Das „Gleichnis von den anvertrauten Pfunden“ (Matthäus 25, 14-30) spielt mit dem Doppelsinn der „Talente“: zum einen eine Riesensumme Geld, zum andern die Gaben, die einer hat. Ich fand jetzt im Vorbereitungsheft zum Volkstrauertag (von der Kriegsgräberfürsorge) einen schönen Vergleich:
„Das Evangelium… erschließt sich anhand eines Wortes des jüdischen Weisen Rabbi Nathan. Er deutet… das Vergraben von Geld als das ‘Verbergen des Lichtes, als das starre Verharren in der Tradition.’“ (Genanntes Heft, S. 24)
Und wenn ein Rabbi das sagt, dann hat das schon Gewicht, denn er ist ja Vertreter dieser Tradition. Er will, dass sie mit Leben gefüllt wird.
Der Autor im Heft heißt Norbert Trelle und ist römisch-katholischer Bischof von Hildesheim. Wenn ein römischer Bischof so etwas sagt, ist das beachtlich (und dazu ein ehemaliger Weihbischof aus Köln!). Er betont in seiner Auslegung natürlich, dass Traditionen mit Leben gefüllt sein müssen. Aber das Rabbiner-Wort legt ja auch eine Kritik der Traditionen nahe.
Schlagworte: Gaben, katholisch, Rabbi, Talente
3. 2. 2009 um 22:10
Dazu fällt mir „Anatevka“ ein. Und
„Lehre Gedanken und Du erntest Taten.
Lehre Taten und Du erntest Gewohnheiten.
Lehre Gewohnheiten und Du erntest ein Schicksal.“
4. 2. 2009 um 11:39
Bedenkenswert. Bedankenswert.