das passt doch hier auch.

  2. theomix sagt:

    Ja, irgendwo habe ich das auch mal auf Deutsch gelesen. Ist möglicherweise ein Klassiker zur Nutzung des U-Bewusstseins.

  3. w(u)b sagt:

    Auch ich kann mich erinnern so was schon mal gelesen oder gehört zu haben.
    Allerdings ist es damit wie mit so vielen Lebens-“rezepten“: Sie stimmen m a n c h m a l . Es wird genügend Beispiele geben, die für die Gültigkeit dieses Hifsmittels sprechen, aber es ist halt kein unbedingter Verlass drauf.

    Ich denke, das ist wie mit dem berühmten „Zufall“, dass jemand grade dann anruft, wenn ich an ihn oder sie gedacht habe.
    Andererseits denke ich so oft an Leute, die dann n i c h t anrufen.

    Werner

  4. Sicht-Feld sagt:

    Lieber Jörg,
    es stimmt, manchmal muss man den Dingen einfach Zeit geben. Das ist natürlich oft gar nicht leicht, weil wir Menschen ja zur UNgeduld neigen, aber ich habe immer häufiger die Erfahrung gemacht, wie heilsam es ist, mal eine Nacht drüber zu schlafen. Vieles sieht dann ganz anders aus, und man ist der Lösung einen großen Schritt näher gekommen – nur, indem man geschlafen hat! Ist doch toll!
    Ich finde auch nicht, dass das Verdängen ist, sondern eine sehr bewusste Art der Auseinandersetzung mit einem Problem.
    Liebe Grüße,
    Mareike

  5. theomix sagt:

    Lieber Werner,
    dieses Paradox ist nicht starr. Es lässt sich nicht planen. Es ist wohl abhängig von vielen Faktoren, die aufzuzählen wissenschaftlichen Arbeiten vorbehalten sein soll.
    Grüße Jörg

  6. theomix sagt:

    Liebe Mareike, deine Gedanken gefallen mir sehr gut – sie ergänzen meinen Beitrag. Danke!
    Ich merke bei Zweifelsfragen, und vor allem, wen ich mich geärgert habe, wie wichtig das „Darüber-schafen“ ist. Es klärt und schafft Abstand.
    Nur passiert dann, wie beim „Loslassen um zu bekommen“ – eine unbewusste Auseinandersetzung. Oder?
    Herzlich grüßt
    Jörg

  7. Erika sagt:

    Ich melde mich jetzt auch mal hier zu Wort.
    Mir geht das auch so beim Suchen. Wo ich früher Schweißausbrüche bekam, denke ich jetzt stopp, das wird sich finden oder ich brauche es ja nicht unbedingt jetzt gleich. Auf einmal ereignet sich was ganz Verrücktes, ich finde es plötzlich ohne zu Suchen. Bei Büchern und Zetteln ist mir schon fast Unheimliches passiert. Ich griff in einen Wust von Büchern und hatte genau das was ich suchte. Auch in einer Kur suchte einmal eine Frau ein Anleitungsbuch

  8. Erika sagt:

    halt, zu früh weggegangen.
    Fortsetzung, das gesuchte Buch habe ich im Regal mit einem Handgriff gefunden, vorher sagte ich aus Spass , dass ich immer alles finde wonach ich suche. Auch Zettel, die ich handschriftlich aufgeschriebenhabe
    finde ich oft am richtigen Ort. Ich bin sehr chaotisch aber in meiner Unordung finde ich das, wonach ich suche. Das glaubt vielleicht niemand, aber es stimmt.
    Lieben Gruß
    Erika

  9. theomix sagt:

    Liebe Erika,
    Der Satz fehlte mir: „Es findet sich“! Es, das Unbewusste. Ich glaube es daher gern, was du schreibst. Obwohl ich kein leichtgläubiger Mensch bin ;-)
    Mir fällt es nicht so leicht zu. Aber es kommt vor…
    Herzlich grüßt
    Jörg

  10. Erika sagt:

    Lieber Jörg,
    danke für Deine Antwort. Statt „Es findet sich“ kann man ja auch bei einem Problem denken „Es löst sich“. Oder wie in meinem Griechenland Qi-Gong Urlaub unser Lehrer gesagt hat :Wir finden eine Lösung, wenn nicht gleich alles so geklappt hat.“Wir finden eine Lösung“ , wir sind in Griechenland, cigar cigar langsam langsam.
    Lieben Gruß
    Erika

  11. theomix sagt:

    Liebe Erika,
    „es löst sich“, „es fndet sich“, „es geschieht“, „alles fließt“. Das regt mich an, das auch mal ins Theologische zu wenden. Wart’s nur ab… Le’at, le’at, sagen die Iwrit-sprechenden Israelis…
    Gruß
    Jörg

  12. Erika sagt:

    Lieber Jörg,
    Deine Worte hören sich sehr schön an, mein leider schon verstorbener Vater sagte oft : „Loss es mol krabbele“ und sein Lieblingsspruch von Bonhoeffer: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarte getrost was kommen mag. Gott ist mit Dir am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag ( für das Leben Dein Vater) so hat er es 1970 in mein Poesiealbum geschrieben. Als wir an Silvesterabend im Gottesdienst dieses Lied sangen, kamen mir bei der letzten Strophe die Tränen. So werde ich jetzt daran erinnert. Danke Dir….
    Schönen Abend noch
    Erika

  13. theomix sagt:

    Liebe Erika,
    das Lied berührt mich auch, und jedes Jahr aufs Neue lasse ich es zu Silvester singen.
    (Bonhoeffer war ja höchst aktiv, im Hintergrund des Widerstands. Aber seit 1943 waren ihm die Hände gebunden, passiv in Haft. Das Lied ist dann sein letztes schriftliches Lebenszeichen, Silvester 1944. Und zugleich ein Beispiel für sein „religionsloses Christentum“.)
    Der Satz deines Vaters ist wunderbar und strahlt eine humorvolle Gelassenheit aus. Die können wir heute auch vertragen :-)
    Bin gleich weg vom Netz, wünsche alles Gute!
    Jörg

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